Umgang mit Betriebsstoffen und Reinigungsmitteln

Betrieb und Pflege eines Fahrzeuges kann mit dem Umgang mit Gefahrstoffen verbunden sein. Das Nachfüllen von Schmier- und Betriebsstoffen und die Reinigung von Fahrzeugen bzw. Fahrzeugteilen kann es mit sich bringen, dass Sie ungewollten Hautkontakt mit schädlichen Flüssigkeiten bekommen, oder dass Sie ungesunde Dämpfe einatmen.

Tanken

Umgang mit Dieselkraftstoff ist für Sie Routine. Wahrscheinlich tragen Sie einen Dieselhandschuh beim Tanken - entweder von der Tankstelle oder Sie haben einen eigenen, den Sie regelmäßig austauschen.
Falls Sie keinen tragen: Diesel riecht nicht nur unangenehm lange auf der Haut, sondern ist auch ein gesundheitsschädlicher Gefahrstoff, der bei wiederholtem Kontakt zu Hautekzemen führen kann. Und eine krebserzeugende Wirkung ist zwar (noch) nicht bewiesen, wird jedoch nicht ausgeschlossen. Daher gilt:  Diesel, der auf die Haut gelangt, sollte immer umgehend abgewaschen werden.

Innenreinigung: Cockpit-Spray und Co.

Für alle Hilfsmittel zur Reinigung des Führerhauses gilt: Lesen Sie das Kleingedruckte und nehmen Sie es ernst. Die Hersteller sind verpflichtet, Hinweise zur sicheren Anwendung zu geben. Benutzen Sie Handschuhe, wenn dies gefordert wird. Lassen Sie beide Türen aufstehen, wenn gute Lüftung bei der Anwendung empfohlen wird. Nur ein Fenster runterzulassen ist zu wenig. Und lüften Sie mehrere Minuten nach, mindestens bis kein Geruch mehr feststellbar ist. Vermeiden Sie Produkte, die mit „Nano-Effekt“-Versprechungen versehen sind. Erstens sind meist doch keine Nanoteilchen (mikroskopisch kleine Teilchen, die sich an Oberflächen anhaften sollen und das Verschmutzungsverhalten verändern sollen) enthalten und der gewünschte Effekt bleibt sowieso aus. Und zweitens – wenn sie doch enthalten sind – sind sich Arbeitsschützer einig, dass Nano-Teilchen sicherheitshalber nicht in Sprays gehören. Das Verhalten von eingeatmeten Teilchen im Körper ist noch wenig erforscht. In diesem Sinne gilt auch: Bitte überlegen Sie immer, ob Sie Ihr Ziel nicht auch z.B. mit Wasser, Neutralseife und Schwamm erreichen könnten! Und natürlich gilt immer, dass Sie bei der Anwendung von Sprays nie rauchen dürfen!

Außenreinigung: Wenn Sie selber anpacken

Die manuelle Außenreinigung gehört meist nicht zu Ihren Aufgaben. Sollten Sie doch mit anpacken: Waschwasser, auch in Hochdrucklanzen, ist oft aufbereitetes Wasser. Sie merken es meist am Geruch. Wenn Sie damit nach oben spritzen ist der niederkommende Nieselregen oft eine unhygienische Bakterienbrühe, vor der Sie sich, z.B. mit Mütze, Schürze und Handschuhen schützen sollten. Anschließend müssen Sie unbedingt die Hände waschen.
In einigen Fällen können herumstehende Kübel – mit Waschlösung und Bürste darin – Gefahrstoffe enthalten. Vor allem wenn sie zur Felgenreinigung dienen, sind oft verdünnte Säuren enthalten, die reizend oder sogar ätzend auf die Haut wirken. Überlassen Sie den Umgang damit besser den Fachkräften aus der Waschanlage, die die richtige Schutzkleidung tragen und wissen was in den Behältern enthalten ist.

DGUV Information 214-020 (bisher: BGI 5025), Fahrzeugaufbereitung

Stickstoff-Inertisierung / Tankreinigung

(wird hier neu zu Umgang mit Betriebsstoffen und Reinigungsmitteln zugeordnet)
Speziell beim Transport schüttfähiger und flüssiger Güter in Silo- und Tankfahrzeugen kann es sowohl bei der Reinigung als auch beim Öffnen der Silos oder Tanks zu Gefährdungen, etwa durch Restprodukte (Gefahrgut), aber auch durch eine Inertisierung der Silos mit Stickstoff (Erstickungsgefahr) kommen.
Links weitere Informationen:

DGUV Information 214-029 (bisher: BGI 5091-1), "Sicheres Arbeiten bei der Tankfahrzeug-Innenreinigung

DGUV Information 214-029 (bisher: BGI 5091-2), "Sicherheits-Check Tankfahrzeug-Innenreinigung"

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