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Gefahrklassen und Gefahrtarif

Das Unfallrisiko ist in den Branchen, die bei der BG Verkehr versichert sind, unterschiedlich hoch. Unternehmen mit einer ähnlichen Gefährdung werden zu Risikogemeinschaften zusammengefasst, die einer Gefahrklasse zugeordnet sind. Die einzelnen Gefahrklassen stellt die BG Verkehr in einem Gefahrtarif zusammen, der als Grundlage für die Beitragsberechnung dient. Der Gefahrtarif wird alle sechs Jahre von der Vertreterversammlung festgesetzt. Der neue 24. Gefahrtarif gilt ab dem 1. Januar 2011 für Unternehmen aus dem Zuständigkeitsbereich der ehemaligen Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen. Er ersetzt den bis zum 31.12.2010 geltenden 23. Gefahrtarif.

 

Gefahrtarif vereinfacht

Mit dem 24. Gefahrtarif werden die Entgeltmeldungen für Unternehmer und Steuerberater erheblich vereinfacht. Vor allem die Abgrenzung zwischen den kaufmännischen und technischen Gewerbszweigen hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Verständnisschwierigkeiten und Widersprüchen geführt. Deshalb wurden die ehemaligen Gewerbezweige 510 (Kaufmännischer und verwaltender Teil) und 511 (Personen mit Außendienst) in die technischen Gefahrtarifstellen integriert. Die bisherigen 39 Gewerbezweige wurden gleichzeitig auf 11 neue Gefahrtarifstellen reduziert. Das geringere Unfallrisiko der bisherigen kaufmännischen Gewerbezweige wurde auf diese 11 Gefahrtarifstellen verteilt. Das führte insgesamt zu einem Absinken der neuen Gefahrklassen.

 

 

Häufig gestellte Fragen zum 24. Gefahrtarif

Weshalb wurde ein neuer Gefahrtarif aufgestellt?

Die Berufsgenossenschaft ist verpflichtet, den Gefahrtarif spätestens alle 6 Jahre neu aufzustellen. Der 23. Gefahrtarif der BG Verkehr ist seit dem 01.01.2005 in Kraft. Er läuft daher turnusmäßig zum 31.12.2010 aus.

 

Warum wurden die Gewerbezweige "kaufmännischer und verwaltender Teil" und "Personen mit Außendienst" aufgelöst?

Die Praxis der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten bei der Zuordnung der Arbeitsentgelte zu den Gefahrtarifstellen hatten. Die bestehenden Regelungen führten zu Problemen bei der Veranlagung und Beitragsberechnung. Teilweise waren eine ganze Reihe von Gefahrtarifstellen in der Personalsoftware zu hinterlegen, um die DEÜV-Meldungen an die Einzugsstellen absetzen zu können. Durch den Wegfall der kaufmännischen Gewerbezweige ist für viele Unternehmen zukünftig nur noch eine Gefahrtarifstelle in der Personalsoftware erforderlich.

 

Wird mein Beitrag durch den Wegfall der kaufmännischen Gewerbszweige ansteigen?

Das ist grundsätzlich nicht der Fall. Der Wegfall der kaufmännischen Gewerbezweige wird dadurch kompensiert, dass die Gefahrklassen der technischen Gefahrtarifstellen ermäßigt werden konnten.

 

Was muss ich als Unternehmer veranlassen?

Ab dem 1. Januar 2011 müssen die neuen Gefahrtarifstellen im Personalstamm des Lohnbuchhaltungs-/Personalsystems übertragen werden. Die Bescheide über die neue Veranlagung werden Anfang Januar 2011 von der BG Verkehr an alle Unternehmen versandt. Erledigt ein Steuerberater die DEÜV-Meldungen für Sie, leiten Sie bitte die Informationen über den neuen Gefahrtarif an ihn weiter.

 

Wirkt sich der neue Gefahrtarif sofort auf die zu zahlenden Vorschüsse und Beiträge aus?

Nein. Bislang wurden (neben Beiträgen für bereits abgelaufene Jahre) nur Beitragsvorschüsse für das Jahr 2010 berechnet. Der neue Gefahrtarif wirkt sich erstmalig auf die Beitragsvorschüsse für das Jahr 2011 aus, die erst im April 2011 berechnet werden.

 

Wird mein Beitrag geringer, weil die neue Gefahrklasse niedriger ist?

Da die Gefahrklasse nur ein Faktor der Beitragsberechnung ist, kann diese Frage im Vorfeld nicht beantwortet werden. Auch die anderen Faktoren (Beitragsfuß, Höhe der Entgelte/Versicherungssummen und Zuordnung der Entgelte zu den Gefahrtarifstellen) haben Einfluss auf die Beitragshöhe, sind aber erst nach Ablauf eines Geschäftsjahres bekannt.

 

Bei Büroarbeiten passiert doch kaum ein Unfall. Ist es nicht ungerecht, wenn die kaufmännische Tarifstelle in die Gefahrtarifstelle für technische Tätigkeiten eingerechnet wird?

Nein, da sowohl die Arbeitsentgelte als auch die (geringen) Entschädigungsleistungen aus den kaufmännischen Bereichen auf die technischen Gefahrtarifstellen aufgeteilt wurden.

 

Ich bin Taxiunternehmer und verstehe gar nicht, was diese Information soll. Ich habe doch immer nur eine Gefahrtarifstelle angegeben.

Wenn Sie bislang nur in einer Gefahrtarifstelle Entgelte gemeldet haben, ändert sich für Sie unter Umständen nichts. Bitte kontrollieren Sie Anfang des Jahres nach Erhalt Ihres Veranlagungsbescheides nur, ob sich bei Ihnen die Nummer der Gefahrtarifstelle geändert hat.   

 

Ich habe einen Kurierdienst. Wo muss ich nach dem neuen Gefahrtarif die Entgelte der Halbtagskraft angeben, die meine Büroarbeiten erledigt?

Bitte melden Sie die Entgelte der Halbtagskraft künftig, d.h. für die Jahre ab 2011, in der Gefahrtarifstelle 550.

 

Ist es nicht ungerecht, wenn Sie die Gewerbezweige einfach in Risikogemeinschaften zusammenpacken? Die Unternehmen mit höherem Unfallrisiko zahlen dann doch weniger.

Das Bilden von Risikogemeinschaften ist Ausfluss des Solidaritätsprinzips (Verteilung des Risikos auf "viele Schultern"). Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. 

Natürlich dürfen die Risiken innerhalb einer Gefahrtarifstelle nicht zu sehr voneinander

abweichen, damit keine unverhältnismäßige Bevor- oder Benachteiligung einzelner

Gewerbegruppen entsteht.

 

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