Güterkraftverkehr

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus GüterkraftverkehrFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Güterkraftverkehr

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

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Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten im Güterkraftverkehr. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir auf dem Betriebsgelände beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, sollen alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie z. B. das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken. Frachtpapiere und andere Dokumente sollen zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden (Eingangs- und Ausgangskörbe).

Der Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände soll auf ein Minimum beschränkt werden. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können.
Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren. Sorgen Sie dafür, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Weitere Informationen zu Schutzmaßnahmen in den Betriebsgebäuden finden Sie bei den allgemeinen Fragen und Antworten.

Was müssen wir an Be- und Entladestellen beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen direkten persönlichen Kontakt zu Beschäftigten des Versenders oder Empfängers haben, z. B. an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Organisieren Sie möglichst viele Abläufe kontaktfrei, nutzen Sie beispielsweise Eingangs- und Ausgangskörbe für die Frachtpapiere. Wo dies nicht möglich ist, sollen die Fahrerrinnen und Fahrer alternative Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken, ergreifen.

Ein gutes Beispiel: Eine Stückgutkooperation lässt die Empfänger der Sendung auf dem Packstück oder dem Adresslabel unterschreiben. Der Fahrer bzw. die Fahrerin macht dann je ein Foto von dem unterschriebenen Label und von der abgestellten Sendung.

Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen, die regelmäßig gereinigt werden, gewährt wird. Stellen Sie mindestens fließend Wasser, Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, welche aus Risikogebieten kommen und keine Beschwerden haben?

Achten Sie darauf, dass Kontakte von Fahrpersonal mit anderen Beschäftigten im Betrieb nach Fahrtende bzw. vor Beginn der nächsten Tour auf ein absolutes Minimum begrenzt werden. Tragen Sie Sorge dafür, dass sich alle an die allgemeinen Hygieneregeln, wie Händewaschen, das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken etc. halten. Erkundigen Sie sich, welche Beschränkungen durch Einreisesperren für das Fahrpersonal bestehen.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten und beispielsweise aufs Händeschütteln zu verzichten.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen.

Für mobile Beschäftigte kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen kann es zweckmäßig sein, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Damit die Beschäftigten unterwegs geschützt sind, sorgen Sie dafür, dass den Fahrerinnen und Fahrern Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Recherchieren Sie vorab, wo auf ihrer Strecke Versorgungsmöglichkeiten und auch sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen.

Welche Gefahr besteht bei Kontakten bzw. Umgang mit Briefen, Paketen, Lademitteln und Frachtcontainern?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon, oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen.

Bei Problemen an den Autobahnrastanlagen steht den Fernfahrerinnen und Fernfahrern eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9 555 777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Was können Fahrerinnen und Fahrer machen, die unterwegs erkranken?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome müssen auch Fahrerinnen und Fahrer auf der Tour einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) werden Partnerärzte vermittelt. Der Partnerarzt oder die Partnerärztin wird zunächst telefonisch kontaktiert. Nach der Schilderung der Symptome wird er oder sie entscheiden, wie es weitergeht.

Zudem muss auch der Arbeitgeber informiert werden.

Sind Fahrten in oder durch Risikogebiete besonders gefährlich?

Reine Durchfahrten durch Risikogebiete ohne Kontakte zu Menschen sind ungefährlich. Bei Stopps zum Be- und Entladen sollen die oben genannten Hinweise zur Organisation an den Ladestellen beachtet werden. Bei unvermeidlichen Stopps – beispielsweise zum Tanken – müssen Fahrerinnen und Fahrer auf genügend Abstand zu anderen Personen achten. Bei der Rückkehr zum Fahrzeug sollen sie unbedingt ihre Hände mit Seife waschen oder desinfizieren.

Was müssen zweiköpfige Teams im Fahrzeug beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrerin trotz Maske identifiziert werden kann. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von Atemschutzmasken bzw. von medizinischen Gesichtsmasken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Der Umluftbetrieb soll vermieden werden, da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält und Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zugeführt würden. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden.

Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist nicht zulässig. Bei der Anmietung von Pensionen oder Hotels soll für jedes Teammitglied ein einzelnes Zimmer gebucht werden.

Welche Infektionsschutzmaßnahmen sind für Sammelunterkünfte erforderlich?

