Informationen der BG Verkehr zum Thema Kabinenluft

Aktuelle Zahlen zu Geruchsereignissen in Flugzeugen

10. Juli 2017 – Aktuelle Halbjahreszahlen 2017

Nach aktuellen Auswertungen wurden im 1. Halbjahr 2017 von der BG Verkehr 510 Fume-Event-Unfälle erfasst (gerundet). Demnach hat sich die Zahl weiter erhöht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 330 Fälle. 15 Prozent der Unfallmeldungen waren meldepflichtig, also mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen verbunden. Das Verfahren für die Erfassung der Unfälle blieb unverändert: Jede Unfallanzeige, die bei der BG Verkehr eingeht, wird geprüft. Liegt ein Ereignis mit ungewöhnlichen Gerüchen vor, wird der Fall als Arbeitsunfall erfasst.

In der weit überwiegenden Zahl werden die Fälle als Arbeitsunfall anerkannt. Erhält die BG Verkehr nach der Ersterfassung keine weiteren Berichte, wird der Fall abgeschlossen. Dazu eingehende Rechnungen werden geprüft und bezahlt. Folgen weitere Berichte des D-Arztes oder auch anderer Ärzte, wird die Bearbeitung bis zum Abschluss der Ermittlungen fortgesetzt. Bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit wird anhand des jeweiligen Einzelfalles die unfallbedingte Arbeits- und Behandlungsbedürftigkeit geklärt.

Die BG Verkehr ist gesetzlich verpflichtet, Erkrankungen nur dann anzuerkennen, wenn ein Zusammenhang zwischen Unfallereignis und Gesundheitsbeschwerden besteht. Ein kausaler Zusammenhang konnte bisher nicht festgestellt werden. Um den Ursachen weiter nachzugehen, wurde deshalb zur weiteren Aufklärung unter anderem ein probatorisches Biomonitoring gestartet.

23. Januar 2017 – Fallzahlen für 2016 liegen vor

Die Dokumentation der Unfallmeldungen wurde 2016 von der BG fortgesetzt: Demnach erfolgt die erste Meldung einer Erkrankung nach einem Geruchsereignis im Regelfall durch den erstbehandelnden Arzt, in erster Linie von Durchgangsärzten und Ärzten in den Behandlungsstellen am Flughafen. Jede Anzeige, die bei der BG Verkehr eingeht, wird überprüft, und – sofern ein Ereignis mit ungewöhnlichen Gerüchen vorliegt – als Arbeitsunfall registriert. Auch dann, wenn vorsorglich ein Durchgangsarzt aufgesucht wird, unabhängig davon, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht, werden diese Fälle fortlaufend und täglich erfasst und fließen in die Fallzahlen ein.

Die Zahl der Unfallmeldungen hat sich 2016 deutlich erhöht, es gingen rund 830 Unfallmeldungen ein. In vielen Fällen war mit der Unfallmeldung kein aktuelles Fume Event bzw. keine gesundheitliche Beeinträchtigung verbunden, rund 80 Prozent der Unfallmeldungen waren nicht meldepflichtig. In den übrigen Fällen lag die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten als Folge des Arbeitsunfalls in der Regel deutlich unter der Frist für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber von sechs Wochen.  

Um die Versicherten kompetent beraten und informieren zu können, werden alle Unfallmeldungen seit 2016 in der Bezirksverwaltung Hamburg konzentriert bearbeitet. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, Diagnosen und Untersuchungsergebnisse systematisch auszuwerten und die Verfahren qualitätsgesichert zu optimieren.

06. Juli 2016 - Halbjahreszahlen für 2016

Im Rahmen der Präventionsaktivitäten hat die BG Verkehr ihre Mitgliedsunternehmen ausdrücklich gebeten, alle Fälle von auffälligen Geruchsereignissen an Bord von Verkehrsflugzeugen per Unfallanzeige zu melden. Dabei handelt es sich sowohl um niederschwellige Ereignisse ohne oder mit nur kurzfristiger Erkrankung, wie auch um Vorfälle, die unter die Meldepflicht fallen (Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen). Viele Meldungen gehen außerdem von Durchgangs-Ärzten und Versicherten selbst ein.

Sämtliche gemeldete Ereignisse mit Gesundheitsbeschwerden aufgrund ungewöhnlicher Gerüche werden von uns erfasst. Eine Information dazu wurde auf der Internetseite der BG Verkehr Anfang 2016 veröffentlicht. Demnach wurden 2013 für rund 300 Versicherte Vorfälle angezeigt, 2014 waren es rund 420 und 2015 rund 450 Fälle. Nach einer aktuellen Auswertung mit Stand vom 30.06.2016 liegt die bisherige Anzahl für 2016 bei rund 330 Unfallmeldungen.

Rund 90 Prozent aller Vorfälle zwischen Januar 2013 und Juni 2016, die bei der Unfallanzeige auf ein Geruchsereignis zurückgeführt werden, waren nicht meldepflichtig, d. h. es lag entweder keine oder eine Arbeitsunfähigkeit von maximal drei Tagen vor. Auch in den übrigen Fällen lag die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in der Regel unter der Frist für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber von sechs Wochen. Nach der Entgeltfortzahlung zahlt die BG Verkehr Verletztengeld. Zum Zeitpunkt der letzten Datenerhebung im Juni 2016 wurde dies für 25 Personen gezahlt.

Hintergrund: Wie erfasst die BG Verkehr die Erkrankungsfälle

Die erste Meldung einer Erkrankung nach einem Geruchsereignis erfolgt im Regelfall durch den erstbehandelnden Arzt, in erster Linie von Durchgangsärzten und Ärzten in den Behandlungsstellen am Flughafen, in einigen Fällen aber auch von den Betroffenen selbst. Jede Anzeige, die bei der BG Verkehr eingeht, wird überprüft, und – sofern ein Ereignis mit ungewöhnlichen Gerüchen vorliegt – als Arbeitsunfall mit einer speziellen Kennung registriert. Einige Crewmitglieder suchen inzwischen vorsorglich einen Durchgangsarzt auf, unabhängig davon, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht. Auch diese gemeldeten Fälle werden fortlaufend und täglich erfasst.

Grundsätzlich ist bei einer Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus ein Durchgangsarzt aufzusuchen. Er entscheidet, ob er eine Behandlung beim Hausarzt für ausreichend hält, oder ob er den Fall selbst übernimmt, eventuell unter Hinzuziehung weiterer Fachärzte. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, da D-Ärzte mit dem Ablauf und Besonderheiten des berufsgenossenschaftlichen Verfahrens vertraut sind und die Berufsgenossenschaft über den weiteren Verlauf der Erkrankung informiert.

Erhält die BG Verkehr nach der Ersterfassung keine weiteren Berichte, wird der Fall als abgeschlossen gekennzeichnet. Dazu eingehende Rechnungen werden geprüft und bezahlt. Folgen weitere Berichte des D-Arztes oder auch anderer Ärzte – auch z. B. nach einer Wiedererkrankung – werden diese Fälle im Datenbestand entsprechend erfasst.

Bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit wird anhand des jeweiligen Einzelfalles die unfallbedingte Arbeits- und Behandlungsbedürftigkeit geklärt. Bis zum Abschluss des Verfahrens wird der Fall weiter als laufendes Verfahren geführt. Am Ende dieser länger dauernden Verfahren werden die Ergebnisse den Betroffenen schriftlich mitgeteilt.

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