Informationen zum Bio-Monitoring

Als Bio-Monitoring bezeichnet man die Untersuchung biologischen Materials zur Bestimmung von Gefahrstoffen und deren verstoffwechselten Produkten bzw. die Untersuchung von Veränderungen körpereigener Substanzen (Effektmonitoring).

Für das von der BG Verkehr initiierte Bio-Monitoring hat das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) qualitätsgesicherte Standards entwickelt. Dazu gehört die Einhaltung bestimmter Zeitabläufe und der Einsatz vorgefertigter Probenahmesets. Diese Sets enthalten unter anderem Probengefäße und Desinfektionsmittel für die Haut, denn schon Desinfektionstupfer oder das Material der Probengefäße können das Ergebnis der Analytik beeinflussen oder verfälschen. An dem Bio-Monitoring können deshalb auch nur die von der BG Verkehr benannten Durchgangsärzte teilnehmen, die im Vorfeld mit den Probenahmesets versorgt wurden.

Im Blut:

  • 2-Butanon/MEK
  • Isopropanol
  • n-Heptan
  • Isohexan/2-Methylpentan
  • n-Hexan
  • n-Octan
  • n-Decan
  • 2-Heptanon
  • Toluol
  • Aceton
  • erythrozytäre Acetylcholinesterase

Im Urin:

  • 2,5-Hexandion (Metabolit von n-Hexan)
  • o-Kresol (Metabolit von Toluol)
  • Aceton
  • Metabolite von Trikresylphosphat, Triphenylphosphat und Tributylphosphat

Die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung übernimmt ausschließlich das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA). Das Institut hat das gesamte Verfahren von der Probengewinnung über den Versand bis zur Analyse einheitlich-standardisiert nach wissenschaftlichen Kriterien vorbereitet.

Die Kosten für das Bio-Monitoring trägt die BG Verkehr.

Das Verfahren bei benannten Durchgangsärzten

Sofern die Betroffenen einwilligen, an dem Bio-Monitoring teilzunehmen, wird der Durchgangsarzt eine Blut- und eine Urinprobe nehmen und diese Proben an das IPA zur Analyse weiterleiten. Darüber hinaus werden die Patienten gebeten, zwei Fragebögen auszufüllen.

Für eine zweite Blutentnahme nach vier Wochen händigen die benannten Durchgangsärzte ein Probenahmeset an die Patienten aus. Diese zweite Blutentnahme kann mithilfe des Probenahmesets der Durchgangsarzt, ein Arzt in einer Flughafenklinik oder der Betriebsarzt nehmen.

Die Ergebnisse des Bio-Monitorings werden einige Wochen nach der Probenahme vom IPA an den erstbehandelnden Durchgangsarzt übermittelt und von dort an den jeweiligen Patienten weitergeleitet.

Verhalten nach einem Fume- and Smell-Event

Wenn gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollten betroffene Crewmitglieder nach der Landung in Deutschland ohne Verzögerung einen Durchgangsarzt aufsuchen. Wer an dem von der BG Verkehr initiierten Bio-Monitoring-Verfahren teilnehmen will, muss einen der flughafennahen Durchgangsärzte aufsuchen, die an dem Verfahren teilnehmen.

Liste der teilnehmenden Durchgangsärzte (PDF)

Darüber hinaus gibt es in Deutschland bei Arbeitsunfällen ein weitgehend durchgängiges medizinisches Versorgungssystem für medizinische Diagnostik und Heilbehandlung der gesetzlichen Unfallversicherung. Dadurch sind Untersuchungen bei Durchgangsärzten wohnortnah möglich. Eine Liste der ca. 4.000 Durchgangsärzte ist im Internet abrufbar. Die Aufwendungen für die wohnortnahe medizinische Versorgung nach Arbeitsunfällen trägt die BG Verkehr.

Zum D-Arzt-Verzeichnis

Zuständig für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind die Arbeitgeber. Sie haben für die Meldung eines Fume- and Smell-Events und die Versorgung ihrer Beschäftigten im Ausland Regelungen und Maßnahmen getroffen, die nach einem Fume- and Smell-Event zu beachten sind. Während der jährlichen Unterweisung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit werden diese Maßnahmen vermittelt.

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