Regeln und Hinweise für Unternehmen und ihre Beschäftigten

Die Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr befinden sich momentan in einer Sondersituation. Sie müssen ihren Betrieb aufrechterhalten und gleichzeitig ihre Beschäftigten vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Unsere Präventionsexperten/-expertinnen und Arbeitsmediziner/-medizinerinnen haben branchenspezifische Empfehlungen zum Infektionsschutz zusammengestellt, die den Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für das Verkehrsgewerbe konkretisieren.

Frage- und AusrufezeichenDie Empfehlungen der BG Verkehr sind in Frage-Antwort-Form formuliert. Sie gliedern sich in zwei Teile. "Allgemeine Fragen und Antworten" gelten branchenübergreifend – also für alle Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr gleichermaßen. Der zweite Teil ist auf die jeweilige Verkehrsbranche zugeschnitten – also beispielsweise Güterkraftverkehr, Entsorgung, Taxi, Luftfahrt. Die jeweiligen Empfehlungen gelten nur für diese Branche.

Sowohl die allgemeinen Fragen und Antworten als auch die branchenbezogenen Empfehlungen konkretisieren den zeitlich begrenzten Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieser Arbeitsschutzstandard ist branchenübergreifend die Leitlinie für den betrieblichen Infektionsschutz. Im Arbeitsalltag sind Betriebsärzte/-ärztinnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit kompetente Ansprechpersonen. Zu beachten ist: Informationen zum Coronavirus und dem damit zusammenhängenden Gesundheitsschutz entwickeln sich dynamisch. Daher werden wir unsere Antworten bei Vorliegen neuer Erkenntnisse schnellstmöglich aktualisieren und auch weitere Fragen und Antworten von allgemeinem Interesse ergänzen. Besuchen Sie diese Seite daher gern öfter.

Wo gibt es allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus?

Zuverlässige Informationen halten das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit.

Was ist der Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales?

Am 15. April 2020 beschloss die Bundesregierung nach einem mehrwöchigen Lockdown die schrittweise Lockerung von Beschränkungen, die zur Abwehr des Coronavirus erlassen worden waren. Einen Tag später veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Dieser gibt branchenübergreifend Leitlinien für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Pandemielage vor. Ziel ist es, die Gefahr einer weiteren Infektionswelle durch das Wiederhochfahren der Wirtschaft zu bannen.

Was regelt der Arbeitsschutzstandard des BMAS?

Der Arbeitsschutzstandard ist Grundlage für branchenbezogene Empfehlungen der Unfallversicherungsträger, wie sie beispielsweise die BG Verkehr für die Verkehrswirtschaft erarbeitet. Er enthält zwei Grundsätze:

  • Unabhängig vom betrieblichen Maßnahmenkonzept sollen in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und getragen werden.
  • Personen mit Atemwegssymptomen (sofern nicht von einem Arzt/einer Ärztin abgeklärte Erkältung) oder Fieber sollen sich generell nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss (z. B. im Rahmen von „Infektions-Notfallplänen“) ein Verfahren zur Abklärung von Verdachtsfällen festlegen.

Des Weiteren beschreibt der Arbeitsschutzstandard:

  • die Anforderungen an ein betriebliches Maßnahmenkonzept,
  • technische Maßnahmen (Arbeitsplatzgestaltung, Anforderungen an Sozialräume, Lüftung, Schutzmaßnahmen für Fahrten und Arbeiten außerhalb des Betriebs, Homeoffice, Dienstreisen/Meeting),
  • organisatorische Maßnahmen (Sicherstellung von Schutzabständen, Umgang mit Arbeitsmitteln/Werkzeuge, Arbeitszeit- und Pausengestaltung, Aufbewahrung und Reinigung von Arbeitskleidung und persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Zutrittsregelungen etc.),
  • personenbezogene Maßnahmen (Mund-Nasen-Schutz und PSA, Unterweisung, Arbeitsmedizinische Vorsorge, Schutz besonders gefährdeter Personen).

Müssen wir die Gefährdungsbeurteilung wegen der Coronakrise anpassen?

Ja, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, in der Gefährdungsbeurteilung besondere Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und durch Unterbrechung von Infektionsketten die Bevölkerung zu schützen. Bei der Arbeit besteht die Möglichkeit, dass die Beschäftigten sich mit dem Coronavirus infizieren und damit sich selbst und andere gefährden. Deshalb ist eine Anpassung der Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Bei der Festlegung von Maßnahmen ist die Rangfolge von technischen über organisatorischen bis hin zu personenbezogenen Schutzmaßnahmen zu beachten.

Wie gehen wir bei der Anpassung der Gefährdungsbeurteilung vor?

Die bereits vorliegende Gefährdungsbeurteilung orientiert sich an den Tätigkeiten und Arbeitsplätzen in Ihrem Unternehmen. Bei der Anpassung ermitteln Sie, welche zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind, um an allen Arbeitsplätzen und bei allen durchzuführenden Tätigkeiten die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und Infektionsketten zu unterbrechen.

Es gibt bereits eine ganze Reihe von Hilfestellungen für Unternehmen für die Anpassung der Gefährdungsbeurteilung und alle Fragen, die dabei auftreten. Diese finden Sie z. B. in den allgemeinen und branchenbezogenen Empfehlungen auf unserer Webseite, auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), der Ämter für Arbeitsschutz und anderer Stellen. Alle diese Hilfen orientieren sich an dem vom BMAS veröffentlichten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard, der den Stand der Technik für die erforderlichen betrieblichen Schutzmaßnahmen darstellt. Nehmen Sie unbedingt Kontakt zu Ihrem Betriebsarzt/Ihrer Betriebsärztin und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit auf und holen Sie deren Unterstützung ein. Diese Berater und Beraterinnen haben die erforderliche Erfahrung und verfügen über Vorlagen, an denen Sie sich orientieren können.

Mit den verfügbaren Informationen und der fachkundigen Beratung können Sie die bestehende Gefährdungsbeurteilung anpassen. Die Anpassung sollen Sie weiterführen und aktualisieren, bis die Coronakrise bewältigt ist.

In der Presse steht, dass jedes Unternehmen ein Hygienekonzept braucht. Was müssen wir tun?

Das BMAS weist darauf hin, dass diese Anforderung durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie sie im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard beschrieben und ergänzend von branchenspezifischen Hilfestellungen konkretisiert sind, erfüllt wird. Ein darüber hinausgehendes „Hygienekonzept“ als eigenständiges Dokument ist für die Betriebe nicht erforderlich.

Wie schützen wir unsere Beschäftigten am wirksamsten?

Wie bereits aus den Informationen für die Allgemeinbevölkerung bekannt ist, ist die Vermeidung von persönlichem Kontakt (Social Distancing) zu anderen Menschen der beste Schutz vor einer Infektion. Unternehmen müssen Maßnahmen ergreifen, um den direkten Kontakt zwischen den Beschäftigten zu minimieren. Beispiele: Arbeiten im Homeoffice, Telefon- oder Videokonferenzen statt Präsenzbesprechungen. Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen sollte. Dort wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Was müssen wir bei der Arbeitsplatzgestaltung beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, sollten alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von Schutzmasken ergriffen werden. Büroarbeit sollte ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen muss für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) soll so angepasst werden, dass ausreichender Abstand eingehalten werden kann.

Welche Hygienemaßnahmen werden empfohlen?

Zur Reinigung der Hände sollen laut Arbeitsschutzstandard hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung stehen. Ausreichende Reinigung und Hygiene sind unbedingt erforderlich, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen und das Lüften von Räumen bei. Für die Hygiene unterwegs, zum Beispiel im Fahrzeug, sollen den Beschäftigten Wasserkanister, Flüssigseife und Einmalhandtücher sowie ein Plastikbeutel zu deren Entsorgung mitgegeben werden. (siehe auch branchenbezogene Tipps)

Dürfen die Beschäftigten Arbeitsmittel und Werkzeuge gemeinsam mit anderen Kollegen/Kolleginnen nutzen?

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen laut Arbeitsschutzstandard nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, muss eine regelmäßige Reinigung organisiert werden – insbesondere vor der Übergabe an andere Personen.

Welche Regelungen gelten für Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung?

Besonders strikt müssen Unternehmensverantwortliche und Beschäftigte auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung achten. Die personenbezogene Arbeitsbekleidung und PSA soll getrennt von der Alltagskleidung aufbewahrt werden. Natürlich muss die Arbeitskleidung regelmäßig gereinigt werden.

Dürfen betriebsfremde Personen den Betrieb und die Arbeitsstätten betreten?

Ja, allerdings ist der Zutritt auf ein Minimum zu beschränken. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Besucherinnen und Besucher sollen über die betrieblichen Schutzmaßnahmen informiert werden.

Wie müssen wir unsere Beschäftigten informieren?

Alle Präventions- und Schutzmaßnahmen sollen den Beschäftigten umfassend kommuniziert werden. Unterweisungen durch die Führungskräfte sorgen für Handlungssicherheit. Hierbei kann auch das Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung helfen.

Es ist sinnvoll, feste Ansprechpersonen zu benennen, die Fragen klären und Anregungen aufnehmen. Zur Bekanntmachung und Verfestigung können unter anderem Newsletter, Aushänge, Hinweisschilder und Bodenmarkierungen genutzt werden.

Was müssen wir tun, wenn wir einen Verdachtsfall auf Corona im Unternehmen habe?

Beschäftigte mit Symptomen wie Fieber, Husten und Atemnot müssen das Betriebsgelände umgehend verlassen und zuhause bleiben. Die betroffenen Beschäftigten sollen sich schnellstmöglich zunächst telefonisch zur Abklärung an einen behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt wenden. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss im betrieblichen Pandemieplan Regelungen treffen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen (Beschäftigte und wo möglich Kundinnen und Kunden) zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht.

Wir beschäftigen Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören – beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen. Welche Vorsorgemaßnahmen müssen wir treffen?

Besonders gefährdeten Beschäftigten muss eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten werden. Die Beschäftigten können sich individuell vom zuständigen Betriebsarzt/von der zuständigen Betriebsärztin beraten lassen. Der Betriebsarzt/die Betriebsärztin schlägt geeignete Schutzmaßnahmen vor, sofern die allgemeinen Schutzmaßnahmen im konkreten Fall nicht ausreichen.

Welcher Abstand gilt als sicher?

RKI und BZgA empfehlen, einen Abstand zwischen 1,5 bis 2 Metern zu anderen Menschen einzuhalten.

Was bringt der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckungen und Atemmasken?

Mit Coronaviren infizierte Personen, die keine oder nur leichte Erkrankungsbeschwerden haben, können andere durch Speicheltröpfchen unbewusst anstecken. Das Risiko einer Ansteckung durch Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, ist besonders hoch, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Meter nicht sicher eingehalten werden kann, z. B. im Bus, im Supermarkt oder auch in bestimmten Arbeitssituationen. Einfache Mund-Nasen-Bedeckungen können den Schutz Dritter in engen Räumen erhöhen. Das gilt auch für Mund-Nasen-Schutz. Diese einfachen Masken, die auch von Chirurgen getragen werden, verhindern, dass Speicheltröpfchen weit verteilt werden (Fremdschutz).

Es gibt derzeit keine hinreichenden Hinweise dafür, dass das Verwenden einer Mund-Nasen-Bedeckung oder eines Mund-Nasen-Schutzes das eigene Ansteckungsrisiko deutlich verringert (Eigenschutz).

Davon unbenommen sind die Vorschriften zum Tragen von Atemschutzmasken durch medizinisches Personal aus Arbeitsschutzgründen. Bei Kontakt mit definitiv am Coronavirus erkrankten Patienten muss sich medizinisches Personal mit speziellen Schutzmasken schützen.

Den Unterschied zwischen Mund-Nasen-Schutz und Atemmaske erläutert eine Grafik der DGUV.

Senken Arbeitshandschuhe das Infektionsrisiko?

Eine direkte Schutzwirkung gibt es nicht, da die Infektion nicht über die Haut erfolgt, sondern über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen. Einen indirekten Schutz bieten Handschuhe nur dann, wenn sie den unbewussten Griff mit der Hand ins Gesicht vermindern. Dies ist in der Verkehrswirtschaft fraglich, da die Handschuhe typischerweise je nach Tätigkeit an und wieder ausgezogen werden. Um eine Schutzwirkung zu erzielen, müsste man nach jedem Ausziehen der Handschuhe die Hände waschen. Arbeitshandschuhe sollten also nur getragen werden, wo es die jeweilige Tätigkeit ohnehin erfordert. Ausnahme: Bei der Reinigung kontaminierter Oberflächen sollten Einmalhandschuhe getragen werden, die nach der Nutzung zu entsorgen sind.

Müssen wir die regelmäßigen Unterweisungen zum Arbeitsschutz trotz Auflagen und Erlasse der Landesregierung hinsichtlich des Coronavirus durchführen?

Bei der aktuellen Sachlage sollen Routineunterweisungen, z. B. jährliche Unterweisungen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Sicherheitsrelevante Unterweisungen für neue Tätigkeiten, in neuen Arbeitsbereichen und für neue Beschäftigte müssen durchgeführt werden.

Die Informationen aus Unterweisungen sollen nach Möglichkeit allen Beschäftigten jederzeit zugänglich sein. Vorübergehend können Unterweisungen für eine große Zahl von Beschäftigten auch in schriftlicher oder elektronischer Form erfolgen, wenn die Möglichkeit gegeben ist, auf Rückfragen einzugehen.

Braucht unser Unternehmen einen Pandemieplan?

Pandemiepläne können vor allem für mittlere und große Unternehmen bei einem über mehrere Wochen andauernden Pandemieereignis existenznotwendig sein. Falls solche Pläne nicht vorhanden sind, sollen sie möglichst umgehend aufgestellt werden. Pandemiepläne regeln, wie im Pandemiefall der Betrieb aufrechterhalten werden kann – und zwar unter Beachtung der Aspekte des Gesundheitsschutzes für die Beschäftigten. Pandemiepläne umfassen beispielsweise Regelungen bei Erkrankungen im Betrieb, Dienstreisen und Tagungen und Hinweise zu Hygienemaßnahmen. Des Weiteren können organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen durch die Ansteckung der Beschäftigten untereinander oder durch Außenstehende wie Kundinnen/Kunden oder Dienstleister festgelegt werden. Tipps zur Aufstellung betrieblicher Pandemiepläne finden sich auf der Website der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Durch die Pandemie ist nur noch ein kleiner Teil unserer Beschäftigten im Unternehmen tätig, z. B. aufgrund der Verlagerung der Arbeitsplätze ins Homeoffice. Müssen wir auch für die im Unternehmen verbleibenden Beschäftigten Ersthelfende zur Verfügung stellen?

Ja. Die Grundversorgung in Bezug auf die Erste Hilfe muss sichergestellt sein. Hierbei kann auch auf externe Personen als Ersthelfende zurückgegriffen werden, z. B. Sicherheitspersonal, das oftmals eine Aus- bzw. Fortbildung in Erster Hilfe nachweisen kann. Es soll versucht werden – auch bei einem reduzierten Personalstamm – die in der DGUV Vorschrift 1 festgelegte Mindestanzahl zu erreichen (bei 2 bis 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer bzw. eine Ersthelferin, bei über 20 anwesenden Versicherten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % und in sonstigen Betrieben mindestens 10 % der anwesenden Beschäftigten). Ist dies aufgrund der aktuellen Situation nicht immer möglich, sollte man auch unter Einbeziehung der Gefährdungsbeurteilung der vorgegebenen Anzahl an Ersthelfenden möglichst nahekommen. (Quelle: VBG)

Viele Beschäftigte arbeiten im Homeoffice. Müssen wir uns als Unternehmer bzw. Unternehmerinnen auch hier um die Erste Hilfe kümmern?

Da Ersthelfende erst ab zwei anwesenden Versicherten zur Verfügung stehen müssen, sind bei allein von zu Hause aus Arbeitenden keine Ersthelfenden notwendig. Arbeiten von zu Hause aus stellt in der Regel keine gefährliche Alleinarbeit dar. Deshalb ist es ausreichend, wenn die Möglichkeit besteht, erforderlichenfalls einen Notruf per Festnetz- oder Mobiltelefon absetzen zu können. (Quelle VBG)

Wegen des Zusatzaufwandes und der kleineren Lehrgänge aufgrund von Coronaschutzmaßnahmen sind die Gebühren für die Aus- und Fortbildungen betrieblicher Ersthelfender höher. Übernimmt das die BG Verkehr?

Die BG Verkehr übernimmt die Lehrgangsgebühren für den Standardkurs gemäß DGUV Grundsatz 304-001. Für Kurse im Jahr 2020 beläuft sich die Lehrgangspauschale auf 34 Euro je Teilnehmerin/Teilnehmer. Mit den Pauschgebühren gelten alle Aufwendungen für die Lehrgänge im Sinne des § 23 Sozialgesetzbuch VII in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 1 und dem DGUV Grundsatz 304-001 als abgegolten. Das ist unabhängig davon, ob die Lehrgänge in eigenen Räumlichkeiten oder in anderen geeigneten Räumlichkeiten (z. B. inhouse) stattfinden. Die Unfallversicherungsträger haben sich überdies für eine zeitbefristete pauschale pandemiebedingte Zulage von 6 Euro pro Teilnehmerin/Teilnehmer zusätzlich zu der in der Gebührenvereinbarung festgelegten Pauschale von 34 Euro ausgesprochen. Die Abrechnungsstellen der Unfallversicherungsträger erkennen deshalb für Schulungen in Erster Hilfe, die zwischen dem 1. Juni 2020 und 30. September 2020 durchgeführt werden, Rechnungen auf Grundlage von 40 Euro je teilnehmender Person an.

Über einen privatrechtlichen Vertrag können – wie bisher auch – die Abweichungen vom Standardkurs festgelegt werden; z. B. die Unterschreitung der Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen auf Wunsch des Unternehmens oder Zusatzleistungen, die über die Standardleistungen bezüglich Übungs- und Demonstrationsmaterial hinausgehen.

