Neue Vorschriften für den Transport von Lithiumbatterien

Seit dem 1. Januar gelten Neuregelungen in den Anlagen zum „Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (ADR 2021). Einige Änderungen betreffen den Transport von Lithiumbatterien.

Die neuen Sondervorschriften, die ab dem 1. Juli verpflichtend eingehalten werden müssen, regeln die Gefahreneinschätzung bei Altbatterien und bieten Erleichterungen in den Begleitpapieren. Das Kennzeichen für Lithiumbatterien wird verkleinert.

Beim Transport von Lithiumbatterien wird nicht nur nach der Zusammensetzung, sondern auch nach deren Zustand unterschieden: Muss die Lithiumbatterie zum Recycling, weil sie nicht mehr hinreichend ladefähig ist, oder ist sie defekt oder gar "kritisch defekt“? Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, gelten verschiedene Verpackungsanweisungen.

Für die Beurteilung, ob eine Zelle oder Batterie beschädigt oder defekt ist, gibt es nun in der Sondervorschrift 376 Kapitel 3.3 ADR eine Hilfestellung: Es muss nun eine Einschätzung oder Bewertung auf der Grundlage von dort genannten Sicherheitskriterien des Herstellers oder eines technischen Sachverständigen durchgeführt werden.

Vorsicht Brandgefahr

"Bei der Beförderung von Lithiumbatterien besteht stets Brandgefahr", sagt Dr. Brigitte Baumgarten. Die Referentin Gefahrgut und Gefahrstoffe bei der BG Verkehr rät deshalb, beim Transport unbedingt Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen. "Um einen Kurzschluss zu verhindern, sollten grundsätzlich die Pole der Batterien gesichert werden, zum Beispiel durch Abkleben."

Eine weitere neue Sonderregelung (SV 390) betrifft Versandstücke, die Lithiumbatterien sowohl in der Ausrüstung (zum Beispiel eingesetzt im Akkuschrauber) wie auch als Ersatz (zweiter Powerpack) enthalten. Hier reicht nun im Begleitpapier als Beschreibung "mit Ausrüstung verpackt". Je nach Batterietyp ist die zutreffende Nummer anzugeben, also Lithium-Ionen-Batterien (UN 3481) oder Lithium-Metall-Batterien (UN 3091) bzw. auch beide UN-Nummern.

Die Mindestabmessung des Kennzeichens für Lithiumbatterien wird auf die allgemeine Größe 100 x 100 mm reduziert. Wenn die Größe des Versandstückes es erfordert, kann auf bis zu 100 mm in der Breite und 70 mm in der Höhe verkleinert werden (siehe 5.2.1.9.2 ADR). Da es sich um Mindestgrößen handelt, können die bisherigen Aufkleber weiterverwendet werden.

Weitere Informationen zu den Änderungen gibt ein Leitfaden des Bundesverbandes Spedition und Logistik (PDF).

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