Krank zur Arbeit

Bei einer Befragung des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung gaben 76 Prozent an, mindestens einmal im Jahr trotz Krankheit zur Arbeit gekommen zu sein. Nicht selten führt dieses als Präsentismus bezeichnete Verhalten zu unerwünschten Folgen.

Von den 16.000 Beschäftigten, die das Institut befragte, gaben 22 Prozent an, sogar entgegen dem ärztlichen Rat zur Arbeit gegangen zu sein. Vor allem Frauen und Beschäftigte unter 40 Jahre neigen dazu und nennen als Gründe angehäufte und dringende Arbeiten und Termine, den Wunsch, den Kollegen nicht zur Last zu fallen, und fehlende Vertretung. Die möglichen Folgen: Ein erhöhtes Fehler- und Unfallrisiko, eine zunehmende Ansteckungsgefahr oder die Verschleppung von Krankheiten. Das wiederum führt laut Berechnungen von amerikanischen Wissenschaftlern zu Folgekosten, die deutlich höher sein können als jene, die durch das Fernbleiben vom Arbeitsplatz entstehen.

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung rät Unternehmen zu einer Aufklärung über die Risiken von Präsentismus. Allerdings seien Maßnahmen nur dann erfolgreich, wenn auch das Top-Management mitziehe und das eigene Verhalten im Krankheitsfall hinterfrage.

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