Prüfung von Fahrzeugen

Fahrzeuge und deren Aufbauten unterliegen wie alle anderen Arbeitsmittel einem gewissen Verschleiß. Wird dieser zu groß, drohen Teile zu brechen, zu platzen oder abzureißen. Sicherheitseinrichtungen versagen. Teile, die selten genutzt werden, können korrodieren und im Bedarfsfall nicht funktionieren. Hin und wieder werden Teile, die für die Sicherheit wichtig sind, beschädigt, abgebaut und nicht ersetzt. All dies gilt es, bei einer Prüfung festzustellen, damit die Verantwortlichen die erforderliche Mängelbeseitigung veranlassen können.

Jeder Fahrer ist gefordert, vor Antritt einer Fahrt eine Sicht- und Funktionsprüfung (laut BGG 915 - Prüfung von Fahrzeugen durch Fahrpersonal) durchzuführen. Dabei geht es in erster Linie um augenfällige Mängel.

Die Einschätzungen der Fahrer über ihre Fahrzeuge genügen alleine nicht. Von Zeit zu Zeit muss sich ein Fachmann die Fahrzeuge ansehen. Regelmäßig prüfen Sachverständige die Fahrzeuge im Rahmen der Hauptuntersuchungen. Zusätzlich fallen bei bestimmten Fahrzeugen Sicherheitsprüfungen an, die ebenfalls Sachverständige oder anerkannte Werkstätten erledigen. Diese Prüfungen der Fahrzeuge nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) dienen alleine der Feststellung des verkehrssicheren Zustandes. Ein Check auf arbeitssicheren Zustand findet bei den amtlichen Prüfungen nicht statt. Deshalb ist es erforderlich, dass Fahrzeuge bei Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, durch einen Sachkundigen/eine befähigte Person zusätzlich auf ihren arbeitssicheren Zustand geprüft werden. Um die tatsächlich erforderlichen Prüffristen festlegen zu können, sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Wie und wo wird das Fahrzeug eingesetzt?
  • Wie gehen die Mitarbeiter mit dem Fahrzeug um?
  • Wie häufig treten Mängel und Beschädigungen auf?

Häufig führen Fahrzeuge, die die letzte Hauptuntersuchung nicht überstanden haben, auf Betriebshöfen, in Kiesgruben oder Steinbrüchen sowie auf größeren Baustellen ein Schattendasein. Vielfach vertreten die Verantwortlichen die Meinung: Ist ein Fahrzeug nicht mehr zugelassen bzw. braucht es gar keine Zulassung, so braucht es nicht geprüft zu werden. Nur sollte man beim Bremsen eines solchen Fahrzeuges ins Leere treten oder beim Aufsteigen mit samt dem Aufstieg zu Boden stürzen, so hat das üblicherweise fatale Folgen. Daher versteht es sich von selbst, dass auch diese Fahrzeuge bedarfsgerecht gemäß § 57 DGUV Vorschrift 70 (BGV D29) auf betriebssicheren Zustand zu prüfen sind.

Zur DGUV Vorschrift 70, Fahrzeuge (bisher: BGV D29)

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