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TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus BusFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Busunternehmen

Informationen für Betriebe mit Fahrpersonal im ÖPNV, Fern- und Reiseverkehr

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Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Busunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir in Betriebsgebäuden oder auf Betriebshöfen beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, empfehlen wir Ihnen, alternative Schutzmaßnahmen zu ergreifen – beispielsweise den Einbau transparenter Abtrennungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen. Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Halten Sie zur Umsetzung der Handhygiene leicht erreichbare Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser, ausreichend hautschonender Flüssigseife und Möglichkeiten zum hygienischen Trocknen der Hände (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) vor.  Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sind gegebenenfalls geeignete Hautschutz- und Hautpflegemittel bereitzustellen. Die Verwendung von Warmlufttrocknern soll vermieden werden.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Werkstätten, Verwaltung und Fahrdienstleitung, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Die Beschäftigten sollen Werkzeuge und Arbeitsmittel nach Möglichkeit personenbezogen verwenden. Wo das nicht möglich ist, muss eine Reinigung vor der Übergabe an andere Personen sichergestellt werden.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen möglichst telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Notieren Sie den Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Welche organisatorischen Maßnahmen können die Ansteckungsgefahr für Fahrer/Fahrerinnen und Fahrgäste vermindern?

Fahrgäste sollen nur durch die hintere Tür ein- und aussteigen. Der Bereich rund um den Fahrerplatz soll freigehalten werden – insbesondere auch die erste Sitzreihe hinter dem Fahrer/der Fahrerin und ggf. dem Reiseleiter/der Reiseleiterin. Der Verkauf von z. B. Nahrungsmitteln oder anderen Dingen, die für die Erbringung der Beförderungsleistung nicht zwingend erforderlich sind, soll unterbleiben.

Fahrkartenkontrollen sollen nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden. Sind Fahrkartenkontrollen unverzichtbar, lassen Sie diese möglichst kontaktlos durchführen. Die Kontrollierenden müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Fahrgästen nicht anders eingehalten werden kann.

Fahrgäste müssen in Bussen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Wirken Sie darauf hin, dass sich die Fahrgäste gleichmäßig über den Fahrgastraum im Bus verteilen. Wenn möglich, weisen Sie den Fahrgästen die Plätze zu. Essen und Trinken, Reden und Telefonieren soll ebenso vermieden werden wie das enge Beieinanderstehen oder -sitzen, insbesondere von Angesicht zu Angesicht.

Es ist auch sinnvoll, dem Fahrpersonal Fahrzeuge fest zuzuordnen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu den regelmäßigen Reinigungen, vor der Übergabe eine gründliche Reinigung des Fahrerarbeitsplatzes und gegebenenfalls des Ruheraumes durchgeführt werden.

Berücksichtigen Sie Versorgungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Benutzung von sanitären Anlagen bereits bei der Planung der Fahrten. Sind Übernachtungen vorgesehen, so informieren Sie sich bereits im Vorwege bei der Unterkunft über die jeweiligen Rahmenbedingungen und möglicherweise bestehenden Einschränkungen. Stellen Sie diese Informationen Ihrem Fahrpersonal vor Fahrtantritt zur Verfügung.

Sorgen Sie dafür, dass für zusätzliche Reinigungsmaßnahmen entsprechend unterwiesenes Personal ausreichend vorhanden ist.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien und -planen vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben, Schutzfolien und Schutzplanen bieten zwar keinen verlässlichen Schutz für den Fahrer oder für die Fahrerin bei der Übertragung des Virus durch Aerosole (feinste flüssige Teile in der Luft). Aber sie reduzieren als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die als ein Hauptübertragungsweg der Infektion mit Coronaviren gilt. Sie bieten einen gewissen Schutz für den Fahrer oder die Fahrerin und den Arbeitsbereich, entbinden aber nicht von der Pflicht, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Fahrgästen einzuhalten. Aus diesem Grund soll auch der Sitz direkt hinter dem Fahrerarbeitsplatz gesperrt werden.

Allerdings gibt es bei der Einrichtung einiges zu beachten:

Abtrennungen bieten nur einen ausreichenden Schutz, wenn sie ausreichend groß dimensioniert sind. Daher muss am Fahrerarbeitsplatz der obere Rand der Abtrennung 2 Meter über dem Boden enden. Die Abtrennung wesentlich höher auszuführen kann dazu führen, dass der Luftaustausch am Fahrerarbeitsplatz nicht gewährleistet ist. Öffnungen innerhalb der Abtrennung müssen sich außerhalb des Atembereichs der Fahrgäste befinden und sollten möglichst klein gehalten werden. Beide Seiten der Abtrennungen sollen mindestens arbeitstäglich mit handelsüblichen Reinigern gereinigt werden.

Vorhangvarianten (ähnlich eines Duschvorhanges), die zu jedem Kassieren zur Seite geschoben werden, sind ungeeignet. Das ständige Öffnen und Schließen erzeugt Luftverwirbelungen, welche die Ausbreitung des Virus fördern können. Auch die regelmäßige Reinigung bzw. Desinfektion dieser Vorhangvarianten gestaltet sich schwierig. 

