Arbeitssichere Fahrzeuge und deren Benutzung

Die Arbeitssicherheit von Fahrzeugen ist eine wesentliche Voraussetzung für ein unfallfreies Arbeiten.

Deshalb beinhaltet die UVV "Fahrzeuge" (DGUV Vorschrift 70, bisher: BGV D29) wichtige Forderungen und Hinweise, die sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Benutzung der Fahrzeuge zu beachten sind. Dies soll an Hand folgender Beispiele erläutert werden.

Aufstiege und Leitern

Sturzunfälle beim Auf- und Absteigen sind der Unfallschwerpunkt beim Arbeiten an Fahrzeugen. Dabei spielt nicht nur die Gestaltung der Leitern und Aufstiege sondern auch deren bestimmungsgemäße Benutzung eine entscheidende Rolle.
Bei Fahrzeugaufbauten, die betriebsmäßig begangen werden müssen (z.B. Ladeflächen, Laufstege), müssen rutschsichere Aufstiege mit griffgünstig angebrachten Handgriffen vorhanden sein. Die erforderlichen Abmessungen findet man im Anhang 2 der UVV "Fahrzeuge" DGUV Vorschrift 70 (bisher: BGV D29).

Was ist bei der Benutzung zu beachten:

  • Springen Sie nie vom Fahrzeug!
  • Das Auf- und Absteigen über Reifen, Felgen oder Radnaben ist gefährlich.
  • Benutzen Sie am Fahrzeug vorhandene Aufstiege und Haltegriffe!
  • Vorwärts einsteigen – rückwärts aussteigen!

Falls erforderlich, führen Sie Leitern mit rutschsicheren Leiterfüßen mit. Anlegeleitern sind erfahrungsgemäß ausreichend lang, wenn zum Erreichen der höchsten Arbeitsposition die obersten vier Sprossen nicht bestiegen werden müssen.

Was ist bei der Benutzung zu beachten:
Stellen Sie Anlegeleiter im richtigen Anstellwinkel (ca. 65° bis 75°) auf.
Sichern Sie die Leiter in geeigneter Weise (z. B. mittels Einhängevorrichtung oder Gurt) gegen Wegrutschen bzw. Umkippen.

Arbeitsplätze auf Fahrzeugen

Außen liegende Laufstege, Standflächen und Arbeitsbühnen auf Fahrzeugen sind der Witterung ausgesetzt und können nicht immer sauber gehalten werden. Deshalb müssen sie aus rutschhemmenden Rosten bestehen. Selbstverständlich müssen sie der Arbeitsaufgabe entsprechend dimensioniert sein, sonst tritt man schnell daneben.
Liegen die Arbeitsplätze 2 m oder mehr über dem Boden müssen sie mit mindestens 1 m hohen Geländern ausgerüstet sein. Für Autotransporter können auch Absturzsicherungen aus Seilen verwendet werden.
Die erforderlichen Abmessungen findet man im Anhang 2 der UVV „Fahrzeuge“ DGUV Vorschrift 70, bisher: BGV D29.

Was ist bei der Benutzung zu beachten:
Halten Sie sich nur auf den dafür vorgesehenen Flächen auf.

Bewegliche Aufbauteile

Bewegliche Aufbauteile werden dann gefährlich, wenn sie sich zu einem Zeitpunkt in Bewegung setzen, zu dem man nicht damit rechnet. Starker Wind kann Türen zuschlagen lassen. Klappen können zufallen, wenn Gasdruckfedern versagen. Spannhebel können schlagartig ihre Energie freigeben. Deshalb müssen bewegliche Aufbauteile gegen unbeabsichtigte Bewegungen gesichert werden können.
Was ist bei der Benutzung zu beachten:

Die Sicherungen gegen unbeabsichtigte Bewegung von Fahrzeugteilen sind bestimmungsgemäß einzulegen.
Wenn sich jemand betriebsmäßig auf oder unter einen angehobenen Aufbau, z.B. zum Be- und Entladen, begeben muss, müssen diese Sicherungen selbsttätig wirken. Durch das erhöhte Risiko kann man in diesem Fall die Sicherung nicht alleine den Benutzer überlassen.

Details zu diesen Sicherungen finden Sie in § 22 UVV "Fahrzeuge" DGUV Vorschrift 70 (bisher: BGV D29).
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