Regeln und Hinweise für Unternehmen und ihre Beschäftigten

Die Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr befinden sich momentan in einer Sondersituation. Sie müssen ihren Betrieb aufrechterhalten und gleichzeitig ihre Beschäftigten vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Unsere Präventionsexperten/-expertinnen und Arbeitsmediziner/-medizinerinnen haben branchenspezifische Empfehlungen zum Infektionsschutz zusammengestellt, die den Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für das Verkehrsgewerbe konkretisieren.

Frage- und AusrufezeichenDie Empfehlungen der BG Verkehr sind in Frage-Antwort-Form formuliert. Sie gliedern sich in zwei Teile: "Allgemeine Fragen und Antworten" gelten branchenübergreifend – also für alle Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr gleichermaßen. Der zweite Teil ist auf die jeweilige Verkehrsbranche zugeschnitten – also beispielsweise Güterkraftverkehr, Entsorgung, Taxi, Luftfahrt. Die jeweiligen Empfehlungen gelten nur für diese Branche.

Sowohl die allgemeinen Fragen und Antworten als auch die branchenbezogenen Empfehlungen konkretisieren den zeitlich begrenzten Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieser Arbeitsschutzstandard ist branchenübergreifend die Leitlinie für den betrieblichen Infektionsschutz. Er wird durch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel auf eine verbindliche rechtliche Basis gestellt und durch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 21.01.2021 ergänzt.

Im Arbeitsalltag sind Betriebsärzte/-ärztinnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit kompetente Ansprechpersonen. Zu beachten ist: Informationen zum Coronavirus und dem damit zusammenhängenden Gesundheitsschutz entwickeln sich dynamisch. Daher werden wir unsere Antworten bei Vorliegen neuer Erkenntnisse schnellstmöglich aktualisieren und auch weitere Fragen und Antworten von allgemeinem Interesse ergänzen. Besuchen Sie diese Seite daher gern öfter.

Wo gibt es allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus?

Zuverlässige Informationen halten das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit.

Was ist der Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales?

Am 15. April 2020 beschloss die Bundesregierung nach einem mehrwöchigen Lockdown die schrittweise Lockerung von Beschränkungen, die zur Abwehr des Coronavirus erlassen worden waren. Einen Tag später veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard. Dieser gibt branchenübergreifend Leitlinien für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Pandemielage vor. Ziel ist es, die Gefahr einer weiteren Infektionswelle durch das Wiederhochfahren der Wirtschaft zu bannen.

Was regelt der Arbeitsschutzstandard des BMAS?

Der Arbeitsschutzstandard ist Grundlage für branchenbezogene Empfehlungen der Unfallversicherungsträger, wie sie beispielsweise die BG Verkehr für die Verkehrswirtschaft erarbeitet. Er enthält zwei Grundsätze:

  • Unabhängig vom betrieblichen Maßnahmenkonzept sollen in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden.
  • Personen mit Atemwegssymptomen (sofern nicht von einem Arzt/einer Ärztin abgeklärte Erkältung) oder Fieber sollen sich generell nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss (z. B. im Rahmen von „Infektions-Notfallplänen“) ein Verfahren zur Abklärung von Verdachtsfällen festlegen.

Des Weiteren beschreibt der Arbeitsschutzstandard:

  • die Anforderungen an ein betriebliches Maßnahmenkonzept,
  • technische Maßnahmen, wie Arbeitsplatzgestaltung, Anforderungen an Sozialräume, Lüftung, Schutzmaßnahmen für Fahrten und Arbeiten außerhalb des Betriebs, Homeoffice, Dienstreisen/Meeting,
  • organisatorische Maßnahmen, wie Sicherstellung von Schutzabständen, Umgang mit Arbeitsmitteln/Werkzeugen, Arbeitszeit- und Pausengestaltung, Aufbewahrung und Reinigung von Arbeitskleidung und persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Zutrittsregelungen,
  • personenbezogene Maßnahmen, wie Mund-Nasen-Schutz (MNS) und PSA, Unterweisung, Arbeitsmedizinische Vorsorge sowie Schutz besonders gefährdeter Personen.

Was ist die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel?

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf SARS-CoV-2. Die Regel basiert auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Sie stellt Maßnahmen für alle Bereiche des Wirtschaftslebens vor, mit denen das Infektionsrisiko für Beschäftigte gesenkt und auf niedrigem Niveau gehalten werden kann. Betriebe, die die Regel anwenden, können davon ausgehen, dass sie rechtssicher handeln.

Gleichwertige oder strengere Regeln, zum Beispiel aus der Biostoffverordnung oder aus dem Bereich des Infektionsschutzes, müssen weiterhin beachtet werden. Die Empfehlungen der Berufsgenossenschaften zu SARS-CoV-2, die sich ebenfalls am Arbeitsschutzstandard des BMAS orientieren, werden zusätzlich für branchenspezifische Konkretisierungen empfohlen.

Wofür ist die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ergänzend erlassen worden?

Leben und Gesundheit müssen immer Priorität haben. Zugleich soll ein vollständiger Lockdown unserer Wirtschaft verhindert werden. Deshalb regelt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 21.01.2021 Maßnahmen, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren. Im Fokus stehen dabei zusätzliche Maßnahmen zur Kontaktreduzierung im Betrieb und eine Konkretisierung der Anforderungen an einen geeigneten Mund-Nasen-Schutz (MNS). Neben dieser zeitlich begrenzten Verordnung gelten auch der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel weiter.

Welche grundlegenden Maßnahmen schreibt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel vor? 

Ein zentraler Baustein ist die Verpflichtung der Arbeitgeber, ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Wo dies nicht möglich ist, hat der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin insbesondere Maßnahmen zu ergreifen, die die Anzahl ungeschützter Kontakte zwischen Personen (auch indirekter Kontakt über Oberflächen) sowie die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung soweit wie möglich verringern. Geeignete Maßnahmen hierfür sind beispielsweise die Einhaltung der Abstandsregel, Reduzierung der Raumbelegung, Arbeiten in festen Teams, die Trennung der Atembereiche durch technische Maßnahmen, die Nutzung von Fernkontakten, die verstärkte Lüftung, die Isolierung Erkrankter, eine intensivierte Oberflächenreinigung und zusätzliche Handhygiene.

Soweit arbeitsbedingt die Abstandsregel (mindestens 1,5 Meter) nicht eingehalten werden kann und technische Maßnahmen wie Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen nicht umsetzbar sind, müssen die Beschäftigten mindestens einen MNS zum gegenseitigen Schutz tragen.  

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch MNS nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, müssen die in Anhang 2 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel bezeichneten Atemschutzmasken bereitgestellt werden. Dies gilt insbesondere, wenn

  1. bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist (z. B. lautes Sprechen oder andere Tätigkeiten, die aufgrund der Arbeitsschwere zu einem deutlich erhöhten Atemvolumen führen) oder
  2. bei betriebsbedingten Tätigkeiten mit Kontakt zu anderen Personen eine anwesende Person keine Maske tragen muss.

Wenn das Tragen von MNS oder Atemschutzmasken nötig ist, müssen diese vom Arbeitgeber in ausreichender Menge bereitgestellt und von den Beschäftigten getragen werden.

Was regelt die neue Arbeitsschutzverordnung?

Über die Arbeitsschutzregel hinaus werden in der neuen Arbeitsschutzverordnung wichtige ergänzende Anforderungen an die Arbeitgeber und ihre Beschäftigten gestellt. Diese sind u.a.:

  • Betriebsbedingte Zusammenkünfte mehrerer Personen müssen auf das betriebsnotwendige Minimum reduzieren und nach Möglichkeit durch die Verwendung von Informationstechnologie ersetzt werden.
  • Der Arbeitgeber muss den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anbieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.
  • Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber nun auch MNS oder Atemschutzmasken zur Verfügung stellen.

Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken bzw. von einfachen medizinische Masken?

Die betriebliche Verwendung von FFP2-Masken soll ausschließlich auf Grundlage einer aktuellen Gefährdungsbeurteilung erfolgen. Wenn das Infektionsrisiko der Mitarbeitenden an ihren Arbeitsplätzen gegenüber dem allgemeinen Risiko erhöht ist, dann kann es erforderlich sein, persönliche Schutzausrüstung einzusetzen, z. B. bei Kontakt zu infizierten oder wahrscheinlich infizierten Personen. Wenn solche Gefährdungen identifiziert werden, muss der oder die Beschäftigte je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung mittels filtrierendem Atemschutz (beispielsweise partikelfiltrierender Halbmaske FFP2 oder alternativ Gebläsegerät mit Maske oder Haube), geeigneter Schutzkleidung und Schutzhandschuhen sowie Augen- und Gesichtsschutz (beispielsweise Korbbrille oder Visier) vor einer Ansteckung geschützt werden.

FFP2-Masken sind filternde Atemschutzgeräte. Aufgrund des Filtermaterials der Maske ist beim Atmen der Luftwiderstand erhöht.

Aus der Zuordnung der FFP2-Maske zu den PSA folgen u. a. aus dem staatlichen Arbeitsschutzrecht, zwingende betriebliche Maßnahmen vor und während der Verwendung dieser Masken:

  • Theoretische Unterweisung in der Handhabung, u. a. zum Dichtsitz der Maske und zur Vermeidung von Kontaktinfektionen an äußeren Maskenoberflächen, verbunden mit praktischen Übungen
  • Registrierung der Maskenträger in der betrieblichen Vorsorgekartei
  • regelmäßige Angebotsvorsorgen
  • Festlegung der Tragezeitbegrenzung
  • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen während der "Maskenpause" zur Vermeidung einer Infektion z. B. durch Kolleginnen oder Kollegen

Wir planen, Corona-Selbsttests in unserem Unternehmen zu verwenden. Was müssen wir beachten?

Nach der Zulassung dieser Tests für die Anwendung durch medizinische Laien gibt es ein vielfältiges Angebot. Damit sich der Corona-Selbsttest hinsichtlich der fehlerfreien Durchführung, der Ergebnisinterpretation und der Interpretationsgrenzen in das Hygienekonzept Ihres Betriebes einpasst, empfehlen wir Ihnen, sich bei der Auswahl von Ihrem Betriebsarzt bzw. Ihrer Betriebsärztin beraten zu lassen.

Sichern Sie auch ab, dass sich der gewählte Test für Ihre Zielsetzung eignet, d. h. ob dieser beispielsweise auch bei Grenzübertritten anerkannt wird. Ihre Beschäftigten müssen in der Handhabung des ausgewählten Tests unterwiesen werden. Hierbei soll der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin einbezogen werden. Eine Alternative zu den Selbsttests sind Antigen-Schnelltests, die ebenfalls bestimmten Anwerndern zur Verfügung stehen. Sie dürfen aber nur durch geschultes Personal angewendet werden. Auch hierzu berät der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion hat die DGUV auf ihrer Website eine FAQ-Liste bereitgestellt, die nach und nach erweitert wird. Sie finden die FAQ-Liste unter www.dguv.de.

Müssen wir die Gefährdungsbeurteilung wegen der Coronakrise anpassen?

Ja, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, in der Gefährdungsbeurteilung besondere Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen, um die Gesundheit der Beschäftigten und durch Unterbrechung von Infektionsketten die Bevölkerung zu schützen. Bei der Arbeit besteht die Möglichkeit, dass die Beschäftigten sich mit dem Coronavirus infizieren und damit sich selbst und andere gefährden. Deshalb ist eine kontinuierliche Anpassung der Gefährdungsbeurteilung, gerade bei Änderungen in den Rechtsgrundlagen erforderlich. Bei der Festlegung von Maßnahmen ist die Rangfolge von technischen über organisatorischen bis hin zu personenbezogenen Schutzmaßnahmen, wie z. B. durch PSA, zu beachten.

Wie gehen wir bei der Anpassung der Gefährdungsbeurteilung vor?

Die bereits vorliegende Gefährdungsbeurteilung orientiert sich an den Tätigkeiten und Arbeitsplätzen in Ihrem Unternehmen. Bei der Anpassung ermitteln Sie, welche zusätzlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen erforderlich sind, um an allen Arbeitsplätzen und bei allen durchzuführenden Tätigkeiten die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, Infektionsketten zu unterbrechen und Personenkontakte auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren.

Es gibt bereits eine Reihe von Hilfestellungen für Unternehmen für die Anpassung der Gefährdungsbeurteilung und zur Beantwortung aller Fragen, die dabei auftreten. Diese finden Sie z. B. in den allgemeinen und branchenbezogenen Empfehlungen auf unserer Webseite, auf den Internetseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), der Ämter für Arbeitsschutz und anderer Stellen. Alle diese Hilfen orientieren sich an dem vom BMAS veröffentlichten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard, der den Stand der Technik für die erforderlichen betrieblichen Schutzmaßnahmen darstellt. Nehmen Sie unbedingt – insbesondere bei der Nutzung von PSA – Kontakt zu Ihrem Betriebsarzt/Ihrer Betriebsärztin und Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit auf und holen Sie deren Unterstützung ein. Diese Berater und Beraterinnen haben die erforderliche Erfahrung und verfügen über Vorlagen zu Themen wie

  • Infektionsgefahren, Vorerkrankungen oder individuelle Dispositionen,
  • Nutzung und ggf. Tragezeitdauer von Atemschutz sowie
  • Ängsten und psychische Belastungen

an denen Sie sich orientieren können.

Mit den verfügbaren Informationen und der fachkundigen Beratung können Sie die bestehende Gefährdungsbeurteilung anpassen. Die Anpassung sollen Sie weiterführen und aktualisieren, bis die Coronakrise bewältigt ist.

In der Presse steht, dass jedes Unternehmen ein Hygienekonzept braucht. Was müssen wir tun?

Das BMAS weist darauf hin, dass diese Anforderung durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen, wie sie im SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard beschrieben und ergänzend von branchenspezifischen Hilfestellungen konkretisiert sind, erfüllt wird. Ein darüber hinausgehendes Hygienekonzept als eigenständiges Dokument ist für die Betriebe nicht erforderlich.

Wie müssen stationäre Arbeitsplätze gestaltet sein – beispielsweise in Büros, Werkstätten, Lagern etc.?

Dieser Punkt ist in Absatz 4.2.1 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel geregelt. Arbeitsplätze in Arbeitsstätten sollen demnach so angeordnet sein, dass zwischen anwesenden Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden kann. Zur Einhaltung des Abstandes kann das Mobiliar oder seine Anordnung geändert werden, oder die Tätigkeiten können auf andere geeignete Flächen oder in zusätzliche Räume verlagert werden.

