Telekommunikation

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus TelekommunikationFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Telekommunikationsunternehmen

Die Faktenblätter Coronavirus der BG Verkehr befinden sich derzeit in Überarbeitung.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Telekommunikationsunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wie können wir Beschäftigte im Außendienst schützen?

Beschäftigte mit Tätigkeiten vor Ort bei Kundinnen und Kunden haben berufsbedingt Kontakt mit Mitmenschen. Die große Herausforderung besteht darin, die Kontaktzahl auf ein Minimum zu beschränken. Aufschiebbare Tätigkeiten sollen in Abstimmung mit der Kundschaft auf einen späteren (coronafreien) Zeitpunkt verlagert werden. Störungsbeseitigung hat Vorrang.

Bei Kundenkontakten sollen soweit möglich Abstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen FFP2-Masken zur Verfügung gestellt und getragen werden. Aus Gründen des Infektionsschutzes sollen FFP2-Masken ohne Ausatemventil gewählt werden. Dabei muss die Tragzeitbegrenzung gemäß DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" beachtet werden. Der richtige Umgang mit FFP2-Masken muss unterwiesen werden. Weiteres zum Einsatz von FFP2-Masken lesen Sie in den "Allgemeinen Fragen und Antworten" zur der Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?".

Bei sichtbaren Anzeichen einer Erkrankung des Kunden/der Kundin muss der Einsatz abgebrochen werden.

Beschäftigte mit Tätigkeiten im öffentlichen Bereich (Kabelkanal, Kabelverzweiger (KVz) an der Straße etc.) sind in der Regel ohne Kontakt mit Dritten. Hier sind die üblichen Hygieneregeln einzuhalten.

Beschäftigte mit Tätigkeiten in Technikgebäuden (Vermittelnde Netzknoten (VNKs), Fernmeldetürmen etc.) sind in der Regel auch ohne Kontakt mit Dritten. Falls mehrere Techniker oder Technikerinnen in einem Raum arbeiten, müssen auch hier die Hygiene-, insbesondere die Abstandsregeln eingehalten werden. Zumindest sollte ein Abstand von wenigstens 1,5 bis 2 Metern zu Personen gehalten und auf direkten Körperkontakt verzichtet werden.

Die Arbeitsabläufe bei den vorgenannten Tätigkeiten sollen dahingehend geprüft werden, ob Einzelarbeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls empfehlen wir, möglichst kleine, feste Teams (z. B. zwei bis drei Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte innerhalb der Betriebsangehörigen bei Fahrten und Arbeitseinsätzen außerhalb der Betriebsstätte zu reduzieren. Zusätzlich sollen für diese Tätigkeiten Einrichtungen zur häufigen Handhygiene in der Nähe der Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Einteilung in Teams von vollständig geimpften oder genesenen Beschäftigten bzw. nicht geimpften oder bisher nicht erkrankten Beschäftigten ist sinnvoll. Die Einteilung in feste Teams soll dabei erhalten bleiben.

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen sie, insbesondere vor der Übergabe an andere Personen, regelmäßig gereinigt werden. Bei vollständig geimpften oder genesenen Personen ist eine personenbezogene Nutzung von Arbeitsmitteln und Werkzeugen nicht erforderlich.

Mahlzeiten sollen nicht an belebten Orten konsumiert werden.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Im Außendienst kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen sollen Firmenfahrzeuge mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion und mit Papiertüchern und Müllbeuteln ausgestattet werden.

Was müssen wir in Betriebsgebäuden beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, müssen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von mindestens medizinischen Gesichtsmasken ergreifen.

Auch betriebsfremde Personen müssen bei unzureichenden Abständen in Ihren Betriebsgebäuden mindestens medizinische Gesichtsmasken tragen. Verweigern sie dies, soll ihnen der Zutritt verwehrt werden.

Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen muss für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Passen Sie die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) so an, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in der Verwaltung und anderen Innendienstabteilungen, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren. Zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht soll ein zeitlicher Abstand liegen. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, das wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Alle Räume müssen regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Das verhindert die Infektion durch Coronaviren, die sich an Aerosole anhaften. Detaillierte Hinweise dazu finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Darf auf Funkstandorten gearbeitet werden, wenn die Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz (PSAgA) und Rettungsausrüstungen (RA) länger als ein Jahr zurückliegt? Wie wird diese Unterweisung während der Coronapandemie durchgeführt?

Durch die während der Coronapandemie bestehenden Einschränkungen können die Unterweisungen zur Anwendung von PSAgA nicht wie gefordert eingehalten werden. Nach § 31 DGUV Vorschrift 1 müssen für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen, Unterweisungen mit Übungen durchgeführt werden. Hierunter fällt zum Beispiel auch die Durchführung von Rettungsübungen.

Der Unternehmer und die Unternehmerin muss in der Gefährdungsbeurteilung u. a. beurteilen, ob zum Beispiel im Umgang mit PSAgA und RA erfahrene und bereits mehrfach unterwiesene Benutzer und Benutzerinnen eingesetzt werden oder solche, die noch nicht oder nur selten mit PSAgA gearbeitet haben. Dabei können unterschiedliche Unterweisung-, Übungs- und Einsatzszenarien festgelegt werden.

Weitere Empfehlungen zu dieser Problematik hat das Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz/Rettungsausrüstungen“ des Fachbereichs PSA in einer FB AKTUELL "Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz während der Coronavirus-Pandemie" herausgegeben.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien in Verkaufsstellen vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben oder aufgespannte Schutzfolien schützen Beschäftigte in Verkaufsstellen vor der Infektion mit SARS-CoV-2 durch Tröpfchen aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden. Gleiches gilt, wenn an nebeneinanderliegenden Schaltern zwischen den Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Der obere Rand der Abtrennung muss für Sitzarbeitsplätze mindestens 1,5 Meter über dem Boden liegen, für Steharbeitsplätze sowie bei Sitzarbeitsplätzen mit stehenden Kunden mindestens 2 Meter über dem Boden. Die Abtrennung soll möglichst breit sein und kann – falls nötig – Öffnungen außerhalb des Atembereichs (zum Beispiel zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des Kartenlesegerätes, zur Vertrags-, Dokumenten- und Schlüsselübergabe) aufweisen. Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu müssen beispielsweise eine ausreichende Stabilität gewährleistet sein und spitze Ecken oder scharfe Kanten vermieden werden. Beide Seiten der Abtrennung sollen arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gereinigt werden. Zu diesem Thema hat der Fachbereich Handel und Logistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Abtrennungen zwischen Beschäftigten und Kunden/Kundinnen (Kassenarbeitsplätze, Beratungsplätze) sind auch bei vollständig geimpften oder genesenen Beschäftigten weiter erforderlich.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund ist auf eine gute und regelmäßige Lüftung zu achten. An Wartebereichen (z. B. Kasse, Theke) können Markierungen für einen ausreichenden Kundenabstand untereinander und zum Abstand zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Weiteren Schutz bietet die Forcierung bargeldloser Bezahlung.

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