BG Verkehr begrüßt Entschließung des Bundesrates zu Fahrerassistenzsystemen

Der Bundesrat hat sich in seiner heutigen Sitzung mit zwei Fahrerassistenzsystemen im Lkw beschäftigt, deren Einsatz geeignet ist, die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen.

Immer wieder stehen Lkw-Fahrer bei Auffahrunfällen besonders auf Bundesautobahnen und bei Abbiegeunfällen im Fokus der Öffentlichkeit. Der Bundesrat hat sich in seiner heutigen Sitzung dafür ausgesprochen, alle technischen Möglichkeiten zur Verhinderung solcher Unfälle zu nutzen. Für den Notbremsassistenten fordern die Länder eine Modernisierung und Erweiterung der Regelungen, um sie an die technischen Möglichkeiten insbesondere hinsichtlich der Zusammenstöße mit stehenden Vorausfahrzeugen anzupassen und sicherzustellen, dass die Systeme permanent verfügbar seien. Dazu müssten die europäischen Vorgaben angepasst werden. Außerdem appellieren sie an die Bundesregierung, bundesweit eine Verhaltensvorschrift einzuführen, die das Abschalten der Notbremsassistenz-Systeme (AEBS) für unzulässig erklärt.

Außerdem spricht sich der Bundesrat dafür aus, dass die weiterhin notwendige Übersteuerbarkeit der AEBS-Bremsfunktion nur durch bewusste Fahrer-Aktion zulässig ist und die Kollisionswarnung um eine zeitlich vorgelagerte Abstandswarnung ergänzt wird.

Abbiegeassistenten zum Schutz von Radfahrern und Fußgängern

Weiter drängt der Bundesrat auf die verpflichtende Einführung so genannter Abbiegeassistenzsysteme für Lkw. Sie sollen den Fahrzeugführer beim Abbiegen vor Radfahrern und Fußgängern warnen und perspektivisch bei Bedarf eine Notfallbremsung einleiten. Der Bundesrat appelliert an die Bundesregierung, sie solle sich auf EU- und internationaler Ebene dafür einsetzen, dass solche Systeme sowohl in den Typengenehmigungsvorschriften für Lkw ab 7,5 t als auch über Nachrüstpflichten vorgeschrieben werden.

Beide Forderungen werden auch von der BG Verkehr bereits seit längerem erhoben. Ein verbindlicher Einführungstermin wird nach Einschätzung der BG Verkehr auch den Druck  erhöhen, geeignete und verlässliche Systeme zu entwickeln und weiter zu verbessern. Nur so kann der Markt auch nachhaltig durchdrungen werden.

Durch die Einführung und konsequente Nutzung der Systeme kann nicht nur die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden. Sie helfen auch, die Belastung der Fahrerinnen und Fahrer im Alltag deutlich zu senken und sie vor den physischen und psychischen Folgen von Unfällen zu schützen.

 

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