Schutzscheiben oder aufgespannte Schutzfolien schützen Beschäftigte mit Kundenkontakt vor der Infektion mit SARS-CoV-2 durch Tröpfchen aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden. Gleiches gilt, wenn an nebeneinanderliegenden Arbeitsplätzen zwischen den Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Der obere Rand der Abtrennung darf folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:

  1. 1,50 m zwischen sitzenden Personen
  2. 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen (z. B. Kundinnen und Kunden)
  3. 2,00 m zwischen stehenden Personen

Bei der Bemessung der Breite der Abtrennung muss die Breite bzw. Tiefe der Bewegungsfläche der Beschäftigten berücksichtigt werden. Diese soll links und rechts um einen Sicherheitsaufschlag von 30 cm erweitert werden.  Die Abtrennung soll möglichst breit sein und kann – falls nötig – Öffnungen außerhalb des Atembereichs (z. B. zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des Kartenlesegerätes, gegebenenfalls auch zur Warenausgabe) aufweisen. Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu muss beispielsweise eine ausreichende Stabilität gewährleistet sein. Spitze Ecken oder scharfe Kanten müssen vermieden werden. Beide Seiten der Abtrennung sollen arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gereinigt werden. Zu diesem Thema hat der Fachbereich Handel und Logistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen.

Ein Mittel, mehr Raum in Verwaltungsgebäuden zu schaffen, ist die Verlagerung von dafür geeigneten Arbeiten ins Homeoffice. Auch auf den Verkehrswegen in den Arbeitsstellen müssen ausreichende Schutzabstände sichergestellt werden.

Soweit möglich, sollen Abstände auch über den genannten Wert hinaus vergrößert werden, insbesondere in geschlossenen Räumen. Hier muss zusätzlich auch ein ausreichender Luftaustausch sichergestellt sein.

Wie lassen sich interne Kontakte im internen Betrieb verringern oder vermeiden?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Einige Unternehmen sind dazu übergegangen, ganze Betriebsstätten oder Niederlassungen in Gruppen aufzuteilen und zeitlich versetzt arbeiten zu lassen. Es ist darüber hinaus sinnvoll, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen.

Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll während der Coronakrise nicht zugelassen werden. In den Pausen sollen die Beschäftigten Abstand voneinander halten.

Was müssen wir bei der Verlagerung von Arbeiten ins Homeoffice als Form des mobilen Arbeitens beachten?

Auch für das Arbeiten im Homeoffice gelten das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz. Regelungen zu Arbeitszeiten und Erreichbarkeit sollen getroffen werden. Beschäftigte müssen im Hinblick auf einzuhaltende Arbeitszeiten, Arbeitspausen, die darüber notwendige Dokumentation, die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und die Nutzung der Arbeitsmittel unterwiesen werden. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die korrekte Bildschirmposition, möglichst separate Tastatur und Maus, richtige und wechselnde Sitzhaltung und Bewegungspausen. Im Homeoffice arbeitende Beschäftigte müssen ausreichend Zugang zu betrieblicher Kommunikation und Informationen erhalten.

Wie ist der Versicherungsschutz im Homeoffice geregelt?

Grundsätzlich gilt: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht – das Bundessozialgericht spricht hier von der Handlungstendenz. Das heißt zum Beispiel: Fällt eine Versicherte die Treppe hinunter und verletzt sich dabei, weil sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen will, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigt, wäre dieser Unfall versichert. Fällt sie hingegen die Treppe hinunter, weil sie eine private Paketsendung entgegennehmen will, wäre dies nicht versichert. Denn eigenwirtschaftliche - das heißt private - Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert.

Die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Homeoffice manchmal schwierig und hängt maßgeblich von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab, insbesondere bei der Frage, welche Wege im Homeoffice versichert sind. Einige Urteile des Bundessozialgerichtes hat es dazu schon gegeben. Das Bundessozialgericht hat insoweit entschieden, dass Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und damit im Homeoffice nicht versichert sind.

Was müssen wir für eine sichere Nutzung betrieblicher Sozialräume beachten?

In Umkleide- und Waschräumen müssen Beschäftigte durch Abstandsmarkierungen auf Fußböden, Begrenzung der Personenzahl oder zeitlich versetzte Nutzung genügend Platz von mindestens 10 m2 / Person erhalten, um die Abstandsregel einhalten zu können. Sanitärräume sollen arbeitstäglich mindestens einmal gereinigt werden. Sanitärräume müssen mit ausreichend hautschonender Flüssigseife und Einrichtungen zum hygienischen Trocknen der Hände (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) ausgestattet werden.

Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sollen die Unternehmen gegebenenfalls geeignete Hautschutz- und Hautpflegemittel bereitstellen. Die Verwendung von Warmlufttrocknern soll vermieden werden. Die Händewaschregeln sollen ausgehängt werden. Von mehreren Personen genutzte Handtücher sind unzulässig und entsprechen nicht den hygienischen Anforderungen. Einmalhandtücher sind geeignet. Wie beim Einsatz von Sekundärluftgeräten soll auch bei der Verwendung von Warmlufttrocknern die luftstromlenkende Wirkung dieser Geräte im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt und für eine verstärkte Lüftung gemäß ASR A4.1 „Sanitärräume“ gesorgt werden.

Die Abstandsregel muss auch

  • in Pausenräumen und -bereichen,
  • in Teeküchen und an Kochgelegenheiten,
  • in Bereitschaftsräumen und -bereichen sowie
  • in Kantinen

gewährleistet sein.

Das kann sichergestellt werden z. B. durch

  • die Anpassung der Bestuhlung und Anzahl der Tische,
  • das Aufbringen von Bodenmarkierungen,
  • die gestaffelte Organisation von Arbeits- und Pausenzeiten sowie
  • die Aufstellung von Absperrbändern an der Essensausgabe, Geschirrrückgabe und an der Kasse,

mit dem Ziel, die Belegungsdichte soweit wie möglich zu verringern. Zu den empfehlenswerten organisatorischen Maßnahmen zählen auch die Begrenzung der Personenzahl oder die Erweiterung der Kantinen- und Essensausgabezeiten zur Vermeidung von Warteschlangen oder den Einsatz einer einweisenden Person. Besteck und Geschirr sollen vom Kantinenpersonal übergeben werden. Die Beschäftigten sollen die Möglichkeit bekommen, vor dem Eintritt in Pausenräume ihre Hände zu waschen.

Die Bestimmung zum zeitversetzten Arbeiten dient der weiteren Reduzierung von Personenkontakten im Betriebsablauf, insbesondere durch zeitliche Entzerrung bei der Nutzung von Kantinen, Pausenräumen und Umkleideräumen sowie der Vermeidung von Warteschlangen bei Arbeitsbeginn und Arbeitsende.

Erfahrungsgemäß zeigt sich gerade in Pausen- und Sozialräumen ein problematischer Umgang mit den Schutzregeln. Hier sind die Unternehmen gehalten, ein besonderes Augenmerk auf das Verhalten in diesen Räumen zu richten.

Was müssen wir bei der Lüftung von Arbeitsräumen beachten?

Durch verstärktes Lüften kann die Konzentration von möglicherweise in der Raumluft vorhandenen virenbelasteten Aerosolen reduziert werden. Verstärktes Lüften ist insbesondere durch eine Erhöhung der Frequenz, durch eine Ausdehnung der Lüftungszeiten oder durch eine Erhöhung des Luftvolumenstroms möglich. Die Überprüfung der Qualität der Lüftung kann durch eine CO2-Messung erfolgen. Entsprechend der ASR A3.6 ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm noch akzeptabel. In der Zeit der Epidemie soll dieser Wert jedoch unterschritten werden.

Bei Tätigkeitsaufnahme in den Räumen und dann in regelmäßigen Abständen soll über die Fenster gelüftet werden. Die ASR A3.6 empfiehlt einen zeitlichen Abstand zum Lüften, beispielsweise von Büroräumen nach 60 Minuten und von Besprechungsräumen nach 20 Minuten. Diese Lüftungshäufigkeit ist in der Zeit der Pandemie möglichst zu erhöhen. Am wirkungsvollsten ist dabei die sogenannte Stoßlüftung über die gesamte Öffnungsfläche der Fenster. Wenn möglich, soll diese als Querlüftung ausgeführt werden. Bei der Festlegung der Lüftungsdauer sind die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sowie der vorherrschende Winddruck zu berücksichtigen. Im Sommer sollen 10 Minuten und im Winter 3 Minuten Lüftungsdauer nicht unterschritten werden. Besprechungsräume müssen vor der Benutzung gelüftet werden.

Dürfen wir Raumlufttechnische Anlagen (wie z. B. Klimaanlagen) weiter nutzen?

Für raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) ist das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 als gering einzustufen, sofern diese Anlagen sachgerecht eingerichtet, betrieben und instandgehalten werden (Reinigung, Filterwechsel usw.) und

  1. dem Raum ein ausreichend hoher Außenluftanteil zugeführt wird, sodass die Anforderungen an die CO2-Konzentration der Raumluft gemäß 4.2.3 Absatz 3 SARS-CoV-2 Arbeitschutzregel eingehalten werden oder
  2. die RLT-Anlagen anderenfalls über geeignete Filter oder andere Einrichtungen zur Verringerung einer möglichen Virenkonzentration aus der Umluft der RLT-Anlage verfügen.

Reiner Umluftbetrieb kann auch bei guter Filterleistung keine ausreichende Raumluftqualität erzeugen. Hier muss durch Lüftungsmaßnahmen unterstützt werden.

Hinweis: Geeignete Filter zur Abscheidung von Viren und virenbelasteten Aerosolen sind Schwebstofffilter der Klasse H13 oder H14 (HEPA-Filter) nach DIN EN 1822-1:2019 [10]. Zudem können auch Feinstaubfilter der Gruppe ISO ePM1 > 70 % (vormals F8) oder ISO ePM1 > 80 % (vormals F9) die Konzentration virenbelasteter Aerosole reduzieren.

Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen, die nicht über geeignete Einrichtungen zur Verringerung einer möglichen Konzentration von virenbelasteten Aerosolen im Raum verfügen, muss vermieden werden. Damit soll verhindert werden, dass virenbelastete Aerosole dem Raum wieder zugeführt werden. Der bei RLT-Anlagen mit Umluftbetrieb in der Regel vorhandene Außenluftanteil soll dementsprechend so weit wie technisch möglich erhöht werden, um eine Reduktion des Umluftanteils zu erreichen. Kann der Umluftbetrieb aus technischen oder technologischen Gründen nicht vermieden und können die Anforderungen an die CO2- Konzentration der Raumluft gemäß 4.2.3 Absatz 3 der SARS-CoV-2 Arbeitschutzregel nicht eingehalten werden, müssen geeignete Einrichtungen (z. B. Filter) zur Reduktion der Konzentration von möglicherweise virenbelasteten Aerosolen nachgerüstet werden. Dabei ist zu beachten, dass sich die Anlagenparameter durch den Einbau von zusätzlichen Einrichtungen ändern können. Insbesondere kann sich der Luftvolumenstrom durch den erhöhten Druckverlust eines Filters verringern. Es ist darauf zu achten, dass nach dem Einbau ausreichend Zuluft zugeführt wird, um eine gesundheitlich zuträgliche Atemluft im Raum zu gewährleisten. Ist eine Umrüstung einer Anlage aus technischen oder technologischen Gründen nicht möglich, müssen für die betroffenen Räume im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung alternative Schutzmaßnahmen getroffen werden.

RLT-Anlagen sollen während der Betriebs- oder Arbeitszeiten nicht abgeschaltet werden, da dies zu einer Erhöhung der Konzentration von virenbelasteten Aerosolen in der Raumluft und damit zur Erhöhung des Infektionsrisikos führen kann. Mindestens muss ein ausreichend langer Betrieb vor und nach Nutzung der Räume sichergestellt werden, bei Büros zum Beispiel etwa zwei Stunden. RLT-Anlagen in Sanitärräumen sollen zu den Betriebszeiten der Arbeitsstätte dauerhaft betrieben werden.

Auch beim Einsatz von Sekundärluftgeräten, die lediglich die Raumluft umwälzen und den Räumen keine Außenluft zur Absenkung von Aerosolkonzentrationen zuführen, muss ein ausreichender Luftaustausch mit Außenluft sichergestellt sein. Dies betrifft Geräte wie Ventilatoren (z. B. Standventilatoren), Geräte zur persönlichen Kühlung (z. B. mobile Klimageräte oder Klima-Splitgeräte) oder Geräte zur Erwärmung (z. B. Heizlüfter). Da die luftstromlenkende Wirkung dieser Geräte virenbelastete Tröpfchen oder Aerosole unter Umständen zu anderen Personen leiten kann, soll vor dem Einsatz der Geräte in Räumen mit Mehrpersonenbelegung eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Dabei müssen die spezifischen Randbedingungen, z. B. Raumgeometrie, Arbeitsplatzanordnung, Gerätestandort und die Strömungsverhältnisse der Raumluft beachtet werden. Weitere Anforderungen für den Einsatz von Sekundärluftgeräten leiten sich aus der ASR A3.6 „Lüftung“ (z. B. Vermeidung von Zugluft), der ASR A3.7 „Lärm“ (z. B. Vermeidung von Hintergrundgeräuschen) und der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ (z. B. Vermeidung der sommerlichen Überwärmung von Räumen) ab.

Auch Sekundärluftgeräte mit geeigneten Einrichtungen zur Reduktion der Konzentration virenbelasteter Aerosole (z. B.  Luftreiniger) dürfen nur ergänzend zu den nach dieser Regel zu treffenden Lüftungsmaßnahmen eingesetzt werden, um das Infektionsrisiko durch Viren oder virenbelastete Aerosole in der Raumluft zu reduzieren. Dabei müssen unter Berücksichtigung der Leistungsdaten und spezifischen Randbedingungen eine sachgerechte Aufstellung sowie ein sachgerechter Betrieb und eine sachgerechte Instandhaltung (Reinigung, Filterwechsel usw.) gewährleistet werden. Solche Geräte müssen mit geeigneten Filtern ausgerüstet sein und dürfen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe oder Reaktionsprodukte freisetzen. Weitere Anforderungen für den Einsatz von Luftreinigern leiten sich aus der ASR A3.6 „Lüftung“ (z. B. Vermeidung von Zugluft), der ASR A3.7 „Lärm“ (z. B.  Vermeidung von Hintergrundgeräuschen) und der ASR A3.5 „Raumtemperatur“ (z. B.  Vermeidung der sommerlichen Überwärmung von Räumen) ab.

Welche Hygienemaßnahmen werden empfohlen?

Zur Reinigung der Hände sollen laut Arbeitsschutzstandard hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung stehen. Ausreichende Reinigung und Hygiene sind unbedingt erforderlich, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen und das Lüften von Räumen bei. Für die Hygiene unterwegs, z. B. im Fahrzeug, sollen den Beschäftigten Wasserkanister, Flüssigseife und Einmalhandtücher sowie ein Plastikbeutel zu deren Entsorgung mitgegeben werden (siehe auch branchenbezogene Tipps).

Dürfen die Beschäftigten Arbeitsmittel und Werkzeuge gemeinsam mit anderen Kollegen/Kolleginnen nutzen?

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen laut Arbeitsschutzstandard nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, muss eine regelmäßige Reinigung organisiert werden – insbesondere vor der Übergabe an andere Personen.

Welche Regelungen gelten für Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung?