Weiterer Zusatzaufwand, der durch die Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards vom 16. April 2020 des BMAS oder landesrechtlicher Regelungen entsteht, ist nicht auf Forderungen der Unfallversicherungsträger zurückzuführen. Zusätzliche Kosten für Mehraufwand werden daher auch nicht von diesen übernommen.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus GüterkraftverkehrFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Güterkraftverkehr

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

 hier herunterladen (PDF)

Was müssen wir auf dem Betriebsgelände beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, sollen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ergreifen. Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Passen Sie die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) so an, dass ausreichender Abstand eingehalten wird. Frachtpapiere und andere Dokumente sollen zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden (Posteingangs- und Ausgangskörbe).

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen sollte. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Was müssen wir an Lade und Entladestellen beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen direkten persönlichen Kontakt zu Beschäftigten des Versenders oder Empfängers haben, zum Beispiel an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Organisieren Sie möglichst viele Abläufe kontaktfrei, nutzen Sie beispielsweise Eingangs- und Ausgangskörbe für die Frachtpapiere. Ein gutes Beispiel: Eine Stückgutkooperation lässt die Empfänger der Sendung auf dem Packstück oder dem Adresslabel unterschreiben. Der Fahrer bzw. die Fahrerin macht dann je ein Foto von dem unterschriebenen Label und von der abgestellten Sendung.

Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Wenn Unternehmen keinen betriebsfremden, potenziell infektiösen Personen Zugang zu eigenen Betriebsräumen gewähren wollen, sollen mindestens fließend Wasser, Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung gestellt werden.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, welche aus Risikogebieten kommen und keine Beschwerden haben?

Mittlerweile empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) unabhängig vom Aufenthalt in einem Risikogebiet, unnötige Kontakte im Unternehmen zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Kontakte von Fahrpersonal mit anderen Beschäftigten im Betrieb nach Fahrtende bzw. vor Beginn der nächsten Tour auf ein absolutes Minimum begrenzt werden.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, die gesundheitliche Beschwerden anmelden?

Wenn die Beschäftigten Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollen sie – nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Sie sollen sich zudem beim zuständigen Gesundheitsamt melden und dürfen auf keinen Fall weiter auf dem Betriebsgelände bleiben. Sie dürfen auf keinen Fall weiter eingesetzt werden, bis die Symptome ärztlich abgeklärt sind.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten und beispielsweise aufs Händeschütteln zu verzichten.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für mobile Beschäftigte kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen kann es zweckmäßig sein, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Welche Gefahr besteht bei Kontakten/Umgang mit Briefen, Paketen, Lademitteln und Frachtcontainern?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Wie sollen wir Fahrzeuge reinigen, die von mehreren Personen abwechselnd gefahren werden?

Reinigen Sie Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern. Wenn verfügbar, sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen, anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Selbstverständlich sollte es sein, dass die Fahrerinnen und Fahrer eigene oder persönlich zugewiesene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Außerdem muss die Fahrerkabine vor der Übernahme des Fahrzeugs durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit.  Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo es Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen gibt, die zur Verfügung stehen. Bei Beachtung der Regeln zur Handhygiene und des persönlichen Abstands (mindestens 1,5 Meter) ist es sicher, sich unterwegs zu versorgen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden.

Bei Problemen an den Autobahnrastanlagen, steht den Fernfahrerinnen und Fernfahrern eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9 555 777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Was können Fahrerinnen und Fahrer machen, die unterwegs erkranken?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome müssen auch Fahrerinnen und Fahrer auf ihrer Tour einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) können sie die Rufnummern von Partnerärzten erfragen. Der Partnerarzt oder die Partnerärztin wird zunächst telefonisch kontaktiert. Nach der Schilderung der Symptome wird er oder sie entscheiden, wie es weitergeht: Wenn eine Coronainfektion ausgeschlossen werden kann, erhält der Fahrer oder die Fahrerin einen Termin. Bei einer möglichen Infektion wird der Arzt oder die Ärztin das weitere Vorgehen schildern und z. B. Hinweise auf Abstrich-Zentren in der Nähe oder auf das Gesundheitsamt geben, das federführend für alle Maßnahmen ist.

Sind Fahrten in oder durch Risikogebiete besonders gefährlich?

Reine Durchfahrten durch Risikogebiete ohne Kontakte zu Menschen sind ungefährlich. Bei Stopps zum Laden und Entladen sollen die oben genannten Hinweise zur Organisation an den Ladestellen beachtet werden. Bei unvermeidlichen Stopps – beispielsweise zum Tanken – müssen Fahrerinnen und Fahrer auf genügend Abstand zu anderen Personen achten. Bei der Rückkehr zum Fahrzeug sollen sie unbedingt ihre Hände mit Seife waschen oder desinfizieren.

Was müssen zweiköpfige Teams im Fahrzeug beachten?

Kann im Fahrerhaus der Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden, müssen Fahrer/Fahrerin und Beifahrer/Beifahrerin jeweils eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Das Fahrpersonal muss für möglichst gute Lüftung der Kabine sorgen. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist. Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist nicht mehr zulässig. Bei der Anmietung von Pensionen/Hotels soll für jeden Beschäftigten ein einzelnes Zimmer gebucht werden.

Welche Infektionsschutzmaßnahmen sind für Sammelunterkünfte erforderlich?

Legen Sie für die Unterbringung in Sammelunterkünften möglichst kleine, feste Teams fest. Diesen Teams sollen nach Möglichkeit eigene Gemeinschaftseinrichtungen (Sanitärräume, Küchen, Gemeinschaftsräume) zur Verfügung stehen, um zusätzliche Belastungen durch schichtweise Nutzung und notwendige Reinigung zwischen den Nutzungen durch die einzelnen Teams zu vermeiden. Sorgen Sie dafür, dass Schlafräume nur von einer Person belegt werden. Eine Mehrfachbelegung von Schlafräumen ist grundsätzlich nur für Partner/Partnerinnen bzw. enge Familienangehörige zulässig. Halten Sie zusätzliche Räume zur frühzeitigen Isolierung infizierter Personen vor. Unterkunftsräume sollen regelmäßig und häufig gelüftet und gereinigt werden. Küchen in der Unterkunft sollen mit einem Geschirrspüler ausgestattet sein, da die Desinfektion des Geschirrs Temperaturen über 60 Grad Celsius erfordert. Ebenso sollen Waschmaschinen zur Verfügung stehen. Alternativ können Sie einen regelmäßigen Wäschedienst organisieren.

TippFaktenblatt Coronavirus EntsorgungFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Entsorgungswirtschaft

Infos zur Abfallsammlung, -sortierung und -behandlung

hier herunterladen (PDF)

Wie kann der Kontakt mit Kunden/Kundinnen organisiert werden?

Wo es möglich ist, sollte man den Zugang zu Betriebsbereichen/Gebäuden für Kunden/Kundinnen sperren. Dort wo Kundenverkehr notwendig ist, müssen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, zum Beispiel Abstandsregelungen und die Markierung von Abständen in Wartezonen. Um Anhäufungen von Kundinnen und Kunden zu vermeiden, sollte man gegebenenfalls die Öffnungszeiten erweitern. Soweit möglich, sollte man auf Unterschriften auf Dokumenten verzichten und den Zahlungsverkehr bargeldlos abwickeln. Im Kundenverkehr ist ein Kontaktschutz für Mitarbeitende sinnvoll, zum Beispiel durch Abschrankungen oder dem Aufstellen von Plexiglasscheiben.

Wie lassen sich Kontakte im internen Betrieb vermindern oder vermeiden? Wie lässt sich verhindern, dass der Betrieb bei einer Infektion von einzelnen Mitarbeitenden durch Quarantänemaßnahmen lahmgelegt wird?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Einige Unternehmen sind dazu übergegangen, ganze Betriebsstätten oder Niederlassungen in Gruppen aufzuteilen und versetzt arbeiten zu lassen. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen.

Die Mitarbeitenden sollten das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) sollte während der Coronakrise nicht zugelassen werden. In den Pausen sollten die Mitarbeitenden Abstand voneinander halten. Im Zuge der Kontaktvermeidung ist es ratsam, dem Fahrpersonal den Zugang zur Disposition zu untersagen.

Es sind außerdem Regelungen für die Nutzung der Umkleide- und Duschräume zu treffen, mit dem Ziel, dass sich verschiedene Teams und Gruppen dort nicht treffen. Den Beschäftigten zu gestatten, den Kleidungswechsel und die Körperhygiene (Duschen) nach der Arbeit nach Hause zu verlagern, ist nicht angezeigt.

In der Abfallsammlung wird in Teams mit Fahrer/Fahrerin und Lader/Laderin gefahren. Wie sollen sich diese verhalten?

  • Den Start der Fahrzeuge entzerren, um gleichzeitige Anwesenheit auf dem Betriebshof/Begegnungen zu verringern.
  • Feste Teams bilden, um wechselnde Kontakte innerhalb des Unternehmens zu vermeiden.  Personelle Wechsel innerhalb der bestehenden Teams vermeiden.
  • Nach morgendlicher Ankunft gleich zum Fahrzeug, kein gemeinsames Frühstücken oder Kaffeetrinken mit den anderen Besatzungen.
  • Im Regelfall fährt der Lader während der Sammelfahrt auf dem Trittbrett mit. Das reduziert zumindest die Ansteckungsgefahr.
  • Bei Mitfahrt im Fahrerhaus Kommunikation auf das unbedingt notwendige einschränken. Das dürfte bei 1+1-Besatzung möglich sein, erfordert aber Disziplin. Bei notwendiger Kommunikation nach Möglichkeit nicht in Richtung des Gesprächspartners wenden.
  • Bei Mitfahrt im Fahrerhaus möglichst oft lüften.
  • Das Fahrzeug regelmäßig mit geeigneten Mitteln (fettlösende Haushaltsreiniger /Spülmittel) reinigen/desinfizieren, insbesondere bei schichtweiser Nutzung eines Fahrzeugs durch verschiedene Teams.
  • Bei größeren Besatzungen, d. h. 1+2 eventuell rotieren. Während der Fahrt zur Entladestelle nur den Einweiser mitnehmen. Der zweite Lader muss im Revier bleiben.

Die Müllwerker und Müllwerkerinnen können in den Fahrzeugen während der Abfallsammlung den Sicherheitsabstand nicht einhalten. Können wir sie durch Mund-Nase-Schutzmasken (MNS-Masken) besser schützen?

Nach wie vor sehen wir beim ggf. häufigen An- und Ablegen der Masken unter den hygienischen Bedingungen, wie man sie bei der Abfallsammlung im Fahrzeug hat, eine erhebliche Infektionsgefahr. Wir halten die Risiken für höher als bei der bisherigen Praxis, gar keine Masken zu tragen und weiterhin auf eine konstante Teamzusammenstellung und konsequentes Distanzieren sowie Einhaltung der Hygienevorschriften zu setzen.

Die MNS-Masken dienen in erster Linie dem Fremdschutz, also dem Schutz der mitfahrenden Kollegen vor Tröpfchen und Aerosolen, die beim Ausatmen oder Sprechen des Trägers der Maske auftreten können. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, müssen alle im Fahrerhaus Mitfahrenden eine derartige Maske tragen. Wenn das Unternehmen solche Masken anbietet, müssen klare Regelungen getroffen werden, wie die Maske auf- und abzusetzen und zu entsorgen ist. Vor allem ist festzulegen, wie oft dies während einer Abfallsammelfahrt erfolgen und mit welchen Hygienemaßnahmen (z. B. vor dem Aufsetzen der Maske Hände waschen) dies verbunden sein muss. Nach unserer Auffassung sind folgende Varianten in der Praxis möglich:

Variante 1

Die Maske wird vor Antritt der Fahrt mit gereinigten Händen angelegt und am Schichtende abgelegt und entsorgt. Das bedeutet zwar, dass die Maske auch in Bereichen getragen wird, wo es nicht erforderlich wäre. Aber dadurch wird die Gefahr der Kontamination beim mehrmaligen Auf- und Absetzen der Maske minimiert. Würde die Maske im Fahrerhaus verbleiben, könnte die Innenseite der Maske kontaminiert werden oder ihrerseits Ablageflächen kontaminieren.

Variante 2

Die Maske wird vor Antritt der Fahrt mit gereinigten Händen angelegt. Nach dem Ausstieg aus dem Fahrzeug (z. B. bei Ankunft im  Entsorgungsgebiet) wird sie außerhalb abgelegt und entsorgt. Vor der weiteren Mitfahrt im Fahrerhaus müssen die Hände gereinigt und eine neue Maske aufgesetzt werden. Dieser Vorgang würde sich eventuell mehrmals am Tag wiederholen müssen.

Auch, wenn grundsätzlich eine Mehrfachnutzung dieser MNS-Maske bis Schichtende möglich wäre, halten wir es für unrealistisch, die dafür notwendigen Verhaltensmaßnahmen bei der Abfallsammlung konsequent einzuhalten.

Wie soll sich die Laderin/der Lader verhalten, die/der die Tonnen transportiert? Ist spezielle Schutzausrüstung nötig?

  • Spezielle Schutzausrüstung für die Atemwege bei der Ladetätigkeit (wie z. B. Mundschutz) ist nicht zweckmäßig, da es sich um eine körperlich anstrengende Arbeit handelt und, wie bei der vorhergehenden Frage dargelegt, Fehlanwendung zu erwarten ist.
  • Die Möglichkeit der Händereinigung unterwegs sicherstellen (Handwaschbecken am Fahrzeug oder Wasserbehälter mit Zapfhahn, Flüssigseife, Einmalhandtücher).
  • Deckel der Abfallsammelbehälter geschlossen halten. Nicht in die Behälter greifen.
  • Abfälle nicht anfassen, Heruntergefallenes mit Schaufel oder Greifer bewegen.
  • Möglichst von Personen fernhalten.
  • Hygienemaßnahmen beachten bezüglich möglicher Kontaktflächen (Fahrzeuginnenraum, Türgriffe), z. B. Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern/Spülmittel. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Hierbei sollten getränkte Einmaltücher genutzt werden. Wenn die Reinigung mittels Eimer und Wischlappen erfolgt, muss danach das Wischwasser und der Lappen gewechselt werden.
  • Von Isopropanol bzw. Ethanol enthaltenden Desinfektionsmitteln sollte man besonders im Fahrerhaus absehen, da dadurch zündfähige Gemische entstehen könnten, die sich z. B. beim Anzünden einer Zigarette entzünden könnten. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln wird abgeraten. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.
  • Grundsätzlich Handschuhe ausziehen vor dem Einstieg ins Fahrerhaus und diese, wenn möglich, nicht mit ins Fahrzeug nehmen.
  • Türinnengriffe grundsätzlich nicht mit Handschuhen anfassen.

Wie sollen sich die Mitarbeitenden auf dem Betriebshof verhalten?

  • Schwarz-/Weißtrennung unbedingt weiterhin einhalten! Nicht mit der verschmutzten Arbeitskleidung nach Hause fahren.
  • Zeitliche Abstände zwischen Fahrzeugbesatzungen beim Aufenthalt im Schwarz-/Weiß-Bereich einführen.
  • Duschen mit Seife ist in der jetzigen Situation weiterhin dringend zu empfehlen und der beste Schutz gegen das Virus.
  • Zugang zu den Duschen unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen begrenzen.
  • Generell Abstand (min. 1,5 bis 2 Meter) voneinander halten.

Wie sollen wir in der Abfallbehandlung den Annahmebereich organisieren?

  • Kontakte minimieren, Abstände für Wartende ermöglichen.
  • Eingänge papierlos behandeln.
  • Erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellen (z.B. Eingabestifte für Touchscreen- Geräte).
  • Regelmäßige Reinigung von Touchscreens bei automatischen Waageeinrichtungen.
  • Die notwendige Nutzung von Sanitäreinrichtungen durch Fremdpersonal nach Möglichkeit über mobile Einrichtungen gewährleisten, die auch die Möglichkeit bieten, die Hände zu reinigen.
  • Wenn aufgrund der örtlichen Gegebenheiten Abstände nicht eingehalten werden können und Kontakte nicht reduziert werden können, muss über eine Schließung nachgedacht werden.

Was ist beim Betrieb von Sortierkabinen zu beachten?

  • Die Besetzung verringern, Abstände vergrößern.
  • Händehygiene ermöglichen, Reinigungsmöglichkeiten in Kabinennähe.
  • Die Handschuhwechsel-Frequenz erhöhen.

Wie vermindern wir die Risiken bei der Leerung städtischer Abfallbehälter (Papierkörbe)?

  • Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden. Bei der Leerung sollten passende Hilfsmittel eingesetzt werden.
  • Schutz vor Schmierinfektionen bietet regelmäßiges Händewaschen bzw. Desinfektion der Hände.

Wie organisieren wir den sicheren Betrieb von Recyclinghöfen?

  • Zur Vermeidung direkter Kontakte sollte die gleichzeitige Anzahl der Kunden/Kundinnen auf dem Hof begrenzt werden.
  • Gegebenenfalls Öffnungszeiten erweitern (Entzerrung) und dies kommunizieren.
  • Abstände vor dem Kassenhäuschen ermöglichen; Einweiser halten Abstand zu den Anliefernden.
  • Bei der Schadstoffannahme Abstandsregelungen treffen und durch Markierungen verdeutlichen; Kunden/Kundinnen und Beschäftigte sollten sich nicht gleichzeitig im Annahmebereich aufhalten.

Wie gehen wir mit kontaminierten Abfällen um – beispielsweise mit Abfällen aus dem Gesundheitswesen?

Das Robert Koch-Institut gibt zur Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, folgende Empfehlung:  Die Entsorgung erfolgt nach folgenden Abfallschlüsselnummern (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur „in sporadischen Einzelfällen“ entsprechend infizierte/erkrankte Patienten behandeln, z.B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/erkrankte Patienten „schwerpunktmäßig behandeln“, z. B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.

Der Verband Kommunaler Unternehmen hat die Empfehlung in einer Sonderinformation unter Punkt drei konkretisiert.

Was ist bei der Beförderung von medizinischen Abfällen in loser Schüttung zu beachten?

