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TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus BusFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Busunternehmen

Informationen für Betriebe mit Fahrpersonal im ÖPNV, Fern- und Reiseverkehr

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Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Busunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir in Betriebsgebäuden oder auf Betriebshöfen beachten?

Sorgen Sie als Unternehmer mit allen technischen und organisatorischen Maßnahmen dafür, dass auf dem Betriebshof betriebsbedingte Personenkontakte auf das betriebsnotwendige Minimum reduziert werden. Betriebsbedingte Zusammenkünfte mehrerer Personen sollen nach Möglichkeit durch die Verwendung von Informationstechnologie, wie z.B. Video- und Telefonkonferenzen, ersetzt werden.

Sie müssen den Versicherten anbieten, Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten im Homeoffice zu erledigen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden.

Zusammenkünfte mehrerer Personen müssen auf ein Minimum reduziert werden. Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden. Lassen die auszuführenden Tätigkeiten dies nicht zu, so muss der Arbeitgeber durch andere geeignete Schutzmaßnahmen den gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellen. Dies sind insbesondere Lüftungsmaßnahmen und Abtrennungen zwischen den anwesenden Personen. Einzelheiten dazu finden Sie in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

In Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten sollen die Beschäftigten in möglichst kleine Arbeitsgruppen eingeteilt werden. Reduzieren Sie Personenkontakte zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen im Betriebsablauf und ändern Sie diese Einteilung nur minimal, sofern es betriebsbedingt notwendig ist.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Werkstätten, Verwaltung und Fahrdienstleitung, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. So können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Können Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen nicht einhalten, müssen von Unternehmensseite medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt werden, die von den Mitarbeitenden genutzt werden müssen.

Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Halten Sie zur Umsetzung der Handhygiene leicht erreichbare Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser, ausreichend hautschonender Flüssigseife und Möglichkeiten zum hygienischen Trocknen der Hände (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) vor.  Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sollen gegebenenfalls geeignete Hautschutz- und Hautpflegemittel bereitstehen. Die Verwendung von Warmlufttrocknern muss vermieden werden.

Die Beschäftigten sollen Werkzeuge und Arbeitsmittel nach Möglichkeit personenbezogen verwenden. Wo das nicht möglich ist, muss eine Reinigung vor der Übergabe an andere Personen sichergestellt werden.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Notieren Sie den Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Welche organisatorischen Maßnahmen können die Ansteckungsgefahr für Fahrerinnen und Fahrer sowie Fahrgäste vermindern?

Verfügt das Fahrzeug nicht über eine Fahrerkabine und auch noch nicht über eine ausreichend dimensionierte Schutzscheibe aus Glas oder Kunststoff, soll der Einstieg an Tür 1 geschlossen bleiben. Der unmittelbare Bereich hinter der Fahrerin oder dem Fahrer (erste Sitzreihe) soll abgesperrt werden. Der Fahrkartenverkauf unterbleibt, solange der Fahrerarbeitsplatz nicht durch eine geschlossene Kabine oder eine ausreichend dimensionierte Schutzscheibe (Glas oder Kunststoff) geschützt ist.

Nachgerüstete Schutzscheiben müssen eine Höhe von 2 m aufweisen. Die Öffnungen zum Bezahlen sollen so klein wie möglich gehalten werden und sich nicht im Ausatembereich des Kunden befinden. Der Verkauf von Waren, die für die Erbringung der Beförderungsleistung nicht zwingend erforderlich sind, soll unterbleiben.

Bei Hilfeleistungen, wie z. B dem Ausklappen der Rampe, trägt das Fahrpersonal die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten medizinischen Gesichtsmasken. Beim Verlassen des Fahrerarbeitsplatzes ist darauf zu achten, dass die Tür des Fahrerarbeitsplatzes für den Zeitraum der Hilfeleistung geschlossen bleibt.

Fahrkartenkontrollen sollen nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden. Sind Fahrkartenkontrollen unverzichtbar, lassen Sie diese möglichst kontaktlos durchführen. Die Kontrollierenden tragen die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten medizinischen Gesichtsmasken. Fahrgäste müssen in Bussen ebenfalls mindestens medizinische Gesichtsmasken tragen.

