Klima in Fahrzeugen

In der Tat: Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann man hinter der Front- und Seitenscheibe eines Omnibusses Temperaturen bis zu 74 Grad C messen! Anders als in der "richtigen Sauna" macht die Hitze im Omnibus aber alles andere als fit. Obwohl der Mensch in der Lage ist, in heißer wie auch in kalter Umgebung zu existieren, gibt es doch nur einen schmalen Bereich, in dem er sich wohl fühlt. Außerhalb dieser "Behaglichkeitszone" fühlt man sich unwohl. Bei Hitzeeinwirkung ist man schneller gereizt und kann sich schlechter konzentrieren. Fahrfehler können eher auftreten. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass eine hohe Wärmebelastung auf das Unfallgeschehen inner Orts eine stärkere Auswirkung hat als starker Regen und nasse Straßen!

Auch der Organismus mag Hitze nicht: Bei hohen Temperaturen wird zum Beispiel die Herzfrequenz erhöht, der Blutdruck steigt an. Übrigens: Ein Übergewicht von 25 Kilogramm führt zu einem sechsmal höheren Hitzschlag-Risiko!

Auch wenn man am Wetter nichts ändern kann, können die Auswirkungen der klimatischen Bedingungen auf das Fahrpersonal reduziert werden, wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft.

Klima am Arbeitsplatz - Tipps aus der Praxis

  • Gebläse so ausrichten, dass der Luftstrom gleichmäßig verteilt wird. Zugluft durch zu stark gestelltes Gebläse oder geöffnete Fenster vermeiden. Luftstrom nicht unmittelbar auf den Oberkörper richten.
  • Bei starker Sonneneinstrahlung Armaturenbrett und Lenkrad bei Standzeiten mit einem hellen Tuch abdecken.
  • Im Stau und im Tunnel nach Möglichkeit Gebläse auf Umluftbetrieb (Innenraumzirkulation) schalten, um Schadstoffbelastung gering zu halten. Anschließend sofort auf Frischluftbetrieb stellen.
  • Je größer die Hitzebelastung ist, umso wichtiger sind aktive Pausen im Schatten bzw. in kühlerer Umgebung.
  • Kleidung auf die Temperatur abstimmen: Wetterbericht hören und Temperaturvorhersagen berücksichtigen. Gegebenenfalls nach dem Zwiebelprinzip mehrere Schichten übereinander anziehen, damit auf Temperaturschwankungen reagiert werden kann.
  • Im Sommer Wäsche aus atmungsaktivem Material wählen, damit der Schweiß vom Körper wegtransportiert wird.
  • Fahrzeuginnenraum im Winter nicht überheizen. Nach dem Trockenblasen der Scheiben Heizleistung und Gebläse verringern.
  • Bei Klimaanlagen die Differenz zur Außentemperatur vor einem Halt auf 4° C anpassen.
  • Auch bei Fahrten mit Klimaanlage das Fahrzeug in den Pausen durchlüften. Fahrzeug möglichst nicht in der prallen Sonne abstellen.
  • Filter der Klimaanlage regelmäßig reinigen bzw. erneuern lassen.

Aufnahme von Flüssigkeiten bei hohen Außentemperaturen

Für die Flüssigkeitsaufnahme des Fahrers gelten bei hohen Außentemperaturen ähnliche Regeln wie für Hitzearbeiter:

  • Häufig kleine Flüssigkeitsmengen zu sich nehmen, aber nie mehr als 0,25 Liter auf einmal trinken.
  • Leicht gesüßter Kräuter- oder Früchtetee, isotonische Getränke (Sportlerernährung), verdünnte Fruchtsäfte und frisches Wasser sind am besten geeignet, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Auch der Mineralienverlust muss ausgeglichen werden.
  • Getränke nicht zu kalt trinken, damit die Flüssigkeit im Magen besser aufgenommen werden kann.
  • Kohlensäurehaltige Getränke können – insbesondere bei sitzender Tätigkeit – zu einer Überblähung des Magen-Darmtraktes führen. Wer davon betroffen ist, sollte zu kohlensäurearmen oder -freien Getränken greifen. Bei hohen Außentemperaturen besteht bei Kohlensäure zudem Explosionsgefahr der Getränkeflaschen.

 

Artikelaktionen