Besonders strikt müssen Unternehmensverantwortliche und Beschäftigte auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung achten. Die personenbezogene Arbeitsbekleidung und PSA soll getrennt von der Alltagskleidung aufbewahrt werden. Natürlich muss die Arbeitskleidung regelmäßig gereinigt werden.

Dürfen betriebsfremde Personen den Betrieb und die Arbeitsstätten betreten?

Ja. Die Vorschriften der Bundesländer zum Infektionsschutz (Aufzeichnung der Kontaktdaten) müssen jedoch eingehalten werde. Außerdem gelten auch für betriebsfremde Personen die Abstandsregeln. Wo das nicht möglich ist, sollen Abtrennungen und/oder Mund-Nasen-Schutz zum Einsatz kommen. Bei längeren Aufenthalten sollen die Besuchenden über die Schutzmaßnahmen in dem Betrieb informiert werden. Den Besuchenden muss die Möglichkeit zur Handhygiene gegeben werden.

Wie müssen wir unsere Beschäftigten informieren?

Alle Präventions- und Schutzmaßnahmen sollen den Beschäftigten umfassend kommuniziert werden. Diese Informationspflicht gilt auch gegenüber Leiharbeiterinnen/Leiharbeitern und Beschäftigten von Auftragsnehmerinnen/Auftragsnehmern. Unterweisungen durch die Führungskräfte sorgen für Handlungssicherheit. Die BG Verkehr hat eine Reihe von Unterweisungs- und Informationsmedien für ihre Mitgliedsunternehmen erarbeitet. Außerdem kann auch das Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung helfen.

Es ist sinnvoll, feste Ansprechpersonen zu benennen, die Fragen klären und Anregungen aufnehmen. Zur Bekanntmachung und Verfestigung können unter anderem Newsletter, Aushänge, Hinweisschilder und Bodenmarkierungen genutzt werden.

Was müssen wir tun, wenn wir einen Verdachtsfall auf Corona im Unternehmen haben?

Beschäftigte mit Symptomen wie Fieber, Husten und Atemnot müssen das Betriebsgelände umgehend verlassen und zuhause bleiben. Die betroffenen Beschäftigten sollen sich schnellstmöglich, zunächst telefonisch zur Abklärung, an ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin wenden. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss im betrieblichen Pandemieplan Regelungen treffen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen (Beschäftigte und wo möglich Kundinnen und Kunden) zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko bestehen könnte.

Was bringt der Einsatz von medizinischen Gesichtsmasken und FFP2-Masken?

Mit Coronaviren infizierte Personen, auch wenn sie keine oder nur leichte Erkrankungsbeschwerden haben, können andere durch Speicheltröpfchen unbeabsichtigt anstecken. Das Risiko einer Ansteckung durch Tröpfchen, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, ist besonders hoch, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern nicht sicher eingehalten werden kann, z. B. im Bus oder auch in bestimmten Arbeitssituationen.

Medizinische Gesichtsmasken erhöhen den Schutz Dritter in engen Räumen. Diese Masken, die auch von Chirurginnen und Chirurgen getragen werden, verhindern, dass Speicheltröpfchen weit verteilt werden (Fremdschutz). Wenn z. B. alle Personen im Fahrzeug eine medizinische Gesichtsmaske tragen, wird durch das Zurückhalten der Speicheltröpfchen eines Infizierten die Infektionsgefahr für die mitfahrenden Personen deutlich reduziert. Allerdings gibt es derzeit keine Daten dafür, wie stark das Verwenden einer medizinischen Gesichtsmaske das eigene Ansteckungsrisiko verringert (Eigenschutz). Dies ist nur bei der Verwendung einer dicht an der Gesichtshaut abschließenden FFP2-Maske gegeben.

Der Kontakt zu infizierten/ wahrscheinlich infizierten Personen erfordert das Tragen von FFP2-Masken. Bei Kontakt mit definitiv am Coronavirus erkrankten Patientinnen/Patienten muss sich z. B. medizinisches Personal mindestens mit diesen speziellen Schutzmasken schützen.

Wann muss im Betrieb MNS getragen werden?

Gemäß SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregelmuss MNS immer dann getragen werden, wenn

  • die Anforderungen an die Raumbelegung nicht eingehalten werden können,
  • der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann,
  • technische Maßnahmen, wie Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen, nicht umgesetzt werden können oder
  • bei ausgeführten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist.

Ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung ein besonders hohes Infektionsrisiko, sind filtrierende Halbmasken (FFP2-Masken oder vergleichbar) als persönliche Schutzausrüstung erforderlich. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall diese Masken bereitstellen.

FFP2-Masken sind filternde Atemschutzgeräte. Aufgrund des Filtermaterials der Maske ist beim Atmen der Luftwiderstand erhöht.

Aus der Zuordnung der FFP2-Maske zu den PSA folgen u. a. aus dem staatlichen Arbeitsschutzrecht, zwingende betriebliche Maßnahmen vor und während der Verwendung dieser Masken:

  • Theoretische Unterweisung in der Handhabung, u. a. zum Dichtsitz der Maske und zur Vermeidung von Kontaktinfektionen an äußeren Maskenoberflächen, verbunden mit praktischen Übungen
  • Registrierung der Maskenträger in der betrieblichen Vorsorgekartei
  • regelmäßige Angebotsvorsorgen
  • Festlegung der Tragezeitbegrenzung
  • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen während der "Maskenpause" zur Vermeidung einer Infektion z. B. durch Kolleginnen oder Kollegen

Dürfen wir in unserem Betrieb Mitarbeitende beschäftigen, die das Tragen von Mund-Nasen-Schutz verweigern?

Im Rahmen der gegenwärtigen Pandemielage muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen einem nur geringen bis gar keinem Infektionsrisiko ausgesetzt werden. In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung vom 21. Januar wird den Arbeitgebenden in §3 auferlegt, medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken vergleichbare Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen, wenn

  1. die Anforderungen an die Raumbelegung (10 m² pro Beschäftigten) nicht eingehalten werden können, oder
  2. der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, oder
  3. bei ausgeführten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist.

Die Beschäftigten müssen die nach Satz 1 vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Masken tragen.

Die maßgebliche Rechtspflicht für den Arbeitgeber zur Einführung einer solchen Maskenpflicht im Betrieb ergibt sich ferner aus seiner Fürsorgepflicht gemäß § 618 BGB. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers erstreckt sich nach § 106 S. 2 GewO auch auf die Ordnung und das Verhalten des Arbeitnehmers im Betrieb. Das Weisungsrecht erstreckt sich daher auch auf die nach öffentlich-rechtlichen Arbeitsschutzvorschriften notwendigen Schutzmaßnahmen. Der Arbeitgeber kann – und muss – die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Betrieb daher mittels seines Direktionsrechts durchsetzen.

Zum Schutze der anderen Beschäftigten dürfen Maskenverweigerer demzufolge nicht beschäftigt werden, wenn die Vorgaben des Infektionsschutzes und des Gesundheitsschutzes nicht anders zu erfüllen sind.

Wie gehen wir mit Beschäftigten um, die ein ärztliches Attest vorlegen, das sie von der Maskenpflicht befreit?

Maskenatteste dürfen von Ärzten ausgestellt werden z. B. bei schweren Traumatisierungen oder schweren Herz- und Lungenerkrankungen. Aus der bisher dazu vorliegenden Rechtsprechung geht hervor, dass das Attest den Grund für die Befreiung von der Maskenpflicht beinhalten soll.

Trotz eines gültigen Attestes darf der Betroffene nicht zwangsläufig seiner vertraglich vereinbarten Beschäftigung nachgehen, da das Tragen einer Maske unter anderem dem Drittschutz dient. Das heißt, alle Tätigkeiten, bei denen die Betroffenen in Kontakt mit Dritten kommen, sind nicht möglich, sofern ein ausreichender Abstand, die Anforderungen an die Raumbelegung und infektionsschutzgerechte Lüftung nicht gewährleistet werden können.

Senken Arbeitshandschuhe das Infektionsrisiko?

Eine direkte Schutzwirkung gibt es nicht, da die Infektion nicht über die Haut erfolgt, sondern über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen. Einen indirekten Schutz bieten Handschuhe nur dann, wenn sie den unbewussten Griff mit der Hand ins Gesicht vermindern. Dies ist in der Verkehrswirtschaft fraglich, da die Handschuhe typischerweise je nach Tätigkeit an und wieder ausgezogen werden. Um eine Schutzwirkung zu erzielen, müsste man nach jedem Ausziehen der Handschuhe die Hände waschen. Arbeitshandschuhe sollten also nur getragen werden, wo es die jeweilige Tätigkeit ohnehin erfordert. Ausnahme: Bei der Reinigung kontaminierter Oberflächen sollten Einmalhandschuhe getragen werden, die nach der Nutzung zu entsorgen sind.

Wie entgegnen wir psychischen Belastungen?

In der Pandemiesituation können Änderungen der Arbeitsprozesse und -organisation, andauernde hohe Arbeitsintensität, Isolation, Kontaktarmut und andere Faktoren zu besonderen psychischen Belastungen führen. Für eine entsprechende Beobachtung müssen insbesondere die Führungskräfte sensibilisiert werden. Bei Bedarf sollen Arbeitsschutzexpertinnen und -experten, wie z. B. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärztinnen/Betriebsärzte sowie andere fachkundige Personen, hinzugezogen werden. Eine Handlungshilfe der DGUV zum Thema „Psychische Belastung und Beanspruchung von Beschäftigten während der Coronavirus-Pandemie“ steht zum Download bereit.

Welche Anforderungen an die arbeitsmedizinische Prävention müssen wir beachten?

Dies ist im Detail in Absatz 5 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel nachzulesen. Fragen beantwortet Ihr Betriebsarzt/Ihre Betriebsärztin.

Wir beschäftigen Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören – beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen. Welche Vorsorgemaßnahmen müssen wir treffen?

Die Gefährdungsbeurteilung muss zunächst an die Pandemielage angepasst werden. Der Betriebsarzt/die Betriebsärztin und die Sicherheitsfachkraft schlagen ggf. geeignete Schutzmaßnahmen vor, sofern die allgemeinen Schutzmaßnahmen nicht ausreichen. Besonders gefährdeten Beschäftigten soll eine arbeitsmedizinische Vorsorge nahegelegt werden. Die Beschäftigten können sich individuell vom zuständigen Betriebsarzt/von der zuständigen Betriebsärztin beraten lassen.

Was müssen wir und unsere Beschäftigten bei Dienstreisen beachten?

Für Reisen in Risikogebiete haben die einzelnen Bundesländer Maßnahmen zum Infektionsschutz erlassen, die beachtet werden müssen.

Grundsätzlich soll vor jeder Dienstreise geprüft werden, ob deren Ziele nicht beispielsweise mithilfe elektronischer Kommunikation erreicht werden können. Können in Fahrzeugen oder Verkehrsmitteln die Abstände nicht eingehalten werden, müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden. Sofern eine Handhygiene mit Wasser und Seife während der Dienstreise nicht sichergestellt ist, sollen Handdesinfektionsmittel bereitgestellt werden.

Was müssen wir bei Auslandsreisen unserer Beschäftigten beachten?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat Empfehlungen für beruflich bedingte Auslandsreisen herausgegeben. Das Papier beantwortet Fragen zur Reiseorganisation und zum Verhalten am Zielort. Die Empfehlungen stehen zum Download bereit.

Müssen wir die regelmäßigen Unterweisungen zum Arbeitsschutz trotz Auflagen und Erlasse der Landesregierung hinsichtlich des Coronavirus durchführen?

Bei der aktuellen Sachlage sollen Routineunterweisungen, z. B. jährliche Unterweisungen, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Sicherheitsrelevante Unterweisungen für neue Tätigkeiten, in neuen Arbeitsbereichen und für neue Beschäftigte müssen durchgeführt werden. Dies gilt ebenso für die besonderen Unterweisungen in Theorie und Praxis für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen.

Die Informationen aus Unterweisungen sollen nach Möglichkeit allen Beschäftigten jederzeit zugänglich sein. Vorübergehend können Unterweisungen für eine große Zahl von Beschäftigten auch in schriftlicher oder elektronischer Form erfolgen, wenn die Möglichkeit gegeben ist, auf Rückfragen einzugehen.

Braucht unser Unternehmen einen Pandemieplan?

Pandemiepläne können vor allem für mittlere und große Unternehmen bei einem über mehrere Wochen andauernden Pandemieereignis existenznotwendig sein. Falls solche Pläne nicht vorhanden sind, sollen sie möglichst umgehend aufgestellt werden. Pandemiepläne regeln, wie im Pandemiefall der Betrieb aufrechterhalten werden kann – und zwar unter Beachtung der Aspekte des Gesundheitsschutzes für die Beschäftigten. Pandemiepläne umfassen beispielsweise Regelungen bei Erkrankungen im Betrieb, Dienstreisen und Tagungen und Hinweise zu Hygienemaßnahmen. Des Weiteren können organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen durch die Ansteckung der Beschäftigten untereinander oder durch Außenstehende wie Kundinnen/Kunden oder Dienstleister festgelegt werden. Tipps zur Aufstellung betrieblicher Pandemiepläne finden sich auf der Website der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Durch die Pandemie ist nur noch ein kleiner Teil unserer Beschäftigten im Unternehmen tätig, z. B. aufgrund der Verlagerung der Arbeitsplätze ins Homeoffice. Müssen wir auch für die im Unternehmen verbleibenden Beschäftigten Ersthelfende zur Verfügung stellen?

Ja. Die Grundversorgung in Bezug auf die Erste Hilfe muss sichergestellt sein. Hierbei kann auch auf externe Personen als Ersthelfende zurückgegriffen werden, z. B. Sicherheitspersonal, das oftmals eine Aus- bzw. Fortbildung in Erster Hilfe nachweisen kann. Es soll versucht werden – auch bei einem reduzierten Personalstamm – die in der DGUV Vorschrift 1 festgelegte Mindestanzahl zu erreichen (bei 2 bis 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer bzw. eine Ersthelferin, bei über 20 anwesenden Versicherten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % und in sonstigen Betrieben mindestens 10 % der anwesenden Beschäftigten). Ist dies aufgrund der aktuellen Situation nicht immer möglich, sollte man auch unter Einbeziehung der Gefährdungsbeurteilung der vorgegebenen Anzahl an Ersthelfenden möglichst nahekommen. (Quelle: Fachbereich Erste Hilfe der DGUV)

Viele Beschäftigte arbeiten im Homeoffice. Müssen wir uns als Unternehmer bzw. Unternehmerinnen auch hier um die Erste Hilfe kümmern?

Da Ersthelfende erst ab zwei anwesenden Versicherten zur Verfügung stehen müssen, sind bei allein von zu Hause aus Arbeitenden keine Ersthelfenden notwendig. Arbeiten von zu Hause aus stellt in der Regel keine gefährliche Alleinarbeit dar. Deshalb ist es ausreichend, wenn die Möglichkeit besteht, erforderlichenfalls einen Notruf per Festnetz- oder Mobiltelefon absetzen zu können. (Quelle: Fachbereich Erste Hilfe der DGUV)

Was ist sinnvoller? Inhouse-Schulungen zu organisieren, oder öffentliche Kurse zu besuchen?