Wirken Sie darauf hin, dass sich die Fahrgäste gleichmäßig über den Fahrgastraum im Bus verteilen. Wenn möglich, weisen Sie den Fahrgästen die Plätze zu. Essen und Trinken, Reden und Telefonieren soll ebenso vermieden werden wie das enge Beieinanderstehen oder -sitzen, insbesondere von Angesicht zu Angesicht.

Es ist auch sinnvoll, dem Fahrpersonal die Fahrzeuge fest zuzuordnen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu den regelmäßigen Reinigungen vor der Übergabe der Fahrerarbeitsplatz gereinigt werden.

Berücksichtigen Sie Versorgungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Benutzung von sanitären Anlagen bereits bei der Planung der Fahrten. Sind Übernachtungen vorgesehen, informieren Sie sich bereits im Vorwege bei der Unterkunft über die jeweiligen Rahmenbedingungen und über möglicherweise bestehende Einschränkungen. Stellen Sie diese Informationen Ihrem Fahrpersonal vor Fahrtantritt zur Verfügung.

Sorgen Sie dafür, dass für zusätzliche Reinigungsmaßnahmen entsprechend unterwiesenes Personal ausreichend vorhanden ist.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben und Abtrennungen reduzieren für das Fahrpersonal als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die nach wie vor als ein Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 gilt.

Allerdings gibt es bei der Einrichtung einiges zu beachten:

Schutzscheiben und Abtrennungen bieten nur einen ausreichenden Schutz, wenn sie ausreichend groß dimensioniert sind. Die Mindesthöhe der Schutzscheiben und Abdeckungen dürfen 1,80 m – gemessen vom Boden – nicht unterschreiten. Die Abtrennung wesentlich höher auszuführen kann dazu führen, dass der Luftaustausch am Fahrerarbeitsplatz nicht gewährleistet ist. Öffnungen innerhalb der Abtrennung müssen sich außerhalb des Atembereichs der Fahrgäste befinden und sollten möglichst klein gehalten werden. Beide Seiten der Abtrennungen sollen mindestens arbeitstäglich mit handelsüblichen Reinigern gereinigt werden.

Nachträgliche Anbauten dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen, hervorrufen. Insbesondere sind hier Blendungen und Spiegelungen zu nennen. Spitze Ecken und scharfe Kanten sollen vermieden werden. Änderungen am Fahrzeug führen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn z. B. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und -teilnehmerinnen zu erwarten ist (vgl. § 19 StVZO). Es dürfen daher nur zugelassene Einbauten (z. B. mit Allgemeiner Betriebserlaubnis oder Gutachten eines/einer amtlich anerkannten Sachverständigen, Prüfers/Prüferin für den Kraftfahrzeugverkehr oder eines Prüfingenieurs/einer Prüfingenieurin) entsprechend der Angaben der Hersteller montiert werden. Alle zusätzlichen Einrichtungen dürfen Fahrpersonal und Fahrgäste nicht gefährden. Zudem darf das Sichtfeld für das Fahrpersonal durch Scheiben (auch zur Seite und nach hinten) nicht eingeschränkt werden.

Inzwischen haben einige Bushersteller Nachrüstsätze auf den Markt gebracht, die über eine Bauartgenehmigung nach der Vorschrift ECE R43 verfügen.

Vorhangvarianten (ähnlich eines Duschvorhanges) sind ungeeignet. Das ständige Öffnen und Schließen erzeugt Luftverwirbelungen, welche die Verteilung der Aerosole fördern. Auch die regelmäßige Reinigung bzw. Desinfektion dieser Vorhangvarianten gestaltet sich schwierig.

Dürfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen?

