Auswahl und Qualifikation geeigneter Mitarbeiter

Das Aufgabenspektrum eines Berufskraftfahrers beschränkt sich bei weitem nicht mehr auf seine Tätigkeit hinter dem Steuer. Vielmehr ist er in eine komplexe logistische Dienstleistungsaufgabe eingebunden, die vieles von ihm abverlangt. Um auf dem Logistikmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen verantwortungsvolle und zuverlässige Mitarbeiter. Aber nicht immer ist es für den Unternehmer einfach, sich von der Eignung seiner Fahrer zu überzeugen.

Nach der Unfallverhütungsvorschrift Fahrzeuge (§35 DGUV Vorschrift 70, bisher: BGV D29) sind gewisse Grundforderungen zu beachten, wenn der Unternehmer einen Mitarbeiter mit dem Fahren eines Fahrzeugs beauftragt:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • körperliche und geistige Eignung
  • im Führen des Fahrzeugs unterwiesen
  • Befähigung zum Fahren gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen
  • persönliche Zuverlässigkeit.

Die Eignung zum Fahren wird durch die Fahrerlaubnis der entsprechenden Klasse und durch ärztliche Untersuchungen festgestellt.
Es gibt zum einen Pflicht-Untersuchungen nach dem Fahrerlaubnis-Recht, die zum Erwerb der jeweiligen Fahrerlaubnis durchgeführt werden müssen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch freiwillige arbeitsmedizinische Vorsorge-Untersuchungen (die sogenannte Wunschvorsorge für den Kraftfahrer), z.B. nach G 25, deren sich der Unternehmer bedienen kann, wenn er sich von der Eignung seiner Mitarbeiter überzeugen möchte. Allerdings ist ein unternehmerseitig geforderter ergänzender Eignungsnachweis auf der Grundlage des G 25 nur denkbar, wenn der Unternehmer begründete Zweifel an der Tauglichkeit eines Kraftfahrers hat.

Um europaweit einen einheitlichen Standard in der Ausbildung von Berufskraftfahrern zu schaffen, wurde die EU-Richtlinie 2003/59/EG beschlossen, die durch das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) und die Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV) in deutsches Recht umgesetzt wurde. Kurz gesagt müssen sich Fahrer innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren einer 35-stündigen Weiterbildung unterziehen, in der Themen wie ökonomisches Fahren, Verhalten bei Notfällen und Gesundheitsschutz behandelt werden.

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