In der aktuellen Situation sollten Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen bevorzugt als Inhouse-Schulungen durchgeführt werden, da Dienstreisen und Außenkontakte auf ein absolutes Minimum beschränkt werden sollen. Sind Inhouse-Schulungen nicht möglich, z.B. aufgrund von zu geringen Teilnehmerzahlen, können im Ausnahmefall auch öffentliche Kurse bei ermächtigten Ausbildungsstellen besucht werden. Unumgänglich kann die Teilnahme sein, wenn ohne diese die Grundversorgung in Erster Hilfe nicht sichergestellt und keine andere Möglichkeit zur Sicherstellung vorhanden ist.

Die Rahmenbedingungen der betrieblichen Erste-Hilfe-Schulungen sollten im Vorfeld zwischen Unternehmen und Ausbildungsstelle abgeklärt werden. Räumlichkeiten und hygienische Voraussetzungen liegen bei Inhouse-Schulungen im Verantwortungsbereich des Unternehmens. Bei Nichterfüllung der vereinbarten Erfordernisse können Stornogebühren beim Unternehmen geltend gemacht werden, sofern diese in einem privatrechtlichen Vertrag vereinbart wurden. Über diesen privatrechtlichen Vertrag können – wie bisher auch – die Abweichungen vom Standardkurs festgelegt werden; z.B. die Unterschreitung der Mindestteilnehmerzahl von 10 Personen auf Wunsch des Unternehmens oder Zusatzleistungen, die über die Standard-Leistungen bezüglich Übungs- und Demonstrationsmaterial hinausgehen. (Quelle: Fachbereich Erste Hilfe der DGUV)

Wegen des Zusatzaufwandes und der kleineren Lehrgänge aufgrund von Coronaschutzmaßnahmen sind die Gebühren für die Aus- und Fortbildungen betrieblicher Ersthelfender höher. Übernimmt das die BG Verkehr?

Die BG Verkehr übernimmt die Lehrgangsgebühren für den Standardkurs gemäß DGUV Grundsatz 304-001. Seit 01.01.2021 beläuft sich die Lehrgangspauschale auf 35 Euro je Teilnehmerin/Teilnehmer. Mit den Pauschgebühren gelten alle Aufwendungen für die Lehrgänge im Sinne des § 23 Sozialgesetzbuch VII in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 1 und dem DGUV Grundsatz 304-001 als abgegolten. Das ist unabhängig davon, ob die Lehrgänge in eigenen Räumlichkeiten oder in anderen geeigneten Räumlichkeiten (z. B. inhouse) stattfinden. Die Unfallversicherungsträger haben sich überdies für eine zeitbefristete pauschale pandemiebedingte Zulage von 12 Euro pro Teilnehmerin/Teilnehmer zusätzlich zu der in der Gebührenvereinbarung festgelegten Pauschale von 35 Euro ausgesprochen. Die Abrechnungsstellen der Unfallversicherungsträger erkennen deshalb bis auf weiteres für Schulungen in Erster Hilfe Rechnungen auf Grundlage von 46 Euro je teilnehmender Person an.

Können Erste-Hilfe-Kurse nicht auch online abgehalten werden?

Erste-Hilfe-Kurse nach DGUV Vorschrift 1 müssen nach wie vor als Präsenzveranstaltung absolviert werden. Ziel jedes Erste-Hilfe-Kurses ist die ganzheitliche Handlungskompetenz der Ersthelfenden in Notfallsituationen. Die Erste-Hilfe-Aus- bzw. Fortbildungen sollen auf Notfälle in realen Situationen vorbereiten, in denen vom Ersthelfenden konkrete Handlungen erwartet werden. Diese Handlungen müssen im Kurs praktisch geübt werden können. Die reine Wissensvermittlung steht daher im Hintergrund. Augenmerk wird stattdessen auf das praktische Üben gelegt. Daher sind online-Kurse für die Erste Hilfe ausgeschlossen. Auch unter Corona-Bedingungen bleibt es erforderlich, die praktischen Maßnahmen zu trainieren, selbstverständlich unter Berücksichtigung geeigneter Hygiene-/Infektionsschutzmaßnahmen. (Quelle: Fachbereich Erste Hilfe der DGUV)

Coronabedingt können unsere Ersthelfenden ihre Erste-Hilfe-Fortbildungen nicht in der vorgegebenen Frist ableisten. Was ist zu tun?

Unternehmerinnen und Unternehmer müssen generell dafür sorgen, dass die Ersthelfenden in ihrem Betrieb in der Regel in Zeitabständen von zwei Jahren fortgebildet werden. In Zeiten von Corona ist das nicht immer möglich. Deshalb können derzeit auch Ersthelfende mit abgelaufener Fortbildungsfrist als betriebliche Ersthelferinnen und Ersthelfer eingesetzt werden. Dies ist eine Einzelfallentscheidung, die im Unternehmen von einer Führungskraft bzw. von einem Betriebsarzt oder einer Betriebsärztin getroffen werden muss. Allerdings sollte auch bei langjährigen und erfahrenen Ersthelfenden die Fortbildungsfrist von 3 Jahren möglichst nicht überschritten werden. Danach muss in jedem Fall eine Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Ausbildung erfolgen. Weitere Informationen bietet die "Handlungshilfe für Unternehmen: Erste Hilfe im Betrieb im Umfeld der Corona-Pandemie" (FBEH-100) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Kann uns die BG Verkehr bei der Impfpriorisierung helfen?

Leider kann die BG Verkehr bezüglich Impfpriorisierung nichts für ihre Mitgliedsunternehmen tun, da diese nicht in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Unfallversicherung fällt. Grundlage der Impfpriorisierung ist die "Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung - CoronaImpfV)" des Bundesministeriums für Gesundheit. Das Ministerium beantwortet auf seiner Homepage auch häufig gestellte Fragen zur Impfpriorisierung.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus GüterkraftverkehrFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Güterkraftverkehr

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten im Güterkraftverkehr. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir auf dem Betriebsgelände beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, sollen alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie z. B. das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken. Frachtpapiere und andere Dokumente sollen zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden (Eingangs- und Ausgangskörbe).

Der Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände soll auf ein Minimum beschränkt werden. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können.
Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren. Sorgen Sie dafür, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss. Auch in Pausenräumen und Kantinen soll für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Weitere Informationen zu Schutzmaßnahmen in den Betriebsgebäuden finden Sie bei den allgemeinen Fragen und Antworten.

Was müssen wir an Be- und Entladestellen beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen direkten persönlichen Kontakt zu Beschäftigten des Versenders oder Empfängers haben, z. B. an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Organisieren Sie möglichst viele Abläufe kontaktfrei, nutzen Sie beispielsweise Eingangs- und Ausgangskörbe für die Frachtpapiere. Wo dies nicht möglich ist, sollen die Fahrerrinnen und Fahrer alternative Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken, ergreifen.

Ein gutes Beispiel: Eine Stückgutkooperation lässt die Empfänger der Sendung auf dem Packstück oder dem Adresslabel unterschreiben. Der Fahrer bzw. die Fahrerin macht dann je ein Foto von dem unterschriebenen Label und von der abgestellten Sendung.

Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen, die regelmäßig gereinigt werden, gewährt wird. Stellen Sie mindestens fließend Wasser, Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, welche aus Risikogebieten kommen und keine Beschwerden haben?

Achten Sie darauf, dass Kontakte von Fahrpersonal mit anderen Beschäftigten im Betrieb nach Fahrtende bzw. vor Beginn der nächsten Tour auf ein absolutes Minimum begrenzt werden. Tragen Sie Sorge dafür, dass sich alle an die allgemeinen Hygieneregeln, wie Händewaschen, das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken etc. halten. Erkundigen Sie sich, welche Beschränkungen durch Einreisesperren für das Fahrpersonal bestehen.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten und beispielsweise aufs Händeschütteln zu verzichten.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen.

Für mobile Beschäftigte kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen kann es zweckmäßig sein, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Damit die Beschäftigten unterwegs geschützt sind, sorgen Sie dafür, dass den Fahrerinnen und Fahrern Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Recherchieren Sie vorab, wo auf ihrer Strecke Versorgungsmöglichkeiten und auch sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen.

Welche Gefahr besteht bei Kontakten bzw. Umgang mit Briefen, Paketen, Lademitteln und Frachtcontainern?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon, oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen.

Bei Problemen an den Autobahnrastanlagen steht den Fernfahrerinnen und Fernfahrern eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9 555 777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Was können Fahrerinnen und Fahrer machen, die unterwegs erkranken?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome müssen auch Fahrerinnen und Fahrer auf der Tour einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) werden Partnerärzte vermittelt. Der Partnerarzt oder die Partnerärztin wird zunächst telefonisch kontaktiert. Nach der Schilderung der Symptome wird er oder sie entscheiden, wie es weitergeht.

Zudem muss auch der Arbeitgeber informiert werden.

Sind Fahrten in oder durch Risikogebiete besonders gefährlich?

Reine Durchfahrten durch Risikogebiete ohne Kontakte zu Menschen sind ungefährlich. Bei Stopps zum Be- und Entladen sollen die oben genannten Hinweise zur Organisation an den Ladestellen beachtet werden. Bei unvermeidlichen Stopps – beispielsweise zum Tanken – müssen Fahrerinnen und Fahrer auf genügend Abstand zu anderen Personen achten. Bei der Rückkehr zum Fahrzeug sollen sie unbedingt ihre Hände mit Seife waschen oder desinfizieren.

Was müssen zweiköpfige Teams im Fahrzeug beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Der Umluftbetrieb soll vermieden werden, da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält und Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zugeführt würden. Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden.

Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist nicht zulässig. Bei der Anmietung von Pensionen oder Hotels soll für jeden Beschäftigten ein einzelnes Zimmer gebucht werden.

Welche Infektionsschutzmaßnahmen sind für Sammelunterkünfte erforderlich?

Legen Sie für die Unterbringung in Sammelunterkünften möglichst kleine, feste Teams fest. Diesen Teams sollen nach Möglichkeit eigene Gemeinschaftseinrichtungen (Sanitärräume, Küchen, Gemeinschaftsräume) zur Verfügung stehen, um zusätzliche Belastungen durch schichtweise Nutzung und notwendige Reinigung zwischen den Nutzungen durch die einzelnen Teams zu vermeiden. Sorgen Sie dafür, dass Schlafräume nur von einer Person belegt werden. Eine Mehrfachbelegung von Schlafräumen ist grundsätzlich nur für Partner/Partnerinnen bzw. enge Familienangehörige zulässig. Halten Sie zusätzliche Räume zur frühzeitigen Isolierung infizierter Personen vor. Unterkunftsräume sollen regelmäßig und häufig gelüftet und gereinigt werden. Küchen in der Unterkunft sollen mit einem Geschirrspüler ausgestattet sein, da die Desinfektion des Geschirrs Temperaturen über 60° C erfordert. Ebenso sollen Waschmaschinen zur Verfügung stehen. Alternativ können Sie einen regelmäßigen Wäschedienst organisieren.

Sollten meine Fahrer während der Coronapandemie die Rollende Landstraße nutzen?

Das sollten Sie davon abhängig machen, ob die Betreiber der RoLa ein ausreichendes Hygienekonzept vorweisen können und dies auch anwenden bzw. durchsetzen. Dazu gehören die Beschränkung der Anzahl der Fahrer pro Abteil bzw. Großraumwaggon und die Maskenpflicht, da der Mindestabstand erfahrungsgemäß nicht sicher eingehalten werden kann. Bei längeren Fahrten sollen Fahrer nicht gemeinsam mit anderen Fahrern in einem Abteil übernachten.  

Welche Maßnahmen müssen wir bei Transporten, die mit Trockeneis gekühlt werden, beachten (z. B. Transport von Impfstoffen)?

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO2) mit einer Temperatur von -78,5 °C. Seine Kühlwirkung beruht vor allem auf der Umwandlung in gasförmiges CO2. Aus einem Kilogramm Trockeneis verdampfen über 500 Liter gasförmiges CO2, welches sich am Boden und in tiefgelegenen Bereichen ansammeln kann.

Daraus ergeben sich folgende Gefährdungen:

  • Direkter Hautkontakt führt in kurzer Zeit zu Kälteverbrennungen.
  • Trockeneis kann beim Verdampfen einen sehr großen Druck aufbauen, der zum Bersten dicht verschlossener Verpackung führen kann.
  • Die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atemluft kann zu körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Tod führen. Ab Überschreiten des Arbeitsplatzgrenzwertes von 0,5 Vol.-% CO2 in der Atemluft können u. a. Kopfdruck und Kopfschmerzen auftreten, ab 4 Vol.-% ist u. a. mit Schwindel zu rechnen und Konzentrationen über 8 Vol.-% führen zu Bewusstlosigkeit mit schnell folgendem Tod.

Halten Sie die folgenden Schutzmaßnahmen ein:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung sowohl beim Transport im Fahrzeug als auch bei der Lagerung.
  • Unterweisen Sie Ihre Beschäftigte vor Aufnahme der Tätigkeit über die Gefährdungen und die zu ergreifenden Maßnahmen.
  • Statten Sie Ihre Beschäftigten mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (z. B. Kälteschutzhandschuhe, gegebenenfalls Schutzbrille) aus.
  • Verwenden Sie nur unbeschädigte Transportbehälter und -verpackungen, die auch für die Kühlung mit Trockeneis geeignet sind (Transportboxen und Vorratsbehälter dürfen nicht gasdicht sein).
  • Beugen Sie sich nicht in solche Behälter hinein. Im Inneren von Behältern mit Trockeneis ist mit lebensbedrohlichen CO2-Konzentrationen zu rechnen.
  • Transportieren Sie die trockeneisgekühlten Impfstoffe ausschließlich mit Fahrzeugen, welche über eine gasdichte Trennung zwischen Laderaum und Fahrerhaus verfügen.
  • Belüften Sie die Laderäume vor Betreten unbedingt ausreichend.

Weitere Informationen und Maßnahmen für den Umgang mit trockeneisgekühlten Impfstoffen finden Sie hier:

FB AKTUELL FBRCI-102 „Maßnahmen zum sicheren Transport durch Trockeneis gekühlter Impfstoffe"

"Mit Trockeneis gekühlte Impfstoffe - Handlungshilfe für Verpacker/innen, Fahrer/innen und Entpacker/innen" (PDF)

TippFaktenblatt Coronavirus EntsorgungFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Entsorgungswirtschaft

Infos zur Abfallsammlung, -sortierung und -behandlung

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Entsorgung. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wie kann der Kontakt mit Kunden/Kundinnen organisiert werden?

