Entsorgung

TippFaktenblatt Coronavirus EntsorgungFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Entsorgungswirtschaft

Infos zur Abfallsammlung, -sortierung und -behandlung

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Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Entsorgung. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wie kann der Kontakt mit Kunden/Kundinnen organisiert werden?

Wo es möglich ist, sperren Sie den Zugang zu Betriebsbereichen/Gebäuden für Kundinnen und Kunden. Dort wo Kundenverkehr notwendig ist, müssen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, z. B. Abstandsregelungen und die Markierung von Abständen in Wartezonen. Um Anhäufungen von Kundinnen und Kunden zu vermeiden, sollen gegebenenfalls die Öffnungszeiten erweitern werden. Verzichten Sie soweit möglich auf Unterschriften auf Dokumenten, und wickeln Sie den Zahlungsverkehr bargeldlos ab. Im Kundenverkehr ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte erforderlich, z. B. durch Abschrankungen, das Aufstellen von Plexiglasscheiben und ggf. das Anbringen von Bodenmarkierungen.

Wie lassen sich Kontakte im internen Betrieb vermindern oder vermeiden?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Einige Unternehmen sind dazu übergegangen, ganze Betriebsstätten oder Niederlassungen in Gruppen aufzuteilen und versetzt arbeiten zu lassen. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, feste Teams zu bilden.

Die Mitarbeitenden sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach sofort verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll während der Coronakrise nicht zugelassen werden. In den Pausen sollen die Mitarbeitenden Abstand voneinander halten.

Die Arbeitsumgebung muss so gestaltet sein, dass der Mindestabstand zwischen den Beschäftigten gewährleistet ist. Dazu zählen eine entsprechende Anordnung der Arbeitsplätze, ggf. der Einsatz von Abtrennungen oder Absperrungen und nötigenfalls die Festlegung innerbetrieblicher Verkehrswege. In Situationen, in denen der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, müssen die Beschäftigten medizinische Gesichtsmasken tragen.

Es sind außerdem Regelungen für die Nutzung der Umkleide- und Duschräume zu treffen, mit dem Ziel, dass sich verschiedene Teams und Gruppen dort nicht treffen. Den Beschäftigten zu gestatten, den Kleidungswechsel und die Körperhygiene (Duschen) nach der Arbeit nach Hause zu verlagern, ist nicht angezeigt. In Umkleide- und Waschräumen muss durch technische und organisatorische Maßnahmen dafür Sorge getragen werden, dass Beschäftigte, z. B. durch Abstands- oder Richtungsmarkierungen auf Fußböden, Begrenzung der Personenzahl oder zeitlich versetzte Nutzung, genügend Platz erhalten, um die Abstandsregel einhalten zu können. Sanitärräume müssen arbeitstäglich mindestens einmal gereinigt werden.

Prüfen Sie für alle Räume (z. B. Aufenthaltsräume, Teeküche, Besprechungsräume, Büros, Lagerräume) wie viele Personen sich gleichzeitig dort aufhalten können. Bei gleichzeitiger Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (hier ist nicht der kurzzeitige Aufenthalt von mehreren Personen gemeint) ist eine Mindestfläche von 10 m² pro Person empfohlen. Unter Umständen sind Begrenzungen der Anzahl gleichzeitig anwesender Personen erforderlich. Markierungen sind erforderlich, wo sich verschiedene Verkehrsströme mischen oder Warteschlangen bilden können. Beides gilt auch und insbesondere in Bereichen mit Besucherverkehr.

In der Abfallsammlung wird in Teams mit Fahrer/Fahrerin und Lader/Laderin gefahren. Wie sollen sich diese verhalten?