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM hat Festlegungen für die Beförderung von medizinischen Abfällen getroffen, von denen bekannt oder anzunehmen ist, dass sie mit dem Coronavirus kontaminiert sind. Die Allgemeinverfügung Nr. D/BAM/ADR Aktenzeichen 3.2/012020 Rev. 1 aktualisiert die Anforderungen für die Beförderung in loser Schüttung von UN 3291 (medizinischer Abfall) nach VC 3 gemäß 7.3.3.1 ADR (VC 3: Beförderung in loser Schüttung in besonders ausgerüsteten Fahrzeugen und Containern). Unter anderem sind die erforderlichen bauartbedingten Eigenschaften der Container aufgeführt sowie die Vorgaben, wie flüssige Stoffe und scharfe Gegenstände zu handhaben sind und die Pflicht, Container auf  möglicherweise ausgetretenes Ladegut zu untersuchen.

Tipp Titelseite Faktenblatt Coronavirus TaxiFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Taxigewerbe

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

hier herunterladen (PDF)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Taxiunternehmen.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben und Schutzfolien bieten keinen verlässlichen Schutz für den Fahrer oder die Fahrerin gegen die Übertragung des Virus durch Aerosole (feinste flüssige Teile in der Luft). Aber sie reduzieren als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die als ein Hauptübertragungsweg der Infektion mit Coronaviren gilt. Von daher sind sie grundsätzlich zu empfehlen. Dennoch entbinden sie aber nicht von der Pflicht, den größtmöglichen Abstand zu den Fahrgästen einzuhalten.

Was müssen wir beim Einbau von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Innerhalb kurzer Zeit haben verschiedene Anbieter, aber auch Tüftler eine Vielzahl von Lösungen entwickelt. Um ausgereifte Produkte von weniger empfehlenswerten Lösungen unterscheiden zu können, soll man auf folgende Punkte achten:

  • Klären Sie, ob die Lösung gemäß StVZO zulassungsfähig ist. Auskunft geben die zuständige Zulassungsstelle oder auch die Prüfstellen zugelassener Prüforganisationen.
  • Werden Scheiben aus hartem Material wie Kunststoff oder Glas verwendet, müssen sie stoß- und splitterfest sein. Scheiben aus Sicherheitsglas oder glasähnliche Kunststoffe brauchen eine Bauartgenehmigung nach UNECE 43 oder (national) nach Paragraph 22a StVZO.
  • Als Befestigungen sind Lösungen zu empfehlen, durch die beim Bremsen oder bei einem Aufprall keine zusätzliche Gefahr durch schlechte Verankerung, scharfkantige oder vorstehende Teile etc. entsteht. Befestigungen, die eine feste Verschraubung mit der Karosserie beinhalten, sollten durch einen Kfz-Fachbetrieb eingebaut werden.
  • Trennwände müssen so eingebaut werden, dass sie die Wirkung von Airbags nicht beeinträchtigen.

Eine Alternative zum Einbau einer starren Scheibe bietet der Einsatz einer Folie oder Plane als Abtrennung. Oft kann bei diesen Lösungen sogar eine bessere Abdichtung gegenüber dem Fahrerraum erzielt werden, als bei einer starren Scheibe. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Abbremsung oder einem Aufprall wird der Fahrgast keiner zusätzlichen Gefahr ausgesetzt.

Was müssen wir beim Einsatz von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Damit sich keine Viren auf den Scheiben oder Folien ansammeln, müssen die Fahrer oder die Fahrerinnen diese möglichst mehrmals am Tag reinigen. Zu empfehlen ist eine gründliche Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern und Einmaltüchern. Einmaltücher und Seifenlauge sollen direkt nach der Reinigung entsorgt werden. Nach der Reinigung sollen sich Fahrer und Fahrerinnen gründlich mit Seife die Hände waschen.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Nehmen Sie in diesem Fall eine Wischdesinfektion statt einer Sprühdesinfektion vor.

Auf eine Sprühdesinfektion soll aus folgenden Gründen verzichtet werden: Durch die feinste Vernebelung werden zum einen nicht alle Bereiche erreicht, wenn nicht nachgewischt wird. Zum anderen kann es durch diese feinste Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen und Verätzungen der Atemwege kommen. Auch Explosionsgefährdungen bei Einsatz der Sprühdesinfektion in kleinen geschlossenen Raumen sind möglich.

Wie können Abstandsregeln im Taxibetrieb eingehalten werden?

Begrenzen Sie die Zahl der Fahrgäste. Der Beifahrersitz ist während der Coronakrise auf jeden Fall tabu. In mindestens einer Region wurde die Mitnahme von Fahrgästen auf eine Person in Standardtaxen und zwei Personen in Großraumtaxen begrenzt (ausgenommen Fahrgäste des gleichen Haushalts). Einzelne Fahrgäste sollten immer hinten rechts platziert werden.

In den Pausen sollen die Fahrer und Fahrerinnen den Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern untereinander einhalten.

Welche weiteren Maßnahmen sollen wir umsetzen?

  • Die Kommunikation zwischen Fahrer/Fahrerin und Fahrgast soll auf das Wesentliche beschränkt werden. Beim Sprechen treten kleine Tröpfen aus dem Mund aus, die Träger des Coronavirus sein können.
  • Die Fahrt soll möglichst bargeldlos bezahlt werden.
  • Wann immer möglich, lüften Sie das Fahrzeug.
  • Das Gebläse nicht in Umluft betreiben. Es gibt einzelne Empfehlungen, das Gebläse komplett auszustellen, allerdings ist hier abzuwägen, dass dadurch der wünschenswerte Luftaustausch unterbunden wird.

Sollen die Fahrer/Fahrerinnen und Fahrgäste Gesichtsmasken tragen?

Es ist bekannt, dass weder Mund-Nasen-Bedeckungen noch herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz ("Chirurgenmasken") einen Eigenschutz vor Infektionen bieten. Sie vermindern jedoch die Gefahr, dass eine erkrankte Person andere Menschen ansteckt (Fremdschutz). Da in einem Taxi Fahrer/Fahrerin und Fahrgäste normalerweise den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, müssen die Fahrgäste und das Fahrpersonal während der Fahrt Mund-Nasen-Masken tragen oder zumindest Mund und Nase mit Schals oder Tüchern bedecken. Die Sicht darf dadurch nicht eingeschränkt werden. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Taxis, das Fahrgäste befördert, mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Welche Hygienemaßnahmen sind für die Taxis notwendig?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wisch-Reinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden. Diese versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Werden die erforderliche Einwirkdauer oder Wirkstoffkonzentration nicht eingehalten, so entfalten diese Desinfektionsmittel keine Wirkung. Versprühte Desinfektionsmittel erreichen nur Flächen, die vom Sprühstrahl direkt getroffen werden. Die Rückseiten von Griffen und Hebeln oder des Lenkrads werden so nicht desinfiziert! Nehmen Sie deshalb eine Wischdesinfektion statt einer Sprühdesinfektion vor, zumal es durch diese feinste Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen, Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel. 

Benötigen wir eine persönliche Schutzausrüstung?

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Ansteckungsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Die übliche Mund-Nasen-Maske schützt nicht vor der eigenen Ansteckung, aber reduziert die Gefahr der Weitergabe von Viren an Fahrgäste.

Wie stellen wir die Mitwirkung der Fahrgäste sicher?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur vom Fahrpersonal mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen mit einem Infoblatt geschildert werden – entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus BusFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Busunternehmen

Informationen für Betriebe mit Fahrpersonal im ÖPNV, Fern- und Reiseverkehr

hier herunterladen (PDF)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Busunternehmen.

Was müssen wir in Betriebsgebäuden oder auf Betriebshöfen beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, empfehlen wir Ihnen alternative Schutzmaßnahmen zu ergreifen – beispielsweise den Einbau transparenter Abtrennungen und das Tragen von Schutzmasken. Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Werkstätten, Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Die Beschäftigten sollen Werkzeuge und Arbeitsmittel nach Möglichkeit personenbezogen verwenden. Wo das nicht möglich ist, muss eine Reinigung vor der Übergabe an andere Personen sichergestellt werden.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen möglichst telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Notieren Sie den Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Welche organisatorischen Maßnahmen können die Ansteckungsgefahr für Fahrer/Fahrerinnen und Fahrgäste vermindern?

Fahrgäste sollen nur durch die hintere Tür ein- und aussteigen. Der Bereich rund um den Fahrerplatz soll freigehalten werden – insbesondere auch die erste Sitzreihe hinter dem Fahrer/der Fahrerin und ggf. dem Reiseleiter/der Reiseleiterin. Der Verkauf von z. B. Nahrungsmitteln oder anderen Dingen, die für die Erbringung der Beförderungsleistung nicht zwingend erforderlich sind, soll unterbleiben.

Fahrkartenkontrollen sollen nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden. Sind Fahrkartenkontrollen unverzichtbar, lassen Sie diese möglichst kontaktlos durchführen. Die Kontrollierenden müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zu den Fahrgästen nicht anders eingehalten werden kann.

Fahrgäste müssen in Bussen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Wirken Sie darauf hin, dass sich die Fahrgäste gleichmäßig über den Fahrgastraum im Bus verteilen. Wenn möglich, weisen Sie den Fahrgästen die Plätze zu. Essen und Trinken, Reden und Telefonieren soll ebenso vermieden werden wie das enge Beieinanderstehen oder -sitzen, insbesondere von Angesicht zu Angesicht.

Es ist auch sinnvoll, dem Fahrpersonal Fahrzeuge fest zuzuordnen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu den regelmäßigen Reinigungen, vor der Übergabe eine gründliche Reinigung des Fahrerarbeitsplatzes und gegebenenfalls des Ruheraumes durchgeführt werden.

Berücksichtigen Sie Versorgungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Benutzung von sanitären Anlagen bereits bei der Planung der Fahrten. Sind Übernachtungen vorgesehen, so informieren Sie sich bereits im Vorwege bei der Unterkunft über die jeweiligen Rahmenbedingungen und möglicherweise bestehenden Einschränkungen. Stellen Sie diese Informationen Ihrem Fahrpersonal vor Fahrtantritt zur Verfügung.

Sorgen Sie dafür, dass für zusätzliche Reinigungsmaßnahmen entsprechend unterwiesenes Personal ausreichend vorhanden ist.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien und -planen vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben, Schutzfolien und Schutzplanen bieten zwar keinen verlässlichen Schutz für den Fahrer oder für die Fahrerin bei der Übertragung des Virus durch Aerosole (feinste flüssige Teile in der Luft). Aber sie reduzieren als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die als ein Hauptübertragungsweg der Infektion mit Coronaviren gilt. Sie bieten einen gewissen Schutz für den Fahrer oder die Fahrerin und den Arbeitsbereich, entbinden aber nicht von der Pflicht, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Fahrgästen einzuhalten. Aus diesem Grund soll auch der Sitz direkt hinter dem Fahrerarbeitsplatz gesperrt werden.

Allerdings gibt es bei der Einrichtung einiges zu beachten: Sehen Sie grundsätzlich von Vorhangvarianten (ähnlich eines Duschvorhanges) ab, die zu jedem Kassieren zur Seite geschoben werden. Das ständige Öffnen und Schließen erzeugt Luftverwirbelungen, welche die Ausbreitung des Virus fördern können. Auch die regelmäßige Reinigung bzw. Desinfektion dieser Vorhangvarianten gestaltet sich schwierig. 

Für alle nachträglichen Anbauten gilt folgendes: Änderungen am Fahrzeug führen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn zum Beispiel eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und -teilnehmerinnen zu erwarten ist (vgl. § 19 StVZO). Es dürfen daher nur zugelassene Einbauten (z. B. mit Allgemeiner Betriebserlaubnis oder Gutachten eines/einer amtlich anerkannten Sachverständigen, Prüfers/Prüferin für den Kraftfahrzeugverkehr oder eines Prüfingenieurs/einer Prüfingenieurin) entsprechend der Angaben der Hersteller montiert werden. Alle zusätzlichen Einrichtungen dürfen Fahrpersonal und Fahrgäste nicht gefährden. Zudem darf das Sichtfeld für das Fahrpersonal durch Scheiben, Folien und Planen (auch zur Seite und nach hinten) nicht eingeschränkt werden.

Inzwischen haben einige Bushersteller Nachrüstsätze für Fahrerschutztüren auf den Markt gebracht, die über eine Bauartgenehmigung nach der Vorschrift ECE R43 verfügen.

Sollen Busfahrer und Busfahrerinnen Gesichtsmasken tragen?

Es ist bekannt, dass sowohl Gesichtsbedeckungen als auch herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz ("Chirurgenmasken") keinen Eigenschutz vor Infektionen bieten. Sie vermindern jedoch die Gefahr, dass eine erkrankte Person andere Menschen ansteckt (Fremdschutz). In allen Bundesländern ist das Tragen solcher Masken im ÖPNV durch die Fahrgäste mittlerweile vorgeschrieben.

Wo es keine entsprechende Pflicht für den Fahrer/die Fahrerin gibt, empfehlen wir folgende Regelung: Ist der Mindestabstand durch andere Maßnahmen (Absperrung des Fahrerbereichs und der ersten Reihen) eingehalten, ist das Tragen einer Gesichtsbedeckung optional. Sind keine anderen Maßnahmen getroffen, müssen Fahrer/Fahrerin und Fahrgäste eine Gesichtsbedeckung tragen. Die Sicht darf dadurch nicht eingeschränkt werden. Beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss der Betrieb die Pausenregelung anpassen. Die Tragzeitbegrenzung für mehrlagige Mund-Nasen-Bedeckungen soll sich dabei an derjenigen der FFP2-Maske orientieren.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr und dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Busses mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist. Beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehe es den Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen nicht um die Verhüllung oder Verdeckung ihres Gesichts zwecks Verhinderung einer Identitätsfeststellung, sondern um den Schutz der eigenen Gesundheit. Gleichwohl erfolge bei Verkehrskontrollen eine Prüfung des Einzelfalles.

Bietet das Tragen eines Schutzvisiers zusätzlichen Schutz für den Fahrer/die Fahrerin? Ist der Einsatz sinnvoll?

Wir raten von dem Einsatz solcher Schutzvisiere (Spuckschutz aus Plastik, der mit einem Stirnband vor das Gesicht geschnallt wird) in Fahrzeugen ausdrücklich ab. Den besten Schutz bietet eine Plexiglasscheibe, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht ist. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich. 

Der Einsatz von Schutzvisieren birgt hingegen Risiken, insbesondere bei einem Unfall. Es liegen keine Erkenntnisse vor, wie sich ein Gesichtsschutz bei einem Aufprall auf das Lenkrad bzw. auf das Armaturenbrett oder beim Auslösen eines Airbags verhält. Es ist nicht auszuschließen, dass Schutzvisiere möglicherweise scharfkantig brechen, sich Richtung Brust verschieben oder sich seitlich verdrehen. Fahrzeughersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich das Verletzungsrisiko beim Auslösen der Airbags erhöht, wenn sich zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Entfaltungsbereich der Airbags Gegenstände befinden.

Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Visier die optische Überwachung von Verkehr und Fahraufgabe behindern könnte – beispielsweise durch Lichtreflexe.

Ohnehin ist das Plastikvisier nur ein zusätzlicher Spuckschutz und verhindert nicht das Einatmen von Aerosolen. Sprechen Sie im Fahrzeug nicht direkt in die Richtung der anderen Person und beschränken Sie ein Gespräch auf das erforderliche Minimum.

Welche weiteren technischen Maßnahmen können helfen?

Einige Verkehrsverbünde haben die Anweisung gegeben, dass die Türen – wo technisch möglich – bei jedem Stopp vom Fahrerplatz aus geöffnet werden und nicht per Knopfdruck von den Fahrgästen. Dies dient auch zur besseren Belüftung des Busses.

Wir möchten, dass unsere Fahrer und Fahrerinnen wieder im Fahrkartenverkauf tätig werden. Ist das mit dem Infektionsschutz vereinbar?

Auch beim Verkauf und der Kontrolle von Fahrkarten muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies ist zumindest beim Verkauf ohne weitere Maßnahmen nicht möglich. Deshalb sollte der Verkauf zu möglichst großen Teilen über Automaten oder Apps abgewickelt werden. Ist das nicht möglich, bietet eine Plexiglasscheibe, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht ist, einen ausreichenden Schutz. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich.

Welche Hygienemaßnahmen sind für den Bus notwendig?

In diesem Punkt gehen die in der Praxis zu beobachtenden Maßnahmen stark auseinander. Während einige Unternehmen keinen Sinn in zusätzlichen Reinigungsmaßnahmen sehen, haben andere Unternehmen die Reinigungsintervalle deutlich erhöht. Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist es notwendig, dass der Fahrerarbeitsplatz bei jedem Fahrerwechsel gründlich gereinigt wird. Dabei sollen die Oberflächen am Fahrerarbeitsplatz gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern gereinigt werden. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Die Wischreinigung gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln, Lenkrad etc. gut erreicht und gesäubert werden.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Darüber hinaus müssen die Anwendungshinweise der Hersteller genau beachtet werden. Werden z. B. die erforderliche Einwirkdauer oder Wirkstoffkonzentration nicht eingehalten, so entfalten diese Desinfektionsmittel keine Wirkung. Das Reinigungspersonal muss daher in der richtigen Anwendung von chemischen Desinfektionsmitteln unterwiesen sein. Versprühte Desinfektionsmittel erreichen nur Flächen, die vom Sprühstrahl direkt getroffen werden. Die Rückseiten von Griffen und Hebeln oder des Lenkrads werden so nicht desinfiziert! Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Unerlässlich ist eine regelmäßige und gründliche Lüftung der Busse. Bei Standzeiten an den Endhaltestellen und bei Pausen sollen die Türen geöffnet bleiben.

Reinigen Sie gemeinsam genutzte Ruheräume von Kraftomnibussen regelmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger/Seifenlauge. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen, anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Selbstverständlich sollte es sein, dass die Fahrenden eigene oder persönlich zugewiesene Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Außerdem soll der Ruheraum vor der Nutzung durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Sind Ihre Fahrzeuge mit Toiletten ausgestattet, so stellen Sie auch dort eine ausreichende Reinigung und Hygiene sicher. Gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Sorgen Sie in den sanitären Einrichtungen für ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher.  Die Abfallbehälter für die Einmalhandtücher sollen regelmäßig geleert und Kontaktflächen wie Tür-/Haltegriffe, Armaturen regelmäßig, gegebenenfalls mehrmals am Tag gereinigt werden. Stellen Sie Mittel zur Händedesinfektion zur Verfügung.

