Arbeiten in engen Räumen

Tankbegehung

Von einer Tankbegehung spricht man, sobald sich der Kopf des Mitarbeiters innerhalb des Behälters (zum Beispiel eines Flugzeugtanks) befindet. Ein Kraftstoffbehälter darf erst begangen werden, wenn eine schriftliche Beauftragung und Freigabe vorliegt. Diese Freigabe setzt eine atembare Umgebungsluft voraus, das heißt, die Luft im Tank muss sich unterhalb einer klar definierten Gaskonzentration befinden. Das wird sichergestellt durch eine technische Be- und Entlüftung sowie technische und organisatorische Schutzmaßnahmen.

Dabei wird die Begehung i. d. R. in verschiedene Kategorien unterteilt:

  • Kategorie 1: Tankräume mit einem direkten Zugang von Außen, die jedoch auf Grund ihrer geringen Abmessung nicht vollständig, dass heißt mit dem ganzen Körper "begangen" werden können.
  • Kategorie 2: Tankräume, die einen direkten Zugang haben und vollständig "begehbar" sind.
  • Kategorie 3: Hier besteht zusätzlich eine Zugangsmöglichkeit für Hilfspersonal zur Bergung und Versorgung von Mitarbeitern in Notfallsituationen.
  • Kategorie 4: Es besteht keine Zugangsmöglichkeit für Rettungspersonal in Notfällen. Im Ernstfall muss entsprechend einem vorbereiteten und trainierten Verfahren die Tragfläche aufgesägt werden, um die Rettung eines in Not geratenen Beschäftigten zu gewährleisten.

Beschäftigte, die diese Arbeiten in engen Behältern durchführen, müssen regelmäßig medizinisch untersucht werden um die Tauglichkeit festzustellen. Der Mitarbeiter, der den Tank "begeht", ist entsprechend den sicherheitstechnischen Anforderungen mit einer vorschriftsmäßigen Schutzbekleidung auszustatten. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Overall aus antistatischem Material ohne Taschen oder andere hervorstehende Kleidungsteile. Notwendig ist außerdem ein spezieller Schuh, der die "Kletterei" im Tank nicht behindert. Über ein Notfunkgerät oder eine zertifizierte Notsignalanlage wird ständiger Kontakt zur Tankwache aufrechterhalten. Nachdem der Mitarbeiter seine rote Namensflagge am Behältereingang an der vorgesehenen Stelle gesetzt hat und ein weiterer Kollege als "Tankwache" bereitsteht, beginnt die eigentliche Arbeit im Behälter.

In einer Gefährdungsbeurteilung werden organisatorische und technische Schutzmaßnahmen festgelegt, um neben allen Sicherheitsvorkehrungen eine ständige Überwachung und alle Voraussetzungen zur schnellstmöglichen Einleitung einer Rettungskette sicherzustellen.

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