Sicheres Fahren

Wie in PKW gilt auch in Reisebussen für das Fahrpersonal und die Fahrgäste Gurtpflicht.

Sicherheitsgurt im Reiseverkehr

„Vorgeschriebene Sicherheitsgurte müssen während der Fahrt angelegt sein“, heißt es in § 21 a der Straßenverkehrsordnung (StVO). Ausnahmen gibt es z. B. für Servicekräfte oder Begleitpersonal für besonders betreuungsbedürftige Personengruppen.

Abstand halten und angepasste Geschwindigkeit

Mit der richtigen, d. h. angepassten Geschwindigkeit halten Sie sich unterwegs den notwendigen Handlungsspielraum frei. Wer dort, wo ein anderer mit 80 km/h unterwegs ist, das Tempo nur um 10 km/h reduziert, verringert seinen Anhalteweg um 12 Meter. Dort, wo der langsamere Fahrer, die langsamere Fahrerin bereits steht, ist der bzw. die andere noch mit mehr als 40 km/h unterwegs. Fährt ein Bus mit dieser Geschwindigkeit auf einen stehenden Pkw auf, haben dessen Insassen keine Überlebenschance.

Eine ähnlich fatale Wirkung kann es haben, den Abstand zu verkürzen: Wer bei Tempo 80 statt 50 m nur 20 m Abstand zu einem vorausfahrenden Pkw hält, riskiert im ungünstigen Fall einen Auffahrunfall mit 44 km/h, wenn der Pkw plötzlich eine Vollbremsung durchführt. So entspricht es durchaus den Regeln der Fahrphysik, wenn der Gesetzgeber auf Autobahnen für Fahrzeuge über 3,5 t bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h einen Mindestabstand von 50 m vorschreibt.

Fahrer-Assistenz-Systeme (FAS)

Fahrer-Assistenz-Systeme bieten einen Gewinn an Sicherheit. Sie lassen kritische Situationen entweder gar nicht entstehen oder helfen dem Fahrer, sie zu bewältigen. Sie ermöglichen ein entspannteres und damit partnerschaftlicheres Fahren, senken die Unfallrate, vor allem die Zahl schwerer Unfälle, und erhöhen nachhaltig die Verkehrssicherheit.

Für alle diese Systeme gilt jedoch, dass sie nur innerhalb der physikalischen Gesetzmäßigkeiten wirksam werden können. Wenn das Fahrpersonal sich falsche Vorstellungen von der Leistungsfähigkeit des Systems macht, eigene Verantwortung an das Gerät abgibt oder gar risikobereiter fährt, kann der erwünschte Sicherheitsgewinn leicht verloren gehen oder in das Gegenteil umschlagen.

Wichtige Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kampagne "SICHER. FÜR DICH. FÜR MICH."

Ablenkung und fahrfremde Tätigkeiten

Konzentration und Aufmerksamkeit hängen auch von der Einrichtung des Fahrerarbeitsplatzes ab. Auf der einen Seite ist es die Ergonomie, die hier entscheidende Vorgaben macht, die die Konstrukteure mehr oder weniger gut umsetzen können. Andererseits entscheidet das Fahrpersonal selbst, wie gut es an seinem Arbeitplatz arbeiten kann. Dazu gehört, sich nicht durch Arbeitsmaterialien, "wohnliches" Zubehör oder Dekorationsgegenstände die Sicht nach draußen selbst zu verbauen. Potenzielle "Flugobjekte" auf der Armaturentafel sowie Gepäck müssen weggeräumt oder so gesichert werden, dass sie sich bei Brems- und Lenkmanövern nicht selbstständig machen und als Geschosse durch den Innenraum fliegen können.

Darüber hinaus sollte das Fahrpersonal auf Nebentätigkeiten während der Fahrt (Telefonieren, Karte lesen, Essen und Trinken usw.) verzichten, denn dies kommt ihrer Aufmerksamkeit zugute. Ein guter Fahrer, eine gute Fahrerin wird bei aller Routine immer darauf achten, konzentriert zu fahren, um jederzeit schnell auf wechselnde Situationen reagieren zu können. Völlig tabu müssen all jene Beschäftigungen sein, bei denen das Fahrpersonal den Blick sekundenlang vom Verkehrsgeschehen abwenden würde oder die es am schnellen Reagieren (Lenken, Bremsen) hindern. Hierzu zählen z. B. Karte lesen, Kaffee trinken, Reiseführertätigkeit oder im Linienbus während der Fahrt kassieren.

Fahrsicherheitstrainings

Fast jeder Busfahrer, jede Busfahrerin kennt diese Situation: Er, sie fährt auf nasser Fahrbahn, plötzlich „schwimmt“ der Bus auf und lässt sich nicht mehr lenken. „Aquaplaning“ nennt sich dieser Effekt, der oft zu Unfällen führt. In der Fahrschule haben die meisten Menschen nicht gelernt, worauf es in dieser Situation ankommt. Und es gibt noch mehr Momente, in denen das Fahrpersonal das Gefühl hat, die Kontrolle über ihren Bus zu verlieren, und in denen es nicht so recht weiß, was es machen soll. Zum Beispiel, wenn es plötzlich einem Hindernis ausweichen muss.

In einem Fahrsicherheitstraining lernen die Teilnehmer Risiken des Straßenverkehrs besser einzuschätzen und erfahren Strategien zur Gefahrenvermeidung. Praktische Übungen ergänzen dabei die theoretischen Inhalte.

Die BG Verkehr unterstützt Sie bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. Bezuschusst wird ein Training nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates e.V. (DVR) von mindestens eintägiger Dauer. Das Angebot gilt sowohl für Unternehmer als auch für Mitarbeiter unserer Mitgliedsunternehmen.

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