Seit Inkrafttreten der Corona-Arbeitsschutzverordnung vom 21. Januar 2021 wird seitens des Gesetzgebers von einem "Mund-Nasen-Schutz" gesprochen, das sind medizinische Gesichtsmasken und FFP2-Masken, sowie die in der Anlage der Verordnung aufgeführten Masken. Die in der Vergangenheit verwendeten Mund-Nase-Bedeckungen mit häufig undefiniertem Schutzgrad sind seit Inkrafttreten der Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr zulässig.

Darf beim Führen eines Omnibusses überhaupt ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden?

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr und dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Omnibusses mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist. Beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehe es den Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen nicht um die Verhüllung oder Verdeckung ihres Gesichts zwecks Verhinderung einer Identitätsfeststellung, sondern um den Schutz der eigenen Gesundheit. Gleichwohl erfolge bei Verkehrskontrollen eine Prüfung des Einzelfalles.

Sind FFP2-Masken den medizinischen Gesichtsmasken vorzuziehen?

Die medizinischen Gesichtsmasken bieten einen Fremdschutz aber keinen zuverlässigen Eigenschutz. Diesen bieten FFP2-Masken, wenn sie dicht angelegt getragen werden.

FFP2-Masken haben einen erhöhten Atemwiderstand. Sie sollten ausschließlich bei besonderer Infektionsgefahr, z. B. bei Erste-Hilfe-Leistungen, im Omnibus getragen werden.

Bei der Verwendung von FFP2-Masken sind betriebliche Maßnahmen vor und während der Verwendung dieser Masken zu treffen:

  • Einweisung/ Unterweisung in der Handhabung, u. a. zum dichten Maskensitz und zur Vermeidung von Kontaktinfektionen an äußeren Maskenoberflächen
  • Registrierung der Maskenträger in der betrieblichen Vorsorgekartei
  • regelmäßige arbeitsmedizinische Angebotsvorsorgen
  • Festlegung der Tragezeitbegrenzung
  • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen während der "Maskenpause" zur Vermeidung einer Infektion durch z. B. Kollegen

Für die überwiegende Anzahl der Tätigkeiten im Omnibusgewerbe reichen medizinischen Gesichtsmasken aus.

Welche weiteren technischen Maßnahmen können helfen?

Einige Verkehrsverbünde haben die Anweisung gegeben, dass alle Türen – wo technisch möglich – bei jedem Stopp vom Fahrerplatz aus geöffnet werden und nicht per Knopfdruck von den Fahrgästen. Das gleichzeitige Öffnen aller Türen ist ein wirksames Mittel um einen ausreichenden Luftwechsel im Linienbus sicherzustellen.

Wir möchten, dass unsere Fahrer und Fahrerinnen wieder im Fahrkartenverkauf tätig werden. Ist das mit dem Infektionsschutz vereinbar?

Auch beim Verkauf von Fahrkarten muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Ist dies nicht möglich, müssen weitere Maßnahmen getroffen werden. Der Verkauf soll zu möglichst großen Teilen über Automaten oder Apps abgewickelt werden. Ist das nicht möglich, bieten Schutzscheiben und Abtrennungen, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht sind, einen ausreichenden Schutz. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich.

Welche Hygienemaßnahmen sind für den Bus notwendig?

Bereits vor Fahrantritt sollen dem Fahrpersonal Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertücher und Müllbeutel in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Diese Utensilien sollen im Bereich des Fahrerarbeitsplatzes verbleiben. Sie sollen personengebunden in einem Behältnis ausgegeben werden, in dem auch die medizinischen Gesichtsmasken aufbewahrt werden können.

Reinigen Sie gemeinsam genutzte Ruheräume von Kraftomnibussen mit fettlösendem Haushaltsreiniger bzw. Seifenlauge, wenn dieser vom Fahrpersonal in Ruhepausen genutzt werden sollte. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Selbstverständlich sollte es sein, dass die Fahrenden eigene oder persönlich zugewiesene Laken, Decken etc. verwenden, die nach der Benutzung gewaschen werden. Außerdem soll der Ruheraum vor der Nutzung durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Sind Ihre Fahrzeuge mit Toiletten ausgestattet, so stellen Sie auch dort eine ausreichende Reinigung und Hygiene sicher. Gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Sorgen Sie in den sanitären Einrichtungen für ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher. Die Abfallbehälter für die Einmalhandtücher sollen regelmäßig geleert und Kontaktflächen, wie Tür- und Haltegriffe sowie Armaturen regelmäßig, gegebenenfalls mehrmals am Tag, gereinigt werden. Stellen Sie Mittel zur Händedesinfektion zur Verfügung.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie sollen wir den Fahrgastraum lüften und klimatisieren?

Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen, falls möglich, und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen. Bei Standzeiten an den Endhaltestellen und bei Pausen sollen die Türen geöffnet bleiben.

Der Einsatz von zusätzlichen Geräten im Umluftbetrieb (Ventilatoren) und Geräte zur Erwärmung (z. B. Heizlüfter) sind nicht zulässig.

Welche persönlichen Schutzmaßnahmen sollen wir ergreifen?

Coronaviren können einige Zeit auf Oberflächen aus Kunststoff oder Metall überdauern. Deshalb soll im Pandemiefall auf Hygiene besonderen Wert gelegt werden. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere nach unvermeidbarem Umgang mit fremden Gegenständen (z. B. beim Verladen von Gepäck), reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden. Statten Sie das Fahrpersonal mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln aus.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Infektionsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Wie können wir die Mitwirkung der Fahrgäste sichern?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur von den Fahrern und Fahrerinnen mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen rechtzeitig vor Fahrtantritt angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen durch Aushänge oder im Internet bekanntgegeben werden. Ihre Fahrgäste habe dadurch die Möglichkeit, sich auf entsprechende Vorgaben bzw. Einschränkungen einzustellen. Entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen. Die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen wird dadurch erhöht und mögliche Konfliktsituationen zwischen den Fahrgästen und Ihrem Fahrpersonal werden vermieden.

Die Busfahrer und Busfahrerinnen (gegebenenfalls auch das Begleitpersonal) sollen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen über die Lautsprecheranlage Einfluss nehmen.

Wie können wir Fahrerinnen und Fahrer auf Sonderfahrten, wie bei der Beförderung von Menschen mit Behinderungen, schützen, wo der Kontakt zu den Fahrgästen unvermeidlich ist?

Grundsätzlich gilt auch hier, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. In der Gefährdungsbeurteilung legt das Unternehmen fest, wie die Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregel belegt werden sollen. Dies führt in der Regel zu einer deutlichen Minderbelegung des Busses. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sollen daher Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beraten.

Für Kleinbusse (z. B. 9-Sitzer) gibt es Abtrennungen in Form von Folien, die hinter der ersten Sitzreihe angebracht werden. Diese werden von diversen Herstellern angeboten. Im Bereich hinter der Folienabtrennung soll dabei auf eine Außenlüftung geachtet werden. Die erste Sitzreihe (neben dem Fahrer bzw. der Fahrerin) wird freigehalten.

Grundsätzlich muss mit dem Auftraggeber bzw. der Auftraggeberin vorab geklärt werden, wie belastbar die Fahrgäste sind, ob das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken möglich ist und welche weiteren Maßnahmen gegebenenfalls erforderlich sind.

Bei Hilfestellungen mit Unterschreitung des Mindestabstandes, z. B. beim Einsteigen oder Angurten, muss das Fahrpersonal medizinischen Gesichtsmasken tragen. Können die Fahrgäste keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, muss das Fahrpersonal eine filtrierende Halbmaske (mindestens FFP2) zur Verfügung gestellt bekommen und tragen. Ist bei Fahrgästen z. B. mit Speichelfluss zu rechnen, ist ein zusätzlicher Gesichtsschutz, insbesondere bei der Hilfestellung zum Ein- und Aussteigen, sinnvoll. Zudem sollen Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl benutzen werden. Die Handschuhe werden nach Benutzung in dem mitgeführten Abfallbeutel entsorgt. Der Gesichtsschutz wird desindiziert.

Entsprechende Maßnahmen werden in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

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