Wo es möglich ist, sperren Sie den Zugang zu Betriebsbereichen/Gebäuden für Kundinnen und Kunden. Dort wo Kundenverkehr notwendig ist, müssen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, z. B. Abstandsregelungen und die Markierung von Abständen in Wartezonen. Um Anhäufungen von Kundinnen und Kunden zu vermeiden, sollen gegebenenfalls die Öffnungszeiten erweitern werden. Verzichten Sie soweit möglich auf Unterschriften auf Dokumenten, und wickeln Sie den Zahlungsverkehr bargeldlos ab. Im Kundenverkehr ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte erforderlich, z. B. durch Abschrankungen, das Aufstellen von Plexiglasscheiben und ggf. das Anbringen von Bodenmarkierungen.

Wie lassen sich Kontakte im internen Betrieb vermindern oder vermeiden?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Einige Unternehmen sind dazu übergegangen, ganze Betriebsstätten oder Niederlassungen in Gruppen aufzuteilen und versetzt arbeiten zu lassen. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, feste Teams zu bilden.

Die Mitarbeitenden sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach sofort verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll während der Coronakrise nicht zugelassen werden. In den Pausen sollen die Mitarbeitenden Abstand voneinander halten.

Die Arbeitsumgebung muss so gestaltet sein, dass der Mindestabstand zwischen den Beschäftigten gewährleistet ist. Dazu zählen eine entsprechende Anordnung der Arbeitsplätze, ggf. der Einsatz von Abtrennungen oder Absperrungen und nötigenfalls die Festlegung innerbetrieblicher Verkehrswege. In Situationen, in denen der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, müssen die Beschäftigten medizinische Gesichtsmasken tragen.

Es sind außerdem Regelungen für die Nutzung der Umkleide- und Duschräume zu treffen, mit dem Ziel, dass sich verschiedene Teams und Gruppen dort nicht treffen. Den Beschäftigten zu gestatten, den Kleidungswechsel und die Körperhygiene (Duschen) nach der Arbeit nach Hause zu verlagern, ist nicht angezeigt. In Umkleide- und Waschräumen muss durch technische und organisatorische Maßnahmen dafür Sorge getragen werden, dass Beschäftigte, z. B. durch Abstands- oder Richtungsmarkierungen auf Fußböden, Begrenzung der Personenzahl oder zeitlich versetzte Nutzung, genügend Platz erhalten, um die Abstandsregel einhalten zu können. Sanitärräume müssen arbeitstäglich mindestens einmal gereinigt werden.

Prüfen Sie für alle Räume (z. B. Aufenthaltsräume, Teeküche, Besprechungsräume, Büros, Lagerräume) wie viele Personen sich gleichzeitig dort aufhalten können. Bei gleichzeitiger Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (hier ist nicht der kurzzeitige Aufenthalt von mehreren Personen gemeint) ist eine Mindestfläche von 10 m² pro Person erforderlich. Unter Umständen sind Begrenzungen der Anzahl gleichzeitig anwesender Personen erforderlich. Markierungen sind erforderlich, wo sich verschiedene Verkehrsströme mischen oder Warteschlangen bilden können. Beides gilt auch und insbesondere in Bereichen mit Besucherverkehr.

In der Abfallsammlung wird in Teams mit Fahrer/Fahrerin und Lader/Laderin gefahren. Wie sollen sich diese verhalten?

  • Den Start der Fahrzeuge entzerren, um gleichzeitige Anwesenheit/Begegnungen auf dem Betriebshof zu verringern.
  • Feste Teams bilden, um wechselnde Kontakte innerhalb des Unternehmens zu vermeiden. Personelle Wechsel innerhalb der bestehenden Teams vermeiden.
  • Nach morgendlicher Ankunft gleich zum Fahrzeug, kein gemeinsames Frühstücken oder Kaffeetrinken mit den anderen Besatzungen.
  • Im Regelfall fährt der Lader/die Laderin während der Sammelfahrt auf dem Trittbrett mit.
  • Bei der Mitfahrt im Fahrerhaus sind besondere Regeln im Hinblick auf die Maskenpflicht zu beachten. Siehe hierzu nächste Frage "Was ist bei Mehrfachbesetzungen von Fahrzeugen generell zubeachten?".
  • Das Fahrerhaus möglichst oft lüften.
  • Das Fahrzeug regelmäßig mit geeigneten Mitteln (fettlösende Haushaltsreiniger/Spülmittel) reinigen bzw. desinfizieren, insbesondere bei schichtweiser Nutzung eines Fahrzeugs durch verschiedene Teams.
  • Bei größeren Besatzungen, d. h. 1+2, eventuell rotieren. Während der Fahrt zur Entladestelle nur den Einweiser mitnehmen. Der zweite Lader soll im Revier bleiben.
  • Im Fahrzeug sollen Möglichkeiten der hygienischen Händereinigung und -trocknung vorgehalten werden. Dies können z. B. Kanister mit Wasser, Flüssigseife sowie Einmalhandtücher oder geeignete Handdesinfektionsmittel und ggf. verschließbare Abfallbeutel sein.

Was ist bei Mehrfachbesetzungen von Fahrzeugen generell zu beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Wie soll sich die Laderin/der Lader verhalten, die/der die Tonnen transportiert? Ist spezielle Schutzausrüstung nötig?

  • Spezielle Schutzausrüstung für die Atemwege bei der Ladetätigkeit (wie z. B. medizinische Gesichtsmaske) ist nicht erforderlich, weil die Mindestabstände i.d.R. eingehalten werden können. Ist das nicht möglich, muss mindestens die medizinische Gesichtsmaske getragen werden.
  • Nutzen der für unterwegs zur Verfügung gestellten Möglichkeiten zur Händereinigung (Handwaschbecken am Fahrzeug oder Wasserbehälter mit Zapfhahn, Flüssigseife, Einmalhandtücher und verschließbare Abfallbeutel).
  • Deckel der Abfallsammelbehälter geschlossen halten. Nicht in die Behälter greifen.
  • Abfälle nicht anfassen, Heruntergefallenes mit Schaufel oder Greifer bewegen.
  • Den Mindestabstand zu anderen Personen einhalten.
  • Hygienemaßnahmen beachten bezüglich möglicher Kontaktflächen (Fahrzeuginnenraum, Türgriffe), z. B. Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern/Spülmittel. Diese sind aufgrund eines zusätzlichen mechanischen Effekts zur Inaktivierung und Entfernung von Coronaviren geeigneter als reine Desinfektionsmittel. Hierbei sollten getränkte Einmaltücher genutzt werden. Wenn die Reinigung mittels Eimer und Wischlappen erfolgt, muss danach das Wischwasser und der Lappen gewechselt werden.
  • Von Isopropanol bzw. Ethanol enthaltenden Desinfektionsmitteln solle man besonders im Fahrerhaus absehen, da dadurch zündfähige Gemische entstehen könnten, die sich z. B. beim Anzünden einer Zigarette entzünden könnten. Auch von der Reinigung mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln wird abgeraten. Hier besteht die Gefahr, dass sich in Kombination z. B. mit Essigreiniger Chlorgas bilden kann.
  • Grundsätzlich Handschuhe vor dem Einstieg ins Fahrerhaus ausziehen und diese, wenn möglich, nicht mit ins Fahrzeug nehmen.
  • Türinnengriffe grundsätzlich nicht mit Handschuhen anfassen.

Wie sollen sich die Mitarbeitenden auf dem Betriebshof verhalten?

  • Schwarz-/Weißtrennung unbedingt weiterhin einhalten! Nicht mit der verschmutzten Arbeitskleidung nach Hause fahren.
  • Zeitliche Abstände zwischen Fahrzeugbesatzungen beim Aufenthalt im Schwarz-/Weiß-Bereich einführen.
  • Duschen mit Seife ist in der jetzigen Situation weiterhin dringend zu empfehlen und der beste Schutz gegen das Virus.
  • Zugang zu den Duschen unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen und der Mindestfläche von 10 m² pro Person bei gleichzeitige Nutzung von Räumen.
  • Generell Abstand (mind. 1,5 bis 2 Meter) voneinander halten.
  • Die Sanitärräume müssen arbeitstäglich gereinigt werden.

Wie sollen wir in der Abfallbehandlung den Annahmebereich organisieren?

  • Kontakte minimieren, Abstände für Wartende ermöglichen, Abtrennungen aus Plexiglas und Bodenmarkungen einsetzen.
  • Eingänge papierlos behandeln.
  • Erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellen (z.B. Eingabestifte für Touchscreen- Geräte).
  • Regelmäßige Reinigung von Touchscreens bei automatischen Waageeinrichtungen.
  • Die notwendige Nutzung von Sanitäreinrichtungen durch Fremdpersonal nach Möglichkeit über mobile Einrichtungen gewährleisten, die auch die Möglichkeit bieten, die Hände zu reinigen.

Was ist beim Betrieb von Sortierkabinen zu beachten?

  • Die Besetzung verringern, Abstände vergrößern.
  • Händehygiene ermöglichen, Reinigungsmöglichkeiten in Kabinennähe.
  • Die Handschuhwechsel-Frequenz erhöhen.

Wie vermindern wir die Risiken bei der Leerung städtischer Abfallbehälter (Papierkörbe)?

  • Der Handkontakt zu Abfällen muss unbedingt vermieden werden. Bei der Leerung sollten geeignete Hilfsmittel eingesetzt werden.
  • Schutz vor Schmierinfektionen bietet regelmäßiges Händewaschen oder die Desinfektion der Hände.

Wie organisieren wir den sicheren Betrieb von Recyclinghöfen?

  • Zur Vermeidung direkter Kontakte soll die gleichzeitige Anzahl der Kunden/Kundinnen auf dem Hof begrenzt werden.
  • Gegebenenfalls Öffnungszeiten erweitern (Entzerrung) und dies kommunizieren.
  • Abstände vor dem Kassenhäuschen ermöglichen, Abtrennungen und ggf. Bodenmarkierungen installieren; Einweiser müssen Abstand zu den Anliefernden halten. Ist der Abstand nicht zu gewährleisten, müssen Anliefernde/r und Einweisende/r medizinische Gesichtsmasken tragen.
  • Bei der Schadstoffannahme Abstandsregelungen treffen und durch Markierungen verdeutlichen; Kunden/Kundinnen und Beschäftigte sollen sich nicht gleichzeitig im Annahmebereich aufhalten.

Wie gehen wir mit kontaminierten Abfällen um – beispielsweise mit Abfällen aus dem Gesundheitswesen?

Das Robert Koch-Institut gibt zur Entsorgung von Abfällen, die mit Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, folgende Empfehlung: 

Die Entsorgung erfolgt nach folgenden Abfallschlüsselnummern (ASN):

  • Aus Haushalten immer Restabfall ASN 20 03 01.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die nur „in sporadischen Einzelfällen“ entsprechend infizierte/erkrankte Patienten behandeln, z.B. Hausarztpraxen, ASN 18 01 04; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.
  • Aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, die entsprechend infizierte/erkrankte Patienten „schwerpunktmäßig behandeln“, z. B. Isolierstationen der Krankenhäuser, ASN 18 01 03*; gemäß Richtlinie der LAGA Nr. 18.

Der Verband Kommunaler Unternehmen hat Hinweise zur richtigen Entsorgung von Corona-Abfällen zusammengestellt.

Was ist bei der Beförderung von medizinischen Abfällen in loser Schüttung zu beachten?

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM hat Festlegungen für die Beförderung von medizinischen Abfällen getroffen, von denen bekannt oder anzunehmen ist, dass sie mit dem Coronavirus kontaminiert sind. Die Allgemeinverfügung Nr. D/BAM/ADR Aktenzeichen 3.2/012020 Rev. 1 aktualisiert die Anforderungen für die Beförderung in loser Schüttung von UN 3291 (medizinischer Abfall) nach VC 3 gemäß 7.3.3.1 ADR (VC 3: Beförderung in loser Schüttung in besonders ausgerüsteten Fahrzeugen und Containern). Unter anderem sind die erforderlichen bauartbedingten Eigenschaften der Container aufgeführt sowie die Vorgaben, wie flüssige Stoffe und scharfe Gegenstände zu handhaben sind und die Pflicht, Container auf möglicherweise ausgetretenes Ladegut zu untersuchen.

Tipp Titelseite Faktenblatt Coronavirus TaxiFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Taxigewerbe

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Taxiunternehmen.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben und Schutzfolien bieten keinen verlässlichen Schutz für den Fahrer oder die Fahrerin gegen die Übertragung des Virus durch Aerosole (feinste flüssige Teile in der Luft). Sie reduzieren aber als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die als ein Hauptübertragungsweg der Infektion mit Coronaviren gilt. Von daher sind sie grundsätzlich zu empfehlen. Dennoch entbinden sie nicht von der Pflicht, den größtmöglichen Abstand zu den Fahrgästen einzuhalten und mindestens medizinische Gesichtsmasken zu tragen.

Was müssen wir beim Einbau von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Innerhalb kurzer Zeit haben verschiedene Anbieter eine Vielzahl von Lösungen entwickelt. Um ausgereifte Produkte von weniger empfehlenswerten Lösungen unterscheiden zu können, soll man auf folgende Punkte achten:

  • Klären Sie, ob die Lösung gemäß StVZO zulassungsfähig ist. Auskunft geben die zuständige Zulassungsstelle oder auch die Prüfstellen zugelassener Prüforganisationen.
  • Werden Scheiben aus hartem Material wie Kunststoff oder Glas verwendet, müssen sie stoß- und splitterfest sein. Scheiben aus Sicherheitsglas oder glasähnliche Kunststoffe brauchen eine Bauartgenehmigung nach UNECE 43 oder (national) nach Paragraph 22a StVZO.
  • Als Befestigungen sind Lösungen zu empfehlen, durch die beim Bremsen oder bei einem Aufprall keine zusätzliche Gefahr durch schlechte Verankerung, scharfkantige oder vorstehende Teile etc. entsteht. Befestigungen, die eine feste Verschraubung mit der Karosserie beinhalten, sollten durch einen Kfz-Fachbetrieb eingebaut werden.
  • Trennwände müssen so eingebaut werden, dass sie die Wirkung von Airbags nicht beeinträchtigen.

Eine Alternative zum Einbau einer starren Scheibe bietet der Einsatz einer Folie oder Plane als Abtrennung. Oft kann bei diesen Lösungen sogar eine bessere Abdichtung gegenüber dem Fahrerraum erzielt werden als bei einer starren Scheibe. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Abbremsung oder einem Aufprall wird der Fahrgast keiner zusätzlichen Gefahr ausgesetzt.

Was müssen wir beim Einsatz von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Damit sich keine Viren auf den Scheiben oder Folien ansammeln, müssen die Fahrer oder die Fahrerinnen diese möglichst mehrmals am Tag reinigen. Zu empfehlen ist eine gründliche Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern und Einmaltüchern. Einmaltücher und Seifenlauge sollen direkt nach der Reinigung entsorgt werden. Nach der Reinigung sollen sich Fahrer und Fahrerinnen gründlich mit Seife die Hände waschen.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Zur chemischen Desinfektion sollen Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid angewendet werden. Nehmen Sie in diesem Fall eine Wischdesinfektion statt eine Sprühdesinfektion vor.

