ABS Bonifer gewinnt Wettbewerb "Unterwegs – aber sicher"

Die Offenbacher Gefahrgutspedition ABS Bonifer hat ein umfangreiches Präventionsprogramm für die Vermeidung von Abbiegeunfällen umgesetzt – beraten von der BG Verkehr. Auf der Fachmesse A+A in Düsseldorf nahm Firmenchef Andreas Bonifer dafür den Preis im Wettbewerb "Unterwegs – aber sicher" entgegen, den der VDSI und der DVR gestiftet haben.

Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel. Diesen Grundsatz verfolgt die Gefahrgutspedition ABS Bonifer aus Offenbach schon seit vielen Jahren konsequent. Deshalb haben die Geschäftsführer Stefan und Andreas Bonifer einer besonders tückischen Unfallart den Kampf angesagt. Bei Abbiegeunfällen übersieht der Lkw-Fahrer Radfahrer oder Fußgänger, die sich während des Abbiegevorgangs auf der rechten, schlecht einsehbaren Seite des Fahrzeugs befinden. Erfasst das Fahrzeug die schwächeren Verkehrsteilnehmer, sind zumeist schwerste Verletzungen oder gar Todesopfer zu beklagen. Die Lkw-Fahrer werden von dem Unfallereignis häufig schwer traumatisiert und haben Probleme, ihre Arbeit wiederaufzunehmen.

Beraten von der BG Verkehr setzte das Unternehmen für die Fahrer seiner 450 Tankfahrzeuge ein umfassendes betriebliches Präventionsprogramm um. Das überzeugte auch die Jury des renommierten Wettbewerbs "Unterwegs – aber sicher", den der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gemeinsam ausschreiben. Während des Kongresses auf der Internationalen Fachmesse A+A Ende Oktober in Düsseldorf nahm Bonifer-Prokurist Wolfgang Schott die Auszeichnung entgegen.

Spiegeleinstellplätze auf den Betriebshöfen installiert

ABS Bonifer hatte in mehreren Punkten Ideen und Konzepte der Präventionsexperten der BG Verkehr aufgegriffen und sie zielgerichtet in seinem Betrieb umgesetzt. "Eine wichtige Voraussetzung für die Vermeidung von Abbiegeunfällen sind korrekt eingestellte Spiegel. Um dem Fahrer ein einwandfreies Einstellen der Spiegel zu ermöglichen, haben wir auf unseren Betriebshöfen Spiegeleinstellplätze installiert", erläutert Stefan Bonifer. Mit dem dazugehörigen Aushang ist der Fahrer in der Lage, alle Spiegel korrekt einzustellen, um so den toten Winkel zu eliminieren. Die Einstellung der Spiegel ist bei ABS Bonifer Teil der Ausbildung für neue Fahrer.

Kamera-Monitor-Systeme eliminieren den toten Winkel

Zweiter Kernpunkt des Konzeptes ist die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Kamera-Monitor-Systemen. Diese helfen durch eine bessere Sicht in die Bereiche neben dem Fahrzeug, Abbiegeunfälle zu vermeiden. Die Abbiegekamera schaltet sich immer dann ein, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Bei ABS Bonifer gehört es seit 2015 zum Standard, dass jede Zugmaschine über eine Abbiegekamera verfügt. Rückfahrkameras werden bereits seit dem Jahr 2000 standardmäßig im Fuhrpark eingesetzt.

Permanente Aus- und Weiterbildung für die Fahrer

Neben den technischen und organisatorischen Maßnahmen steht die intensive Aus- und Weiterbildung der Fahrer bei ABS Bonifer im Mittelpunkt. Jeder neue Fahrer erhält vor seinem Einsatz für ABS Bonifer eine vier- bis sechswöchige Ausbildung mit einem Lehrfahrer. Während der Ausbildung absolviert der Fahrer eine Vielzahl an Schulungen, die weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Vor allem das Defensive Driving Training, die Unfallverhütungsschulung und das Rangiertraining sind wichtige, sicherheitsrelevante Schulungen. Die Themen "Sichtbarrieren" und "Toter Winkel" werden dabei explizit angesprochen und geübt. Die Ausbildung endet mit einer Abnahmefahrt, die ein Master Driver begleitet. Absolviert der neue Fahrer diese Fahrt erfolgreich, erhält er die Freigabe für ABS Bonifer. Auch nach Abschluss der Ausbildung werden die Schulungen und Trainings regelmäßig aufgefrischt.

Know-how bei der BG Verkehr

Die Prävention von Abbiegeunfällen gehört seit vielen Jahren zu den Beratungsschwerpunkten der BG Verkehr. Informationen gibt es bei den jeweils zuständigen Aufsichtspersonen.

Bild: Gemeinsame Freude über ein durchdachtes Präventionskonzept: VDSI-Geschäftsführer Karlheinz Kalenberg, Wolfgang Schott, Lars Dolacinski (beide ABS Bonifer), Michael Fischer, Fachgruppenleiter Verkehrssicherheit bei der BG Verkehr und Dr. Jörg Hedtmann, Leiter des Geschäftsbereichs Prävention bei der BG Verkehr (von links).

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