Fume Event: BG Verkehr startet Bio-Monitoring

Seit einiger Zeit besteht der Verdacht, dass nach Geruchsphänomenen an Bord von Verkehrsflugzeugen eine Reihe von Substanzen aus der Gruppe flüchtiger organischer Lösemittel und aus der Gruppe der Organophosphate für Gesundheitsbeschwerden relevant sein könnten. Darüber, ob diese Stoffe ursächlich sind für die geschilderten Gesundheitsstörungen, herrscht jedoch bisher keine Klarheit.

Um diesem Verdacht qualitätsgesichert und wissenschaftlich fundiert weiter nachzugehen, schließt die BG Verkehr dem derzeitigen Standardverfahren für Untersuchungen ein zeitlich begrenztes Bio-Monitoring an. Dort sollen die Werte erhoben werden, die nach aktuellem Wissensstand mit Fume Events in Verbindung gebracht werden.

Um möglichst vielen Crewmitgliedern mit gesundheitlichen Beschwerden nach einem Fume Event zeitnah die Möglichkeit zu geben, an dem Untersuchungsverfahren teilzunehmen, hat die BG Verkehr im Umfeld der größeren Flughäfen Kontakt zu Kliniken aufgenommen, an denen Durchgangsärzte tätig sind, und diese um Unterstützung gebeten. Nach einem Fume Event kann jedes Crewmitglied diese flughafennahen Ärzte zur Behandlung aufsuchen.

Liste der teilnehmenden Durchgangsärzte (PDF)

Die benannten Durchgangsärzte sind in der Behandlung weisungsfrei. Sofern die Crewmitglieder zustimmen, nehmen sie im Rahmen der Behandlung an dem Bio-Monitoring teil. In diesem Fall wird der Arzt eine Blut- und eine Urinprobe nehmen. Die Patienten werden außerdem gebeten, Fragenbögen zum medizinischen und technischen Hintergrund auszufüllen. Die Bestimmung der Parameter übernimmt das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA). Das gesamte Verfahren von der Probengewinnung über den Versand bis zur Analyse erfolgt standardisiert, qualitätsgesichert und nach wissenschaftlichen Kriterien. Für das Verfahren haben die benannten Durchgangsärzte im Vorfeld vom IPA vorgefertigte Probenahmesets erhalten.

Die Analysenergebnisse erhalten die Betroffenen über den erstbehandelnden Durchgangsarzt. Besteht Klärungsbedarf, können sie sich an diesen oder auch an den jeweiligen Betriebsarzt wenden.

Bei der Teilnahme an dem Bio-Monitoring ist zur Bestimmung eines bestimmten Stoffes (Acetylcholinesterase, eines für Organophosphate relevanten Enzyms) eine zweite Blutentnahme erforderlich, die jedoch nicht vor Ablauf von vier Wochen nach der ersten Entnahme erfolgen sollte. Die Blutentnahme kann beim Durchgangsarzt, einer Flughafenklinik oder beim Betriebsarzt erfolgen. Ein entsprechendes Entnahmeset mit adressiertem und frankiertem Umschlag erhalten die Betroffenen während der Erstbehandlung bei den beteiligten Durchgangsärzten. Der Versand ist auf dem normalen Postweg möglich.

Es ist darüber hinaus beabsichtigt, die Analysenergebnisse anonymisiert vom IPA auswerten und wissenschaftlich bewerten zu lassen. Die Teilnahme ist für die Patienten freiwillig und erfolgt nur nach schriftlicher Zustimmung.

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