Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will mit Änderungen in der Straßenverkehrsordnung für mehr Sicherheit von Fahrradfahrern sorgen. Die Novelle umfasst auch eine Reduzierung der Geschwindigkeit von rechtsabbiegenden Lkw.

Die vom Bundesverkehrsminister vorgeschlagenen Änderungen sehen unter anderem ein generelles Halteverbot auf den mit einer gestrichelten weißen Linie markierten Radfahrer-Schutzstreifen vor. Ein Mindestabstand für das Überholen von Fahrradfahrern von 1,5 Metern innerorts und von 2 Metern außerorts soll festgeschrieben und an Engstellen ein Überholverbot angeordnet werden können. Außerdem will der Minister das Parkverbot vor Kreuzungen und Einmündungsbereichen ausweiten und ein Piktogramm „Lastenfahrrad" einführen, um diesen mehr Parkflächen und Ladezonen vorzuhalten.

Weil es hier immer wieder zu Unfällen mit Radfahrern kommt, soll Lkw-Fahrern beim Rechtsabbiegen innerorts Schrittgeschwindigkeit (7 bis 11 km/h) vorgeschrieben werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) begrüßt diesen Vorschlag, spricht sich aber für eine stärkere Trennung des Radverkehrs vom motorisierten Verkehr aus. „Aktuell können Lkw und Nutzfahrzeuge zwar freiwillig mit Abbiegeassistenten nachgerüstet werden oder langsamer fahren. Effektiver ist es jedoch, wenn Gefahrensituationen gar nicht erst entstehen“, so DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner. Entsprechende Infrastrukturmaßnahmen wie "Protected Intersections", die es in den Niederlanden schon lange gebe, seien eine Lösung. Bei diesem Konzept einer "geschützten Kreuzung" sind Fahrzeuge durch mehr Platz von kreuzenden Radfahrern getrennt. Dadurch und mithilfe von Verkehrsinseln, die an den Ecken in die Kreuzungen hineinragen, haben Rechtsabbieger mehr Zeit und eine bessere Sicht, um Radfahrer zu erkennen.

Der Bundesverkehrsminister plant, noch im Sommer eine Ressortabstimmung und Länder- und Verbändeanhörung auf den Weg zu bringen, so dass die Verordnung baldmöglichst in Kraft treten kann.

Weitere Informationen des Bundesverkehrsministeriums

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