Schwierige und aggressive Fahrgäste

Gewalt gegen das Buspersonal

Einer Erhebung der BG BAHNEN (jetzt VBG) zufolge sind Arbeitsunfälle, die durch Tätlichkeiten und direkte Gewaltanwendung verursacht werden, keine Seltenheit. Fast jeder zehnte Arbeitsunfall der Beschäftigten in Verkehrsbetrieben wird durch so genannte "Übergriffe Dritter", also z. B. Fahrgäste, verursacht. Zunehmende Gewaltbereitschaft und andere gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden als Ursache genannt.

Jeder zweite Betroffene gehört zum Fahrpersonal, das neben den Fahrausweisprüfern am häufigsten von Tätlichkeiten betroffen ist. Dabei entfallen 80 Prozent der Angriffe auf das Fahrpersonal von Linienbussen. Das Fahrpersonal von Schienenfahrzeugen ist durch die geschlossenen Fahrerkabinen in U-Bahnen, Stadtbahnen und Straßenbahnen besser geschützt. Auch aus der Tätigkeit der Linienbusfahrer und -fahrerinnen, zu der neben dem Verkauf bzw. der Kontrolle der Fahrausweise auch die Durchsetzung der Beförderungsbedingungen gehört, ergibt sich ein entsprechendes Konfliktpotenzial, das unter Umständen eskalieren und in Tätlichkeiten umschlagen kann.

Übergriffe durch Dritte

Zum Schutz des Fahrpersonals vor Übergriffen durch Dritte können technische, organisatorische bzw. personenbezogene Maßnahmen dienen.

Notsignalanlagen, Türschließtaster, Videoüberwachungseinrichtungen sowie die Organisation der Betriebsabläufe (z.B. keine Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeuges bei Dunkelheit oder an entlegenen Wendeschleifen) sind wichtige Maßnahmen zum Schutz des Fahrpersonals vor Übergriffen durch Dritte.

Auch durch die Gestaltung der Betriebsanlagen können Gefährdungen für das Fahrpersonal reduziert werden. Zu den Betriebsanlagen gehören neben den für Fahrgäste zugänglichen Bereichen auch die, die vorwiegend den Mitarbeitern zugänglich sind, z. B. Bahnhöfe, Abstellanlagen, Aufenthalts- und Pausenräume, Toiletten einschließlich der zugehörigen Wege. Die Lage, (auch farbliche) Gestaltung, Beleuchtung, Übersichtlichkeit und Länge der Wege sowie die Zugänglichkeit für Dritte entscheiden darüber, wie hoch die Gefährdung für den Mitarbeiter ist.

Neben Zuverlässigkeit und sicherer Fahrzeugbeherrschung ist ein angemessenes Auftreten und gute Kommunikationsfähigkeit gegenüber Kunden ein wichtiger und auch sicherheitsrelevanter Faktor. Eine sorgfältige Auswahl, Ausbildung sowie die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung für eine sichere Ausführung der Fahrtätigkeit. Spezielle Schulungen der Mitarbeiter können dazu beitragen, dass Konflikte, die möglicherweise zu Gewalttätigkeiten eskalieren können, rechtzeitig erkannt und ggf. entschärft werden.

Die berufsgenossenschaftliche Information "Sicherheitsmaßnahmen gegen Übergriffe Dritter in Verkehrsunternehmen" (BGI 5039) stellt - ausgehend von den Gefährdungen für die besonders betroffenen Beschäftigtengruppen der Verkehrsunternehmen - technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen zur Prävention von Übergriffen durch Dritte dar.

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