SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung in Kraft getreten

Maßnahmen zur Kontaktreduktion, Bereitstellung von Mund-Nasen-Schutz, Überprüfungen der Gefährdungsbeurteilungen: Die am 27. Januar in Kraft getretene SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung hat viele Auswirkungen auf Betriebe. Die BG Verkehr passt ihre Informationsangebote an die Vorgaben an.

Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf den Weg gebrachte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) gilt bis zum 15. März dieses Jahres. Sie soll dem Ziel dienen, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus bei der Arbeit zu minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

Pflicht zur Kontaktbeschränkung

Nach der neuen Arbeitsschutzverordnung (PDF) müssen Arbeitgeber alle geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen treffen, um betriebsbedingte Personenkontakte zu reduzieren. Nach Möglichkeit sollen sie Kontakte mit Hilfe von Informationstechnologie ersetzen. Wenn dem keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen, sind sie nun verpflichtet, den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten im Homeoffice auszuführen.

Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden. Voraussetzung ist, dass die Tätigkeiten dies zulassen. Ansonsten muss der Arbeitgeber durch andere geeignete Schutzmaßnahmen wie Lüftungsmaßnahmen oder Abtrennungen den gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellen. In Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten sind möglichst kleine Arbeitsgruppen einzuteilen. Auch soll zeitversetztes Arbeiten ermöglicht werden.

Arbeitgeber werden zudem verpflichtet, die Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich zusätzlich erforderlicher Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes zu überprüfen und zu aktualisieren.

Mund-Nasen-Schutz

Nach der Corona-ArbSchV müssen Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken oder vergleichbare Schutzmasken zur Verfügung zu stellen, wenn

  1. die Anforderungen an die Raumbelegung nicht eingehalten werden können, oder
  2. der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, oder
  3. bei den ausgeführten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist.

Die Anforderungen an die medizinischen Gesichtsmasken sind in der Verordnung beschrieben. Die Beschäftigten sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Masken zu tragen. Zu beachten ist: Wenn der Arbeitgeber FFP2-Masken oder andere persönliche Schutzausrüstung (PSA) ausgeben will, gelten die dafür vorgeschriebenen Regelungen. Der Umgang mit FFP2-Masken muss unterwiesen werden, es gelten Tragezeitbegrenzungen und den betroffenen Arbeitnehmern muss eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden. Die Details können in der DGUV Regel 112-190 (PDF) (Benutzung von Atemschutzgeräten) nachgeschlagen werden.

Wie es in der Verordnung heißt, bleiben die Arbeitsschutzverordnungen gemäß § 18 Absatz 1 und 2 des Arbeitsschutzgesetzes von der Verordnung unberührt. Gleiches gilt für abweichende Vorschriften der Länder zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern, weitergehende Vorschriften der Länder und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel.

BG Verkehr passt Informationsangebote an

Zum Schutz von Beschäftigten vor einer Corona-Infektion hat die BG Verkehr eine Vielzahl von Medien und Informationen für verschiedene Branchen herausgegeben. Die Inhalte werden regelmäßig erweitert und derzeit an die Anforderungen der neuen Arbeitsschutzverordnung angepasst. In unserem Downloadcenter finden Sie zudem Infoblätter, Unterweisungskarten, Handlungshilfen, Aushänge und Faktenblätter, die in Pandemiezeiten Hilfestellung geben.

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