Wir haben gehört, dass eine Sprühdesinfektion verboten ist, stimmt das?

Die Sprühdesinfektion weist gegenüber der Wischdesinfektion diverse Nachteile auf. Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden.

Auf eine Sprühdesinfektion soll aus folgenden Gründen verzichtet werden.

  • Durch die feinste Vernebelung werden zum einen nicht alle Bereiche erreicht, wenn nicht nachgewischt wird.
  • Zum anderen kann es durch die Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen und Verätzungen der Atemwege kommen. Auch Explosionsgefährdungen bei Einsatz der Sprühdesinfektion in kleinen geschlossenen Raumen sind möglich.

Ein Verbot der Sprühdesinfektion gibt es derzeit jedoch nicht.

Wie sollen wir den Fahrgastraum lüften und klimatisieren?

Als Hauptübertragungsweg nennt das Robert-Koch-Institut (RKI) Tröpfchen, die beim Husten und Niesen entstehen und über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und gegebenenfalls der Augen aufgenommen werden. Zudem wurden aber auch Viren an luftgetragenen kleinsten Flüssigkeitströpfchen (sogenannte Aerosole) über einen längeren Zeitraum festgestellt.

Gerade bei Wiedereröffnung des Reiseverkehrs in der wärmeren Zeit des Jahres kommt daher der richtigen Nutzung der Klimaanlage eine große Bedeutung zu. Einige Bushersteller haben Hinweise zur Nutzung veröffentlicht, die hier auszugsweise aufgelistet sind:

  • Die Klimaanlage soll nur im Frischluftmodus, ohne Umwälzung der vorhandenen Innenluft eingesetzt werden.
  • Die Klimaanlage soll nicht manuell über den Schalter deaktiviert werden, da dies nur den Kältemittelkompressor und nicht das Gebläse abschaltet. 
  • Um die Frischluftmenge im Fahrgastraum nicht zu verringern, darf die Gebläsedrehzahl auch nicht manuell verringert werden. 
  • Achten Sie besonders auf die Reinigung bzw. den Austausch der Filter, gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, die Wartungsintervalle der Klimaanlage zu verkürzen.

Welche persönlichen Schutzmaßnahmen sollen wir ergreifen?

Coronaviren können einige Zeit auf Oberflächen aus Kunststoff oder Metall überdauern. Deshalb soll im Pandemiefall auf Hygiene besonderer Wert gelegt werden. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere nach unvermeidbarem Umgang mit fremden Gegenständen (z. B. beim Verladen von Gepäck), reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden. Statten Sie das Fahrpersonal mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln aus.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Ansteckungsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Die übliche Mund-Nasen-Maske schützt nicht vor der eigenen Ansteckung, aber reduziert die Gefahr der Weitergabe von Viren an Fahrgäste.

Wie können wir die Mitwirkung der Fahrgäste sichern?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur von den Fahrern und Fahrerinnen mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen rechtzeitig vor Fahrtantritt angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen durch Aushänge oder im Internet bekanntgegeben werden. Ihre Fahrgäste habe dadurch die Möglichkeit, sich auf entsprechende Vorgaben bzw. Einschränkungen einzustellen. Entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen. Die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen wird dadurch erhöht und mögliche Konfliktsituationen zwischen den Fahrgästen und Ihrem Fahrpersonal werden vermieden.

Die Busfahrer/Busfahrerinnen (gegebenenfalls das Begleitpersonal) sollen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen über die Lautsprecheranlage Einfluss nehmen.

Wie können wir Fahrer/Fahrerinnen auf Sonderfahrten, wie bei der Beförderung von Menschen mit Behinderungen, schützen, wo der Kontakt zu den Fahrgästen unvermeidlich ist?

In diesem Fall sollen die Fahrgäste mit einer mehrlagigen Mund-Nasen-Maske ausgestattet werden. Wenn die Fahrgäste diese Masken nicht tolerieren, muss der Fahrer/die Fahrerin mit einer FFP2-Maske ausgestattet und in der Handhabung, z. B. durch den Betriebsarzt/die Betriebsärztin, unterwiesen werden (korrekter Sitz, hygienisches Absetzen/Entsorgen, Standzeit etc.). Bei Hilfestellungen beim Einsteigen oder Angurten sollen die Beschäftigten das Gesicht aus dem Ausatemstrom des Fahrgastes wegdrehen und außerdem möglichst nicht einatmen.

TippSeite 2 Handlungshilfe Gefährdungsbeurteilung BinnenschifffahrtCoronavirus: Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung

Tagesausflugs-, Kabinenschiffe und Fähren (PDF)Gütermotor-, Tankmotorschiffe und Schwimmende Geräte (PDF)

TippAushang BinnenschifffahrtAushang Coronavirus: "Herzlich willkommen! Unsere Bordregeln für Ihren sicheren Besuch."

Gütermotorschiffe (PDF)Fahrgastschiffe (PDF)

Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen, zum Beispiel auf den Internetseiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundessowie der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt.

Mit welchen grundsätzlichen Maßnahmen lassen sich Schiffsbesatzungen vor Infektionen mit Coronaviren schützen?

  • Achten Sie aufeinander und weisen Sie Kollegen auf Krankheitssymptome hin.
  • Nehmen Sie bei Infektionsverdacht oder Auftreten von Symptomen wie Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn, Fieber, Husten, Atemnot sofort Kontakt mit dem/der nächstgelegenen Verkehrsposten oder Revierzentrale auf (siehe: www.ccr-zkr.org).
  • Erstellen Sie einen betrieblichen Pandemieplan, um betriebliche Routine zur Pandemievorsorge umzusetzen. Im Pandemieplan werden Maßnahmen festgelegt, wie Verdachtsfälle abzuklären sind und wie bei bestätigten Infektionen Kontaktpersonen ermittelt und informiert werden.
  • Bringen Sie einen Aushang mit Verhaltensregeln gut sichtbar am Zugang zum Schiff an.
  • Gestalten Sie die betrieblichen Abläufe an Bord so, dass zwischen Personen ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird. Können Sie den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht einhalten oder müssen Sie sich tätigkeitsbedingt länger als wenige Minuten in einem Raum mit einer zweiten Person aufhalten, sollen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden, die für Ihren/Ihre Gesprächs- oder Arbeitspartner/-in Schutz vor Speicheltröpfchen bieten.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Mitglieder der Besatzung regelmäßig gründlich (min. 30 Sekunden) ihre Hände mit Seife reinigen – besonders vor den Mahlzeiten. Ist dies nicht möglich, nutzen Sie Handdesinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) unter Beachtung der Anwendungsregeln des Herstellers.
  • Führen Sie Besatzungswechsel möglichst ohne Personenkontakt durch.
  • Behalten Sie die Zusammensetzung der Besatzung möglichst bei.
  • Führen Sie die Schichtübergabe nach Möglichkeit telefonisch durch.
  • Planen Sie die Beschaffung von Lebensmitteln langfristig und planen Sie nach Möglichkeit Ihren Bedarf für einen möglichst langen Zeitraum ein (Schichtdauer).
  • Reinigen Sie regelmäßig gemeinsam genutzte Geräte (Tablets, Funkgeräte).
  • Reinigen Sie gemeinsam genutzte Räume regelmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger/Seifenlauge.
  • Bei einem Besatzungswechsel müssen auch die Wohnbereiche gereinigt werden. Planen Sie für diese Reinigung zusätzliche Zeit ein und entsorgen Sie im Anschluss das Reinigungswasser sowie das Reinigungsmaterial.
  • Stellen Sie die erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA), aber auch Werkzeuge und andere Arbeitsmittel jedem Beschäftigten personenbezogen zur Verfügung. Arbeitsmittel von betriebsfremden Personen sollen nicht benutzt bzw. vor der Benutzung gereinigt werden. Sorgen Sie dafür, dass sich Besatzungsmitglieder in engen Räumen/Gemeinschaftsräumen nur einzeln aufhalten und längere Gespräche in einzelnen Räumen vermeiden.
  • Lüften Sie regelmäßig und so oft wie möglich.

Welche besonderen Maßnahmen sind an Bord von Fahrgastschiffen Tagesausflugsschiffen, Fähren und Kabinenschiffen nötig?

  • Legen Sie die Anzahl der Fahrgäste so fest, dass der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern gewährleistet werden kann.
  • Wirken Sie auf Fähren darauf hin, dass die Fahrgäste mit Pkw/Lkw ihr Fahrzeug nur auf Anweisung der Besatzung oder im Notfall verlassen.
  • Bringen Sie Abstandsmarkierungen an, zum Beispiel:
    • vor Bestell- und Verkaufstheken, Rezeptionen,
    • auf dem Deck auf Fähren für Fußgänger und Radfahrer.
  • Ermöglichen Sie bargeldlose Bezahlung und empfehlen Sie diese Ihren Fahrgästen.
  • Überprüfen Sie Ihre Arbeitsabläufe in allen betrieblichen Bereichen auf Einhaltung des Sicherheitsabstands von mindestens 1,5 Metern.
  • Stellen Sie Ihr gastronomisches Angebot darauf ein, dass Sie z. B. Getränke in Flaschen anstelle des Ausschanks in Gläsern und nur verpackte Nahrungsmittel anbieten.
  • Weisen Sie die Kunden/Fahrgäste/Passagiere bei Verstoß gegen die Hygiene- und Abstandsregeln freundlich, aber bestimmt auf ihr Fehlverhalten hin.
  • Es empfiehlt sich die Aufstellung eines Reinigungs- und Lüftungsplans: Lüften Sie regelmäßig und so oft wie möglich. Achten Sie bei Abluftanlagen – z. B. in Küchen – auf die regelmäßige Reinigung der Abscheider/Filter. Beauftragen Sie bei raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) eine Fachfirma mit der Wartung und Reinigung. Halten Sie die entsprechenden Intervalle konsequent ein.

Welche besonderen Maßnahmen sind an Bord von Gütermotor- und Tankschiffen erforderlich?

  •  Beschränken Sie den Zugang zum Schiff soweit wie möglich.
  • Drängen Sie bei den Lade- und Löschvorgängen auf eine möglichst kontaktlose Durchführung, Kommunikation und Dokumentation.
  • Weisen Sie betriebsfremde Personen darauf hin, dass an Bord eine Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund der besonderen Verhältnisse zu tragen ist.
  • Achten Sie auch bei gemeinsamen Kontrollgängen an Bord auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.
  • Es empfiehlt sich die Aufstellung eines Reinigungs- und Lüftungsplans, wobei ggf. weitere anzuwendende Vorschriften wie beispielsweise für Binnenschiffe, die Gefahrgüter befördern, berücksichtigt werden müssen.

Wurden aktuell zusätzliche Regelungen aufgrund der Coronakrise zu den Besatzungsvorschriften oder technischen Vorschriften getroffen?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in einem Schreiben an die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zusätzliche Regelungen für die Zeit der Coronakrise veröffentlicht.  

Welche Gefahr besteht bei Kontakt/Umgang mit Frachtcontainern?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Frachtcontainern gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (siehe: "Fragen und Antworten" des BfR). Beachten Sie dennoch die Empfehlungen zur Handhygiene (s.o.).

Was tun, wenn auf einem Seeschiff ein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus auftritt?

Bei einem Verdachtsfall auf einem Schiff, das einen deutschen Hafen anläuft, kontaktieren Sie bitte bereits vor dem Anlaufen den zuständigen Hafenärztlichen Dienst. Die Fachleute dort informieren Sie dann über die weiteren Maßnahmen. Die Kontaktdaten der für deutsche Häfen zuständigen Hafenärztlichen Dienste finden Sie auf der Website der Freien und Hansestadt Hamburg.

Weitere Hinweise und Ratschläge hat der Seeärztliche Dienst der BG Verkehr auf der Website der Dienststelle Schiffssicherheit bereitgestellt.

Flugbetrieb

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus Luftfahrt - FlugbetriebFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz der Luftfahrt

Informationen für den Flugbetrieb

hier herunterladen (PDF)

Welche organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen zum Schutz der Crews sollen wir treffen?

Stellen Sie den Crewmitgliedern ausreichende Informationen zur Verfügung und führen Sie Unterweisungen durch. Dabei können verfügbare Medien genutzt werden. Sorgen Sie außerdem für umfassende Beratungsangebote, z. B. über den Betriebsarzt/die Betriebsärztin.

Die Crewmitglieder sollen Menschenansammlungen auf den Flughäfen und in den Räumen der Airline vermeiden. Sorgen Sie dafür, dass genügend Abstand (mindestens 1,5 Meter) in Briefingräumen und in Crewbussen eingehalten werden kann. Gegebenenfalls müssen größere Räume und Busse verwendet werden. Achten Sie darauf, dass das Fahrzeuginnere von Crewbussen regelmäßig gereinigt und desinfiziert wird. Die Crews sollen nicht unbedingt erforderliche Kontakte untereinander vermeiden: Keine Ausflüge, Restaurantbesuche beim Layover, keine persönlichen Kontakte innerhalb der Crews am Zielort, Abstimmung per Whatsapp etc. oder per Telefon.

Schulungen sollen gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) abgesagt werden.

Soweit möglich, soll mit festen Crews gearbeitet werden, damit einzelne infizierte Besatzungsmitglieder nicht mehrere Crews infizieren können.

Prüfen Sie, ob der Service reduziert, gestrichen oder kontaktarm organisiert werden kann (Ausgabe von Getränkeflaschen und abgepackten Snacks); der Bordverkauf soll gestrichen werden. Soweit möglich, soll eine Toilette im Flugzeug geblockt werden, um der Crew regelmäßiges Händewaschen mit einer handschonenden Flüssigseife zu ermöglichen. Die Handtuchspender sollen vor Flugbeginn voll aufgefüllt werden.

Erstellen und verteilen Sie Informationen für die Passagiere zum Verhalten beim Boarding. Bei Hilfestellung bei der Unterbringung des Handgepäcks durch das Kabinenpersonal entstehen vermeidbare Kontakte. Eine solche Hilfestellung soll vermieden werden, Wir empfehlen dies gegenüber den Passagieren beim Check-in oder vor dem Boarding zu kommunizieren. Die Passagiere sollen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, das senkt das Infektionsrisiko für die Crew. In Situationen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, muss die Crew zur Verfügung gestellte Mund-Nasen-Bedeckungen oder Schutzmasken nutzen.

Wie sollen wir bei einer Infektion von Crewmitgliedern vorgehen?

Treffen Sie organisatorische Vorkehrungen, damit nach der Feststellung einer Infektion schnell ermittelt werden kann, ob es direkte Kontakte bei der Arbeit gab. Alle Festlegungen müssen mit Betriebsarzt/Betriebsärztin, Personalvertretung und gegebenenfalls Behörden abgestimmt werden. Kommunizieren Sie die Regelungen gegenüber den Beschäftigten detailliert.

Ein infiziertes Crewmitglied muss, möglichst nach telefonischer Voranmeldung, ärztliche Hilfe aufsuchen. Stellt es Symptome während der Arbeit fest, muss jeder weitere Kontakt zu Passagieren oder anderen Crewmitgliedern vermieden werden. Sorgen Sie für Unterweisungen zu den möglichen Symptomen und schaffen Sie ergänzende betriebsärztliche Beratungsangebote. Kommunizieren Sie Sprechstunden und Angebote von Flughafenambulanzen an die Crews.

Brauchen die Crewmitglieder eine persönliche Schutzausrüstung?

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife reicht im Normalfall aus. Zusätzlich sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt virozid) ausgegeben werden für den Fall, dass Handhygiene nicht anders gewährleistet werden kann.

Der übliche Mund-Nasen-Schutz schützt nicht vor der eigenen Ansteckung, reduziert aber die Gefahr der Weitergabe von Viren an andere Crewmitglieder und Passagiere. Da während des Service der Abstand von 1,5 bis 2 Metern nicht eingehalten werden kann, müssen die Masken auch während des Service getragen werden.

Das Tragen von Einmalhandschuhen ist während des Service zu empfehlen.

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Crewmitglieder sollen auf Händeschütteln und sonstigen körperlichen Kontakt verzichten. Sie sollen regelmäßig gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen (Dauer: 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann stattdessen Desinfektionsmitteln (mindestens begrenzt virozid) genutzt werden. Die Crewmitglieder sollen sich nicht ins Gesicht fassen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist.

Die Oberflächen in Cockpit, Kabine und Toiletten müssen nach einem Flug mit fettlöslichem Reiniger oder Desinfektionsmitteln (mindestens begrenzt virozid) gereinigt werden. Dabei muss eine Wischdesinfektion und nicht lediglich eine Sprühdesinfektion vorgenommen werden.

Ground Handling

Welche organisatorischen Maßnahmen sollen wir treffen?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, versetzte Anfangszeiten einzuführen bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Es ist darüber hinaus sinnvoll, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen. Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll nicht zugelassen werden. Achten Sie bei der Aufstellung von Schichtplänen darauf, möglichst dieselben Personen zu gemeinsamen Schichten einzuteilen. Damit reduzieren Sie die Kontaktmöglichkeiten innerhalb der Belegschaft und sorgen dafür, dass infizierte Beschäftigte nur eine begrenzte Zahl anderer Beschäftigter anstecken können.

Die Sitzplatzkapazitäten in den Kantinen müssen soweit reduziert werden, dass Abstandsvorgaben eingehalten werden können. Das Cateringkonzept sollte an die Situation angepasst werden, zum Beispiel keine Selbstbedienungsbereiche, stattdessen Ausgabe portionierter Speisen; Besteck gibt das Kantinenpersonal aus; Getränke gibt es nur noch als Flaschenware, nicht mehr am Spender. An den Pausenräumen gibt es Einlassbeschränkungen und Zutrittslisten. Wird in Schichten gearbeitet, soll der Zutritt zu Umkleide- und Waschräumen so geregelt sein, dass sich Beschäftigte verschiedener Schichten nicht begegnen.

