Branchenkonferenz: Asbest an Bord – was tun?

Auch zehn Jahre nach dem Verbot durch die International Maritime Organization werden an Bord von Seeschiffen immer noch asbesthaltige Materialien gefunden. Auf einer Online-Konferenz am 10. März will die BG Verkehr für dieses heikle Thema sensibilisieren und betroffenen Unternehmen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Asbestfunde an Bord: Für Schifffahrtsunternehmen ist das eine böse Überraschung, die sofortiges Handeln erfordert und je nach Einzelfall viel Geld kosten kann. Vielen Schiffsbetreibern fehlen nach wie vor Detailinformationen über die Gefahren für die Besatzung und die Handlungsmöglichkeiten, wenn beispielsweise bei der Erfüllung der Verpflichtungen zur Hong-Kong-Konvention (HKC) Asbest an Bord gefunden wird. Das will die BG Verkehr auf ihrer Branchenkonferenz Seeschifffahrt am 10. März ändern. Wegen der Corona-Pandemie findet die kostenlose Veranstaltung online statt.

Asbestfunde auch auf Schiffen jüngeren Baudatums

Bereits seit 1990 dürfen Asbest und asbesthaltige Materialien auf Schiffen unter deutscher Flagge nicht mehr verwendet werden. Im Jahr 2011 verbot die International Maritime Organization (IMO) Einbau und Verwendung von asbesthaltigen Erzeugnissen in der Seeschifffahrt auch weltweit. Dennoch kommt es immer wieder zu Funden von asbesthaltigen Materialien an Bord von Seeschiffen. Das gilt auch für Schiffe unter deutscher Flagge und sogar für Schiffe jüngeren Baudatums, denen die Werft Asbestfreiheit bescheinigt.

Schiffseigner müssen umgehend handeln

Asbest und asbesthaltige Materialien wurden auf Schiffen vorwiegend als Brand- und Hitzeschutzisolierungen sowie als Dichtungsmaterial verwendet. Die krebserzeugende Wirkung inhalierter Asbestfasern auf das menschliche Lungengewebe ist seit Anfang des 20. Jahrhundert bekannt. Aufgrund wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse fanden die berufsbedingten, durch Asbest verursachten Erkrankungen Eingang in die Berufskrankheiten-Verordnung. Noch heute sterben mehr Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung an den Spätfolgen von Asbest als an den Auswirkungen von Arbeitsunfällen. Schiffseigner, die beispielsweise bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zur Hong-Kong-Konvention (HKC) Asbest an Bord ihrer Schiffe finden, müssen umgehend handeln.

Renommierte Fachleute aus spezialisierten Sachverständigenbüros und dem Arbeitsschutz wollen während der Branchenkonferenz Transparenz schaffen, wo und in welchem Umfang mit asbesthaltigen Materialien zu rechnen ist, und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Gefährdung von Besatzung und Dritten durch eine Asbestexposition zu vermeiden.

Anmeldungen zur Branchenkonferenz sind über die Website der BG Verkehr möglich. Dort findet sich auch das komplette Programm. Die Konferenz wird simultan in die englische Sprache übersetzt.

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