  • Den Start der Fahrzeuge entzerren, um gleichzeitige Anwesenheit/Begegnungen auf dem Betriebshof zu verringern.
  • Feste Teams bilden, um wechselnde Kontakte innerhalb des Unternehmens zu vermeiden. Personelle Wechsel innerhalb der bestehenden Teams vermeiden.
  • Nach morgendlicher Ankunft gleich zum Fahrzeug, kein gemeinsames Frühstücken oder Kaffeetrinken mit den anderen Besatzungen.
  • Im Regelfall fährt der Lader/die Laderin während der Sammelfahrt auf dem Trittbrett mit.
  • Bei der Mitfahrt im Fahrerhaus sind besondere Regeln im Hinblick auf die Maskenpflicht zu beachten. Siehe hierzu nächste Frage "Was ist bei Mehrfachbesetzungen von Fahrzeugen generell zubeachten?".
  • Das Fahrerhaus möglichst oft lüften.
  • Das Fahrzeug regelmäßig mit geeigneten Mitteln (fettlösende Haushaltsreiniger/Spülmittel) reinigen bzw. desinfizieren, insbesondere bei schichtweiser Nutzung eines Fahrzeugs durch verschiedene Teams.
  • Bei größeren Besatzungen, d. h. 1+2, eventuell rotieren. Während der Fahrt zur Entladestelle nur den Einweiser mitnehmen. Der zweite Lader soll im Revier bleiben.
  • Im Fahrzeug sollen Möglichkeiten der hygienischen Händereinigung und -trocknung vorgehalten werden. Dies können z. B. Kanister mit Wasser, Flüssigseife sowie Einmalhandtücher oder geeignete Handdesinfektionsmittel und ggf. verschließbare Abfallbeutel sein.

Was ist bei Mehrfachbesetzungen von Fahrzeugen generell zu beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Wie soll sich die Laderin/der Lader verhalten, die/der die Tonnen transportiert? Ist spezielle Schutzausrüstung nötig?

  • Spezielle Schutzausrüstung für die Atemwege bei der Ladetätigkeit (wie z. B. medizinische Gesichtsmaske) ist nicht erforderlich, weil die Mindestabstände i.d.R. eingehalten werden können. Ist das nicht möglich, muss mindestens die medizinische Gesichtsmaske getragen werden.
  • Nutzen der für unterwegs zur Verfügung gestellten Möglichkeiten zur Händereinigung (Handwaschbecken am Fahrzeug oder Wasserbehälter mit Zapfhahn, Flüssigseife, Einmalhandtücher und verschließbare Abfallbeutel).
  • Deckel der Abfallsammelbehälter geschlossen halten. Nicht in die Behälter greifen.
  • Abfälle nicht anfassen, Heruntergefallenes mit Schaufel oder Greifer bewegen.
  • Den Mindestabstand zu anderen Personen einhalten.
  • Hygienemaßnahmen beachten bezüglich möglicher Kontaktflächen (Fahrzeuginnenraum, Türgriffe), z. B. Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern/Spülmittel. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Hierbei sollten getränkte Einmaltücher genutzt werden. Wenn die Reinigung mittels Eimer und Wischlappen erfolgt, muss danach das Wischwasser und der Lappen gewechselt werden.
  • Von Isopropanol bzw. Ethanol enthaltenden Desinfektionsmitteln solle man besonders im Fahrerhaus absehen, da dadurch zündfähige Gemische entstehen könnten, die sich z. B. beim Anzünden einer Zigarette entzünden könnten. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln wird abgeraten. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.
  • Grundsätzlich Handschuhe vor dem Einstieg ins Fahrerhaus ausziehen und diese, wenn möglich, nicht mit ins Fahrzeug nehmen.
  • Türinnengriffe grundsätzlich nicht mit Handschuhen anfassen.

Wie sollen sich die Mitarbeitenden auf dem Betriebshof verhalten?

  • Schwarz-/Weißtrennung unbedingt weiterhin einhalten! Nicht mit der verschmutzten Arbeitskleidung nach Hause fahren.
  • Zeitliche Abstände zwischen Fahrzeugbesatzungen beim Aufenthalt im Schwarz-/Weiß-Bereich einführen.
  • Duschen mit Seife ist in der jetzigen Situation weiterhin dringend zu empfehlen und der beste Schutz gegen das Virus.
  • Zugang zu den Duschen unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen bei gleichzeitige Nutzung von Räumen.
  • Generell Abstand (mind. 1,5 bis 2 Meter) voneinander halten.
  • Die Sanitärräume müssen arbeitstäglich gereinigt werden.