Beim Check-in oder an Informationsschaltern ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte sinnvoll, zum Beispiel durch Aufstellen von Plexiglasscheiben. Diese Plexiglasscheiben sollen regelmäßig mit fettlöslichen Reinigungsmitteln gereinigt werden, am besten mehrmals täglich und auf jeden Fall bei einem Schichtwechsel. Führen Sie Abstandsregelungen beim Check-in von Passagieren ein und setzen Sie diese und mit Hilfe von Markierungen oder ähnlichem durch. Passagiere aus Risikogebieten werden unter Regie des zuständigen Gesundheitsamts abgefertigt.

Achten Sie strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung. Ermöglichen Sie die personenbezogene Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung.

Kann man sich beim Handling von Gepäckstücken oder Luftfracht mit dem Coronavirus infizieren?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Gepäckstücken gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Dennoch ist eine Übertragung des Virus durch eine Schmierinfektion möglich – zum Beispiel beim Umschlag von Gepäckstücken, die infizierten Fluggästen gehören. Aus diesem Grund ist eine ausgeprägte Handhygiene zu empfehlen. Das gilt auch, wenn Arbeitshandschuhe getragen werden. In diesem Fall müssen die Handschuhe regelmäßig desinfiziert oder ausgetauscht werden. Auf keinen Fall soll man sich mit Handschuhen ins Gesicht fassen.

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Beschäftigten sollen auf Händeschütteln und sonstigen körperlichen Kontakt verzichten. Sie sollen regelmäßig gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen (Dauer: 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann stattdessen Desinfektionsmitteln (mindestens begrenzt virozid) genutzt werden. Die Crewmitglieder sollen sich nicht ins Gesicht fassen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist.

Oberflächen in Arbeitsbereichen sollen mit fettlöslichem Reiniger oder Desinfektionsmitteln (mindestens begrenzt virozid) gereinigt werden. Dabei muss eine Wischdesinfektion und nicht lediglich eine Sprühdesinfektion vorgenommen werden

Technikbereich

Welche organisatorischen Maßnahmen sollen wir treffen?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen. Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll während der Coronakrise nicht zugelassen werden. Achten Sie bei der Aufstellung von Schichtplänen darauf, möglichst dieselben Personen zu gemeinsamen Schichten einzuteilen. Damit reduzieren Sie die Kontaktmöglichkeiten innerhalb der Belegschaft und sorgen dafür, dass infizierte Beschäftigte nur eine begrenzte Zahl anderer Beschäftigter anstecken können.

An den Pausenräumen gibt es Einlassbeschränkungen und Zutrittslisten. Wird in Schichten gearbeitet, soll der Zutritt zu Umkleide- und Waschräumen so geregelt sein, dass sich Beschäftigte verschiedener Schichten nicht begegnen. Die Sitzplatzkapazitäten in den Kantinen sollen soweit reduziert werden, dass die Abstandsvorgaben eingehalten werden können. Das Cateringkonzept soll an die Situation angepasst werden, zum Beispiel keine Selbstbedienungsbereiche, stattdessen Ausgabe portionierter Speisen; Besteck gibt das Kantinenpersonal aus; Getränke gibt es nur noch als Flaschenware, nicht mehr am Spender)

Anstehende Unterweisungen, Besprechungen – sofern unbedingt erforderlich – sollen Sie möglichst durch Videokonferenzen ersetzen oder verschieben.

Achten Sie strikt darauf, dass jegliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung personenbezogen ausgegeben und genutzt wird. Ermöglichen Sie die personenbezogene Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung.

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Beschäftigten sollen auf Händeschütteln und sonstigen körperlichen Kontakt verzichten. Sie sollen regelmäßig gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen (Dauer: 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann stattdessen Desinfektionsmitteln (mindestens begrenzt virozid) genutzt werden. Die Crewmitglieder sollen sich nicht ins Gesicht fassen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist.

Oberflächen gemeinsam genutzter Arbeitsmittel und Arbeitsplätze sollen mit fettlöslichem Reiniger oder Desinfektionsmitteln (mindestens. begrenzt virozid) gereinigt werden. Wird desinfiziert, muss eine Wischdesinfektion und nicht lediglich eine Sprühdesinfektion vorgenommen werden

Einsatz- und Transportfahrzeuge für den innerbetrieblichen Verkehr sollen nur alleine genutzt werden, wenn es der Arbeitsauftrag zulässt. Veranlassen Sie eine regelmäßige Innenreinigung und Desinfizierung von Dienstfahrzeugen.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus KEPFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Brief- und Paketlogistik

Infos für Post-Logistik, Kurier-, Express- und Postdienste

hier herunterladen (PDF)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Post- und Zustelllogistik.

Wie können wir Zusteller und Zustellerinnen im Bereich Brief und Paket schützen?

Zusteller und Zustellerinnen haben berufsbedingt eine große Zahl von Kontakten mit Mitmenschen, insbesondere bei der Sendungsübergabe. Die große Herausforderung besteht darin, die Kontaktzahl auf ein Minimum zu beschränken. Dies gilt bei den Vor- und Nacharbeiten in den stationären Standorten wie auch bei der Zustellung selbst. Zusteller und Zustellerinnen müssen einen Abstand von wenigstens 1,5 bis 2 Metern zu Personen halten und auf direkten Körperkontakt, z. B. Händedruck, verzichten.

Bei der Übergabe von Sendungen an Kunden und Kundinnen soll auf eine "händische" Übergabe verzichtet werden. Alternative Übergabemodelle ohne Kundenkontakt sind deutlich sicherer (z. B. ein vereinbarter Ablageort auf dem Grundstück). Der Kunde oder die Kundin sollen bei der Übergabe der Sendung keine Arbeitsmittel des Zustellers oder der Zustellerin in die Hand bekommen. Beispielsweise haben sich einige Zustellunternehmen für Alternativen zur Quittierung auf dem Handscanner bei der Paketübergabe entschieden. Oder sie verzichten derzeit ganz auf eine Quittierung, wo dies möglich ist.

Mahlzeiten sollen nicht an belebten Orten konsumiert werden.

Generell kann das gründliche Händewaschen vor einer Infektion schützen. In der Zustellung ist eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet. In diesen Fällen sollen Zusteller und Zustellerinnen mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln ausgestattet werden.

Welche Gefahr besteht beim Kontakt/Umgang mit Briefen und Paketen?

Für die Einschätzung der Infektionsgefahr, die von Waren oder Postsendungen ausgeht, sollte als Grundlage herangezogen werden, dass bislang keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Auch bei der SARS-Epidemie 2002/2003 gab es dazu keinerlei Hinweise. Eine Infektion mit SARS-CoV-2, also dem Coronavirus, über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, erscheint daher sehr unwahrscheinlich. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Wie sollen sich Zusteller/Zustellerinnen bzw. Boten/Botinnen von diagnostischen Proben in der derzeitigen Situation verhalten?

Hierzu hat der ad-hoc-Arbeitskreis des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) eine Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung bei Probenabholung aus Arztpraxen während einer pandemischen Situation erarbeitet.

Diese sieht im Wesentlichen vor, dass "in Praxen, in denen Patienten mit luftübertragbaren Infektionskrankheiten behandelt werden, der Kontakt mit externem Transportpersonal (z. B. Kurierdienste, Post) so zu gestalten ist, dass diese Personen nicht exponiert werden. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass die zu transportierenden Produkte oder Proben außerhalb der Praxisräume angenommen bzw. übereicht werden." (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)).

Auf was sollen wir im stationären Bereich der Brief- und Paketlogistik achten?

In der stationären Bearbeitung von Brief- und Paketsendungen ist nicht von einer erhöhten Infektionsgefahr durch die gehandhabten Sendungen auszugehen. Vielmehr sind hier auch infizierte und/oder erkrankte Beschäftigte das größte Risiko für eine Ansteckung.

Daher ist auch im stationären Bereich der Brief- und Paketlogistik das konsequente Anwenden der Abstands- und Hygieneregeln unbedingt notwendig. Dies gilt nicht nur für die Arbeitsbereiche an sich, sondern auch für Verkehrswege (Treppen, Türen, Aufzüge etc.), Umkleideräume, Waschräume, Toiletten und Aufenthaltsräume.

In Pausenräumen und Kantinen kann ein ausreichender Abstand z. B. dadurch sichergestellt werden, dass Tische und Stühle nicht zu dicht beieinanderstehen. Achten Sie darauf, dass möglichst keine Warteschlangen bei der Essensaus- und Geschirrrückgabe sowie an der Kasse entstehen. Gegebenenfalls müssen die Kantinen- und Essensausgabezeiten erweitert werden. Als Ultima Ratio muss auch die Schließung von Kantinen erwogen werden.

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen sie vor der Übergabe an andere Personen gereinigt werden. Besprechungen, die üblicherweise in räumlicher Nähe durchgeführt werden, sollen unterbleiben. Bei unbedingt notwendigen Besprechungen sollen – soweit möglich – Abstände von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Stellen Sie zur Reinigung der Hände hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung. Wichtig ist die ausreichende Reinigung und Hygiene, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei. Regelmäßiges Lüften dient der Hygiene und fördert die Luftqualität, da in geschlossenen Räumen die Anzahl von Krankheitserregern in der Raumluft steigen kann. Durch das Lüften wird die Zahl möglicherweise in der Luft vorhandener erregerhaltiger, feinster Tröpfchen reduziert.

In den Logistikbereichen können Ansammlungen von Personen zum Beispiel durch die Entzerrung von Arbeitsbeginn und Arbeitsende für Beschäftigte reduziert werden.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien vor Covid-19-Infektionen im Filialbetrieb?

Der Einsatz von Schutzscheiben oder aufgespannten Schutzfolien zum Schutz der Beschäftigten (z. B. Kassen, Theken, Bankschalter) vor der Kontamination mit Covid-19 aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Dadurch wird die unmittelbare Belastung der Beschäftigten durch die Atemluft (z. B. beim Husten) gehemmt. Die Baugröße soll den Atembereich abdecken, so dass bei der Ausgestaltung die typischen Körpermaße erwachsener Personen zugrunde gelegt werden sollen. Zu diesem Thema hat der DGUV-Fachbereich Handel und Logistik eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund ist auf eine gute und regelmäßige Lüftung zu achten. An Wartebereichen (z. B. Kasse, Theke) können Markierungen für einen ausreichenden Kundenabstand untereinander und zum Abstand zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Weiteren Schutz bietet die Forcierung bargeldloser Bezahlung.

Wie sollen wir Fahrzeuge reinigen, die von mehreren Fahrern/Fahrerinnen abwechselnd gefahren werden?

Beschränken Sie möglichst den Personenkreis, der ein Fahrzeug nacheinander nutzt, z. B. indem einem festgelegten Team ein Fahrzeug zugewiesen wird. Innenräume der Firmenfahrzeuge sollen regelmäßig gereinigt werden, insbesondere bei Nutzung durch mehrere Personen.

Coronaviren können einige Zeit auf Oberflächen aus Kunststoff oder Metall überdauern. Deshalb muss im Pandemiefall besondere Sorgfalt auf Hygiene im Fahrzeuginnenraum gelegt werden. Da die Viren eine fetthaltige Hülle haben, reicht die gründliche Reinigung mit entsprechenden fettlösenden Haushaltsreinigern zur weitgehenden Zerstörung der Virushülle in Kombination mit dem mechanischen Reinigungseffekt. Wenn verfügbar, sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden, bestens geeignet. 

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Wie können wir Beschäftigte im Außendienst schützen?

Beschäftigte mit Tätigkeiten vor Ort bei Kundinnen und Kunden haben berufsbedingt Kontakt mit Mitmenschen. Die große Herausforderung besteht darin, die Kontaktzahl auf ein Minimum zu beschränken. Aufschiebbare Tätigkeiten sollen in Abstimmung mit der Kundschaft auf einen späteren (coronafreien) Zeitpunkt verlagert werden. Störungsbeseitigung hat Vorrang.

Bei Kundenkontakten sollen soweit möglich Abstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen FFP2-Masken zur Verfügung gestellt und getragen werden. Aus Gründen des Infektionsschutzes sollen FFP2-Masken ohne Ausatemventil gewählt werden. Dabei muss die Tragzeitbegrenzung gemäß DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" beachtet werden. Der richtige Umgang mit FFP2-Masken muss unterwiesen werden.

Bei sichtbaren Anzeichen einer Erkrankung des Kunden/der Kundin muss der Einsatz abgebrochen werden.

Beschäftigte mit Tätigkeiten im öffentlichen Bereich (Kabelkanal, Kabelverzweiger (KVz) an der Straße etc.) sind in der Regel ohne Kontakt mit Dritten. Hier sind die üblichen Hygieneregeln einzuhalten.

Beschäftigte mit Tätigkeiten in Technikgebäuden (Vermittelnde Netzknoten (VNKs), Fernmeldetürmen etc.) sind in der Regel auch ohne Kontakt mit Dritten. Falls mehrere Techniker oder Technikerinnen in einem Raum arbeiten, müssen auch hier die Hygiene-, insbesondere die Abstandsregeln eingehalten werden. Zumindest sollte ein Abstand von wenigstens 1,5 bis 2 Metern zu Personen gehalten und auf direkten Körperkontakt verzichtet werden.

Die Arbeitsabläufe bei den vorgenannten Tätigkeiten sollen dahingehend geprüft werden, ob Einzelarbeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls empfehlen wir, möglichst kleine, feste Teams (z. B. zwei bis drei Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte innerhalb der Betriebsangehörigen bei Fahrten und Arbeitseinsätzen außerhalb der Betriebsstätte zu reduzieren. Zusätzlich sollen für diese Tätigkeiten Einrichtungen zur häufigen Handhygiene in der Nähe der Arbeitsplätze geschaffen werden.

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen sie, insbesondere vor der Übergabe an andere Personen, regelmäßig gereinigt werden.

Mahlzeiten sollen nicht an belebten Orten konsumiert werden.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Im Außendienst kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen sollen Firmenfahrzeuge mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion und mit Papiertüchern und Müllbeuteln ausgestattet werden.

Was müssen wir in Betriebsgebäuden beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, müssen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ergreifen. Auch betriebsfremde Personen müssen bei unzureichenden Abständen in Ihren Betriebsgebäuden Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. Verweigern sie dies, soll ihnen der Zutritt verwehrt werden.

Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen muss für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Passen Sie die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) so an, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in der Verwaltung und anderen Innendienstabteilungen, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren. Zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht soll ein zeitlicher Abstand liegen. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, das wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Darf auf Funkstandorten gearbeitet werden, wenn die Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz (PSAgA) und Rettungsausrüstungen (RA) länger als ein Jahr zurückliegt? Wie wird diese Unterweisung während der Coronapandemie durchgeführt?

Durch die während der Coronapandemie bestehenden Einschränkungen können die Unterweisungen zur Anwendung von PSAgA nicht wie gefordert eingehalten werden. Nach § 31 DGUV Vorschrift 1 müssen für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen, Unterweisungen mit Übungen durchgeführt werden. Hierunter fällt zum Beispiel auch die Durchführung von Rettungsübungen.

Der Unternehmer und die Unternehmerin muss in der Gefährdungsbeurteilung u. a. beurteilen, ob zum Beispiel im Umgang mit PSAgA und RA erfahrene und bereits mehrfach unterwiesene Benutzer und Benutzerinnen eingesetzt werden oder solche, die noch nicht oder nur selten mit PSAgA gearbeitet haben. Dabei können unterschiedliche Unterweisung-, Übungs- und Einsatzszenarien festgelegt werden.

Weitere Empfehlungen zu dieser Problematik hat das Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz/Rettungsausrüstungen“ des Fachbereichs PSA in einer FB AKTUELL "Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz während der Coronavirus-Pandemie" herausgegeben.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien in den Filialen vor Covid-19-Infektionen?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen, wie z. B. Kundinnen und Kunden halten. Wo dies nicht möglich ist, müssen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen oder das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ergreifen. Auch Kundinnen und Kunden und andere dritte Personen, die die Filiale betreten, müssen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. Ansonsten muss ihnen der Zutritt zu verweigert werden.

Der Einsatz von Schutzscheiben oder aufgespannten Schutzfolien zum Schutz der Beschäftigten vor der Kontamination mit Covid-19 aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Dadurch wird die unmittelbare Belastung der Beschäftigten durch die Atemluft (z. B. beim Husten) gehemmt. Die Baugröße soll den Atembereich abdecken, so dass bei der Ausgestaltung die typischen Körpermaße erwachsener Personen zugrunde gelegt werden sollen. Zu diesem Thema hat der DGUV-Fachbereich Handel und Logistik eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund ist auf eine gute und regelmäßige Lüftung zu achten. In Wartebereichen wie Theke oder Beratungstisch sollen Markierungen für einen ausreichenden Kundenabstand untereinander und zum Abstand zu den Beschäftigten (Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit zur regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Weiteren Schutz bietet die Forcierung bargeldloser Bezahlung.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen für Bestattungsunternehmen werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Einen Überblick über die Ländervorgaben hat der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. zusammengestellt. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Bestattungsunternehmen

Was müssen Bestatterinnen und Bestatter im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 beachten?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist von einer Infektiosität Verstorbener auszugehen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Auch Körperflüssigkeiten, insbesondere aus den Atemwegen, sind infektiös. Das gleiche gilt über den Zeitraum weniger Tage auch für Rückstände von Körperflüssigkeiten auf Kleidung, Haut und Umgebung der Verstorbenen. Schutzmaßnahmen für Bestatterinnen und Bestatter vor einer Gefährdung durch SARS-CoV-2 entsprechen denen luftübertragbarer Infektionserreger der Risikogruppe 3, zu denen auch die Erreger von Tuberkulose und mehrere Influenzaviren gehören.

Weitere Auskunft zum Umgang mit Verstorbenen und SARS-CoV-2 als Infektionserreger der Risikogruppe 3 geben das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19-Verstorbenen und branchenspezifisch die DGUV-Information 214-021 (vormals BGI 5026).

Welche konkreten Maßnahmen sind während der Vorbereitung von an SARS-CoV-2 Verstorbenen auf die Bestattung zu beachten?

Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat mit Unterstützung der BG Verkehr eine filmische Dokumentation zur Handhabung an Covid-19 Verstorbenen gedreht, die detailliert Auskunft gibt.