Auf eine Sprühdesinfektion soll aus folgenden Gründen verzichtet werden: Durch die feinste Vernebelung werden zum einen nicht alle Bereiche erreicht, wenn nicht nachgewischt wird. Zum anderen kann es durch diese feinste Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen. Auch Explosionsgefährdungen bei Einsatz der Sprühdesinfektion in kleinen geschlossenen Raumen sind möglich.

Wie können Abstandsregeln im Taxibetrieb eingehalten werden?

Begrenzen Sie die Zahl der Fahrgäste. Der Beifahrersitz ist während der Coronakrise auf jeden Fall tabu. In mindestens einer Region wurde die Mitnahme von Fahrgästen auf eine Person in Standardtaxen und zwei Personen in Großraumtaxen begrenzt (ausgenommen Fahrgäste des gleichen Haushalts). Einzelne Fahrgäste sollten immer hinten rechts platziert werden.

In den Pausen sollen die Fahrer und Fahrerinnen den Abstand von mindestens 1,5 Metern untereinander einhalten.

Welche weiteren Maßnahmen sollen wir umsetzen?

  • Die Kommunikation zwischen Fahrerin bzw. Fahrer und Fahrgast soll auf das Wesentliche beschränkt werden. Beim Sprechen treten kleine Tröpfen aus dem Mund aus, die Träger des Coronavirus sein können.
  • Die Fahrt soll möglichst bargeldlos bezahlt werden.
  • Wann immer möglich, soll das Fahrzeug gelüftet werden.
  • Das Gebläse soll nicht in Umluft betrieben werden. Es gibt einzelne Empfehlungen, das Gebläse komplett auszustellen, allerdings ist hier abzuwägen, dass dadurch der wünschenswerte Luftaustausch unterbunden wird.

Worauf müssen wir beim Lüften und beim Betrieb der Klimaanlage in den Fahrzeugen achten?

Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Sollen die Fahrerinnen und Fahrer sowie die Fahrgäste Gesichtsmasken tragen?

Da in einem Taxi Fahrer bzw. Fahrerin und Fahrgäste den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, müssen die Fahrgäste und das Fahrpersonal während der Fahrt mindestens medizinische Gesichtsmasken ("Chirurgenmasken") tragen. Die Sicht darf dadurch nicht eingeschränkt werden.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Taxis, das Fahrgäste befördert, mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Kann der Fahrgast keine medizinische Gesichtsmaske tragen, muss der Fahrer bzw. die Fahrerin eine FFP2-Maske tragen.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit.Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Welche persönlichen Hygienemaßnahmen sind zu treffen?

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Ansteckungsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Wie stellen wir die Mitwirkung der Fahrgäste sicher?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur vom Fahrpersonal mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen mit einem Infoblatt geschildert werden – entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus BusFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Busunternehmen

Informationen für Betriebe mit Fahrpersonal im ÖPNV, Fern- und Reiseverkehr

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Busunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir in Betriebsgebäuden oder auf Betriebshöfen beachten?

Sorgen Sie als Unternehmer mit allen technischen und organisatorischen Maßnahmen dafür, dass auf dem Betriebshof betriebsbedingte Personenkontakte auf das betriebsnotwendige Minimum reduziert werden. Betriebsbedingte Zusammenkünfte mehrerer Personen sollen nach Möglichkeit durch die Verwendung von Informationstechnologie, wie z.B. Video- und Telefonkonferenzen, ersetzt werden.

Sie müssen den Versicherten anbieten, Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten im Homeoffice zu erledigen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden.

Zusammenkünfte mehrerer Personen müssen auf ein Minimum reduziert werden. Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden. Lassen die auszuführenden Tätigkeiten dies nicht zu, so muss der Arbeitgeber durch andere geeignete Schutzmaßnahmen den gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellen. Dies sind insbesondere Lüftungsmaßnahmen und Abtrennungen zwischen den anwesenden Personen. Einzelheiten dazu finden Sie in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

In Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten sollen die Beschäftigten in möglichst kleine Arbeitsgruppen eingeteilt werden. Reduzieren Sie Personenkontakte zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen im Betriebsablauf und ändern Sie diese Einteilung nur minimal, sofern es betriebsbedingt notwendig ist.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in Werkstätten, Verwaltung und Fahrdienstleitung, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. So können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Können Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen nicht einhalten, müssen von Unternehmensseite medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt werden, die von den Mitarbeitenden genutzt werden müssen.

Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Halten Sie zur Umsetzung der Handhygiene leicht erreichbare Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser, ausreichend hautschonender Flüssigseife und Möglichkeiten zum hygienischen Trocknen der Hände (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) vor.  Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sollen gegebenenfalls geeignete Hautschutz- und Hautpflegemittel bereitstehen. Die Verwendung von Warmlufttrocknern muss vermieden werden.

Die Beschäftigten sollen Werkzeuge und Arbeitsmittel nach Möglichkeit personenbezogen verwenden. Wo das nicht möglich ist, muss eine Reinigung vor der Übergabe an andere Personen sichergestellt werden.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Notieren Sie den Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Welche organisatorischen Maßnahmen können die Ansteckungsgefahr für Fahrerinnen und Fahrer sowie Fahrgäste vermindern?

Verfügt das Fahrzeug nicht über eine Fahrerkabine und auch noch nicht über eine ausreichend dimensionierte Schutzscheibe aus Glas oder Kunststoff, soll der Einstieg an Tür 1 geschlossen bleiben. Der unmittelbare Bereich hinter der Fahrerin oder dem Fahrer (erste Sitzreihe) soll abgesperrt werden. Der Fahrkartenverkauf unterbleibt, solange der Fahrerarbeitsplatz nicht durch eine geschlossene Kabine oder eine ausreichend dimensionierte Schutzscheibe (Glas oder Kunststoff) geschützt ist.

Nachgerüstete Schutzscheiben müssen eine Höhe von 2 m aufweisen. Die Öffnungen zum Bezahlen sollen so klein wie möglich gehalten werden und sich nicht im Ausatembereich des Kunden befinden. Der Verkauf von Waren, die für die Erbringung der Beförderungsleistung nicht zwingend erforderlich sind, soll unterbleiben.

Bei Hilfeleistungen, wie z. B dem Ausklappen der Rampe, trägt das Fahrpersonal die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten medizinischen Gesichtsmasken. Beim Verlassen des Fahrerarbeitsplatzes ist darauf zu achten, dass die Tür des Fahrerarbeitsplatzes für den Zeitraum der Hilfeleistung geschlossen bleibt.

Fahrkartenkontrollen sollen nach Möglichkeit nicht durchgeführt werden. Sind Fahrkartenkontrollen unverzichtbar, lassen Sie diese möglichst kontaktlos durchführen. Die Kontrollierenden tragen die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten medizinischen Gesichtsmasken. Fahrgäste müssen in Bussen ebenfalls mindestens medizinische Gesichtsmasken tragen.

Wirken Sie darauf hin, dass sich die Fahrgäste gleichmäßig über den Fahrgastraum im Bus verteilen. Wenn möglich, weisen Sie den Fahrgästen die Plätze zu. Essen und Trinken, Reden und Telefonieren soll ebenso vermieden werden wie das enge Beieinanderstehen oder -sitzen, insbesondere von Angesicht zu Angesicht.

Es ist auch sinnvoll, dem Fahrpersonal die Fahrzeuge fest zuzuordnen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu den regelmäßigen Reinigungen vor der Übergabe der Fahrerarbeitsplatz gereinigt werden.

Berücksichtigen Sie Versorgungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Benutzung von sanitären Anlagen bereits bei der Planung der Fahrten. Sind Übernachtungen vorgesehen, informieren Sie sich bereits im Vorwege bei der Unterkunft über die jeweiligen Rahmenbedingungen und über möglicherweise bestehende Einschränkungen. Stellen Sie diese Informationen Ihrem Fahrpersonal vor Fahrtantritt zur Verfügung.

Sorgen Sie dafür, dass für zusätzliche Reinigungsmaßnahmen entsprechend unterwiesenes Personal ausreichend vorhanden ist.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben und Abtrennungen reduzieren für das Fahrpersonal als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die nach wie vor als ein Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 gilt.

Allerdings gibt es bei der Einrichtung einiges zu beachten:

Schutzscheiben und Abtrennungen bieten nur einen ausreichenden Schutz, wenn sie ausreichend groß dimensioniert sind. Die Mindesthöhe der Schutzscheiben und Abdeckungen dürfen 1,80 m – gemessen vom Boden – nicht unterschreiten. Die Abtrennung wesentlich höher auszuführen kann dazu führen, dass der Luftaustausch am Fahrerarbeitsplatz nicht gewährleistet ist. Öffnungen innerhalb der Abtrennung müssen sich außerhalb des Atembereichs der Fahrgäste befinden und sollten möglichst klein gehalten werden. Beide Seiten der Abtrennungen sollen mindestens arbeitstäglich mit handelsüblichen Reinigern gereinigt werden.

Nachträgliche Anbauten dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen, hervorrufen. Insbesondere sind hier Blendungen und Spiegelungen zu nennen. Spitze Ecken und scharfe Kanten sollen vermieden werden. Änderungen am Fahrzeug führen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, wenn z. B. eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern und -teilnehmerinnen zu erwarten ist (vgl. § 19 StVZO). Es dürfen daher nur zugelassene Einbauten (z. B. mit Allgemeiner Betriebserlaubnis oder Gutachten eines/einer amtlich anerkannten Sachverständigen, Prüfers/Prüferin für den Kraftfahrzeugverkehr oder eines Prüfingenieurs/einer Prüfingenieurin) entsprechend der Angaben der Hersteller montiert werden. Alle zusätzlichen Einrichtungen dürfen Fahrpersonal und Fahrgäste nicht gefährden. Zudem darf das Sichtfeld für das Fahrpersonal durch Scheiben (auch zur Seite und nach hinten) nicht eingeschränkt werden.

Inzwischen haben einige Bushersteller Nachrüstsätze auf den Markt gebracht, die über eine Bauartgenehmigung nach der Vorschrift ECE R43 verfügen.

Vorhangvarianten (ähnlich eines Duschvorhanges) sind ungeeignet. Das ständige Öffnen und Schließen erzeugt Luftverwirbelungen, welche die Verteilung der Aerosole fördern. Auch die regelmäßige Reinigung bzw. Desinfektion dieser Vorhangvarianten gestaltet sich schwierig.

Dürfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen?

Seit Inkrafttreten der Corona-Arbeitsschutzverordnung vom 21. Januar 2021 wird seitens des Gesetzgebers von einem "Mund-Nasen-Schutz" gesprochen, das sind medizinische Gesichtsmasken und FFP2-Masken, sowie die in der Anlage der Verordnung aufgeführten Masken. Die in der Vergangenheit verwendeten Mund-Nase-Bedeckungen mit häufig undefiniertem Schutzgrad sind seit Inkrafttreten der Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr zulässig.

Darf beim Führen eines Omnibusses überhaupt ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden?

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr und dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Omnibusses mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist. Beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehe es den Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen nicht um die Verhüllung oder Verdeckung ihres Gesichts zwecks Verhinderung einer Identitätsfeststellung, sondern um den Schutz der eigenen Gesundheit. Gleichwohl erfolge bei Verkehrskontrollen eine Prüfung des Einzelfalles.

Sind FFP2-Masken den medizinischen Gesichtsmasken vorzuziehen?

Medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nasen-Schutz) bieten einen Fremdschutz, aber keinen zuverlässigen Eigenschutz. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch Mund-Nase-Schutz nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, müssen Atemschutzmasken entsprechend der Anlage der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung bereitgestellt werden. Dies können z.B. FFP2-Masken sein.

FFP2-Masken bieten Eigenschutz, wenn sie dicht angelegt getragen werden. FFP2-Masken haben jeodch einen erhöhten Atemwiderstand und sollen daher ausschließlich bei besonderer Infektionsgefahr getragen werden. Dies gilt insbesondere, wenn bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist oder bei Tätigkeiten mit Kontakten zu Personen, die keinen Nase-Schutz tragen müssen. Dies könnte beispielsweise bei Hilfeleistungen des Fahrpersonals der Fall sein.

Bei der Verwendung von FFP2-Masken sind betriebliche Maßnahmen vor und während der Verwendung dieser Masken zu treffen:

  • Einweisung/ Unterweisung in der Handhabung, u. a. zum dichten Maskensitz und zur Vermeidung von Kontaktinfektionen an äußeren Maskenoberflächen
  • Registrierung der Maskenträger in der betrieblichen Vorsorgekartei
  • regelmäßige arbeitsmedizinische Angebotsvorsorgen
  • Festlegung der Tragezeitbegrenzung
  • Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen während der "Maskenpause" zur Vermeidung einer Infektion durch z. B. Kollegen

Für die überwiegende Anzahl der Tätigkeiten im Omnibusgewerbe reichen medizinischen Gesichtsmasken aus.

Welche weiteren technischen Maßnahmen können helfen?

Einige Verkehrsverbünde haben die Anweisung gegeben, dass alle Türen – wo technisch möglich – bei jedem Stopp vom Fahrerplatz aus geöffnet werden und nicht per Knopfdruck von den Fahrgästen. Das gleichzeitige Öffnen aller Türen ist ein wirksames Mittel um einen ausreichenden Luftwechsel im Linienbus sicherzustellen.

Wir möchten, dass unsere Fahrer und Fahrerinnen wieder im Fahrkartenverkauf tätig werden. Ist das mit dem Infektionsschutz vereinbar?

Auch beim Verkauf von Fahrkarten muss zwingend ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Ist dies nicht möglich, müssen weitere Maßnahmen getroffen werden. Der Verkauf soll zu möglichst großen Teilen über Automaten oder Apps abgewickelt werden. Ist das nicht möglich, bieten Schutzscheiben und Abtrennungen, die an der Tür zum Fahrerarbeitsplatz des Linienbusses angebracht sind, einen ausreichenden Schutz. Diese Komponenten sind von vielen Busherstellern als Nachrüstsatz mit ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) erhältlich.

Welche Hygienemaßnahmen sind für den Bus notwendig?

Bereits vor Fahrantritt sollen dem Fahrpersonal Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertücher und Müllbeutel in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Diese Utensilien sollen im Bereich des Fahrerarbeitsplatzes verbleiben. Sie sollen personengebunden in einem Behältnis ausgegeben werden, in dem auch die medizinischen Gesichtsmasken aufbewahrt werden können.

Reinigen Sie gemeinsam genutzte Ruheräume von Kraftomnibussen mit fettlösendem Haushaltsreiniger bzw. Seifenlauge, wenn dieser vom Fahrpersonal in Ruhepausen genutzt werden sollte. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei. Selbstverständlich sollte es sein, dass die Fahrenden eigene oder persönlich zugewiesene Laken, Decken etc. verwenden, die nach der Benutzung gewaschen werden. Außerdem soll der Ruheraum vor der Nutzung durch einen anderen Fahrer bzw. eine andere Fahrerin ausgiebig gelüftet werden.

