Sicheres Arbeiten rund ums Rollfeld

Die neue DGUV-Branchenregel „Luftfahrt“ bündelt die wichtigsten Regeln für risikoarmes und gesundes Arbeiten bei der Abfertigung von Verkehrsflugzeugen. Sie steht ab sofort zum Download bereit.

Unternehmen, die an Flughäfen arbeiten und an der Abfertigung von Verkehrsflughäfen beteiligt sind, können ab sofort auf gebündeltes Expertenwissen in Sachen Arbeitsschutz zurückgreifen. Die neue DGUV-Branchenregel 114-606 „Luftfahrt: Abfertigung von Verkehrsflugzeugen“ beschreibt die Infrastruktur des Flughafens, verkehrsrechtliche Vorschriften, abgestimmte Gefährdungsbeurteilungen sowie die gemeinsame Nutzung von sicheren und geeigneten Arbeitsmitteln auf dem Flughafenvorfeld.

Eng verzahnte Zusammenarbeit und Zeitdruck als Risikofaktoren

„Die Besonderheit bei der Abfertigung von Verkehrsflugzeugen ist, dass Beschäftigte mehrerer Unternehmen und Gewerke auf engstem Raum zusammenarbeiten und ihnen zugleich nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht, um das Flugzeug startklar zu machen“, sagt Martin Küppers, Kompetenzfeldleiter der BG Verkehr und Leiter des Sachgebiets Luftfahrt und Flugplätze der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Diese Kombination aus eng verzahnter Zusammenarbeit und Zeitdruck sei besonders risikobehaftet. „Daher legen wir in der neuen Branchenregel ein Hauptaugenmerk auf die Funktion des Koordinators, der vor Ort überwacht, dass gemeinsam festgelegte Anweisungen und Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Damit sorgt er nicht nur für eine pünktliche, sondern vor allem für eine sichere Abfertigung.

Alle Gewerke bei der Abfertigung werden vorgestellt

Auch alle anderen Gewerke, die erforderlich sind, um ein Flugzeug abzufertigen, werden in der Branchenregel in den Fokus genommen und mit ihren verschiedenen Tätigkeiten und Arbeitsplätzen vorgestellt. „Einige von ihnen sind beispielsweise unter ergonomischen Gesichtspunkten besonders schwierig“, sagt Küppers. „Dazu zählen die knienden und manchmal sogar liegenden Tätigkeiten in den Fracht- und Gepäckräumen, wenn die Koffer der Reisenden im Bauch des Flugzeugs verstaut werden müssen.“ Im entsprechenden Kapitel wird geschildert, wie sowohl sinnvolle technische Mittel zur Ausübung der Tätigkeit als auch ein gesundheitlicher Ausgleich für die Beschäftigten aussehen können.

Unter Beteiligung externer Fachleute entwickelt

An der Branchenregel waren Experten der BG Verkehr und der DGUV beteiligt, welche die Inhalte gemeinsam mit externen Fachleuten und Praktikern konzipiert haben.

Die DGUV-Regel 114-606 „Branche Luftfahrt“ können Interessierte jetzt in der Publikationsdatenbank kostenfrei als PDF herunterladen. Unter dem unten angegebenen Link kann sie auch in der Druckversion bestellt werden.

Umsetzung arbeitsschutzrechtlicher Vorgaben leichtgemacht

Die Branchenregeln der gesetzlichen Unfallversicherung setzen kein eigenes Recht, sondern fassen das vorhandene komplexe Arbeitsschutzrecht für die Akteure einer bestimmten Branche verständlich zusammen. Sie umfassen die wichtigsten Präventionsmaßnahmen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzziele zu erreichen. Die Branchenregeln stellen eine praktische Arbeitshilfe für den betrieblichen Alltag dar und unterstützen bei der Gefährdungsbeurteilung. Charakteristisch ist der hohe Praxisbezug. Symbole vereinfachen das Auffinden von Informationen, konkrete Beispiele und Bilder veranschaulichen die Handlungsanweisungen. Angesprochen werden neben Unternehmerinnen und Unternehmern auch Beschäftigte in den Firmen. Einen großen Nutzen aus den Branchenregeln ziehen auch Personal- und Betriebsrat, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Sicherheitsbeauftragte.

Zur DGUV-Regel 114-606 „Branche Luftfahrt“

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