Darf ich Trauernde in deren Wohnungen aufsuchen und welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich gegebenenfalls dafür treffen?

Beratungsgespräche sollen möglichst nur noch im Institut mit ein, maximal zwei Angehörigen stattfinden. Eine sichere Alternative sind fernmündliche oder Chat-Beratungen, auch schriftlich per E-Mail kann man sich austauschen.

Wenn ein Besuch in der Wohnung der Trauernden unumgänglich ist, müssen folgende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Zunächst soll sich das Bestattungsunternehmen erkundigen, ob in dem jeweiligen Haushalt Personen an Atemwegserkrankungen leiden. Ist das nicht der Fall, kann die Wohnung unter der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern und mit einer FFP2-Maske betreten werden. Vor Betreten und nach Verlassen der Wohnung müssen die Hände mindestens 30 Sekunden lang gewaschen oder mit einem Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) desinfiziert werden. Für den richtigen Umgang mit Desinfektionsmitteln ist eine Unterweisung erforderlich. 

Welche Vorkehrungen muss ich in meinen Geschäftsräumen treffen?

Arbeiten Sie nur auf Basis fester Termine, um die Zahl der Besucherinnen und Besucher in Ihren Geschäftsräumen zu begrenzen und notieren Sie sich ihre Kontaktdaten. Halten Sie den Abstand von 1,5 Metern ein und lüften Sie die Räume regelmäßig. Bitten Sie die Besucherinnen und Besucher, sich beim Betreten der Geschäftsräume zunächst die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Halten Sie gegebenenfalls Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher für die Kundinnen und Kunden bereit. Vermeiden Sie Körperkontakt und Händeschütteln. Reinigen Sie Kontaktflächen planmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger und wischen Sie mit Einmalhandtüchern nach. Die Handtücher und das zum Putzen eingesetzte Wasser sollen umgehend entsorgt werden. Trennen Sie, wenn möglich, die öffentlich genutzten Arbeitsbereiche und die internen Büro- und Arbeitsräume.

Welche arbeitsorganisatorischen Maßnahmen kann ich treffen?

Arbeiten Sie in Schichten und in Teams, die sich möglichst nicht begegnen sollten. So ist Ihr Betrieb sichergestellt, auch wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hat. Bei Niederlassungen soll das jeweilige Stammpersonal in der jeweiligen Niederlassung verbleiben. Büroarbeiten sollen möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Arbeiten Sie möglichst papierlos (Messenger-Dienste, E-Mail). Sämtliche Akten und Dokumente sollen in desinfizierten Mappen übergeben werden.

Angehörige sollen Unterlagen wie Sterbeurkunden, Stammbücher etc. zugestellt bekommen und diese nicht persönlich abholen.

Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten müssen sie vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Was ist bei Fahrten mit mehrköpfigen Teams zu beachten?

Kann im Fahrerhaus der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden, müssen Fahrer/Fahrerin und Beifahrer/Beifahrerin jeweils eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Das Fahrpersonal muss für eine möglichst gute Lüftung der Kabine sorgen. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verschleierungsverbot) vereinbar ist.

Wie müssen Fahrzeuge gereinigt werden, die von mehreren Fahrern/Fahrerinnen abwechselnd gefahren werden?

Wir empfehlen, die Oberflächen im Fahrzeug gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Dafür sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Was müssen Bestattungsunternehmen bei der Vorbereitung und Durchführung von Trauerfeiern beachten?

Die Maßnahmen zum Infektionsschutz ergeben sich aus den Vorgaben der einzelnen Bundesländer und Gemeinden (siehe oben). Aus Sicht des Arbeitsschutzes sollen Beschäftigte des Bestattungsunternehmens 1,5 Meter Mindestabstand untereinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Worauf sollten Unternehmen achten, die im Rettungsdienst oder im Krankentransport tätig sind?

Hier gelten umfangreiche Schutzvorschriften und Empfehlungen aus dem Gesundheits- und Klinikbereich. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gehen auch auf den Krankentransport ein.

Worauf sollten nichtmedizinische Einsatzkräfte, zum Beispiel bei Betriebsfeuerwehren, achten?

Für nichtmedizinisches Personal hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 herausgegeben, die zum PDF-Download bereitstehen. Noch detailliertere Informationen finden sich im Merkblatt mit Informationen und Verhaltensweisen zu Influenzapandemien, MB10-03, herausgegeben vom Referat 10 der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes – vfdb e.V. Dieses Merkblatt wurde anlässlich der Influenzawelle 2018 erarbeitet, aber die ausführlichen Hygienehinweise helfen auch in der derzeitigen Situation weiter.

Ist Atemschutz im Lager erforderlich?

Bei den Schutzmaßnahmen im Lager hat das Abstandhalten erste Priorität. Sollte z. B. eine Störungsbeseitigung in einem automatisierten Lager oder ein Lastentransport nur zu zweit durchführbar sein, ist Abstandhalten sicherlich nicht immer umsetzbar. Bei einem engen Kontakt kann es zu einer Übertragung von SARS-CoV-2-Viren kommen. In diesen Situationen kann das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS), umgangssprachlich auch OP-Maske genannt, durch die Beschäftigten während dieser Tätigkeiten das Übertragungsrisiko vermindern.

Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt sitzt (d. h. enganliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird und, dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden. Es sollte auf jeden Fall mindestens eine Ersatzmaske mitgeführt werden. Beim Auf- und Absetzen der Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht berührt wird und die Maske so zusammengelegt wird, dass keine anderen Oberflächen mit der Innenseite in Kontakt kommen. Durchfeuchtete oder verschmutzte Masken sollten in einem separaten Beutel gesammelt werden, der idealerweise zusammen mit den Masken gewaschen werden kann. Quelle: BGHW

Was ist beim Staplerverkehr und beim Umgang mit Flurförderzeugen in der Kommissionierung zu beachten?

Sind Gabelstapler mit Fahrerkabine vorhanden, ist das Fahren mit geschlossener Tür empfehlenswert. Prüfen Sie, ob ein Einbahnstraßenverkehr im Lager möglich ist, so wird die Anzahl der Begegnungen während der Kommissionierung verringert. Auch Regelungen zur maximalen Anzahl von kommissionierenden Beschäftigten pro Regalgang sind wichtig, um die Mindestabstände von 1,5 Metern zwischen den Beschäftigten einzuhalten. Die Zahl ist abhängig von der vorhandenen Fläche zwischen den Regalen (Gangbreite und Ganglänge).

Maximale Anzahl pro Regalgang = Fläche zwischen zwei Regalen [in m2] / 10

Lassen sich Überholvorgänge oder Begegnungsverkehr der Kommissioniererinnen und Kommissionierer nicht verhindern, sollen sie sich bei der Vorbeifahrt möglichst einander nicht zuwenden. Ist bei der Kommissionierung das Benutzen von Aufzügen notwendig, sorgen Sie dafür, dass die Aufzüge nur einzeln benutzt werden. Quelle: BGHW

Was ist an festen Kommissionier-, Konfektionier- oder Verpackungsarbeitsplätzen zu beachten?

Die Wahrung der erforderlichen Mindestabstände (mind. 1,5 Meter in alle Richtungen) hat Priorität. Prüfen Sie, ob die Besetzung nur jedes zweiten Kommissionierarbeitsplatzes möglich ist. Sollte das nicht möglich sein, prüfen Sie, ob durch geringen Umbauaufwand der Abstand zwischen den einzelnen Kommissionierarbeitsplätzen vergrößert werden kann. Sollte das nicht möglich sein, stellen durchsichtige Trennwände, z. B. aus Plexiglas grundsätzlich eine Möglichkeit dar, wie Beschäftigte an Kommissionierarbeitsplätzen geschützt werden können. Durch eine bauliche Abtrennung lässt sich wirksam verhindern, dass der Luftstrom beim Husten oder Sprechen auf den Beschäftigten am benachbarten Arbeitsplatz trifft. Angesichts der vielen unterschiedlichen Fallgestaltungen an den Kommissionierarbeitsplätzen (Arbeit im Stehen oder im Sitzen) müssen aber zunächst individuelle Lösungen gesucht werden.

Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu zählt beispielsweise, dass eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist und dass spitze Ecken oder scharfe Kanten vermeiden werden. Je breiter die Abtrennung ist, desto besser. Die Abtrennung sollte nicht bereits durch geringfügige Bewegung der dahinterstehenden Person ihre Wirksamkeit verlieren. Quelle: BGHW

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus FahrschuleFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Fahrschule

Informationen zur Verringerung des Infektionsrisikos

hier herunterladen (PDF)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Fahrschulen.

Was müssen wir im Fahrschulbüro beachten?

Grundsätzlich sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen ausreichenden Mindestabstand (mindestens 1,5 Meter) zueinander und zu anderen Personen einhalten. Nach Möglichkeit soll Büroarbeit im Homeoffice ausgeführt werden. Vermeiden Sie andernfalls Mehrfachbelegungen von Räumen. Vorgänge wie Anmeldungen, Terminvereinbarungen sollen möglichst auf elektronischem oder telefonischem Wege erfolgen, um den Zutritt betriebsfremder Personen auf ein Minimum zu reduzieren. Vereinbaren Sie andernfalls Termine, um den Kontakt zwischen Personen gering zu halten.

Im notwendigen Kundenverkehr ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte sinnvoll, zum Beispiel durch Abschrankungen oder Aufstellen von Trennwänden aus Plexiglas. Richten Sie getrennte Wartebereiche für Ihre Kundinnen und Kunden ein. Soweit möglich soll auf Unterschriften auf Dokumenten verzichtet werden. Wickeln Sie Zahlungsverkehr möglichst bargeldlos ab.

Treffen Sie Regelungen (z. B. versetzte Arbeitszeiten), um das Zusammentreffen Ihrer Beschäftigten (auch Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer) zu vermeiden oder zu verringern. Die Beschäftigten sollen die Betriebsstätte erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn betreten und nach Arbeitsende sofort verlassen. Halten Sie auch in Pausenzeiten den erforderlichen Abstand ein.

Stellen Sie zur regelmäßigen Händereinigung hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung. Eine ausreichende Reinigung und Hygiene der Betriebsstätte muss gewährleistet sein. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Zum Nachwischen sollen Einweglappen verwendet werden, die nach der Reinigung entsorgt werden.

Büro- und Unterrichtsräume müssen regelmäßig gelüftet werden, sofern sie nicht ohnehin zwangsbelüftet sind. Dies dient der Hygiene, da die Menge von in der Luft schwebenden Krankheitserregern gemindert wird, und fördert die Luftqualität.

Arbeitsmittel (wie z. B. Computer, Laptops oder Fahrsimulatoren), die von Beschäftigten nicht personenbezogen verwendet werden, müssen vor Übergabe gründlich gereinigt werden. Abhängig von den zu reinigenden Gegenständen (zum Beispiel Tastaturen) kommen chemische Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) als Alternative in Frage. Allerdings muss das Reinigungspersonal in der Dosierung und richtigen Anwendung unterwiesen werden, ansonsten ist die Desinfektion wirkungslos.

Was müssen wir beim theoretischen Unterricht beachten?

Beim theoretischen Unterricht soll ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Fahrschülern/Fahrschülerinnen untereinander sowie zum Fahrlehrer bzw. zur Fahrlehrerin eingehalten werden. Berücksichtigen Sie unbedingt die Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Halten Sie die am Unterricht Teilnehmenden dazu an, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Die Unterrichtsräumlichkeiten dürfen den Fahrschülern/Fahrschülerinnen erst unmittelbar vor Unterrichtsbeginn zugänglich gemacht werden – und müssen unmittelbar nach Unterrichtsende verlassen werden.

Prüfen Sie, ob Sie den praktischen Unterricht in Blöcken von zwei bis drei Unterrichtsstunden (90 bis 135 Minuten) geben können. Damit reduzieren Sie die Zahl der Kontakte zu den Fahrschülern/Fahrschülerinnen und der Fahrschüler/Fahrschülerinnen untereinander.

Stellen Sie zur regelmäßigen Händereinigung Fahrschülern/Fahrschülerinnen hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung. Das schützt auch Sie und Ihre Beschäftigten. Vor Unterrichtsbeginn sollen Fahrschülerinnen und Fahrschülern gemäß der allgemein üblichen Hygieneregeln 30 Sekunden ihre Hände waschen. Alternativ können Sie Händedesinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) zur Verfügung stellen.

Lüften Sie Unterrichtsräume regelmäßig. Dies dient der Hygiene, da die Menge von in der Luft schwebenden Krankheitserregern gemindert wird, und fördert die Luftqualität.

Arbeitsmittel (Laptops, Computer, Fahrsimulatoren), die von Fahrschülern/Fahrschülerinnen gemeinsam genutzt werden, müssen nach dem Unterricht gereinigt werden. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Ist dies – wie zum Beispiel bei PC-Tastaturen – nicht möglich, sind Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) als Alternative zu empfehlen. Das Reinigungspersonal muss jedoch in der richtigen Anwendung von chemischen Desinfektionsmitteln unterwiesen werden. Ansonsten ist die Desinfektion wirkungslos.

Was müssen wir beim praktischen Unterricht berücksichtigen?

Stellen Sie Desinfektionsmittel für Fahrschüler/Fahrschülerinnen zur Händedesinfektion vor Beginn des Fahrunterrichts zur Verfügung. Ergänzend können Sie den Unterricht immer an der Fahrschule beginnen und enden lassen, um für Fahrlehrer/Fahrlehrerinnen und Schüler/Schülerinnen die erforderliche Handhygiene gewährleisten zu können.

Während und nach den Ausbildungsfahrten soll der Fahrzeuginnenraum möglichst oft gelüftet werden. Das Gebläse für Heizung und Klimatisierung im Fahrzeug soll nicht im Umluftbetrieb betreiben werden.

Eine feste Zuordnung der Ausbildungsfahrzeuge zu Ihren Fahrlehrern/Fahrlehrerinnen ist zu empfehlen.

Nur eine Fahrschülerin/ein Fahrschüler und die Fahrlehrerin/der Fahrlehrer dürfen sich zur Ausbildung im Fahrzeug aufhalten sowie während der Fahrprüfung zusätzlich die Fahrerlaubnisprüferin bzw. der Fahrerlaubnisprüfer.

Denken Sie an Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen, die bei längeren Ausbildungsfahrten zur Verfügung stehen. Erforderlichenfalls soll etwas Proviant mitgenommen werden. Ist eine entsprechende Handhygiene unterwegs nicht immer gewährleistet, geben Sie Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertücher und Müllbeutel mit.

Achten Sie auch auf gemeinschaftlich genutzten Übungsplätzen (z. B. bei der Motorradausbildung) auf Einhaltung des erforderlichen Mindestabstands und vermeiden Sie nicht erforderliche Kontakte zu anderen Menschen.

Sollen Fahrlehrer/Fahrlehrerinnen während des praktischen Unterrichts Geschichtsbedeckungen oder Schutzmasken tragen?

Beim praktischen Unterricht, insbesondere bei der Fahrausbildung, kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern im Fahrzeug nicht eingehalten werden. Bei unvermeidbarem Kontakt zu anderen Personen bzw. nicht einhaltbaren Schutzabständen müssen Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und von Fahrschülerinnen und Fahrschülern sowie Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern getragen werden. Herkömmliche Mund-Nasen-Bedeckungen bieten zwar keinen Eigenschutz vor Infektionen, sie vermindern aber die Gefahr, dass eine erkrankte Person andere Menschen ansteckt (Fremdschutz). Wenn beide Personen im Fahrzeug eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wird daher die Infektionsgefahr deutlich reduziert.

Fahrlehrer/Fahrlehrerinnen, die einer Risikogruppe angehören, können sich mit einer FFP2-Maske zusätzlich schützen. Berücksichtigen Sie, dass diese Masken derzeit schwer erhältlich sind und vor allem an medizinisches Personal ausgegeben werden, das direkten Kontakt mit Infizierten hat. Der Umgang mit diesen Masken muss unterwiesen werden. Beachten Sie Tragzeitbegrenzungen gemäß DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten". Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Bieten Schutzvisiere beim praktischen Unterricht einen besseren Schutz gegenüber dem Corona-Virus?

Wir raten von dem Einsatz solcher Schutzvisiere (Spuckschutz aus Plastik, der mit einem Stirnband vor das Gesicht geschnallt wird) in Fahrzeugen ausdrücklich ab.

Der Einsatz solcher Schutzvisiere birgt Risiken, insbesondere im Falle eines Unfalls. Es liegen keine Erkenntnisse vor, wie sich ein Gesichtsschutz bei einem Aufprall auf das Lenkrad bzw. auf das Armaturenbrett oder beim Auslösen eines Airbags verhält. Es ist nicht auszuschließen, dass diese möglicherweise scharfkantig brechen, sich Richtung Brust verschieben, oder sich seitlich verdrehen. Fahrzeughersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich das Verletzungsrisiko beim Auslösen der Airbags erhöht, wenn sich zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Entfaltungsbereich der Airbags Gegenstände befinden.

Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Visier die optische Überwachung von Verkehr und Fahraufgabe behindern könnte – beispielsweise durch Lichtreflexe.

Ohnehin ist das Plastikvisier nur ein zusätzlicher Spuckschutz und verhindert nicht das Einatmen von Aerosolen. Sprechen Sie im Fahrzeug möglichst nicht direkt in die Richtung der anderen Person und beschränken Sie das Gespräch auf das für den Unterricht erforderliche Minimum.

Wie sollen wir Fahrschulfahrzeuge reinigen?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, sollen die Innenräume der Fahrzeuge vor jedem Personenwechsel gründlich gereinigt werden. Insbesondere müssen nach jeder Fahrstunde auf der Fahrerseite das Lenkrad und sonstige Oberflächen sowie regelmäßig zu betätigende Griffe und Schalter gereinigt bzw. desinfiziert werden. Neben dem Fahrerplatz und gegebenenfalls Arbeitsplatz des Fahrlehrers/der Fahrlehrerin müssen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden.

