Zuerst zum Durchgangsarzt

Grundsätzlich gilt: Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall müssen Verletzte einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unsere Versicherten schnell die bestmögliche Behandlung erhalten.

Durchgangsärzte sind Fachärzte für Chirurgie oder Orthopädie mit besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Unfallmedizin. Sie müssen neben der erforderlichen personellen, räumlichen und medizinisch-technischen Praxisausstattung eine ständige unfallärztliche Bereitschaft gewährleisten.

Sie führen die fachärztliche Erstversorgung durch und entscheiden, ob eine Weiterbehandlung durch den Hausarzt ausreicht oder ob eine fachärztliche Behandlung notwendig ist. Die kann der D-Arzt selbst durchführen oder die Überweisung an weitere Fachärzte oder in eine entsprechend ausgestattete Klinik veranlassen. Das Ergebnis seiner Untersuchung hält er in einem Bericht (D-Bericht) fest.

Im Notfall ist natürlich eine schnelle medizinische Hilfe wichtig und es kann nach einem Arbeitsunfall jeder Arzt aufgesucht werden. Wer nach einem Arbeitsunfall jedoch länger als eine Woche behandelt wird oder auch am Tag nach dem Unfall noch arbeitsunfähig ist, muss zum Durchgangsarzt überwiesen werden. Auch wenn Heil- oder Hilfsmittel verordnet werden müssen oder es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt, muss der Verletzte einen D-Arzt aufsuchen.

Bei der Suche nach einem D-Arzt in der Region des Verletzten hilft die Durchgangsarzt-Datenbank der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Das Verzeichnis listet die mehr als 3.800 niedergelassenen sowie an Krankenhäusern und Kliniken tätigen Ärzte auf, die in das D-Arzt-Verfahren vertraglich eingebunden sind. 
Zum D-Arzt-Verzeichnis

Besondere Behandlung von schweren und schwersten Verletzungen

Neben dem D-Arzt-Verfahren gibt es im Rahmen der besonderen berufsgenossenschaftlichen Heilbehandlung auch das Verletztenartenverfahren, das Schwerstverletztenartenverfahren und ein besonderes Verfahren bei Augen-, Hals-, Nasen- und Ohren-Verletzungen.

Nach dem Verletztenartenverfahren und dem Schwerstverletztenverfahren müssen Versicherte mit besonders schweren und schwersten Verletzungen sofort in ausgewählten und zugelassenen Krankenhäusern oder in speziellen berufsgenossenschaftlichen Einrichtungen behandelt werden. Die Zuweisung nach dem Verletzungsartenverzeichnis nehmen die örtlich zuständigen Rettungsleitstellen vor oder bei der Selbsteinweisung die in der Notaufnahme tätigen D-Ärzte.

Versicherte mit alleinigen Augen- oder HNO-Verletzungen müssen nicht erst einen D-Arzt aufsuchen, sondern können sich gleich dem jeweiligen Facharzt vorstellen. Dieser entscheidet dann, ob eine allgemeine Behandlung ausreicht oder eine besondere Heilbehandlung angezeigt ist.

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