Sinneswandel beim Platooning

Bringt Platooning, der Verbund per Funk gekoppelter Lkw, doch nicht die erhofften Vorteile? Daimler will nun aus der Entwicklung aussteigen.

Beim Platooning fahren zwei oder mehrere Lkw per Funk gekoppelt hintereinander. Während der Fahrer im ersten Truck steuert, überwachen die Fahrer der hinteren Lkw nur noch die Technik und greifen im Notfall ein. Die Befürworter dieser neuen Technologie erhoffen sich davon mehr Sicherheit und nicht zuletzt eine Einsparung bei den Spritkosten.

Diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt, meinen Vertreter der Lkw-Sparte von Daimler. Der Stuttgarter Konzern hat deshalb auf den Konsumelektronik-Messe CES in Las Vegas bekannt gegeben, dass er die Entwicklung digital gekoppelter Lasterkonvois nicht weiter verfolge. Stattdessen werde man sich im Nutzfahrzeuggeschäft auf die Entwicklung weitgehend autonom fahrender Lkw konzentrieren.

Daimler habe das Platooning mehrere Jahre lang vor allem in den USA getestet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Ergebnisse zeigten, dass die Einsparungen selbst unter optimalen Platooning-Bedingungen in der Praxis geringer ausfallen als erhofft. Wenn die einzelnen Fahrzeuge des Platoons voneinander getrennt werden, müssen die Lkw jedes Mal beschleunigen, um wieder aufzuschließen. Dadurch würde zusätzlicher Kraftstoff verbraucht und das Einsparpotenzial sinke, so Daimler.

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