Sicheres Fahren

Für Abfallsammelfahrzeuge gilt zwar nicht die Pflicht, immer auf der rechten Seite zu fahren (siehe Sonderrechte im Straßenverkehr), sehr wohl aber sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, Sicherheitsabstände usw. zu halten. Daneben gelten weitere wichtige Sicherheitsregeln:
  • Es gilt die Anschnallpflicht! Ausnahme ist die Sammelfahrt von Haus zu Haus - aber nur dann, wenn auch ausgestiegen werden muss.
    Auch der Fahrer muss geeignete, geschlossene Schuhe tragen.
  • Abstand, angepasste Geschwindigkeit.
  • Nicht durch fahrfremde Tätigkeiten ablenken lassen.
  • Fahrer sollten regelmäßig Fahrsicherheitstrainings besuchen.
  • Weder auf den Trittbrettern noch auf anderen Fahrzeugteilen dürfen Gegenstände mitgenommen werden
  • Rückwärtsfahrten sind verboten und müssen durch geeignete Tourenplanung vermieden werden. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen sind Ausnahmen möglich - eine große Rolle spielt dann die individuelle Gefährdungsbeurteilung - siehe DGUV Regel 114-012 (bisher: BGR 238-1)
  • Beim Zurückstoßen und Wenden muss ein Abfallwerker den Fahrer einweisen.
  • Beim Zurückstoßen darf niemals auf den Trittbrettern mitgefahren werden.
  • Auf steilen Straßen darf in der Regel nicht während der Bergauffahrt Müll eingesammelt werden. Lässt es sich jedoch nicht umgehen, dann hat das mit besonderer Umsicht zu geschehen
  • Fahrt nur auf geeigneten Straßen (Breite, Durchfahrthöhe, Tragfähigkeit, Eisfreiheit, Wendemöglichkeit wenn erforderlich etc. - siehe DGUV Information 214-033 (bisher: BGI 5104).
  • Lader dürfen an verkehrsreichen Straßen Behälter nur auf der Seite des Fahrzeugs holen, die dem Straßenverkehr abgewandt ist (rechts laden - rechts fahren). Also nie von der gegenüberliegenden Straßenseite.
  • Wo erforderlich sollen die Sonderrechte im Straßenverkehr genutzt werden.

Detaillierte Information zur DGUV Regel 114-012 (bisher: BGR 238-1) sowie zur DGUV Information 214-033 (bisher: BGI 5104) enthält das KOmpendium ARbeitsschutz der BG Verkehr.

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Mitfahren auf dem Trittbrett

Das Trittbrett am Abfallsammelfahrzeug ist eine praktische Sache. Aber nur bei korrekter Benutzung und intaktem Zustand ist die Mitfahrt auf dem Trittbrett sicher; ein regelmäßiges Unfallgeschehen spricht hier eine deutliche Sprache!

  • Die Mitfahrt auf dem Trittbrett ist nur im Sammelbetrieb (Haus-zu-Haus-Verkehr) erlaubt.
  • Die Höchstgeschwindigkeit bei Mitfahrt auf dem Trittbrett ist 30 km/h
  • Mit beiden Händen festhalten.
  • Klare Kommunikationsregeln mit dem Fahrer. Abfahrt erst bei sicherem Stand auf dem Trittbrett.
  • Beim Auf- und Absteigen im fließenden Verkehr immer auf die eigene Sicherheit achten
  • Trittbretter dürfen nur in einwandfreiem Zustand benutzt werden (nicht verbogen oder gebrochen).
  • Sicherheitseinrichtungen dürfen nicht manipuliert werden.
  • Keine Gegenstände auf dem Trittbrett abstellen.
  • Keine Beutel o.ä. an den Handgriffen aufhängen.

Rückwärtsfahren von Abfallsammelfahrzeugen

Das Rückwärtsfahren stellt einen so gefährlichen Verkehrsvorgang dar, dass es wann immer möglich zu unterlassen ist.
Nicht als Rückwärtsfahrt gilt ein kurzes Zurückstoßen wenn es zum Aufnehmen von speziellen Behältern (z.B. Umleerbehältern) notwendig ist oder ein Zurückstoßen in Wendeeinrichtungen. Sammeltouren sollten durchgehend so geplant sein, dass keine Rückwärtsfahrten erforderlich sind. Wenn alle Möglichkeiten der Tourenplanung nach eingehender Prüfung ausgeschöpft sind, kommt ggf. die Einplanung einer Rückwärtsfahrstrecke in Frage, bei der jedoch bestimmte Randbedingungen gegeben sein müssen.