Nachträgliche Anbauten dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen hervorrufen. Insbesondere spitze Ecken und scharfe Kanten sollen vermieden werden. Änderungen am Fahrzeug führen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn zum Beispiel eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und -teilnehmerinnen zu erwarten ist (vgl. § 19 StVZO). Es dürfen daher nur zugelassene Einbauten (z. B. mit Allgemeiner Betriebserlaubnis oder Gutachten eines/einer amtlich anerkannten Sachverständigen, Prüfers/Prüferin für den Kraftfahrzeugverkehr oder eines Prüfingenieurs/einer Prüfingenieurin) entsprechend der Angaben der Hersteller montiert werden. Alle zusätzlichen Einrichtungen dürfen Fahrpersonal und Fahrgäste nicht gefährden. Zudem darf das Sichtfeld für das Fahrpersonal durch Scheiben oder Folien (auch zur Seite und nach hinten) nicht eingeschränkt werden.

Inzwischen haben einige Bushersteller Nachrüstsätze für Fahrerschutztüren auf den Markt gebracht, die über eine Bauartgenehmigung nach der Vorschrift ECE R43 verfügen.

Sollen Busfahrer und Busfahrerinnen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen?

Lesen Sie hierzu bitte auch den Abschnitt „Was bringt der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckung und Atemmasken“ in den „Allgemeinen Fragen und Antworten“.

Wo es keine entsprechende Pflicht für den Fahrer/die Fahrerin zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gibt, empfehlen wir folgende Regelung: Ist der Mindestabstand durch andere Maßnahmen (Absperrung des Fahrerbereichs und der ersten Reihen) eingehalten, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung optional. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr und dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) klargestellt, dass das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung am Steuer eines Omnibusses mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist. Beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gehe es den Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen nicht um die Verhüllung oder Verdeckung ihres Gesichts zwecks Verhinderung einer Identitätsfeststellung, sondern um den Schutz der eigenen Gesundheit. Gleichwohl erfolge bei Verkehrskontrollen eine Prüfung des Einzelfalles.

Bietet das Tragen eines Schutzvisiers zusätzlichen Schutz für den Fahrer/die Fahrerin? Ist der Einsatz sinnvoll?

Wir raten von dem Einsatz solcher Schutzvisiere (Spuckschutz aus Plastik, der mit einem Stirnband vor das Gesicht geschnallt wird) in Fahrzeugen ausdrücklich ab. Den besten Schutz bietet eine Plexiglasscheibe, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht ist. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich. 

Ein Schutzvisier zählt als Gesichtsschutz zur persönlichen Schutzausrüstungen (PSA). Diese werden einer Baumusterprüfung unterzogen, dürfen nicht verändert werden und auch nur gemäß der Betriebsanleitung des Herstellers verwendet werden. Der Einsatz von Schutzvisieren birgt Risiken, insbesondere bei einem Unfall. Es liegen keine Erkenntnisse vor, wie sich ein Gesichtsschutz bei einem Aufprall auf das Lenkrad bzw. auf das Armaturenbrett oder beim Auslösen eines Airbags verhält. Es ist nicht auszuschließen, dass Schutzvisiere möglicherweise scharfkantig brechen, sich Richtung Brust verschieben oder sich seitlich verdrehen. Fahrzeughersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich das Verletzungsrisiko beim Auslösen der Airbags erhöht, wenn sich zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Entfaltungsbereich der Airbags Gegenstände befinden. Daher haben viele Hersteller von Schutzvisieren in der Betriebsanleitung den Einsatz während der Fahrt ausgeschlossen.

Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Visier die optische Überwachung von Verkehr und Fahraufgabe behindern könnte – beispielsweise durch Lichtreflexe.

Ohnehin ist das Plastikvisier nur ein zusätzlicher Spuckschutz und verhindert nicht das Einatmen von Aerosolen. Sprechen Sie im Fahrzeug nicht direkt in die Richtung einer anderen Person und beschränken Sie ein Gespräch auf das erforderliche Minimum.

Welche weiteren technischen Maßnahmen können helfen?

Einige Verkehrsverbünde haben die Anweisung gegeben, dass die Türen – wo technisch möglich – bei jedem Stopp vom Fahrerplatz aus geöffnet werden und nicht per Knopfdruck von den Fahrgästen. Dies dient auch zur besseren Belüftung des Busses.

Wir möchten, dass unsere Fahrer und Fahrerinnen wieder im Fahrkartenverkauf tätig werden. Ist das mit dem Infektionsschutz vereinbar?

Auch beim Verkauf und der Kontrolle von Fahrkarten muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies ist zumindest beim Verkauf ohne weitere Maßnahmen nicht möglich. Deshalb sollte der Verkauf zu möglichst großen Teilen über Automaten oder Apps abgewickelt werden. Ist das nicht möglich, bietet eine Plexiglasscheibe, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht ist, einen ausreichenden Schutz. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich.

Welche Hygienemaßnahmen sind für den Bus notwendig?

