Sicheres Fahren

Sicherheitsgurt

Geeignetes Schuhwerk

Abstand und angepasste Geschwindigkeit

Sicher abbiegen

Fahrer-Assistenz-Systeme

Ablenkung und fahrfremde Tätigkeiten

Fahrsicherheitstrainings

Sicherheitsgurt

Wie in Pkw gilt auch in Lkw und Kleintransportern Gurtpflicht: "Vorgeschriebene Sicherheitsgurte müssen während der Fahrt angelegt sein", heißt es in § 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO). In allen Lkw, die nach dem 1. Januar 1992 zugelassen wurden, müssen Sicherheitsgurte eingebaut sein. Dann besteht automatisch Gurtpflicht. Aber auch in älteren Lkw, die mit Gurten ausgerüstet sind, sollten diese aus Sicherheitsgründen angelegt werden. Denn Gurte retten Leben. Mehr Infos unter der Kampagne zur Förderung des Angurtens in Nutzfahrzeugen "Hat´s geklickt" der BG Verkehr und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) für das Anlegen von Sicherheitsgurten.

Kampagne "Hat´s geklickt"

Geeignetes Schuhwerk

Sicherheitsschuhe bieten nicht nur Schutz gegen Quetschungen und Verletzungen durch herunterfallende Teile, sondern sorgen auch beim Gehen und Stehen für Halt und "guten Auftritt". So können Rutsch- und Stolperunfälle vermieden werden. Durch die orthopädische Gestaltung dieser Schuhe ergeben sich über diese Wirkungen hinaus weitere positive Effekte für den Gesundheitsschutz. Während beim Fahren festes, den Fuß umschließendes Schuhwerk genügt (d.h. bei Sandalen mindestens Fersenriemen), müssen beim Einsatz von Handhubwagen oder "Ameisen" und immer dann, wenn Ladung zu heben und zu tragen ist, Sicherheitsschuhe getragen werden. An Ladestellen auf Baustellen sind Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicheren Sohlen erforderlich.

Abstand und angepasste Geschwindigkeit

Mit der richtigen, d.h. angepassten Geschwindigkeit halten Sie sich unterwegs den notwendigen Handlungsspielraum frei. Wer dort, wo ein anderer mit 80 km/h unterwegs ist, das Tempo nur um 10 km/h reduziert, verringert seinen Anhalteweg um 12 Meter. Dort, wo der langsamere Fahrer bereits steht, ist der andere noch mit mehr als 40 km/h unterwegs. Fährt ein Lkw mit dieser Geschwindigkeit auf einen stehenden Pkw auf, haben dessen Insassen keine Überlebenschance.
Eine ähnlich fatale Wirkung kann es haben, den Abstand zu verkürzen: Wer bei 80 km/h statt 50 m nur 20 m Abstand zu einem vorausfahrenden Pkw hält, riskiert im ungünstigen Fall einen Auffahrunfall mit 44 km/h, wenn der Pkw plötzlich eine Vollbremsung durchführt. So entspricht es durchaus den Regeln der Fahrphysik, wenn der Gesetzgeber auf Autobahnen für Fahrzeuge über 3,5 t bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h einen Mindestabstand von 50 m vorschreibt.

Sicher abbiegen

Immer wieder kommt es zu Abbiegeunfällen zwischen Lkw und Fahrradfahrern oder Fußgängern. Tote und schwer Verletzte sind die Folge, aber auch traumatisierte Lkw-Fahrer. Die BG Verkehr hat deshalb eine Unterweisungskarte zum Thema "Sicher abbiegen" entwickelt. Zudem steht ein Aufkleber für die Lkw-Rückseite zur Verfügung, der vor den drastischen Folgen von Abbiegeunfällen warnt. Sie können diesen direkt über Ihre zuständige Aufsichtsperson beziehen.

Unterweisungskarte G8 „Sicher abbiegen“

Kamera-Monitor-Systeme

Eine technische Maßnahme zur Vermeidung von Abbiegeunfällen stellen Kamera-Monitor-Systeme (KMS) dar. Diese können durch eine bessere Sicht in die Bereiche neben dem Fahrzeug helfen, Abbiegeunfälle zu vermeiden. Sie sind für Fahrzeugführende in den meisten Fällen eine Hilfe und werden in der Regel in der Praxis gut angenommen. Die BG Verkehr hat für die Unternehmen und Versicherten in ihrem Zuständigkeitsbereich KMS untersuchen lassen. Die Studie „Kamera-Monitor-Systeme (KMS) zur Vermeidung von Abbiegeunfällen: Kriterien für die Eignung von Kamera-Monitor-Systemen in Lkw zur Vermeidung von Rechtsabbiegeunfällen“ sowie deren Ergebnisse stehen zum Download zur Verfügung:

