Psychische Belastungen

Arbeit ist eine wichtige Voraussetzung für unsere psychische Gesundheit: Sie ernährt und beschäftigt uns, gibt uns Struktur und regelmäßigen sozialen Austausch. Im besten Fall können wir bei der Arbeit Fähigkeiten und Kompetenzen weiterentwickeln. Auf der anderen Seite können Tätigkeiten aber auch ungünstig gestaltet oder organisiert sein und auf Dauer der Gesundheit schaden.

In vielen Branchen der BG Verkehr ist z. B. die Arbeitszeit eine zentrale psychische Belastung. Ungünstige Arbeitszeiten, kurzfristige Arbeitseinsätze und wenig Mitsprache bei der Schichtplanerstellung können sich auf die Beschäftigten und ihre Gesundheit negativ auswirken.

Weitere Belastungsfaktoren sind beispielsweise ständiger Zeitdruck, fehlende Informationen, unergonomische Arbeitsmittel, ungünstige Arbeitsabläufe und Bedrohungen durch Kunden, die sich langfristig negativ auf die Psyche auswirken können.

Mit einer „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ werden kritische Faktoren im Arbeitshandeln identifiziert. Erfragt werden dabei Aspekte der Arbeitsaufgabe, der Arbeitsorganisation, der sozialen Beziehungen, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel. Aus den Ergebnissen lassen sich dann Gestaltungsmöglichkeiten ableiten, um psychische Belastungen zu reduzieren oder positive Aspekte (Ressourcen) zu schaffen. So lassen sich u.a. Arbeitsabläufe verbessern, Arbeitsmittel und Software austauschen, der Informationsfluss und die Kommunikation neu gestalten oder deeskalierendes Verhalten trainieren.

Beim Thema Psychische Belastungen geht es weder direkt um die Psyche einzelner Personen noch um ausschließlich negative Aspekte, die man schnell mit dem Wort Belastung assoziiert. Gemeint sind vielmehr Aspekte der Tätigkeit, die einen positiven oder negativen Einfluss auf die psychische oder körperliche Gesundheit der Beschäftigten haben können. Es geht also vielmehr um die Arbeitsbedingungen und nicht um die psychische Verfassung des Einzelnen.

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