Bereits vor Fahrantritt sollen dem Fahrpersonal Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertücher und Müllbeutel in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Diese Utensilien sollen im Bereich des Fahrerarbeitsplatzes verbleiben. Sie sollen personengebunden in einem Behältnis ausgegeben werden, in dem auch Ersatz-Mund-Nasen-Bedeckungen aufbewahrt werden können.

Reinigen Sie gemeinsam genutzte Ruheräume von Kraftomnibussen regelmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger/Seifenlauge. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen, anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Selbstverständlich sollte es sein, dass die Fahrenden eigene oder persönlich zugewiesene Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Außerdem soll der Ruheraum vor der Nutzung durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Sind Ihre Fahrzeuge mit Toiletten ausgestattet, so stellen Sie auch dort eine ausreichende Reinigung und Hygiene sicher. Gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Sorgen Sie in den sanitären Einrichtungen für ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher.  Die Abfallbehälter für die Einmalhandtücher sollen regelmäßig geleert und Kontaktflächen wie Tür-/Haltegriffe, Armaturen regelmäßig, gegebenenfalls mehrmals am Tag gereinigt werden. Stellen Sie Mittel zur Händedesinfektion zur Verfügung.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wisch-Reinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen, Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie sollen wir den Fahrgastraum lüften und klimatisieren?

Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen, falls möglich, und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen. Bei Standzeiten an den Endhaltestellen und bei Pausen sollen die Türen geöffnet bleiben.

Der Einsatz von zusätzlichen Geräten im Umluftbetrieb (Ventilatoren) und Geräte zur Erwärmung (z. B. Heizlüfter) sind nicht zulässig.

Welche persönlichen Schutzmaßnahmen sollen wir ergreifen?

Coronaviren können einige Zeit auf Oberflächen aus Kunststoff oder Metall überdauern. Deshalb soll im Pandemiefall auf Hygiene besonderer Wert gelegt werden. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere nach unvermeidbarem Umgang mit fremden Gegenständen (z. B. beim Verladen von Gepäck), reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden. Statten Sie das Fahrpersonal mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln aus.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Ansteckungsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Die übliche Mund-Nasen-Maske schützt nicht vor der eigenen Ansteckung, aber reduziert die Gefahr der Weitergabe von Viren an Fahrgäste.

Wie können wir die Mitwirkung der Fahrgäste sichern?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur von den Fahrern und Fahrerinnen mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen rechtzeitig vor Fahrtantritt angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen durch Aushänge oder im Internet bekanntgegeben werden. Ihre Fahrgäste habe dadurch die Möglichkeit, sich auf entsprechende Vorgaben bzw. Einschränkungen einzustellen. Entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen. Die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen wird dadurch erhöht und mögliche Konfliktsituationen zwischen den Fahrgästen und Ihrem Fahrpersonal werden vermieden.

Die Busfahrer/Busfahrerinnen (gegebenenfalls das Begleitpersonal) sollen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen über die Lautsprecheranlage Einfluss nehmen.

Wie können wir Fahrer/Fahrerinnen auf Sonderfahrten, wie bei der Beförderung von Menschen mit Behinderungen, schützen, wo der Kontakt zu den Fahrgästen unvermeidlich ist?

Grundsätzlich gilt auch hier, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. In der Gefährdungsbeurteilung legt das Unternehmen fest, wie die Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregel belegt werden sollen. Dies führt in der Regel zu einer deutlichen Minderbelegung des Busses. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung soll sich der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin dabei von den Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärztinnen/Betriebsärzten beraten lassen.

Für Kleinbusse (z. B. 9-Sitzer) gibt es Abtrennungen in Form von Folien, die hinter der ersten Sitzreihe angebracht werden. Diese werden von diversen Herstellern angeboten. Im Bereich hinter der Folienabtrennung soll dabei auf eine Außenlüftung geachtet werden. Die erste Sitzreihe (neben dem Fahrer/der Fahrerin) wird freigehalten.

Grundsätzlich muss mit dem Auftraggeber/der Auftraggeberin vorab geklärt werden, wie belastbar die Fahrgäste sind, ob das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung möglich ist und welche weiteren Maßnahmen gegebenenfalls erforderlich sind. Fahrgäste müssen grundsätzlich eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn der Abstand unterschritten wird. Können die Fahrgäste keine Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, muss das Fahrpersonal eine filtrierende Halbmaske (mindestens FFP2) zur Verfügung gestellt bekommen und tragen.

Bei Hilfestellungen mit Unterschreitung des Mindestabstandes, z.B. beim Einsteigen oder Angurten, muss das Fahrpersonal mindestens eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Können die Fahrgäste keine Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, muss das Fahrpersonal eine filtrierende Halbmaske (mindestens FFP2) zur Verfügung gestellt bekommen und tragen. Ist bei Fahrgästen mit z. B. Speichelfluss zu rechnen, ist ein Gesichtsschutz sinnvoll. Zudem sollen Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl benutzen werden. Die Handschuhe werden nach Benutzung in dem mitgeführten Abfallbeutel entsorgt.

Entsprechende Maßnahmen werden in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

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