Kontrollen entlasten Vorgesetzte und Mitarbeiter

Wenn es zu einem Arbeitsunfall kommt, muss oft ermittelt werden, ob alle Pflichten im Arbeitsschutz erfüllt wurden. Anweisungen zu geben ist nicht genug - ihre Einhaltung muss immer wieder kontrolliert werden.

Täglicher Rundgang

Unternehmer und Vorgesetzte müssen sich davon überzeugen, dass ihre Anweisungen entsprechend eingehalten werden. Dies kann z.B. gewährleistet werden, wenn der Unternehmer darauf achtet, ob die Beschäftigten Warnweste und Schutzschuhe tragen. Es sollte auch kontrolliert werden, ob die Ladungssicherung in angemessener Weise angewendet wird, und ob die Fahrer bei der Fahrt ihren Sicherheitsgurt benutzen. Bei An- und Abkuppelvorgängen sollte der Vorgesetzte ein Auge darauf haben, ob der Fahrer den Vorgang fachgerecht abwickelt oder ob noch Schulungsbedarf besteht. Dabei besteht auch die Gelegenheit, mit dem Fahrer unkompliziert ins Gespräch zu kommen, evtl. Hilfestellung zu geben und zu hören, wo sicherheitstechnisch "der Schuh drückt".

Sind Arbeitsabläufe praktikabel?

Bei einem solchen täglichen Rundgang kann sich der Verantwortliche auch davon überzeugen, ob die angewendeten Arbeitsverfahren tatsächlich praktikabel sind und der vorliegenden Gefährdung in angemessener Weise Rechnung getragen wird. Eine solche Kontrolle ist wichtig, da sich häufig die Arbeitsabläufe (Kommissionieren, Be- und Entladen etc.) nach den Kundenwünschen ausrichten und aus diesem Grunde immer wieder Veränderungen unterworfen sind.

Der Vorgesetzte ist in der Pflicht

Die Vorgesetztenpflichten sind Bringpflichten. Der Vorgesetzte ist dafür verantwortlich, dass die Einhaltung der Vorschriften sichergestellt wird.

Verstöße im Straßenverkehr

Hier kann es zweckmäßig sein, sich in gewissen Zeitabständen den Führerschein vorlegen zu lassen und auf eine freiwillige Meldung von Verkehrsverstößen zu drängen.

Lob motiviert am meisten

Der Unternehmer sollte nicht nur auf die Missstände hinweisen, sondern Mitarbeiter loben, die sich sicherheitsbewusst verhalten. Ein anerkennendes Wort vom Chef ist die beste Motivation, auch weiterhin auf Sicherheit bei der Arbeit zu achten.Zu

Melden und Beheben von Mängeln

Der Fahrer ist verpflichtet, festgestellte Mängel dem zuständigen Aufsichtsführenden oder dem nachfolgenden Fahrzeugführer (Ablöser) mitzuteilen (§ 36 Abs. 2 DGUV Vorschrift 70, bisher: BGV D29). Dazu kann auch die Checkliste der täglichen Fahrzeugkontrolle nach BGG 915 verwendet werden, auf der die Mängel angekreuzt werden und die dann dem Verantwortlichen übergeben werden kann.
Bei Mängeln, die die Betriebssicherheit gefährden, hat der Fahrzeugführer unbedingt den Betrieb einzustellen. Auf diese Verpflichtung muss der Fahrer auch im Rahmen einer Unterweisung hingewiesen werden. Hier sollten insbesondere Mängelbeispiele und Situationen besprochen werden, die eine sofortige Einstellung des Betriebs erforderlich machen. Die entsprechende Unterweisung ist schriftlich zu dokumentieren.

Weitere Informationen zur DGUV Vorschrift 70 (bisher: BGV 29) - Fahrzeuge und zum DGUV Grundsatz 314-002 (bisher BGG 915) - Prüfung von Fahrzeugen durch Fahrpersonal finden Sie im Kompendium Arbeitsschutz.
Zum Kompendium

 

 

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