Luftfahrt: Das gesonderte Verfahren zum Biomonitoring wird beendet

Seit Mai 2017 bietet die BG Verkehr dem fliegenden Personal nach einem erlebten Fume and Smell Event ein gesondertes Biomonitoring an. Das Sonderverfahren endet im September dieses Jahres, die Ergebnisse werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie ausgewertet.

Die BG Verkehr hatte das Biomonitoring 2017 initiiert, um den Gesundheitsbeschwerden von Crewmitgliedern nach einem Fume and Smell Event nachzugehen. Es wurden die Werte erhoben, die nach aktuellem Wissensstand mit den Geruchsereignissen in Verbindung gebracht werden. Dabei handelt es sich vor allem um Substanzen aus der Gruppe der Organophosphate und insbesondere aus der Gruppe flüchtiger organischer Lösemittel.

Um den Crewmitgliedern die Möglichkeit der Teilnahme rund um die Uhr zu ermöglichen, waren Durchgangsärzte an flughafennahen Kliniken in das Verfahren eingebunden. Das gesamte Verfahren von der Probengewinnung über den Versand bis zur Analyse hatte das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) einheitlich standardisiert nach wissenschaftlichen Kriterien vorbereitet. Das Institut übernahm die Auswertung der Proben, deren Ergebnisse auch den Betroffenen zur Verfügung gestellt wurden.

Inzwischen verfügt das IPA über eine ausreichende Anzahl an Proben, um eine wissenschaftliche Auswertung vorzunehmen. Aus diesem Grund werden die Probenahmen im Rahmen des Projekts Ende September 2019 beendet.

Die BG Verkehr bedankt sich bei allen Unterstützern des Projektes und insbesondere bei den Betroffenen, die bereit waren, an dem Biomonitoring teilzunehmen. Das IPA wird nun mit der Auswertung beginnen. Mit Ergebnissen ist voraussichtlich Mitte nächsten Jahres zu rechnen. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen wird getroffen, sowie die Ergebnisse aus der Studie vorliegen.

Die BG Verkehr rät Betroffenen, bei gesundheitlichen Beschwerden nach einem Fume Event, nach der Landung in Deutschland auch weiterhin ohne Verzögerung einen der rund 4.000 in Deutschland tätigen Durchgangsärzte aufzusuchen. Diese können nach eigenem Ermessen weitere Ärzte hinzuziehen. Allen Crew-Mitgliedern wird auch weiterhin das so genannte Standard-Untersuchungsverfahren angeboten. Es wurde in Abstimmung mit dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) unter Beteiligung der Medizinischen und Betriebsärztlichen Dienste der Fluggesellschaften, Flugbetriebe, der BG Verkehr, Vertretern von Fliegerärzten, Crews und Fluggesellschaften sowie der Wissenschaft entwickelt und Anfang 2017 in Abstimmung mit dem BDL aktualisiert. 

Informationen zum zeitlich begrenzten Biomonitoring

Informationen zum Thema Kabinenluft 

Fragen und Antworten zu Fume-and-Smell-Events 

Informationen zum Standardverfahren (PDF)

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