Sicheres Be- und Entladen von Fahrzeugen

Grundregel: Ungenügende Absprachen und Missverständnisse führen häufig zu Unfällen.
  • Klären Sie als Unternehmer vorab Zuständigkeiten und Verantwortungen und legen Sie diese schriftlich fest, z. B. Nutzung und Instandhaltung von Betriebsmitteln (Gabelstapler, Hebebühnen), Weisungsbefugnisse, Ladungssicherung.
  • Treffen Sie als Fahrer vor Ort klare und unmissverständliche Absprachen.
  • Informieren Sie sich über betriebsspezifische Regelungen und Gegebenheiten:
    • Muss ich hier persönliche Schutzausrüstung benutzen?
    • Wo soll ich das Fahrzeug parken?
    • Wo herrscht Rauchverbot?
  • Lassen Sie sich die Be- bzw. Entladeposition für Ihr Fahrzeug zuweisen.
  • Verstellen Sie keine Verkehrswege oder Notausgänge

Persönliche Schutzausrüstung PSA

Bestimmte Gefährdungen lassen sich selbst durch gute Sicherheitstechnik oder durch gute organisatorische Regelungen nicht vermeiden. Der Unternehmer ist dann verpflichtet, persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen.
Sie müssen deshalb zu Ihrem persönlichen Schutz zum Beispiel benutzen:

Fußschutz: Beim Einsatz von Handhubwagen bzw. Mitgängerstapler („Ameisen“) und immer dann, wenn Ladung zu heben und zu tragen ist, müssen Sie Sicherheitsschuhe tragen.
Schutzhelm z. B. in den Bereichen, wo mit Kranen gearbeitet wird. Weißer Schutzhelm auf Kopf
Augenschutz (Schutzbrille) z. B. bei der Gefahr des Freiwerdens von staubförmigen Gütern.
Schutzhandschuhe beim Umgang mit u. a. spitzen und scharfen Gegenständen (z. B. Glas), Paletten, sägerauem Holz sowie heißen und kalten Gütern.
Schutzkleidung, z. B. Kälteschutzkleidung bei Arbeiten in Kühlräumen.

Öffnen von Bordwänden und Laderaumbegrenzungen

Vorsicht beim Öffnen von Türen oder Bordwänden - sonst kann fallende Ladung zur tödlichen Gefahr werden.

  • Prüfen Sie zuerst, ob Ladung gegen die Bordwände drückt: z. B. durch Sichtkontrolle der Ladefläche oder durch Feststellen des Kraftaufwandes beim Betätigen der Bordwandverschlüsse.
  • Beseitigen Sie nach Möglichkeit den Ladungsdruck z. B. durch Entladung von der gegenüber liegenden Fahrzeugseite oder durch Abpacken von Hand.
  • Stellen Sie sich immer so hin, dass Sie nicht von aufschlagenden Bordwänden oder Türen bzw. evtl. abstürzender Ladung getroffen werden können.
  • Sichern Sie Laderaumtüren und -klappen gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen, z. B. durch Feststeller.
    Lassen Sie Steckbretter und Spriegelstangen nicht herunterfallen, sondern heben Sie diese von Hand herab. 

Sicheres Auf- und Absteigen am Lkw

Springen Sie nie vom Fahrzeug!

  • Das Auf- und Absteigen über Reifen, Felgen oder Radnaben ist gefährlich.
  • Benutzen Sie am Fahrzeug vorhandene Aufstiege und Haltegriffe!
  • Achten Sie als Unternehmer beim Kauf eines Lkw auf entsprechende Aufstiegshilfen, z. B. ins Fahrzeug integrierte Leitern, Tritte, Griffe.
  • Falls erforderlich, führen Sie auf Fahrzeugen ausreichend lange und sichere Leitern mit. Anlegeleitern sind erfahrungsgemäß ausreichend lang, wenn zum Erreichen der höchsten Arbeitsposition die obersten vier Sprossen nicht bestiegen werden müssen.
  • Stellen Sie Anlegeleitern im richtigen Anstellwinkel (ca. 65° bis 75°) auf und sichern Sie diese in geeigneter Weise (z. B. mittels Gurt) gegen Wegrutschen bzw. Umkippen. 

