Möbelspedition

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus MöbelspeditionFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Möbelspedition

Informationen zur Verringerung des Infektionsrisikos
Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Möbelspedition. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir bei Privatumzügen beachten?

Vor oder beim Betreten sowie nach dem Verlassen von Wohnungen oder Büroräumen müssen die Hände gründlich mit Seife gereinigt werden (mindestens 30 Sekunden). Alternativ dazu können die Hände desinfiziert werden. Das verwendete Desinfektionsmittel muss mindestens begrenzt viruzid sein. Der Abstand zu Kundinnen und Kunden soll mindestens 1,5 Meter betragen. Kann der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden, müssen sowohl Kundinnen und Kunden als auch Beschäftigte mindestens eine medizinische Gesichtsmaske tragen.

Sofern die Kundinnen und Kunden erkennbar an Symptomen wie Fieber, Husten oder Atemnot leiden, soll das Umzugsteam die Arbeiten nicht aufnehmen, solange nicht sichergestellt ist, dass die Mitglieder des Umzugsteams auf keinen Fall mit den betroffenen Kundinnen und Kunden in Kontakt kommen. Umzüge in oder aus Senioren- oder Pflegeheimen bedürfen der Absprache mit der jeweiligen Hausleitung. Für die Zeit des Umzugs muss der Kontakt des Teams zu Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zum Heimpersonal unterbunden werden.

Bei Montage- oder Tragearbeiten kann mitunter der Abstand von 1,5 Metern untereinander nicht eingehalten werden. In diesen Fällen soll mindestens eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden. Im richtigen Umgang mit einer medizinischen Gesichtsmaske müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Ansprechpersonen sind die Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte und Betriebsärztinnen.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von Atemschutzmasken bzw. von medizinischen Gesichtsmasken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Informieren Sie Kundinnen und Kunden sowie Auftraggeberinnen und Auftraggeber über erforderliche Schutzmaßnahmen bei berufsbedingten Kontakten. Stimmen Sie mit ihnen sowie gegebenenfalls mit weiteren tätig werdenden Unternehmen bei Bedarf Schutzmaßnahmen ab (z. B. wenn sich am Arbeitsort Personen in angeordneter häuslicher Isolierung oder mit ungeklärten Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion befinden).

Was müssen wir bei Fahrten mit mehrköpfigen Teams beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrerin trotz Maske identifiziert werden kann. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von Atemschutzmasken bzw. von medizinischen Gesichtsmasken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Der Umluftbetrieb soll vermieden werden, da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält und Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zugeführt würden. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden.

Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist nicht zulässig. Bei der Anmietung von Pensionen oder Hotels soll für jedes Teammitglied ein einzelnes Zimmer gebucht werden.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten. Ist dies nicht möglich, muss mindestens eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden.  Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für Fahrpersonal kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen ist es zweckmäßig, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Durch welche organisatorische Maßnahmen können wir die Infektionsgefahr mindern?

Stellen Sie kleine feste Teams und Fahrzeugbesatzungen zusammen. Das reduziert die Zahl der Kontakte und sorgt dafür, dass bei einer Infektion nur ein Team in Quarantäne geschickt werden muss und nicht die Mitarbeitenden aus verschiedenen Teams. Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten sind sie vor der Übergabe gründlich zu reinigen.

Gewährleisten Sie durch organisatorische Maßnahmen (z. B. durch die Beschaffung zusätzlicher Arbeitsmittel), dass Arbeitsmittel bzw. Werkzeuge nach Möglichkeit nur jeweils von einer Person verwendet/benutzt werden, um die Gefahr von Schmierinfektionen zu verringern.