Komplette Studie des IFA für die BG Verkehr

Auszug aus der Studie des IFA für die BG Verkehr

Flyer zur Studie

Sie haben Fachfragen zum Thema Kamera-Monitor-Systeme und interessieren sich dafür, wie Abbiegeunfälle vermieden werden können?
Tel.: 040 3980-1905, michael.fischer@bg-verkehr.de

Fahrer-Assistenz-Systeme

Fahrer-Assistenz-Systeme bieten einen Gewinn an Sicherheit. Sie lassen kritische Situationen entweder gar nicht entstehen oder helfen dem Fahrer, sie zu bewältigen. Sie ermöglichen ein entspannteres und damit partnerschaftlicheres Fahren, senken die Unfallrate, hierbei vor allem die Zahl schwerer Unfälle, und erhöhen nachhaltig die Verkehrssicherheit.

Für alle diese Systeme gilt jedoch, dass sie nur innerhalb der physikalischen Gesetzmäßigkeiten wirksam werden können. Wenn der Fahrer sich falsche Vorstellungen von der Leistungsfähigkeit des Systems macht, eigene Verantwortung an das Gerät abgibt oder gar risikobereiter fährt, kann der erwünschte Sicherheitsgewinn leicht verloren gehen oder ins Gegenteil umschlagen.

Kampagne Fahrer-Assistenz-Systeme

Ablenkung und fahrfremde Tätigkeiten

Konzentration und Aufmerksamkeit hängen auch von der Einrichtung des Fahrerarbeitsplatzes ab. Auf der einen Seite ist es die Ergonomie, die hier entscheidende Vorgaben macht, die die Konstrukteure mehr oder weniger gut umsetzen können. Andererseits entscheidet der Fahrer selbst, wie gut er an seinem Arbeitsplatz arbeiten kann. Dazu gehört, sich nicht durch Arbeitsmaterialien, "wohnliches" Zubehör oder Dekorationsgegenstände die Sicht nach draußen selbst zu verbauen. Potenzielle "Flugobjekte" auf der Armaturentafel und Gepäck auf der Liegefläche müssen weggeräumt oder so gesichert werden, dass sie sich bei Brems- und Lenkmanövern nicht selbstständig machen und als Geschosse durch den Innenraum fliegen können.

Darüber hinaus sollte der Fahrer auf Nebentätigkeiten während der Fahrt (Telefonieren, Karte lesen, Essen und Trinken usw.) verzichten, denn diese lenken ab und senken seine Aufmerksamkeit für die eigentliche Fahrtätigkeit. Ein guter Fahrer wird bei aller Routine immer darauf achten, konzentriert zu fahren, um jederzeit schnell auf wechselnde Situationen reagieren zu können. Völlig tabu müssen all jene Beschäftigungen sein, bei denen der Fahrer den Blick sekundenlang vom Verkehrsgeschehen abwenden würde oder die ihn am schnellen Reagieren (Lenken, Bremsen) hindern.

Fahrsicherheitstrainings

Fast jeder Lkw-Fahrer kennt diese Situation: Er fährt auf nasser Fahrbahn, plötzlich „schwimmt“ der Lkw auf und lässt sich nicht mehr lenken. „Aquaplaning“ nennt sich dieser Effekt, der oft zu Unfällen führt. In der Fahrschule haben die meisten Menschen nicht gelernt, worauf es in dieser Situation ankommt. Und es gibt noch mehr Momente, in denen der Fahrer das Gefühl hat, die Kontrolle über seinen Lkw zu verlieren, und in denen er nicht so recht weiß, was er machen soll. Zum Beispiel, wenn er plötzlich einem Hindernis ausweichen muss.

In einem Fahrsicherheitstraining lernen die Teilnehmer Risiken des Straßenverkehrs besser einzuschätzen und erfahren Strategien zur Gefahrenvermeidung. Praktische Übungen ergänzen dabei die theoretischen Inhalte.

Die BG Verkehr unterstützt Sie bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. Bezuschusst wird ein Training nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. (DVR) von mindestens eintägiger Dauer. Das Angebot gilt sowohl für Unternehmer als auch für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen.

Übersicht der Zuschüsse zu Fahrsicherheitstrainings

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