Vor der Entladung

Hohe oder übereinander verstaute Ladegüter können beim Lösen bzw. Entfernen von Zurrmitteln (Zurrgurte, Zurrketten, Zurrdrahtseile) oder anderen Ladungssicherungshilfsmitteln kippen oder verrutschen.

Achtung Lebensgefahr!

  • Setzen Sie bevorzugt Zurrmittel ein, die ein schrittweises Herausnehmen der Vorspannkraft ermöglichen, z. B. Zurrgurte mit Spezial-Ratschen, Zurrketten mit Spindelspanner.
  • Achten Sie darauf, dass die Ladefläche möglichst waagerecht ist. Schlagen Sie kipp- oder rutschgefährdete Ladegüter vor dem Lösen der Zurrmittel erst am Hebezeug an oder sichern Sie die Ladegüter in anderer geeigneter Weise gegen Umfallen und Verrutschen. 

Transportgeräte

"Trage nichts, was gerollt werden kann!"

  • Bedienen Sie Gabelstapler nur, wenn Sie
    • dafür ausgebildet sind und Ihre Befähigung nachgewiesen haben,
    • in örtliche Gegebenheiten sowie am speziellen Gerät eingewiesen sind und
    • ausdrücklich befugt sind (schriftliche Beauftragung z. B. im Fahrausweis).
  • Befestigen Sie Fahr-, Hebe- und Tragehilfen bei Mitnahme im Laderaum so, dass sie nicht verrutschen oder umfallen können.
  • Achten Sie darauf, dass die Hilfen funktionstüchtig und ausreichend tragfähig sind.
  • Nutzen Sie für die jeweilige Transportaufgabe geeignete und sichere Fahr-, Hebe- und Tragehilfen
  • Verständigen Sie sich mit dem Verantwortlichen an der Ladestelle oder dem Lagerpersonal über den Arbeitsablauf der Be- und Entladung.
  • Halten Sie sich nicht im Gefahrbereich von Flurförderzeugen (z. B. Staplern, Handhubwagen, „Ameisen“) und Kranen auf. Das heißt: Nicht unmittelbar neben, vor oder hinter dem Gerät und auch nicht in Bereichen, in denen Lasten bewegt werden oder herabfallen können. 

Denken Sie daran, dass der Staplerfahrer durch Ladung und Hubmast eine erheblich eingeschränkte Sicht hat. 

Beachten Sie, dass bei Ladevorgängen über die Fahrzeuglängsseiten die Gefahr besteht, dass Ladegüter beidseitig von der Ladefläche herunter fallen können.

  • Schließen Sie die gegenüber liegenden Bordwände oder sichern Sie diese Seite mit Steckbrettern gegen Hinausschieben der Ladegüter.
  • Achten Sie darauf, dass die Ladung vollständig auf der Gabel aufliegt.
  • Nutzen Sie Gabelstapler mit ausreichend langen Gabelzinken.
    Besser: Gabelstapler mit Schubgabel.

Anbieter für Staplerausbildung sind z. B.:

  • Fahr- und Berufskraftfahrerschulen,
  • Gerätehersteller,
  • Ausbildungsorganisationen, wie z. B. TÜV, DEKRA

Ladebrücken

  • Bedienen Sie die Ladebrücken nur, wenn Sie eingewiesen sind.
  • Achten Sie darauf, dass Überfahrlippen ausreichend auf der Fahrzeugladefläche aufliegen.
  • Setzen Sie nur für den jeweiligen Zweck geeignete Ladebrücken ein. Sichern Sie die Ladebrücke gegen Verschieben. Achten Sie auf ausreichende Tragfähigkeit und ausreichende Abmessungen insbesondere hinsichtlich der Breite (beim Einsatz von Handhubwagen oder Sackkarren reichen erfahrungsgemäß 1,25 m Breite aus). 

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