Ist die personenbezogene Nutzung von Arbeitsmitteln bzw. Werkzeugen nicht möglich, sollen diese vor dem Weiterreichen mit handelsüblichen Haushaltsreinigern gereinigt werden. Insbesondere Oberflächen, mit denen die Beschäftigten in Kontakt gekommen sind, etwa durch Tröpfchenabgabe beim Sprechen, müssen gereinigt werden. Solche Oberflächen sind beispielsweise Tischplatten, IT-Geräte, Telefonhörer, Lenkräder, Schalthebel oder Werkzeuge. Auch Bedienfelder von Arbeitsmitteln, die von unterschiedlichen Beschäftigten genutzt werden müssen, müssen regelmäßig gereinigt werden. Eine vorsorgliche Flächendesinfektion wird nicht als notwendig erachtet.

Es ist auch sinnvoll, den Teams feste Fahrzeuge zuzuweisen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu regelmäßigen Reinigungen des Innenraums mindestens mit der Übergabe eine gründliche Innenreinigung durchgeführt werden.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon, oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo es Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen gibt. Bei Problemen an den Autobahn-Rastanlagen, steht eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9555777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Welche Gefahr besteht bei Kontakten/Umgang mit Ladegut und Lademitteln?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Achten Sie dennoch auf ausreichende Handhygiene.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen müssen jedoch bei Umzugsgut von infizierten Personen getroffen werden. Hier müssen die Oberflächen vor dem Verladen gründlich mit Haushaltsreiniger abgewischt werden. Dafür sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Was soll das Umzugspersonal bei einer Erkrankung unterwegs machen?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome während der Tour soll das Umzugspersonal einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) können sie die Rufnummern von Partnerärztinnen und -ärzten erfragen.

Auf keinen Fall darf ein unterwegs erkranktes Mitglied des Umzugsteams mit dem übrigen Team weiter- oder zurückfahren. Für diesen Fall müssen im Unternehmen individuelle Verfahren festgelegt werden.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, die gesundheitliche Beschwerden anmelden?

Wenn die Beschäftigten Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollen sie – nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und auf keinen Fall weiter auf dem Betriebsgelände bleiben. Sofern eine Infektion bestätigt wird, müssen Beschäftigte sowie Kundinnnen und Kunden informiert werden, mit denen infizierte Beschäftigte Kontakt hatten.

Was müssen wir an Lade- und Entladestellen von Herstellerunternehmen und Handel beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen persönlichen Kontakt zu anderen haben, zum Beispiel an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Wenn Unternehmen keinen betriebsfremden, potenziell infektiösen Personen Zugang zu den eigenen Betriebsräumen gewähren wollen, sollen mindestens Wasser (z. B. im Kanister), Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung gestellt werden. Eine Alternative dazu sind Handdesinfektionsmittel, die gegen Viren aktiv sind (mindestens begrenzt viruzid).

Welche Maßnahmen müssen wir im Betrieb ergreifen?

Der Arbeitgeber muss alle geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen treffen, um betriebsbedingte Personenkontakte zu reduzieren. Die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen ist auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren. Wo Beschäftigte den Abstand von 1,5 Meter zueinander und zu anderen Personen nicht einhalten können, müssen alternative Schutzmaßnahmen, wie das Anbringen von geeigneten Abtrennungen, Lüftungsmaßnahmen oder – wenn das nicht möglich ist – das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken, getroffen werden.

Durch eine Abtrennung darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Achten Sie auf eine ausreichende Stabilität und vermeiden Sie spitze Ecken oder scharfe Kanten.

Büroarbeit soll möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Auch für Arbeiten im Homeoffice gelten das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz. Regelungen zu Arbeitszeiten und Erreichbarkeit sollen getroffen werden.

Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen müssen Sie für einen ausreichenden Abstand sorgen. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Organisieren Sie die Arbeitsprozesse so, dass persönliche Kontakte zwischen den Beschäftigten auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Beispielsweise können Frachtpapiere und andere Dokumente mit Hilfe von Eingangs- und Ausgangskörben zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden. Die Beschäftigten sollen erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn das Betriebsgelände betreten und es nach Arbeitsende umgehend verlassen.

Prüfen Sie auch die Einführung von Homeoffice und/oder eines Schichtbetriebs in Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Damit können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Wir empfehlen, den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum zu beschränken. Besprechungen können stattdessen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher sollen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

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