Gerechtigkeit am Arbeitsplatz hat Einfluss auf die Gesundheit

Wenn Beschäftigte den Eindruck haben, dass es in ihrem Betrieb nicht fair zugeht, hat das nicht nur negative Auswirkungen auf die Motivation. Auch gesundheitliche Beschwerden können die Folge sein. Das zeigt eine Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK.

In seinem "Fehlzeiten-Report 2020" stellt das Institut den Zusammenhang zwischen Verhalten der Verantwortlichen im Betrieb und Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Beschäftigte, die sich von ihrer Führungskraft gerecht behandelt fühlen, sind danach zufriedener und fühlen sich stärker an das Unternehmen gebunden. So kommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihren Vorgesetzten die besten Noten für Fairness geben, durchschnittlich auf 12,7 Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr. Dagegen weist die Gruppe der Berufstätigen, die ihre Vorgesetzen als eher ungerecht wahrnehmen, im Durchschnitt 15,0 Fehltage auf.

Fast ein Viertel der Beschäftigten, die sich von ihrem Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen, berichtet über Gefühle der Gereiztheit wie Wut und Ärger (23,3 Prozent), rund ein Fünftel über Lustlosigkeit (21,2 Prozent), Erschöpfung (19,7 Prozent) oder Schlafstörungen (18,1 Prozent). Auch körperliche Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen (25,8 Prozent) oder Kopfschmerzen (10,2 Prozent) werden häufig genannt.

Beschäftigte, die ihr Unternehmen und ihre Führungskraft als fair empfinden, fühlen sich im Betrieb gut aufgehoben. Sie sind dem Unternehmen stark verbunden und würden es als Arbeitgeber auch weiterempfehlen. Dies ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiges Ergebnis, stellen die Autoren des Fehlzeiten-Reports fest.

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