Für Unternehmen der Sparte Post, Postbank, Telekom

Die Verantwortung trägt der Unternehmer

Der Unternehmer ist dafür verantwortlich, dass nach einem Unfall unverzüglich Erste Hilfe geleistet wird. Er hat u. a. das dafür nötige Personal zur Verfügung zu stellen (DGUV Vorschrift 1 § 2 und § 24). Dazu meldet das Unternehmen die Ersthelfer zur Schulung bei entsprechend qualifizierten Anbietern (z. B. DRK, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst) an. Die Beschäftigten stellt er für die Dauer einer Erste-Hilfe-Schulung frei und erstattet die anfallenden Fahrtkosten.

Wie viele Beschäftigte müssen in Erster Hilfe ausgebildet sein?

Wichtig ist, dass im Notfall zu jeder Zeit mindestens ein Ersthelfer vor Ort verfügbar ist. Die genaue Zahl richtet sich nach der Art und Schwere der Gefährdung in einer Betriebsstätte, resultierend aus der Gefährdungsbeurteilung. Als Berechnungsgrundlage dient weiterhin die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten in einem überschaubaren Gebäudeteil.

Nach DGUV Vorschrift 1, § 26 sind das:
Bei zwei bis zu 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer.
Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten

  • In Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5%
  • In sonstigen Betrieben 10%

In welchem zeitlichen Abstand muss ausgebildet werden?

Seit 01. April 2015 ist die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung neu geregelt.
Statt umfangreicher theoretischer Wissensvermittlung stehen jetzt praktische Übungen im Vordergrund. Außerdem wurden die Zeitanteile für die Erste-Hilfe- Aus- und Fortbildung vereinheitlicht:

Begonnen wird mit einer Erste-Hilfe-Ausbildung (1 Tag). Danach folgt im 2-Jahres-Rhythmus die Auffrischung der Kenntnisse mit einem ebenfalls 1-tägigen Erste-Hilfe-Training. Sind seit der letzten Schulung mehr als 2 Jahre vergangen, sollte erneut eine Erste-Hilfe-Ausbildung besucht werden, um für den Ernstfall hinreichend qualifiziert zu sein.

Wer darf Ersthelfer ausbilden?

Alle vom Unfallversicherungsträger ermächtigten Stellen dürfen Ersthelfer ausbilden. Dazu gehören selbstverständlich alle Hilfsorganisationen, wie Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. Daneben gibt es eine Vielzahl freier Anbieter.

Eine Liste aller ermächtigten Stellen finden Sie auf der Internetseite der Qualitätssicherungsstelle "Erste Hilfe" der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft.

www.bg-qseh.de

Wie ist bei der Anmeldung eines Ersthelfers zur Schulung zu verfahren?

  1. Der Mitarbeiter (oder die Personalstelle) wendet sich direkt vor Ort an eine Hilfsorganisation (DRK, Johanniter etc.) oder eine andere ermächtigte Stelle und vereinbart einen Termin zur Schulung.
  2. Wichtig ist dabei, dass er sich zu einer Schulung für betriebliche Ersthelfer anmeldet und angibt, dass über die BG Verkehr abgerechnet wird.
  3. Daraufhin wird ihm von der ausbildenden Stelle das Formblatt „Anmeldung und Bestätigung der Teilnahme“ zugeschickt .
  4. Auf diesem Formblatt bitte eintragen:
    • Anschrift des Unternehmens und mit Datum, Unterschrift und ggf. Stempel bescheinigen.
    • im Feld „Zuständiger Unfallversicherungsträger“ bitte eintragen: BG Verkehr, Außenstelle Darmstadt, Mina-Rees-Str. 8, 64295 Darmstadt
    • die Mitgliedsnummer des Unternehmens, ggf. beim Service-Center der Sparte Post, Postbank, Telekom erfragen (Telefon: 07071 933-0, E-Mail: tuebingen@bg-verkehr.de)
  5. Mit dem so ausgefüllten Formblatt geht der Mitarbeiter zur Erste-Hilfe-Schulung.
  6. Dieses Vorgehen ersetzt das Ausstellen einer Kostenübernahmeerklärung, die von der BG Verkehr im Vorfeld nicht versandt wird. Auch Gutscheine werden nicht benötigt und nicht ausgestellt, da die Hilfsorganisationen direkt mit der BG Verkehr abrechnen.
  7. Bevor der nun ausgebildete Ersthelfer im Betrieb eingesetzt werden kann, muss er zunächst noch formlos vom Arbeitgeber/Personalstelle benannt werden.

Das Formblatt "Anmeldung und Bestätigung der Teilnahme" kann auf der Internetseite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) heruntergeladen werden.

Zum Download des Formulars

Wer trägt die Kosten für die Aus- und Fortbildung der Ersthelfer und wie wird abgerechnet?

Die BG Verkehr als zuständiger Unfallversicherungsträger übernimmt die Schulungskosten. Die zwischen Unfallversicherungsträgern und Hilfsorganisationen ausgehandelten Pauschbeträge betragen jetzt einheitlich für die Erste-Hilfe-Ausbildung sowie für die Erste-Hilfe-Fortbildung

  • 01.01.2017 – 31.12.2017 30,75 €

Nach erfolgter Erste-Hilfe-Aus- oder Fortbildung wird von der ausbildenden Stelle die Rechnung direkt an die BG Verkehr geschickt und dort beglichen. Wird die Rechnung mit Teilnahmebescheinigung doch einmal versehentlich an das Unternehmen geschickt, so kann beides kommentarlos an die BG Verkehr weitergeleitet werden. Weder das Unternehmen noch die Mitarbeiter müssen in Vorlage treten. Das Unternehmen zahlt lediglich die Reisekosten und stellt die Beschäftigten für die Dauer der Aus- bzw. Fortbildung frei. Stornogebühren für kurzfristige Ausfälle gemeldeter Teilnehmer können von der BG Verkehr leider nicht übernommen werden.

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