Ladungssicherung

Bei jeder Geschwindigkeits- und Richtungsänderung eines Fahrzeugs treten Kräfte auf, die die Ladung zum Verrutschen, Verrollen, Umfallen oder Herabfallen bringen können. Die Folgen können sein, dass das Fahrzeug außer Kontrolle gerät, umkippt oder dass es zur Zerstörung der Laderaumbegrenzungen oder sogar des Führerhauses durch die Ladung kommt.

Um derartige Unfälle und Schäden zu vermeiden, gelten für jeden Transport folgende Grundregeln:

  1. Je nach Ladegut ist ein geeignetes Fahrzeug erforderlich, das durch Aufbau und Ausrüstung die durch die Ladung auftretenden Kräfte sicher aufzunehmen vermag („Wer käme schon auf die Idee, Sand auf einem Tieflader zu transportieren“).
  2. Der Ladungsschwerpunkt soll möglichst auf der Längsmittellinie des Fahrzeugs liegen und ist so niedrig wie möglich zu halten. Schweres Gut unten, leichtes Gut oben.
  3. Zulässiges Gesamtgewicht bzw. zulässige Achslasten nicht überschreiten. Mindestachslast der Lenkachse nicht unterschreiten. Bei Teilbeladung für Lastverteilung sorgen, damit jede Achse anteilmäßig belastet wird (siehe Kapitel „Lastverteilung“).
  4. Ladung so verstauen oder durch geeignete Hilfsmittel sichern, dass sie unter üblichen Verkehrsbedingungen nicht verrutschen, verrollen, umfallen, herabfallen oder ein Kippen des Fahrzeugs verursachen kann. Vollbremsungen, scharfe Ausweichmanöver sowie unvorhersehbare schlechte Straßen- und Witterungsverhältnisse (auch in Kombination) gehören zu den üblichen Verkehrsbedingungen und sind durch entsprechende Ladungssicherung zu berücksichtigen.
  5. Fahrgeschwindigkeit je nach Ladegut auf Straßen- und Verkehrsverhältnisse sowie auf die Fahreigenschaften des Fahrzeugs abstimmen.

Im Wesentlichen heißt das:

Stauen Sie die Ladung nach Möglichkeit formschlüssig, das heißt die Ladung liegt allseitig an den Laderaumbegrenzungen, anderen Ladegütern oder Zwischenwandverschlüssen an oder wird von Sicherungshilfsmitteln gehalten.

  • Schließen Sie Freiräume auf der Ladefläche durch Füllmittel, wie z. B. Luftsäcke, Schaumstoffpolster, Leerpaletten.
  • Achten Sie auf die Lastverteilung. 

Ausführliche Hinweise zur Ladungssicherung finden Sie auch im Handbuch „Ladungssicherung auf Fahrzeugen“ DGUV Information 214-003 (bisher: BGI 649), im Praxishandbuch „Laden und Sichern“ sowie im Leitfaden für Fahrer.

Leitfaden für Fahrer: Beladung und Ladungssicherung auf dem Nutzfahrzeug (PDF)

Hilfsmittel zur Ladungssicherung

Hilfsmittel zur Ladungssicherung sind Zubehörteile, mit denen die Ladung auf der Ladefläche fixiert wird, mit denen Zwischenräume zwischen einzelnen Ladegütern ausgefüllt werden können oder mit denen die Ladung durch Kraftschluss (Niederzurren) gesichert werden kann. 

  • Zurrgurte,
  • Zurrketten und
  • Zurrdrahtseile

sind die bekanntesten unter ihnen, aber auch 

  • Loch- und Ankerschienen,
  • Trenn-Wände/-Gitter/-Netze,
  • Festlegehölzer und Keile,
  • Polster und Luftsäcke,
  • Netze und Planen,
  • Rutschhemmende Materialien (RHM) und
  • Kantengleiter 

gehören dazu. Die ordnungsgemäße Anwendung der Hilfsmittel will gelernt sein.  

Wie man mit ihnen umgeht und was dabei zu beachten ist, finden Sie in den Herstelleranweisungen, aber auch in dem Handbuch „Ladungssicherung auf Fahrzeugen“ , DGUV Information 214-003 (bisher: BGI 649).
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