Wenn durch die regionalen Behörden der Einsatz von Desinfektionsmitteln nicht zwingend vorgeschrieben wird, empfehlen wir, die Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Desinfektionsmittel versprechen keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber fettlösenden Haushaltsreinigern. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Müssen Desinfektionsmittel verwendet werden, achten Sie darauf, dass die erforderliche Einwirkdauer oder Wirkstoffkonzentration eingehalten wird, damit diese ihre Wirkung entfalten. Versprühte Desinfektionsmittel erreichen nur Flächen, die vom Sprühstrahl direkt getroffen werden. Die Rückseiten von Griffen und Hebeln oder des Lenkrads werden so nicht desinfiziert! Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid geeignet. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Wie sollen wir mit Motorradfahrerschutzkleidung und Funkanlagen verfahren?

Beachten Sie, dass persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitskleidung ausschließlich personenbezogen genutzt wird. Hierzu gehört auch die Motorradfahrerschutzkleidung. Dies gilt für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer aber auch für Fahrschülerinnen und Fahrschüler. Eine personenbezogene Aufbewahrung getrennt von Alltagskleidung muss möglich sein.

Reinigen bzw. desinfizieren Sie Funkanlagen für die Motorradausbildung vor Übergabe an andere Personen (Wechsel einer Fahrlehrerin/eines Fahrlehrers sowie einer Fahrschülerin/eines Fahrschülers) gründlich.

Wie gehen wir mit Verdachtsfällen bei Beschäftigten und Fahrschülerinnen/Fahrschülern um?

Fieber, Husten und Atemnot können Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sein. Beschäftigte, Fahrschülerinnen und Fahrschüler mit entsprechenden Symptomen müssen die Fahrschule umgehend verlassen bzw. zu Hause bleiben, bis eine ärztliche Abklärung des Verdachts erfolgt ist.

Informieren Sie im Fall einer Infektion eines/einer Beschäftigten oder einer Fahrschülerin/eines Fahrschülers die Gesundheitsbehörden und helfen sie diesen dabei, Kontaktpersonen des/der Erkrankten in Ihrem Unternehmen ausfindig zu machen.

Wie erhöhen wir die Akzeptanz für die getroffenen Maßnahmen bei unseren Beschäftigten und Fahrschülern/Fahrschülerinnen?

Kommunizieren Sie die getroffenen Maßnahmen in Ihrem Unternehmen angemessen Ihren Mitarbeitenden und Fahrschülern/Fahrschülerinnen. Hilfreich können dabei Aushänge und Flugblätter sein (z. B. Merkblätter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)). Die Einhaltung dieser Mindeststandards ist die Voraussetzung für die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes.

Welche weiteren Beratungsmöglichkeiten zum Schutz gefährdeter Personen gibt es?

Lassen Sie sich durch Ihren Betriebsarzt/Ihre Betriebsärztin und Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten und ermöglichen Sie Ihren Beschäftigten eine individuelle Beratung im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Was müssen wir bei Privatumzügen beachten?

Vor oder beim Betreten sowie nach dem Verlassen von Wohnungen oder Büroräumen müssen die Hände gründlich mit Seife gereinigt werden (min. 30 Sekunden). Alternativ dazu können die Hände desinfiziert werden. Das verwendete Desinfektionsmittel muss mindestens begrenzt viruzid sein. Der Abstand zu Kundinnen und Kunden soll mindestens 1,5 Meter betragen. Kann der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden, müssen sowohl Kundinnen und Kunden als auch Beschäftigte Mund-Nasen-Bedeckungen tragen.

Sofern die Kundinnen und Kunden erkennbar an Symptomen wie Fieber, Husten oder Atemnot leiden, soll das Umzugsteam die Arbeiten nicht aufnehmen, solange nicht sichergestellt ist, dass die Mitglieder des Umzugsteams auf keinen Fall mit den betroffenen Kundinnen und Kunden in Kontakt kommen. Umzüge in oder aus Senioren- oder Pflegeheimen bedürfen der Absprache mit der jeweiligen Hausleitung. Für die Zeit des Umzugs muss der Kontakt des Teams zu Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zum Heimpersonal unterbunden werden.

Bei Montage- oder Tragearbeiten kann mitunter der Abstand von 1,5 Metern untereinander nicht eingehalten werden. In diesen Fällen soll eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden. Im richtigen Umgang mit Mund-Nasen-Bedeckungen oder medizinischen Atemmasken müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Ansprechpersonen sind die Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte und Betriebsärztinnen.

Was müssen wir bei Fahrten mit mehrköpfigen Teams beachten?

Kann im Fahrerhaus der Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden, müssen Fahrer/Fahrerin und Beifahrer/Beifahrerin jeweils eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. In kleinen Räumen wie Lkw-Kabinen ist aber unabhängig vom Abstand das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sinnvoll. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Das Fahrpersonal muss für möglichst gute Lüftung der Kabine sorgen. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist nicht zulässig. Nur sofern eine räumlich von der Fahrkabine abgetrennte und mit einer eigenen Lüftung versehene Dachschlafkabine vorhanden ist, ist die gleichzeitige Übernachtung je einer Person in der Fahr- und der Dachschlafkabine möglich. Beim Durchqueren der Fahrkabine muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, nach Möglichkeit soll die Fahrkabine dauerhaft gelüftet werden. Ergänzend ist eine zusätzliche gründliche Reinigung der Fahrkabine nach der Übernachtung erforderlich. Im Hygienekonzept muss festgelegt werden, dass die Schlafplätze im Fahrzeug nur von den jeweils gleichen Personen genutzt werden dürfen und wie mit Reinigung und Bettwäsche umgegangen wird.

Bei der Anmietung von Pensionen/Hotels soll für jedes Teammitglied ein einzelnes Zimmer gebucht werden. Weitere Mitglieder des Umzugsteams sollen in ausreichend dimensionierten Fahrzeugen befördert werden.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten. Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für Fahrpersonal kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen ist es zweckmäßig, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Durch welche organisatorische Maßnahmen können wir die Infektionsgefahr mindern?

Stellen Sie kleine feste Teams und Fahrzeugbesatzungen zusammen. Das reduziert die Zahl der Kontakte und sorgt dafür, dass bei einer Infektion nur ein Team in Quarantäne geschickt werden muss und nicht die Mitarbeitenden aus verschiedenen Teams. Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten sind sie vor der Übergabe gründlich zu reinigen.

Es ist auch sinnvoll, den Teams feste Fahrzeuge zuzuweisen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu regelmäßigen Reinigungen des Innenraums mindestens mit der Übergabe eine gründliche Innenreinigung durchgeführt werden.

Wie sollen wir Fahrzeuge reinigen, die von mehreren Teams abwechselnd gefahren werden?

Wir empfehlen, die Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Dafür sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen, anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Es soll selbstverständlich sein, dass die Fahrenden eigene oder persönlich zugewiesene Handtücher etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Außerdem soll die Fahrerkabine vor der Übernahme des Fahrzeugs durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Isopropanol bzw. Ethanol enthaltende Desinfektionsmittel sind in der Kabine nicht zu empfehlen. Durch Ihre Anwendung entstehen schlimmstenfalls zündfähige Gemische, die sich z. B. beim Anzünden einer Zigarette entzünden könnten. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln raten wir ab. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo es Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen gibt. Bei Problemen an den Autobahn-Rastanlagen, steht eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9555777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Welche Gefahr besteht bei Kontakten/Umgang mit Ladegut und Lademitteln?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Besondere Vorsichtsmaßnahmen müssen jedoch bei Umzugsgut von infizierten Personen getroffen werden. Hier müssen die Oberflächen vor dem Verladen gründlich mit Haushaltsreiniger abgewischt werden. Dafür sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Was soll das Umzugspersonal bei einer Erkrankung unterwegs machen?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome während der Tour soll das Umzugspersonal einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) können sie die Rufnummern von Partnerärztinnen und -ärzten erfragen. Der Partnerarzt oder die Partnerärztin wird zunächst telefonisch kontaktiert. Nach der Schilderung der Symptome wird er oder sie entscheiden, wie es weitergeht: Wenn eine Coronainfektion ausgeschlossen werden kann, erhält der Fahrer oder die Fahrerin einen Termin. Bei einer möglichen Infektion wird der Arzt oder die Ärztin das weitere Vorgehen schildern und z. B. Hinweise auf Abstrich-Zentren in der Nähe oder auf das Gesundheitsamt geben, das federführend für alle Maßnahmen ist und das weitere Vorgehen festlegen wird. Auf keinen Fall darf ein unterwegs erkranktes Mitglied des Umzugsteams mit dem übrigen Team weiter- oder zurückfahren, auch nicht mit Mund-Nasen-Bedeckung. Für diesen Fall müssen im Unternehmen individuelle Verfahren festgelegt werden.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, die gesundheitliche Beschwerden anmelden?

Wenn die Beschäftigten Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollen sie – nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen und auf keinen Fall weiter auf dem Betriebsgelände bleiben. Sofern eine Infektion bestätigt wird, müssen Beschäftigte und Kundinnnen/Kunden informiert werden, mit denen infizierte Beschäftigte Kontakt hatten.

Was müssen wir an Lade- und Entladestellen von Herstellerunternehmen und Handel beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen persönlichen Kontakt zu anderen haben, zum Beispiel an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Wenn Unternehmen keinen betriebsfremden, potenziell infektiösen Personen Zugang zu eigenen Betriebsräumen gewähren wollen, sollen mindestens fließend Wasser, Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung gestellt werden.

Was müssen wir auf dem Betriebsgelände beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, müssen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ergreifen. Büroarbeit soll möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen müssen Sie für einen ausreichenden Abstand sorgen. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Organisieren Sie die Arbeitsprozesse so, dass persönliche Kontakte zwischen den Beschäftigten auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Beispielsweise können Frachtpapiere und andere Dokumente mit Hilfe von Posteingangs- und Ausgangskörben zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden. Die Beschäftigten sollen erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn das Betriebsgelände betreten und es nach Arbeitsende umgehend verlassen

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs und/oder Homeoffice in Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Damit können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Wir empfehlen, den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum zu beschränken. Besprechungen können stattdessen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher sollen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Wie können wir Kontakte der Beschäftigten untereinander vermindern oder vermeiden?

Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn betreten und direkt nach der Arbeit verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. Pausen oder Besprechungen) darf während der Coronapandemie nicht zugelassen werden. In den Pausen und Besprechungen sollen die Beschäftigten Abstand voneinander halten.

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten festzulegen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen und enden zu lassen.

Die Zusammensetzung der Teams bzw. Fahrzeugbesatzungen soll nicht verändert werden. Sofern das Sicherheitskonzept zwingend wechselnde Besatzungen vorsieht, sollen dennoch festgelegte Teams von nicht mehr als sechs Personen gebildet werden, aus denen die Besatzung zusammengesetzt wird.

Was sollen wir bei Fahrten mit zweiköpfigen Teams beachten?

In der Regel können in Fahrzeugen für Geld- und Werttransporte die Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Metern während der Fahrt und während der Be- und Entladevorgänge nicht eingehalten werden. In diesem Fall müssen Fahrer/Fahrerin und Beifahrer/Beifahrerin jeweils eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Vershüllungsverbot) vereinbar ist.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Eine zusätzliche Lüftung durch das Öffnen der Fenster, um die Luftqualität zu verbessern, ist bei Geld- und Werttransporten oft nicht möglich. Dennoch soll für eine gute Belüftung gesorgt werden. Die Schaltung der Fahrzeugbelüftung auf "Umluft" setzt das Vorhandensein eines HEPA-Filters voraus.

Wie sollen wir Fahrzeuge reinigen, die von mehreren Teams abwechselnd gefahren werden?

Wir empfehlen, die Oberflächen im Inneren des Fahrzeugs gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Dafür sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden. Außerdem soll der Fahrzeuginnenraum vor der Übernahme des Fahrzeugs durch ein anderes Team ausgiebig gelüftet werden.

Isopropanol bzw. Ethanol enthaltende Desinfektionsmittel sind in der Kabine nicht zu empfehlen. Durch ihre Anwendung entstehen schlimmstenfalls zündfähige Gemische. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln raten wir ab. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.

Was müssen wir bei der Ausgabe und beim Gebrauch von Ausrüstungsgegenständen beachten?

Ausrüstungsgegenstände sollen laut Arbeitsschutzstandard nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, muss eine regelmäßige Reinigung organisiert werden – insbesondere vor der Übergabe an andere Personen.

Die Ausgabe von Ausrüstungsgegenständen, z. B. für die Besatzungen der Geldtransportfahrzeuge, soll zeitlich versetzt und teamweise erfolgen. Innerhalb des Teams müssen auch bei der Ausgabe der Ausrüstungsgegenstände die vorgegebenen Abstände eingehalten werden. Unterschriften sollen von den Beschäftigten nur mit dem eigenen Schreibgerät getätigt werden. Dies gilt auch für das Leisten von Unterschriften beim Kunden.

Was müssen wir bei Kundenkontakten beachten?

Beim Kunden kann der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden. In der Geld- und Werttransportbranche ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund der Einsatzbedingungen (z. B. Identifizierbarkeit des Boten) jedoch nicht immer möglich.

Ist aufgrund der Einsatzbedingungen das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung nicht möglich, soll das vorübergehende Tragen eines Gesichtsschildes (Gesichtsschutzschirm nach EN 166) geprüft werden. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung in Zusammenarbeit mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit muss für den konkreten Einzelfall ermittelt werden, wie das Schutzziel am besten erreicht werden kann. So kann die Identifizierung auch kontaktlos mit einem Kamerasystem erfolgen.

Haben Visiere, Gesichtsschirme bzw. Gesichtsschilder die gleiche Wirkung wie die Mund-Nasen-Bedeckungen?

Gesichtsschilder werden üblicherweise in medizinischen Einrichtungen wie z. B. Krankenhäusern als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z. B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dort weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken.

Für Gesichtsschilde kann nach gegenwärtigem Erkenntnisstand nicht die gleiche Wirkung wie die einer Mund-Nasen-Bedeckung unterstellt werden.

Solange diese Frage nicht abschließend geklärt ist, ersetzen aus unserer Sicht Gesichtsschilde im Regelfall nicht die nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zu verwendenden Mund-Nasen-Bedeckungen. Sie können aber eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz des Gesichts vor Spritzern („Spuckschutz“) darstellen. Mit einem Gesichtsschild werden zudem die Augen geschützt. Ein unbeabsichtigtes Ins-Gesicht-Fassen oder Augenreiben wird verhindert.

Von den Anforderungen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards kann der Unternehmer/die Unternehmerin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung abweichen, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise erreicht wird. Ob Gesichtsschilde in Kombination mit weiteren Maßnahmen eine gleichwertige Maßnahme zu den Mund-Nasen-Bedeckungen sein können, muss dann für die jeweilige Situation beurteilt und entschieden werden.

Auf keinen Fall dürfen Gesichtsschilde während der Fahrt im Fahrzeug getragen werden. Hier entstehen zusätzliche konkrete Gefahren durch Spiegelungs- oder Blendungseffekte. Außerdem besteht die Gefahr schwerwiegender Verletzungen im Fall der Auslösung des Airbags.

Wie können wir den Umgang mit Arbeitsbekleidung, persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Gesichtsschutzschirm und Mund-Nasen-Bedeckung organisieren?

Treffen Sie Festlegungen zur Benutzung, Aufbewahrung, Reinigung und Entsorgung der Arbeitskleidung, PSA, des Gesichtsschutzschirms und der Mund-Nasen-Bedeckung. Ermöglichen Sie, dass Alltagskleidung personenbezogen getrennt von der Arbeitsbekleidung, PSA, Gesichtsschutzschirm und Mund-Nasen-Bedeckung aufbewahrt wird.

Hinsichtlich der Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion muss ein Reinigungs- und Hygieneplan erstellt und umgesetzt werden. Wenn ausgeschlossen ist, dass zusätzliche Infektionsrisiken und/oder Hygienemängel (z. B. durch Verschmutzung) entstehen und hierdurch zugleich innerbetriebliche Personenkontakte vermieden werden können, kann den Beschäftigten das An- und Ausziehen der Arbeitskleidung zuhause ermöglicht werden.

Wie gehen wir mit pandemiebedingten Einschränkungen von Schießübungen um, die nach DGUV-Vorschrift 23 vorgeschrieben sind?

Die regelmäßig durchzuführenden Schießübungen werden nach § 18 Ausrüstung mit Schusswaffen Absatz 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Wach- und Sicherungsdienste“ (DGUV Vorschrift 23) gefordert. In der Durchführungsanweisung zu § 18 wird diese Forderung konkretisiert.

Während der SARS-CoV-2-Pandemie können Einschränkungen z. B. durch die Schließung der Schießstände bestehen, sodass die geforderten Schießübungen nicht fristgerecht durchgeführt werden können.

In der gegebenen Ausnahmesituation kann im Einzelfall auf der Grundlage einer anlassbezogenen Gefährdungsbeurteilung die Verschiebung der geforderten, regelmäßigen Teilnahme an Schießübungen, vorgenommen werden. Dies gilt, sofern die sichere Verwendung der Schusswaffen gewährleistet ist.

In der Gefährdungsbeurteilung soll unter anderen die Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte dokumentiert werden:

  • Die Angabe der auf die SARS-CoV-2-Pandemie zurückgehenden Gründe, aufgrund derer die festgelegten Schießübungen verschoben werden müssen.
  • Die Feststellung, dass die betroffenen Beschäftigten regelmäßig an vorausgehenden Schießübungen erfolgreich teilgenommen haben.
  • Die Festlegung von ergänzenden Maßnahmen, mit denen die sichere Verwendung der Schusswaffe sichergestellt wird, z. B. eine zusätzliche Unterweisung der mit Schusswaffen ausgestatteten Beschäftigten.
  • Die Angabe des Zeitraums, bis wann die Schießübung nachgeholt werden soll.

Sofern Schießübungen in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften festgelegt sind, müssen Abweichungen aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie auch mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden.

Was müssen wir bei der Benutzung von Sozialräumen/Sanitären Einrichtungen beachten?

Treffen Sie Regelungen für die Nutzung der Umkleide- und Duschräume, damit verschiedene Teams nicht aufeinandertreffen. Lassen Sie die Räume regelmäßig und gründlich reinigen.

Was gilt für Unterweisungen?

Die Beschäftigten müssen über die im Rahmen der Pandemieplanung festgelegten Maßnahmen zeitnah, regelmäßig und nach Bedarf unterwiesen werden.