Wie sollen wir in der Abfallbehandlung den Annahmebereich organisieren?

  • Kontakte minimieren, Abstände für Wartende ermöglichen, Abtrennungen aus Plexiglas und Bodenmarkungen einsetzen.
  • Eingänge papierlos behandeln.
  • Erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellen (z.B. Eingabestifte für Touchscreen- Geräte).
  • Regelmäßige Reinigung von Touchscreens bei automatischen Waageeinrichtungen.
  • Die notwendige Nutzung von Sanitäreinrichtungen durch Fremdpersonal nach Möglichkeit über mobile Einrichtungen gewährleisten, die auch die Möglichkeit bieten, die Hände zu reinigen.

Was ist beim Betrieb von Sortierkabinen zu beachten?

  • Die Besetzung verringern, Abstände vergrößern.
  • Händehygiene ermöglichen, Reinigungsmöglichkeiten in Kabinennähe.
  • Die Handschuhwechsel-Frequenz erhöhen.

Wie vermindern wir die Risiken bei der Leerung städtischer Abfallbehälter (Papierkörbe)?

  • Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden. Bei der Leerung sollten geeignete Hilfsmittel eingesetzt werden.
  • Schutz vor Schmierinfektionen bietet regelmäßiges Händewaschen oder die Desinfektion der Hände.

Wie organisieren wir den sicheren Betrieb von Recyclinghöfen?

  • Zur Vermeidung direkter Kontakte soll die gleichzeitige Anzahl der Kunden/Kundinnen auf dem Hof begrenzt werden.
  • Gegebenenfalls Öffnungszeiten erweitern (Entzerrung) und dies kommunizieren.
  • Abstände vor dem Kassenhäuschen ermöglichen, Abtrennungen und ggf. Bodenmarkierungen installieren; Einweiser müssen Abstand zu den Anliefernden halten. Ist der Abstand nicht zu gewährleisten, müssen Anliefernde/r und Einweisende/r medizinische Gesichtsmasken tragen.
  • Bei der Schadstoffannahme Abstandsregelungen treffen und durch Markierungen verdeutlichen; Kunden/Kundinnen und Beschäftigte sollen sich nicht gleichzeitig im Annahmebereich aufhalten.

Wie gehen wir mit kontaminierten Abfällen um – beispielsweise mit Abfällen aus dem Gesundheitswesen?

Das Robert Koch-Institut gibt zur Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, folgende Empfehlung: 

Die Entsorgung erfolgt nach folgenden Abfallschlüsselnummern (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur „in sporadischen Einzelfällen“ entsprechend infizierte/erkrankte Patienten behandeln, z.B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/erkrankte Patienten „schwerpunktmäßig behandeln“, z. B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.

Der Verband Kommunaler Unternehmen hat Hinweise zur richtigen Entsorgung von Corona-Abfällen zusammengestellt.

Was ist bei der Beförderung von medizinischen Abfällen in loser Schüttung zu beachten?

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM hat Festlegungen für die Beförderung von medizinischen Abfällen getroffen, von denen bekannt oder anzunehmen ist, dass sie mit dem Coronavirus kontaminiert sind. Die Allgemeinverfügung Nr. D/BAM/ADR Aktenzeichen 3.2/012020 Rev. 1 aktualisiert die Anforderungen für die Beförderung in loser Schüttung von UN 3291 (medizinischer Abfall) nach VC 3 gemäß 7.3.3.1 ADR (VC 3: Beförderung in loser Schüttung in besonders ausgerüsteten Fahrzeugen und Containern). Unter anderem sind die erforderlichen bauartbedingten Eigenschaften der Container aufgeführt sowie die Vorgaben, wie flüssige Stoffe und scharfe Gegenstände zu handhaben sind und die Pflicht, Container auf möglicherweise ausgetretenes Ladegut zu untersuchen.

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