Warngeräusch für Elektrofahrzeuge gefordert

Ab Juli 2021 müssen alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Warngeräusch von sich geben, damit Fußgänger sie besser hören können. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) fordert einen sofortigen Einbau der Warnsysteme.

Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für Fußgänger und Radfahrer eine Unfallgefahr dar. Gefährdet sind vor allem blinde und sehbehinderte Menschen, die im Verkehr auf die Wahrnehmung von Fahrzeuggeräuschen angewiesen sind. Ein Fußgänger hört ein elektrisch betriebenes Auto bei einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern erst, wenn es weniger als acht Meter entfernt ist. Das entspricht einer Zeitspanne von eineinhalb Sekunden bis zum Aufprall, so der DBSV. Bei höheren Geschwindigkeiten sorgen die Reifengeräusche dafür, dass herannahende Fahrzeuge besser gehört werden. 

Laut einer EU-Verordnung soll ab 2021 mithilfe eines Warnsystems („Acoustic Vehicle Alerting System“ = AVAS) Abhilfe geschaffen werden. Weil das Problem aber bereits heute besteht, macht sich der DBSV für einen sofortigen Einbau stark. Das Warnsignal solle bis zu einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern ertönen, fordert der Verband. Außerdem dürften die Fahrzeuge keinen Schalter haben, mit dem das Geräusch abgeschaltet werden kann.

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) teilt die Sicherheitsbedenken des DBSV gegenüber lautlosen E-Kraftfahrzeugen: Bis ein Warngeräusch verpflichtend ist, gibt es eine Sicherheitslücke. Jeder Halter sollte sich dessen bewusst sein und schon jetzt ein AVAS einbauen lassen.

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