  • Rückwärtsfahrten sind maximal mit Schrittgeschwindigkeit durchzuführen.
  • Beiderseits des Abfallsammelfahrzeuges (anklappbare und nicht gefahrbringende Anbauteile, z. B. leicht klappbare Spiegel, sind ausgenommen) muss jederzeit ein Sicherheitsabstand zu allen Objekten von mindestens 0,5 m über die gesamte Rückfahrstrecke gewährleistet sein.
  • Die zurückzulegende Strecke darf nicht länger als 150 m sein.
  • Die Sicht durch die Rückspiegel nach hinten darf nicht behindert werden (z. B. durch Bäume, Äste, Strauchwerk). Die Rückspiegel sollen bei der Rückwärtsfahrt nicht angeklappt werden.
  • Im Gefahrbereich des Abfallsammelfahrzeuges dürfen sich keine Personen aufhalten.

Die Einweisung der Kfz-Führerinnen und Kfz-Führer für das Rückwärtsfahren ist zwingend erforderlich, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Personen im Gefahrenbereich des Fahrzeuges aufhalten. Sie müssen dann bei Rückwärtsfahrten im Rahmen der Abfallsammlung stets einweisende Personen stellen.

Die einweisenden Personen geben der Kfz-Führerin oder dem Kfz-Führer Zeichen, damit andere nicht gefährdet werden. Sie warnen auch weitere Personen im Straßenverkehr, welche die Verkehrssituation möglicherweise falsch einschätzen. Benennen Sie ausschließlich Personen zu Einweisenden, die über ausreichende Kenntnisse verfügen, um Verkehrsvorgänge beurteilen zu können.

  • Alle Einweisenden müssen in der Anwendung der Handsignale unterwiesen werden.
  • Einweisende dürfen sich nur im Sichtbereich der Kfz-Führerin oder des Kfz-Führers aufhalten. Sie dürfen sich nicht im Gefahrenbereich zwischen dem sich bewegenden Fahrzeug und in dessen Bewegungsrichtung befindlichen Hindernissen aufhalten. Einweisende sollen wegen der Sturz- und Stolpergefahr nicht rückwärtsgehen.
  • Die Kfz-Führerin oder der Kfz-Führer müssen das Fahrzeug sofort anhalten, wenn sie die einweisende Person nicht mehr sehen können.

Geeignete Warnkleidung

Abfallwerker sind bei ihrer Tätigkeit beinahe ständig im fließenden Verkehr. Gute Sichtbarkeit - sprich Warnkleidung - ist hier gerade bei Dämmerung und Dunkelheit besonders wichtig. Die Erkennung wird bei Dunkelheit durch aufgebrachte reflektierende Streifen erzielt. Aber auch die Tagessichtbarkeit wird durch die auffällige Färbung und fluoreszierende Eigenschaften der Warnkleidung verbessert. Als Farbe ist insbesondere fluoreszierendes orange-rot geeignet. Zugelassen ist weiterhin fluoreszierendes gelb.

Mindestanforderungen

Bei der Abfallsammlung ist mindestens Warnkleidung der Klasse 2 entsprechend der DIN EN ISO 20471 erforderlich. Noch besser wirkt Warnkleidung der Klasse 3, denn sie hat einen höheren Anteil an fluoreszierendem und reflektierendem Material. Wenn man in verkehrsreichen Gebieten oder in Straßen sammelt, in denen Geschwindigkeiten von mehr als 60 km/h zulässig sind, muss Warnkleidung der Klasse 3 getragen werden.

Warnkleidung richtig tragen

Warnkleidung kann jedoch nur nützen, wenn Sie auch richtig getragen wird. Deshalb gilt:

Warnkleidung muss immer die oberste Kleidungs-Schicht sein.

Warnkleidung regelmäßig waschen. Neben der damit verbundenen Hygiene trägt dies auch zur Erhalt der Warnwirkung bei - denn verschmutzte Warnkleidung reflektiert nur noch unzureichend
• Warnkleidung nach Vollendung der erlaubten Waschzyklen nicht mehr verwenden - fluoreszierende und reflektierende Eigenschaften sind dann nicht mehr ausreichend vorhanden.

Weitere Informationen finden Sie in der DGUV Information 212-016 BGI 8591 (bisher: BGI/GUV-I 8591) - Warnkleidung im Kompendium Arbeitsschutz der BG Verkehr

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