Sind Ihre Fahrzeuge mit Toiletten ausgestattet, so stellen Sie auch dort eine ausreichende Reinigung und Hygiene sicher. Gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Sorgen Sie in den sanitären Einrichtungen für ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher. Die Abfallbehälter für die Einmalhandtücher sollen regelmäßig geleert und Kontaktflächen, wie Tür- und Haltegriffe sowie Armaturen regelmäßig, gegebenenfalls mehrmals am Tag, gereinigt werden. Stellen Sie Mittel zur Händedesinfektion zur Verfügung.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Einige Hersteller bieten Geräte zur Nachrüstung an, die die Innenluft im Omnibus während des Fahrbetriebes kontinuierlich durch UV-Strahlung reinigen. Diese Geräte dürfen nur dann einsetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass keine UV-Strahlung aus dem Gerät austritt. Eine derartige Bestätigung soll vor Installation der Geräte beim Hersteller eingeholt werden.

Wie sollen wir den Fahrgastraum lüften und klimatisieren?

Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen, falls möglich, und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen. Bei Standzeiten an den Endhaltestellen und bei Pausen sollen die Türen geöffnet bleiben.

Der Einsatz von zusätzlichen Geräten im Umluftbetrieb (Ventilatoren) und Geräte zur Erwärmung (z. B. Heizlüfter) sind nicht zulässig.

Welche persönlichen Schutzmaßnahmen sollen wir ergreifen?

Coronaviren können einige Zeit auf Oberflächen aus Kunststoff oder Metall überdauern. Deshalb soll im Pandemiefall auf Hygiene besonderen Wert gelegt werden. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife, insbesondere nach unvermeidbarem Umgang mit fremden Gegenständen (z. B. beim Verladen von Gepäck), reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden. Statten Sie das Fahrpersonal mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln aus.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Infektionsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Wie können wir die Mitwirkung der Fahrgäste sichern?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur von den Fahrern und Fahrerinnen mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen rechtzeitig vor Fahrtantritt angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen durch Aushänge oder im Internet bekanntgegeben werden. Ihre Fahrgäste habe dadurch die Möglichkeit, sich auf entsprechende Vorgaben bzw. Einschränkungen einzustellen. Entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen. Die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen wird dadurch erhöht und mögliche Konfliktsituationen zwischen den Fahrgästen und Ihrem Fahrpersonal werden vermieden.

Die Busfahrer und Busfahrerinnen (gegebenenfalls auch das Begleitpersonal) sollen bei Missachtung der Schutzmaßnahmen über die Lautsprecheranlage Einfluss nehmen.

Wie können wir Fahrerinnen und Fahrer auf Sonderfahrten, wie bei der Beförderung von Menschen mit Behinderungen, schützen, wo der Kontakt zu den Fahrgästen unvermeidlich ist?

Grundsätzlich gilt auch hier, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. In der Gefährdungsbeurteilung legt das Unternehmen fest, wie die Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregel belegt werden sollen. Dies führt in der Regel zu einer deutlichen Minderbelegung des Busses. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sollen daher Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beraten.

Für Kleinbusse (z. B. 9-Sitzer) gibt es Abtrennungen in Form von Folien, die hinter der ersten Sitzreihe angebracht werden. Diese werden von diversen Herstellern angeboten. Im Bereich hinter der Folienabtrennung soll dabei auf eine Außenlüftung geachtet werden. Die erste Sitzreihe (neben dem Fahrer bzw. der Fahrerin) wird freigehalten.

Grundsätzlich muss mit dem Auftraggeber bzw. der Auftraggeberin vorab geklärt werden, wie belastbar die Fahrgäste sind, ob das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken möglich ist und welche weiteren Maßnahmen gegebenenfalls erforderlich sind.

Bei Hilfestellungen mit Unterschreitung des Mindestabstandes, z. B. beim Einsteigen oder Angurten, muss das Fahrpersonal medizinischen Gesichtsmasken tragen. Können die Fahrgäste keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, muss das Fahrpersonal eine filtrierende Halbmaske (mindestens FFP2) zur Verfügung gestellt bekommen und tragen. Ist bei Fahrgästen z. B. mit Speichelfluss zu rechnen, ist ein zusätzlicher Gesichtsschutz, insbesondere bei der Hilfestellung zum Ein- und Aussteigen, sinnvoll. Zudem sollen Einmalhandschuhe aus Nitril oder Vinyl benutzen werden. Die Handschuhe werden nach Benutzung in dem mitgeführten Abfallbeutel entsorgt. Der Gesichtsschutz wird desindiziert.

Entsprechende Maßnahmen werden in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

TippSeite 2 Handlungshilfe Gefährdungsbeurteilung BinnenschifffahrtCoronavirus: Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung

Tagesausflugs-, Kabinenschiffe und Fähren (PDF)Gütermotor-, Tankmotorschiffe und Schwimmende Geräte (PDF)

TippAushang BinnenschifffahrtAushang Coronavirus: "Herzlich willkommen! Unsere Bordregeln für Ihren sicheren Besuch."

Gütermotorschiffe (PDF)Fahrgastschiffe (PDF)

Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen, zum Beispiel auf den Internetseiten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundessowie der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt.

Mit welchen grundsätzlichen Maßnahmen lassen sich Schiffsbesatzungen vor Infektionen mit Coronaviren schützen?

  • Achten Sie aufeinander und weisen Sie Kolleginnen und Kollegen auf Krankheitssymptome hin.
  • Nehmen Sie bei Infektionsverdacht oder Auftreten von Symptomen, wie Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn, Fieber, Husten oder Atemnot, sofort Kontakt mit dem nächstgelegenen Verkehrsposten oder der nächstgelegenen Revierzentrale auf (siehe: www.ccr-zkr.org). Erkrankte Personen sollen so schnell wie möglich nach telefonischer Anmeldung in ärztliche Behandlung. Bis dahin müssen sie an Bord isoliert werden.
  • Erstellen Sie einen betrieblichen Pandemieplan, um betriebliche Routine zur Pandemievorsorge umzusetzen. Im Pandemieplan werden Maßnahmen festgelegt, wie Verdachtsfälle abzuklären sind und wie bei bestätigten Infektionen Kontaktpersonen ermittelt und informiert werden.
  • Bringen Sie einen Aushang mit Verhaltensregeln gut sichtbar am Zugang zum Schiff an.
  • Gestalten Sie die betrieblichen Abläufe an Bord so, dass zwischen Personen ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten wird. Können Sie den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen nicht einhalten, müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden.
    Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnungen Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken anstelle medizinischer Gesichtsmasken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".
  • Sorgen Sie dafür, dass die Mitglieder der Besatzung regelmäßig gründlich (min. 30 Sekunden) ihre Hände mit Seife reinigen – besonders vor den Mahlzeiten. Ist dies nicht möglich, nutzen Sie Handdesinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) unter Beachtung der Anwendungsregeln des Herstellers.
  • Führen Sie Besatzungswechsel möglichst ohne Personenkontakt durch.
  • Behalten Sie die Zusammensetzung der Besatzung möglichst bei.
  • Führen Sie die Schichtübergabe nach Möglichkeit telefonisch durch.
  • Planen Sie die Beschaffung von Lebensmitteln langfristig und planen Sie nach Möglichkeit Ihren Bedarf für einen möglichst langen Zeitraum ein (Schichtdauer).
  • Reinigen Sie regelmäßig gemeinsam genutzte Geräte (Tablets, Funkgeräte).
  • Reinigen Sie gemeinsam genutzte Räume regelmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger/Seifenlauge.
  • Bei einem Besatzungswechsel müssen auch die Wohnbereiche gereinigt werden. Planen Sie für diese Reinigung zusätzliche Zeit ein und entsorgen Sie im Anschluss das Reinigungswasser sowie das Reinigungsmaterial.
  • Stellen Sie die erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA), aber auch Werkzeuge und andere Arbeitsmittel jedem Beschäftigten personenbezogen zur Verfügung. Arbeitsmittel von betriebsfremden Personen sollen nicht benutzt bzw. vor der Benutzung gereinigt werden. Sorgen Sie dafür, dass sich Besatzungsmitglieder in engen Räumen/Gemeinschaftsräumen nur einzeln aufhalten und dort längere Gespräche vermeiden.
  • Lüften Sie regelmäßig und so oft wie möglich.

Welche besonderen Maßnahmen sind an Bord von Fahrgastschiffen Tagesausflugsschiffen, Fähren und Kabinenschiffen nötig?

  • Legen Sie die Anzahl der Fahrgäste so fest, dass der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern gewährleistet werden kann.
  • Wirken Sie auf Fähren darauf hin, dass die Fahrgäste mit Pkw/Lkw ihr Fahrzeug nur auf Anweisung der Besatzung oder im Notfall verlassen.
  • Bringen Sie Abstandsmarkierungen z. B
    • vor Bestell- und Verkaufstheken sowie Rezeptionen,
    • auf dem Deck auf Fähren für Fußgänger/Fußgängerinnen und Radfahrer/Radfahrerinnen an.
  • Sorgen Sie für technische Abtrennungen (z. B. an Bestell- und Verkaufstheken, Rezeptionen)
  • Ermöglichen Sie bargeldlose Bezahlung und empfehlen Sie diese Ihren Fahrgästen.
  • Überprüfen Sie Ihre Arbeitsabläufe in allen betrieblichen Bereichen auf Einhaltung des Sicherheitsabstands von mindestens 1,5 Metern.
  • Beschränken Sie die Verwendung von Aufzügen wegen der begrenzten Lüftungsmöglichkeiten hinsichtlich der Personenzahl unter Beachtung der Abstandsregel. Ist dies nicht möglich, ist mindestens eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen.
  • Weisen Sie die Kunden und Kundinnen/Fahrgäste/Passagiere bei Verstoß gegen die Hygiene- und Abstandsregeln freundlich, aber bestimmt auf ihr Fehlverhalten hin.
  • Es empfiehlt sich die Aufstellung eines Reinigungs- und Lüftungsplans: Lüften Sie regelmäßig und so oft wie möglich. Achten Sie bei Abluftanlagen – z. B. in Küchen – auf die regelmäßige Reinigung der Abscheider/Filter. Beauftragen Sie bei raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) eine Fachfirma mit der Wartung und Reinigung. Halten Sie die entsprechenden Intervalle konsequent ein.

Welche besonderen Maßnahmen sind an Bord von Gütermotor- und Tankschiffen erforderlich?

  • Beschränken Sie den Zugang zum Schiff soweit wie möglich.
  • Drängen Sie bei den Lade- und Löschvorgängen auf eine möglichst kontaktlose Durchführung, Kommunikation und Dokumentation.
  • Weisen Sie betriebsfremde Personen darauf hin, dass sie an Bord aufgrund der besonderen Verhältnisse eine medizinische Gesichtsmaske tragen müssen.
  • Achten Sie auch bei gemeinsamen Kontrollgängen an Bord auf den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.
  • Es empfiehlt sich die Aufstellung eines Reinigungs- und Lüftungsplans, wobei ggf. weitere anzuwendende Vorschriften, wie beispielsweise für Binnenschiffe, die Gefahrgüter befördern, berücksichtigt werden müssen.

Wurden aktuell zusätzliche Regelungen aufgrund der Coronakrise zu den Besatzungsvorschriften oder technischen Vorschriften getroffen?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in einem Schreiben an die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zusätzliche Regelungen für die Zeit der Coronakrise veröffentlicht.  

Welche Gefahr besteht bei Kontakt/Umgang mit Frachtcontainern?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Frachtcontainern gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (siehe: "Fragen und Antworten" des BfR). Beachten Sie dennoch die Empfehlungen zur Handhygiene (s.o.).

Was tun, wenn auf einem Seeschiff ein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus auftritt?

Bei einem Verdachtsfall auf einem Schiff, das einen deutschen Hafen anläuft, kontaktieren Sie bitte bereits vor dem Anlaufen den zuständigen Hafenärztlichen Dienst. Die Fachleute dort informieren Sie dann über die weiteren Maßnahmen. Die Kontaktdaten der für deutsche Häfen zuständigen Hafenärztlichen Dienste finden Sie auf der Website der Freien und Hansestadt Hamburg.

Weitere Hinweise und Ratschläge hat der Seeärztliche Dienst der BG Verkehr auf der Website der Dienststelle Schiffssicherheit bereitgestellt.

TippFaktenblätter Coronavirus LuftfahrtFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz der Luftfahrt

Informationen für den Flugbetrieb (PDF, deutsch)Informationen für Bodenverkehrsdienste/Technikbereich (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Luftfahrt. Bitte beachten Sie die hier gegebenen Hinweise unbedingt in Verbindung mit den branchenübergreifenden Empfehlungen, die Sie unter "Allgemeinen Fragen und Antworten" finden.

Flugbetrieb

Welche organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen zum Schutz der Crews sollen wir treffen?

Stellen Sie den Crewmitgliedern ausreichende Informationen zur Verfügung und führen Sie Unterweisungen durch. Dabei können verfügbare Medien genutzt werden. Sorgen Sie außerdem für umfassende Beratungsangebote, z. B. über den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin.

Die Crewmitglieder sollen Menschenansammlungen auf den Flughäfen und in den Räumen der Airline vermeiden. Passen Sie die Nutzung von intensiv genutzten Verkehrswegen so an, dass die Abstandsregel eingehalten werden kann. Sorgen Sie dafür, dass genügend Abstand (mindestens 1,5 Meter) in Briefingräumen und in Crewbussen eingehalten werden kann und stellen Sie eine gute, regelmäßige Durchlüftung sicher. Gegebenenfalls müssen größere Räume (mind. 10 m2 pro Beschäftigten) und geräumige Busse verwendet werden. Achten Sie darauf, dass das Fahrzeuginnere von Crewbussen regelmäßig entsprechend den Hygieneempfehlungen gereinigt wird. Sensibilisieren Sie die Crews dafür, auch in Pausen und im Layover den Infektionsschutz zu beachten, Kontakte zu reduzieren, auch innerhalb der Crews am Zielort die AHA-L-Regel einzuhalten und für erforderliche Abstimmung bevorzugt Messenger oder das Telefon zu nutzen.

Schulungen sollen gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) oder der Europäischen Luftfahrtbehörde (EASA) abgesagt oder verschoben werden.

Soweit möglich, soll mit festen Crews gearbeitet werden, damit die Ausdehnung der Kontakte innerhalb der Belegschaft so weit wie möglich begrenzt ist.

Prüfen Sie, ob der Service – je nach Flugdauer – auf das Nötigste reduziert (Ausgabe von geschlossenen Getränkeflaschen und abgepackten Snacks), kontaktarm organisiert oder gar ganz gestrichen werden kann. Ein Bordverkauf soll möglichst nicht stattfinden oder nur angeboten werden, wenn ein Schutzkonzept vorliegt, welches mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit abgestimmt ist. Soweit möglich, soll eine Toilette im Flugzeug geblockt werden, um der Crew regelmäßiges Händewaschen mit einer handschonenden Flüssigseife zu ermöglichen. Die Handtuchspender sollen vor Flugbeginn voll aufgefüllt werden.