Legen Sie für die Unterbringung in Sammelunterkünften möglichst kleine, feste Teams fest. Diesen Teams sollen nach Möglichkeit eigene Gemeinschaftseinrichtungen (Sanitärräume, Küchen, Gemeinschaftsräume) zur Verfügung stehen, um zusätzliche Belastungen durch schichtweise Nutzung und notwendige Reinigung zwischen den Nutzungen durch die einzelnen Teams zu vermeiden. Sorgen Sie dafür, dass Schlafräume nur von einer Person belegt werden. Eine Mehrfachbelegung von Schlafräumen ist grundsätzlich nur für Partner/Partnerinnen bzw. enge Familienangehörige zulässig. Halten Sie zusätzliche Räume zur frühzeitigen Isolierung infizierter Personen vor. Unterkunftsräume sollen regelmäßig und häufig gelüftet und gereinigt werden. Küchen in der Unterkunft sollen mit einem Geschirrspüler ausgestattet sein, da die Desinfektion des Geschirrs Temperaturen über 60° C erfordert. Ebenso sollen Waschmaschinen zur Verfügung stehen. Alternativ können Sie einen regelmäßigen Wäschedienst organisieren.

Sollten meine Fahrer während der Coronapandemie die Rollende Landstraße nutzen?

Das sollten Sie davon abhängig machen, ob die Betreiber der RoLa ein ausreichendes Hygienekonzept vorweisen können und dies auch anwenden bzw. durchsetzen. Dazu gehören die Beschränkung der Anzahl der Fahrer pro Abteil bzw. Großraumwaggon und die Maskenpflicht, da der Mindestabstand erfahrungsgemäß nicht sicher eingehalten werden kann. Bei längeren Fahrten sollen Fahrer nicht gemeinsam mit anderen Fahrern in einem Abteil übernachten.  

Welche Maßnahmen müssen wir bei Transporten, die mit Trockeneis gekühlt werden, beachten (z. B. Transport von Impfstoffen)?

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO2) mit einer Temperatur von -78,5 °C. Seine Kühlwirkung beruht vor allem auf der Umwandlung in gasförmiges CO2. Aus einem Kilogramm Trockeneis verdampfen über 500 Liter gasförmiges CO2, welches sich am Boden und in tiefgelegenen Bereichen ansammeln kann.

Daraus ergeben sich folgende Gefährdungen:

  • Direkter Hautkontakt führt in kurzer Zeit zu Kälteverbrennungen.
  • Trockeneis kann beim Verdampfen einen sehr großen Druck aufbauen, der zum Bersten dicht verschlossener Verpackung führen kann.
  • Die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atemluft kann zu körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Tod führen. Ab Überschreiten des Arbeitsplatzgrenzwertes von 0,5 Vol.-% CO2 in der Atemluft können u. a. Kopfdruck und Kopfschmerzen auftreten, ab 4 Vol.-% ist u. a. mit Schwindel zu rechnen und Konzentrationen über 8 Vol.-% führen zu Bewusstlosigkeit mit schnell folgendem Tod.

Halten Sie die folgenden Schutzmaßnahmen ein:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung sowohl beim Transport im Fahrzeug als auch bei der Lagerung.
  • Unterweisen Sie Ihre Beschäftigte vor Aufnahme der Tätigkeit über die Gefährdungen und die zu ergreifenden Maßnahmen.
  • Statten Sie Ihre Beschäftigten mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (z. B. Kälteschutzhandschuhe, gegebenenfalls Schutzbrille) aus.
  • Verwenden Sie nur unbeschädigte Transportbehälter und -verpackungen, die auch für die Kühlung mit Trockeneis geeignet sind (Transportboxen und Vorratsbehälter dürfen nicht gasdicht sein).
  • Beugen Sie sich nicht in solche Behälter hinein. Im Inneren von Behältern mit Trockeneis ist mit lebensbedrohlichen CO2-Konzentrationen zu rechnen.
  • Transportieren Sie die trockeneisgekühlten Impfstoffe ausschließlich mit Fahrzeugen, welche über eine gasdichte Trennung zwischen Laderaum und Fahrerhaus verfügen.
  • Belüften Sie die Laderäume vor Betreten unbedingt ausreichend.

Weitere Informationen und Maßnahmen für den Umgang mit trockeneisgekühlten Impfstoffen finden Sie hier:

FB AKTUELL FBRCI-102 „Maßnahmen zum sicheren Transport durch Trockeneis gekühlter Impfstoffe"

"Mit Trockeneis gekühlte Impfstoffe - Handlungshilfe für Verpacker/innen, Fahrer/innen und Entpacker/innen" (PDF)

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