Hier läuft es gut – Good-Practice-Beispiele

Jeder von uns kennt Situationen, in den es gut läuft, in denen alle Voraussetzungen für sicheres und gesundes Arbeiten gegeben sind. Es gibt aber auch Situationen, in denen etwas schief läuft. Mit welchen Folgen muss man dann rechnen? Was kann man tun, damit es nicht wieder passiert? Hier finden Sie gelungene Beispiele aus der Praxis.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Ein Unternehmen betreibt ein Lager mit mehreren Gabelstaplern. Am Morgen nimmt ein Mitarbeiter seine Arbeit auf, fährt los und bei der Fahrt durch Gang B kann er nicht bremsen. Um der Kollision mit einem Kollegen auszuweichen, fährt er in einen Stapel mit Flaschen, von denen etliche zu Bruch gehen. Die Auslieferung kann nicht rechtzeitig erfolgen, der Kunde ist verärgert.

Wie konnte dies geschehen? Hier sind verschiedene Szenarien denkbar:

  • Der Defekt hat sich plötzlich gezeigt – hätte es vorher auffallen können? Wird das Fahrzeug regelmäßig gewartet und kontrolliert? Wer kümmert sich darum? Wer ist verantwortlich? Gab es einen Funktionstest und wäre das Problem dabei aufgefallen? Sind Funktionstests verbindlich vorgeschrieben, gibt es dafür Vorgaben, ein Procedere, Checklisten? Wird stichprobenartig kontrolliert? Haben die Mitarbeiter genügend Zeit?
  • Der Defekt war bereits am Vorabend aufgefallen. Der Kollege, der den Stapler zu diesem Termin genutzt hat, stellt ihn zum Arbeitsende ab, ohne auf das Problem aufmerksam zu machen.

Was war der Grund?

  • Der Kollege wollte keinen Ärger: "Wenn ich dies melde, muss ich mich wieder erklären, wann der Defekt aufgetreten ist, was der Grund dafür war und, und, und – wie stehe ich dann da?"
  • Dem Kollegen war es gleichgültig: "Das Bremsen war heute zwar nicht ideal, ist aber dennoch immer gut gegangen, warum hätte ich da was sagen sollen."
  • Der Kollege wollte den Defekt zwar melden, aber es war niemand da, bei dem er es hätte tun können. Dann ist er eben gegangen, ohne Meldung.

Folgen:

Das dargestellte Szenario kann verschiedene Folgen haben. Ein defekt abgestellter Gabelstapler kann dazu führen, dass er beim nächsten Einsatz nicht genutzt werden kann. Es kommt zu Verzögerungen bei einer wichtigen Beladung, die Folge ist Stress oder noch mehr. Oder wie in unserem Fall, der Gabelstapler wird mit einem Mangel betrieben und es wird deswegen ein Unfall oder Sachschaden verursacht. In unserem Szenario gab es zum Glück nur Scherben – und Ärger mit dem Kunden. Aber der Kollege hätte auch getroffen werden können, das wäre schmerzlich für ihn und ärgerlich für das Unternehmen.

Ein geordnetes Meldewesen hätte dazu geführt, dass die Reparatur gleich eingeleitet worden wäre. Größere Schäden hätten verhindert werden können und der Einsatz beim nächsten Mal wäre wieder problemlos möglich. Auch das Risiko eines Unfalles mit Körperschaden wäre minimiert worden.

Ganz einfach, aber dennoch nicht überall Realität. Es ist daher wichtig, Vertrauen aufzubauen und die Personen, die einen Schaden melden, auch wenn sie ihn verursacht haben, nicht mit Vorwürfen zu überhäufen oder Repressalien anzudrohen. Wo das Vertrauen erst wächst, kann auch ein anonymes Meldesystem sinnvoll sein.

InformationKennen Sie Unternehmen, in denen es gut läuft, vielleicht bei Ihnen? Geben Sie uns gerne einen Tipp!

 Ausgewählte Good-Practice-Beispiele haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt.

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