Erst gurten, dann starten
Der Sicherheitsgurt hat nach Meinung von Experten mehr als einer Million Menschen das Leben gerettet und ist nach wie vor Lebensretter Nummer 1. Unfallauswertungen weisen jedoch darauf hin, dass die Anschnallpflicht nicht ernst genug genommen wird.
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Diese Einschätzung trafen Verkehrsexperten, die im Oktober auf dem Forum "Sicherheit und Mobilität" des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zusammentrafen. Dem Symposium in den Räumen der BG Verkehr in Hamburg war eine Abfrage bei den Bundesländern zum Unfallgeschehen vorausgegangen. Sie hatte ergeben, dass in den zehn Bundesländern, die Unfallzahlen lieferten, durchschnittlich knapp 20 Prozent der im Straßenverkehr getöteten Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt waren. Die Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg führte anlässlich des Forums außerdem eine hamburgweite Gurtanlegekontrolle durch. Das Ergebnis: Bei 274 angehaltenen Fahrzeugen wurden 103 Verstöße gegen die Anschnallpflicht geahndet. Ein Thema war auch das Nicht-Angurten bei vielen Lkw-Fahrern. Die Anlegequote hat sich in den vergangenen Jahren auf knapp über 50 Prozent erhöht.
Die Experten halten die Ergebnisse für alarmierend. Technische Systeme wie der Seat Belt Reminder (visueller oder akustischer Angurt-Erinnerer) sollten deshalb nicht nur auf den Fahrersitz beschränkt bleiben. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer auch auf den Rücksitzen und mehr Benutzerfreundlichkeit bei der Gurt/Sitz-Kombination wären erforderlich. Zudem seien Systeme zu erörtern, die automatisch beim Nicht-Angurten bestimmte Funktionen des Fahrzeuges blockierten.]