Wie kann sich das Fahrpersonal von Abschleppfahrzeugen vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch bei der Aufnahme von abzuschleppenden Fahrzeugen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen zu halten. Kann der Abstand vorübergehend nicht eingehalten werden, müssen alle Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Gegebenenfalls soll Kunden und Kundinnen eine Mund-Nasen-Bedeckung zur Verfügung gestellt werden. Tragen Kunden bzw. Kundinnen keine Mund-Nasen-Bedeckung und ist die Unterschreitung des Mindestabstands unvermeidlich, müssen die Beschäftigten des Pannendienstes eine filtrierende Halbmaske (FFP2) tragen.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für das Fahrpersonal kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen ist es zweckmäßig, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Was müssen wir bei Fahrten mit mehrköpfiger Besatzung beachten?

Kann im Führerhaus der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden, müssen alle Personen jeweils eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Innerhalb von kleinen Räumen, wie z. B. Fahrzeuginnenräumen empfiehlt sich das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung unabhängig vom Abstand. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Das Fahrpersonal muss für eine möglichst gute Lüftung der Kabine sorgen. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Durch welche organisatorische Maßnahmen können wir die Infektionsgefahr mindern?

Stellen Sie feste Fahrzeugbesatzungen zusammen. Das reduziert die Zahl der Kontakte und sorgt dafür, dass bei einer Infektion nur ein Team in Quarantäne geschickt werden muss und nicht die Beschäftigten aus verschiedenen Teams. Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten müssen sie vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Es ist auch sinnvoll, den Teams feste Fahrzeuge zuzuweisen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zur regelmäßigen Reinigung am Arbeitsende bei der Übergabe eine gründliche Innenreinigung durchgeführt werden.

Darf das Fahrpersonal in das Fahrzeug von Kundinnen und Kunden einsteigen, falls notwendig?

Ja, sofern sich keine andere Person im Fahrzeug aufhält. Nach dem Wiederaussteigen soll sich das Fahrpersonal die Hände mindestens 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen oder mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) desinfizieren.

Dürfen die Kundinnen und Kunden im Abschleppfahrzeug mitfahren?

Wir empfehlen, das zu unterlassen, unabhängig davon, ob in den Fahrzeugen der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Fahrer/Fahrerinnen von havarierten Fahrzeugen sollen in Taxis oder anderen zur Personenbeförderung vorgesehenen Fahrzeugen befördert werden, die den Anforderungen an den Infektionsschutz genügen. Es ist eine geeignete Maßnahme zum Schutz der Beschäftigten, wenn in Betrieben eine ausdrückliche Anordnung existiert, dass Fahrzeuge ausschließlich von den eingeteilten Teams genutzt werden dürfen.

Dürfen Kundinnen und Kunden im eigenen Pkw auf der Ladefläche von Bergungsfahrzeugen mitgenommen werden?

Hierzu gibt das Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur die Auskunft:

Nach § 21 Absatz 2 Satz 1 StVO ist die Mitnahme von Personen auf der Ladefläche oder in Laderäumen von Kraftfahrzeugen verboten. Die Mitnahme von Personen auf der Ladefläche von Lkw umfasst auch die Beförderung von Personen in havarierten oder verunfallten Kraftfahrzeugen auf der Ladefläche von Pannenhilfs-, Bergungs- oder Abschleppfahrzeugen.

Wie müssen Fahrzeuge gereinigt werden, die von mehreren Teams abwechselnd gefahren werden?

Die Oberflächen des Fahrzeuginnenraums sollen bei jedem Besatzungswechsel gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern gereinigt werden. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Dafür sind zur Anwendung mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Isopropanol bzw. Ethanol enthaltende Desinfektionsmittel sind in der Kabine nicht zu empfehlen. Durch ihre Anwendung entstehen schlimmstenfalls zündfähige Gemische, die sich z. B. beim Anzünden einer Zigarette entzünden könnten. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln raten wir ab. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.

Welche Maßnahmen müssen wir in der Werkstatt oder auf dem Betriebshof treffen?

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall hat Handlungshilfen für den Servicebereich im Kfz-Gewerbe entwickelt, die für die Festlegung von Maßnahmen im Betrieb ebenfalls herangezogen werden können.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Autovermietungsunternehmen.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien an Schaltern vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben oder aufgespannte Schutzfolien schützen Beschäftigte an Schaltern vor der Infektion mit Covid-19 durch Tröpfchen aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden. Das trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Die Baugröße der Abtrennungen soll den Atembereich abdecken, so dass bei der Ausgestaltung die typischen Körpermaße erwachsener Personen zugrunde gelegt werden sollen. Zu diesem Thema hat der Fachbereich Handel und Logistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund soll auf eine gute und regelmäßige Lüftung geachtet werden. An Wartebereichen vor den Vermietschaltern können Markierungen für einen ausreichenden Abstand der Kunden und Kundinnen untereinander und zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden.

Müssen die Beschäftigten bei einem Einsatz von Schutzscheiben/Abtrennungen zusätzlich Mund-Nasen-Bedeckungen tragen?

Hier gelten zunächst die Vorschriften des Öffentlichen Gesundheitsdienstes der einzelnen Länder. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes ist es entscheidend, dass die Kundinnen und Kunden eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn sie an den Schalter treten und dabei den Mindestabstand von 1,5 Metern unterschreiten. Wie die Schutzmaßnahmen Abtrennung und Mund-Nasen-Bedeckung zusammenwirken, hängt maßgeblich von den Gegebenheiten vor Ort und somit von der Gefährdungsbeurteilung ab. Rat geben in Zweifelsfällen die Betriebsärztinnen/-ärzte oder die Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Eine Mund-Nasen-Bedeckung für Beschäftigte empfehlen wir unabhängig von Abtrennungen dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern der Beschäftigten untereinander nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Wenn Mund-Nasen-Bedeckungen während der Arbeit dauerhalt getragen werden, soll die Betriebsärztin/der Betriebsarzt eingeschaltet werden, um zur maximalen Tragedauer und zu notwendigen Pausen zu beraten.

Wie können wir die Infektionsgefahr an Schaltern weiter verringern?

Damit Dokumente oder Schlüssel nicht direkt von Kundinnen und Kunden an die Servicekraft übergeben werden müssen, empfehlen wir ein kleines Tablett oder eine fixe Ablage zu nutzen. Es ist ratsam, Schlüssel und Unterlagenmappen vor der innerbetrieblichen Weitergabe gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen oder zu desinfizieren. Weiteren Schutz bietet die bargeldlose Bezahlung. Die Kartenlesegeräte sollen so installiert werden, dass sie alleine von den Kundinnen und Kunden bedient werden können. Zum Ausfüllen von Formularen und Leisten von Unterschriften sollen Stifte bereitliegen, die ausschließlich von den Kundinnen und Kunden benutzt werden. Kartenlesegeräte und Stifte sollen regelmäßig gereinigt oder desinfiziert werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Lebensmittel sollen an Arbeitsplätzen mit regelmäßigen Publikumsverkehr nicht eingenommen werden.

Was müssen wir beachten, wenn an Schaltern verschiedene Beschäftigte, z. B. im Schichtdienst, tätig sind?

Vor einem Wechsel bzw. nach Schichtende müssen die Tischoberflächen, Tastaturen, PC-Mäuse, Touchbildschirme, Telefonhörer und ähnliches gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern gereinigt oder mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden. Notwendige Schreibmittel sollen personenbezogen bereitgestellt und von den Beschäftigten jeweils mitgebracht bzw. mitgenommen werden. Auch diese sollen regelmäßig gereinigt bzw. desinfiziert werden.

Welche Hygienemaßnahmen sind für die Mietfahrzeuge notwendig?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Mietfahrzeuge nach jeder Rückgabe gründlich gereinigt werden. Erfolgt die Rücknahme bei der Kundin bzw. beim Kunden, muss das Fahrzeug vor Ort gereinigt werden. Lüften Sie die Fahrzeuge durch Öffnen aller Türen, bevor mit der Reinigung begonnen wird. Weisen Sie das Reinigungspersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem gesamten Innenbereich, sollten auch Türgriffe, Kofferraumgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wisch-Reinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können. Während der Reinigung sollen Schutzhandschuhe, bei mechanisch stärkeren Belastungen reißfeste Schutzhandschuhe, getragen werden. Weisen Sie die Reinigungskräfte darauf hin, dass sie sich mit den Handschuhen nicht ins Gesicht fassen. Tücher sollen nur einmal verwendet und anschließend entsorgt werden.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden. Diese versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Werden z. B. die erforderliche Einwirkdauer oder Wirkstoffkonzentration nicht eingehalten, so entfalten diese Desinfektionsmittel keine Wirkung. Versprühte Desinfektionsmittel erreichen nur Flächen, die vom Sprühstrahl direkt getroffen werden. Die Rückseiten von Griffen und Hebeln oder des Lenkrads werden so nicht desinfiziert! Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid anzuwenden. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Welche Hygienemaßnahmen sind bei der persönlichen Übergabe bzw. Rücknahme von Mietfahrzeugen notwendig?

Achten Sie bei der Fahrzeugübergabe bzw. –rücknahme darauf, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Bei unvermeidbarem Kontakt zu den Kunden und Kundinnen, z. B. bei Einweisung in die Fahrzeugbedienung, sollen Atemschutzmasken (PSA) nach Maßgabe des Betriebsarztes/der Betriebsärztin zur Verfügung gestellt und getragen werden. Begrenzen Sie die Kontaktzeiten auf ein Minimum. Nach jeder Übergabe oder Rücknahme sollen die Hände gewaschen werden.

Welche Hygienemaßnahmen sind im Verwaltungsbereich notwendig?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, sollen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, gegebenenfalls nach Maßgabe der Betriebsärztin/des Betriebsarztes oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit eine Atemschutzmaske (persönliche Schutzausrüstung) ergreifen. Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird. Dokumente und Unterlagen sollen zwischen Betriebsteilen kontaktlos ausgetauscht werden. (Posteingangs- und Ausgangskörbe).

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Verwaltungsbereich auf ein Minimum. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Welche Empfehlungen gelten, wenn wir Autos mit Fahrerinnen und Fahrern vermieten?

Es gelten die gleichen Empfehlungen wie für das Taxigewerbe.

Mittlerweile sind in fast allen Bundesländer die meisten Formen von Reitunterricht und Pferdesport wieder gestattet. Dafür gelten Regelungen und Vorschriften der Länder, die zwingend eingehalten werden müssen. Eine gute Übersicht über die Länderregelungen ist auf der Homepage der Reiterlichen Vereinigung bereitgestellt.
Zusätzlich werden von den Städten und Gemeinden Detailregelungen für das Betreiben von Reit- und Pferdesportstätten ausgegeben, die die Landesregelungen konkretisieren. Die Detailregelungen können bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde individuell erfragt werden.

Die folgenden Empfehlungen der BG Verkehr dienen dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten in der Reittierhaltung. Sie konkretisieren den Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Wer ist für die Umsetzung der Infektionsschutzmaßnahmen in der Pferdehaltung verantwortlich?

Die Verantwortung für die Umsetzung notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen trägt der Arbeitgeber. Auch in Kleinstbetrieben, um die es sich bei den Unternehmen aus dem Gewerbezweig Reittierhaltung überwiegend handelt, muss der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin in der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen des Arbeitsschutzes festlegen. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin soll sich dazu von den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beraten lassen. Bei der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitsschutzstandard des BMAS berücksichtigt werden.

Was müssen wir bei der Arbeitsplatzgestaltung beachten?

Grundsätzlich sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen ausreichenden Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander und zu anderen Personen einhalten. Kann dieser Abstand nicht durch organisatorische Maßnahmen eingehalten werden, müssen alle beteiligten Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gilt beispielsweise bei Hilfestellungen für Reitschülerinnen und Reitschüler, die körperliche Nähe erfordern.

Vermeiden Sie einen Aufenthalt von mehreren Personen in kleineren Räumen wie der Sattelkammer oder Umkleideräumen. Bei vielen Vereinen ist das Umkleiden auf dem Vereinsgelände zudem auch noch behördlich untersagt.

Um die Abstandsregelung einzuhalten, sollen sich in engen Stallgassen möglichst nicht mehrere Personen gleichzeitig aufhalten. Die Alternative ist ein zeitversetztes Arbeiten in den Stallgassen. Gegebenenfalls kann auch eine "Einbahnstraßenregelung" eingerichtet werden. Bei unvermeidlichen gleichzeitigen Arbeiten in der Stallgasse müssen diese unter Wahrung der Abstandsregelung koordiniert werden, gleichzeitig sollen Markierungen auf dem Boden angebracht werden, die anzeigen, in welchen Bereichen mit den Pferden in der Stallgase gearbeitet wird.

Regelmäßiges Lüften von geschlossenen Räumen dient der Hygiene und fördert die Luftqualität, da in geschlossenen Räumen die Anzahl von Krankheitserregern in der Raumluft steigen kann. Deshalb sollen Räume regelmäßig gelüftet werden, vor allen wenn sich dort größere Gruppen aufhalten.

Büroarbeiten sollen nach Möglichkeit ins Homeoffice verlagert werden, insbesondere, wenn Büroräume von mehreren Personen mit zu geringen Schutzabständen genutzt werden müssten.

Was müssen wir in Sanitärräumen, Umkleiden und Pausenräumen beachten?

Grundsätzlich sollen Umkleiden und Pausenräume geschlossen gehalten werden. Einige Bundesländer bzw. Städte oder Gemeinden lassen deren Nutzung zu, wenn eine bestimmte Personenzahl pro Quadratmeter nicht überschritten werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Benutzung von Umkleiden und Pausenräumen diesen Detailregelungen entspricht. In den Sanitärräumen sollen hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender mit Einmalhandtüchern zur Verfügung stehen.

Sorgen Sie für die ausreichende Reinigung und Hygiene in den gemeinschaftlich genutzten Räumen, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Zum Nachwischen sollen Einweglappen verwendet werden, die nach der Reinigung entsorgt werden.

Unter welchen Voraussetzungen dürfen wir betriebsfremden Personen den Zutritt zu unserem Betrieb erlauben?

Grundsätzlich sollen alle Besuche betriebsfremder Personen vorab telefonisch oder schriftlich (beispielsweise per E-Mail) angemeldet werden. Durch Terminvergaben können Sie den Zutritt steuern und unnötige Kontakte gezielt vermeiden. Notieren Sie die Besuche unter Angabe von Kontaktdaten und genauer Besuchszeit, um im Fall einer Coronainfektion auskunftsfähig zu sein.

Unmittelbar nach Betreten und Verlassen der Anlage sollen die Besucher die Hände gründlich waschen und desinfizieren, bevor weitere Tätigkeiten durchgeführt werden.  Eine regelmäßige Händereinigung wird angeraten.

Unterbinden Sie Begrüßungen per Händedruck oder durch Umarmungen.

Die Anzahl der Personen, die sich in bestimmten Bereichen von Reitanlagen aufhalten dürfen, können je nach Bundesland unterschiedlich sein und sollen wie oben beschrieben erfragt werden. Informieren Sie Betriebsfremde, die sich auf dem Reitgelände oder in den Stallungen aufhalten, über entsprechende Regelungen, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Infektionsschutzes vor SARS-CoV-2 gelten. Eine Beschilderung mit einer Zusammenfassung der festgelegten Verhaltensweisen an den Zugängen zu Ställen und Reitanlagen ist dabei sinnvoll.

Welche Empfehlungen gelten für den Reitunterricht?

Auch hier müssen die Mindestabstände von 1,5 Metern von den teilnehmenden Personen und dem Lehrpersonal eingehalten werden. Sind Hilfestellungen für Reitschülerinnen und Reitschüler erforderlich, die körperliche Nähe erfordern, müssen Mund-Nasen-Bedeckungen von Schülerinnen/Schülern und Lehrpersonal getragen werden.

Wenn der Unterricht in Gruppen erteilt wird, sollen feste Gruppen mit einem gleichbleibenden Teilnehmendenkreis gebildet werden, die von den gleichen Lehrkräften unterrichtet werden. Dies reduziert die Zahl der möglichen Kontakte und somit der Betroffenen im Infektionsfall.

Generell müssen Sie auch hier Vorgaben des Landes und der Kommunen einhalten.

Welche Regelungen gelten für Ausrüstung, Werkzeuge und andere Arbeitsmittel?

Generell sollen Reitausrüstung, Werkzeuge und andere Arbeitsmittel personenbezogen ausgegeben und möglichst nicht zwischen verschiedenen Personen getauscht werden. Ist dies nicht möglich, muss die Ausrüstung vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Achten Sie besonders strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung. Ermöglichen Sie die personenbezogene Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung. Stellen Sie sicher, dass Arbeitsbekleidung regelmäßig gereinigt wird. Wenn ausgeschlossen ist, dass zusätzliche Infektionsrisiken und/oder Hygienemängel (z. B. durch Verschmutzung) entstehen und hierdurch zugleich innerbetriebliche Personenkontakte vermieden werden können, können Sie den Beschäftigten das An- und Ausziehen der Arbeitskleidung zuhause ermöglichen.

Wie müssen wir unsere Beschäftigten über die Maßnahmen informieren?

Stellen Sie sicher, dass Ihre Beschäftigten umfassend über Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen informiert werden. Unterweisungen der Führungskräfte sorgen für Handlungssicherheit und sollen möglichst zentral laufen. Benennen Sie feste Ansprechpersonen für Fragen zu Schutzmaßnahmen. Alle Schutzmaßnahmen müssen erklärt und durch Hinweise (auch durch Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen etc.) verständlich gemacht werden. Weisen Sie auf die Einhaltung der persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln (Abstandsgebot, „Husten- und Nies-Etikette“, Handhygiene, PSA) hin. Für Unterweisungen sind die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) hilfreich. 

Wer ist Ansprechperson für Fragen?

Erste Ansprechperson für betrieblich Anwesende ist der Unternehmer/die Unternehmerin bzw. eine von ihm/ihr beauftragte zuverlässige und fachkundige Person.

Für den Unternehmer/die Unternehmerin sind die jeweiligen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit Ansprechpersonen für Belange des Arbeitsschutzes.

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