Die Arbeitsplätze im Cockpit sind hingegen so spezifisch in Bezug auf Raumgröße und Bewegungseinschränkung, das hier konkrete Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und berücksichtigt werden müssen. Dabei ist der Sachverstand zum Flugbetrieb und seinen luftrechtlichen Anforderungen unabdinglich.

Erstellen und verteilen Sie Informationen für die Passagiere zum Verhalten beim Boarding. Bei einer Hilfestellung zur Unterbringung des Handgepäcks durch das Kabinenpersonal entstehen vermeidbare Kontakte. Eine solche Hilfestellung soll, wo immer möglich, vermieden werden. Wir empfehlen, dies gegenüber den Passagieren beim Check-in oder vor dem Boarding zu kommunizieren. Die Passagiere sollen einen geeigneten Mund-Nasen-Schutz tragen, das senkt das Infektionsrisiko für die Crew. In Situationen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, muss die Crew zur Verfügung gestellten Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutzmasken nutzen.

Wie sollen wir bei einer Infektion von Crewmitgliedern vorgehen?

Treffen Sie organisatorische Vorkehrungen, damit nach der Feststellung einer Infektion schnell ermittelt werden kann, ob es direkte Kontakte bei der Arbeit gab. Alle Festlegungen müssen mit dem Betriebsarzt oder der Betriebsärztin, der Personalvertretung und gegebenenfalls den Behörden abgestimmt werden. Kommunizieren Sie die Regelungen gegenüber den Beschäftigten detailliert.

Ein infiziertes Crewmitglied muss, möglichst nach telefonischer Voranmeldung, ärztliche Hilfe aufsuchen. Stellt es Symptome während der Arbeit fest, muss jeder weitere Kontakt zu Passagieren oder anderen Crewmitgliedern unbedingt vermieden werden. Sorgen Sie für Unterweisungen zu den möglichen Symptomen und schaffen Sie ergänzende betriebsärztliche Beratungsangebote. Kommunizieren Sie Sprechstunden und Angebote von Flughafenambulanzen an die Crews.

Brauchen die Crewmitglieder eine zusätzliche Schutzausrüstung?

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife reicht im Normalfall aus. Zusätzlich sollen für den Fall, dass die Handhygiene nicht anders gewährleistet werden kann, kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden. Hilfreich kann außerdem ein kleiner Vorrat an Feuchttüchern sein.

Der übliche Mund-Nasen-Schutz schützt nicht vor der eigenen Ansteckung, reduziert aber die Gefahr der Weitergabe von Viren an andere Crewmitglieder und Passagiere. Da während des Service der Abstand von 1,5 bis 2 Metern in der Regel nicht eingehalten werden kann, müssen die Schutzmasken während des Service getragen werden.

Zur Verwendung und Eignung von Schutzmasken gibt es Hinweise in den "Allgemeinen Fragen und Antworten"!

Während des Service können Einmalhandschuhe getragen werden.

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Crewmitglieder sollen auf Händeschütteln und sonstigen körperlichen Kontakt verzichten. Sie sollen regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen (Dauer: mind. 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann gegebenenfalls ein Desinfektionsmittel genutzt werden. Die Auswahl eines geeigneten Desinfektionsmittels soll vorher in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Die Crewmitglieder sollen sich nicht ins Gesicht fassen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist.

Die Oberflächen in Cockpit, Kabine und Toiletten müssen nach jedem Flug mit fettlöslichem Reiniger (z. B. übliche Haushaltsreiniger) gereinigt werden. Eine zusätzliche Oberflächendesinfektion soll nur von eingewiesenem Fachpersonal durchgeführt werden.

Ground Handling

Welche organisatorischen Maßnahmen sollen wir treffen?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, versetzte Anfangszeiten einzuführen bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Es ist darüber hinaus sinnvoll, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen. Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll wirksam vermieden werden. Achten Sie bei der Aufstellung von Schichtplänen darauf, möglichst dieselben Personen zu gemeinsamen Schichten einzuteilen. Damit reduzieren Sie die Kontaktmöglichkeiten innerhalb der Belegschaft und sorgen dafür, dass gegebenenfalls infizierte Beschäftigte nur eine begrenzte Zahl anderer Beschäftigter anstecken können.

Die Sitzplatzkapazitäten in den Kantinen sollen soweit reduziert oder das Raumangebot so erweitert werden, dass die Abstandsvorgaben eingehalten werden können. Vor der Essensausgabe, an Kassen etc. sind Abstandsmarken anzubringen. Das Cateringkonzept soll an die Situation angepasst werden (z. B. keine Selbstbedienungsbereiche, stattdessen Ausgabe portionierter Speisen, Besteck gibt das Kantinenpersonal aus, Getränke gibt es nur noch als Flaschenware, nicht mehr am Spender). An den Pausenräumen gibt es Einlassbeschränkungen und Zutrittslisten. Wird in Schichten gearbeitet, soll der Zutritt zu Umkleide- und Waschräumen so geregelt sein, dass sich Beschäftigte verschiedener Schichten nicht begegnen. Die Räume müssen so ausgelegt sein, dass die Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten wird.

Beim Check-in oder an Informationsschaltern ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte sinnvoll, beispielsweise durch das Anbringen von Abtrennungen (z. B. Plexiglasscheiben). Der obere Rand der Abtrennung darf folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:

  • 1,50 m zwischen sitzenden Personen
  • 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen (zum Beispiel Kunden),
  • 2,00 m zwischen stehenden Personen.

Die Abtrennungen sollen regelmäßig mit fettlöslichen Reinigungsmitteln gereinigt werden, am besten mehrmals täglich und auf jeden Fall bei einem Schichtwechsel. Führen Sie Abstandsregelungen beim Check-in von Passagieren ein und setzen Sie diese mit Hilfe von Markierungen oder Ähnlichem durch. Passagiere aus Risikogebieten werden unter Regie des zuständigen Gesundheitsamts abgefertigt.

Achten Sie strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung. Ermöglichen Sie die personenbezogene hygienische Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung insbesondere dann, wenn die getrennte Aufbewahrung in der Gefährdungsbeurteilung vorgesehen ist.

Kann man sich beim Handling von Gepäckstücken oder Luftfracht mit dem Coronavirus infizieren?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Gepäckstücken gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Dennoch ist eine Übertragung des Virus durch eine Schmierinfektion möglich – zum Beispiel bei Berührung von Gepäckstücken infizierter Personen. Aus diesem Grund ist eine ausgeprägte Handhygiene zu empfehlen. Das gilt auch, wenn Arbeitshandschuhe getragen werden. In diesem Fall müssen die Handschuhe regelmäßig desinfiziert oder ausgetauscht werden. Auf keinen Fall soll man sich mit Handschuhen ins Gesicht fassen.

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Teammitglieder sollen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist. Auf Händeschütteln und körperlichen Kontakt muss verzichtet werden. Die allgemein bekannten Hygieneregeln müssen eingehalten werden. Dazu zählen beispielsweise sich nicht ins eigene Gesicht zu fassen sowie regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen (Dauer: mind. 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann gegebenenfalls ein Desinfektionsmittel genutzt werden. Die Auswahl eines geeigneten Desinfektionsmittels soll vorher in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Oberflächen in Arbeitsbereichen sollen mit fettlöslichem Reiniger (z. B. übliche Haushaltsreiniger) gereinigt werden. Eine zusätzliche Oberflächendesinfektion soll nur von eingewiesenem Fachpersonal durchgeführt werden.

Technikbereich

Welche organisatorischen Maßnahmen sollen wir treffen?

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, versetzte Anfangszeiten einzuführen, bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen zu lassen. Es kann darüber hinaus sinnvoll sein, Teams in kleinere Gruppen aufzuteilen und bei der Personaleinteilung insgesamt darauf zu achten, dass Teams, Arbeitsschichten und -gruppen möglichst wenig durchmischt werden. Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor der Arbeit betreten und danach unmittelbar verlassen, um alle unnötigen Kontakte zu vermeiden. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) soll während der Coronakrise vermieden werden. Achten Sie bei der Aufstellung von Schichtplänen darauf, möglichst dieselben Personen zu gemeinsamen Schichten einzuteilen. Damit reduzieren Sie die Kontaktmöglichkeiten innerhalb der Belegschaft und sorgen dafür, dass infizierte Beschäftigte nur eine begrenzte Zahl anderer Beschäftigter anstecken können.

An den Pausenräumen gibt es Einlassbeschränkungen und Zutrittsregelungen. Wird in Schichten gearbeitet, soll der Zutritt zu Umkleide- und Waschräumen so geregelt sein, dass sich Beschäftigte verschiedener Schichten nicht begegnen und Mindestabstände eingehalten werden können. Die Sitzplatzkapazitäten in den Kantinen sollen soweit reduziert oder das Raumangebot so erweitert werden, dass die Abstandsvorgaben eingehalten werden können. Das Cateringkonzept soll an die Situation angepasst werden (z. B. keine Selbstbedienungsbereiche, stattdessen Ausgabe portionierter Speisen, Besteck gibt das Kantinenpersonal aus, Getränke gibt es nur noch als Flaschenware, nicht mehr am Spender). Die Räume müssen so ausgelegt sein, dass die Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten wird.

Anstehende Unterweisungen, Besprechungen – sofern unbedingt erforderlich – sollen Sie möglichst durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzen. Falls Besprechungen durchgeführt werden müssen, ist die Abstandsregel einzuhalten. Eine gründliche Lüftung muss bei Tätigkeitsaufnahme in den Räumen und dann in regelmäßigen Abständen erfolgen. In den genutzten Räumen muss für jeden Anwesenden eine Fläche vom mind. 10 m2 bereitstehen. Besprechungsräume müssen zusätzlich bereits vor der Benutzung gelüftet werden, insbesondere dann, wenn sich zuvor andere Personen dort aufgehalten haben.

Achten Sie strikt darauf, dass persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsbekleidung personenbezogen ausgegeben und genutzt wird. Ermöglichen Sie die personenbezogene hygienische Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung, insbesondere dann, wenn die getrennte Aufbewahrung in der Gefährdungsbeurteilung vorgesehen ist.

Zur Verwendung und Eignung von Schutzmasken gibt es Hinweise in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Welche Hygienemaßnahmen müssen wir beachten?

Die Beschäftigten sollen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, wann immer das möglich ist. Auf Händeschütteln und körperlichen Kontakt muss verzichtet werden. Die allgemein bekannten Hygieneregeln müssen eingehalten werden. Dazu zählen beispielsweise sich nicht ins eigene Gesicht zu fassen sowie regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen (Dauer: mind. 30 Sekunden). Ist die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht möglich, kann gegebenenfalls ein Desinfektionsmittel genutzt werden. Die Auswahl eines geeigneten Desinfektionsmittels soll vorher in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Oberflächen gemeinsam genutzter Arbeitsmittel und Arbeitsplätze sollen mit fettlöslichem Reiniger (z. B. übliche Haushaltsreiniger) gereinigt werden. Eine zusätzliche Oberflächendesinfektion soll nur von eingewiesenem Fachpersonal durchgeführt werden.

Einsatz- und Transportfahrzeuge für den innerbetrieblichen Verkehr sollen nur alleine genutzt werden, sofern es die Arbeitsorganisation zulässt. Veranlassen Sie eine regelmäßige Innenreinigung von Dienstfahrzeugen, insbesondere bei Benutzerwechsel.

 

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus KEPFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Brief- und Paketlogistik

Infos für Post-Logistik, Kurier-, Express- und Postdienste

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in der Post- und Zustelllogistik. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wie können wir Zusteller und Zustellerinnen im Bereich Brief und Paket schützen?

Zusteller und Zustellerinnen haben berufsbedingt eine große Zahl von Kontakten mit Mitmenschen, insbesondere bei der Sendungsübergabe. Die große Herausforderung besteht darin, die Kontaktzahl auf ein Minimum zu beschränken. Dies gilt bei den Vor- und Nacharbeiten in den stationären Standorten wie auch bei der Zustellung selbst. Zusteller und Zustellerinnen müssen einen Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern zu Personen halten und auf direkten Körperkontakt, z. B. Händedruck, verzichten.

Bei der Übergabe von Sendungen an Kunden und Kundinnen soll auf eine "händische" Übergabe verzichtet werden. Alternative Übergabemodelle ohne Kundenkontakt sind deutlich sicherer (z. B. ein vereinbarter Ablageort auf dem Grundstück). Der Kunde oder die Kundin sollen bei der Übergabe der Sendung keine Arbeitsmittel des Zustellers oder der Zustellerin in die Hand bekommen. Beispielsweise haben sich einige Zustellunternehmen für Alternativen zur Quittierung auf dem Handscanner bei der Paketübergabe entschieden. Oder sie verzichten derzeit ganz auf eine Quittierung, wo dies möglich ist.

In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Mahlzeiten sollen nicht an belebten Orten konsumiert werden.

Generell kann das gründliche Händewaschen vor einer Infektion schützen. In der Zustellung ist eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet. In diesen Fällen sollen Zusteller und Zustellerinnen mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und Müllbeuteln ausgestattet werden.

Welche Gefahr besteht beim Kontakt/Umgang mit Briefen und Paketen?

Für die Einschätzung der Infektionsgefahr, die von Waren oder Postsendungen ausgeht, sollte als Grundlage herangezogen werden, dass bislang keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Auch bei der SARS-Epidemie 2002/2003 gab es dazu keinerlei Hinweise. Eine Infektion mit SARS-CoV-2, also dem Coronavirus, über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, erscheint daher sehr unwahrscheinlich. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR).

Wie sollen sich Zusteller/Zustellerinnen bzw. Boten/Botinnen von diagnostischen Proben in der derzeitigen Situation verhalten?

Hierzu hat der ad-hoc-Arbeitskreis des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) eine Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung bei Probenabholung aus Arztpraxen während einer pandemischen Situation erarbeitet.

Diese sieht im Wesentlichen vor, dass "in Praxen, in denen Patienten mit luftübertragbaren Infektionskrankheiten behandelt werden, der Kontakt mit externem Transportpersonal (z. B. Kurierdienste, Post) so zu gestalten ist, dass diese Personen nicht exponiert werden. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass die zu transportierenden Produkte oder Proben außerhalb der Praxisräume angenommen bzw. übereicht werden." (Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)).

Auf was sollen wir im stationären Bereich der Brief- und Paketlogistik achten?

In der stationären Bearbeitung von Brief- und Paketsendungen ist nicht von einer erhöhten Infektionsgefahr durch die gehandhabten Sendungen auszugehen. Vielmehr sind hier auch infizierte und/oder erkrankte Beschäftigte das größte Risiko für eine Ansteckung.

Daher ist auch im stationären Bereich der Brief- und Paketlogistik das konsequente Anwenden der Abstands- und Hygieneregeln unbedingt notwendig. Dies gilt nicht nur für die Arbeitsbereiche an sich, sondern auch für Verkehrswege (Treppen, Türen, Aufzüge etc.), Umkleideräume, Waschräume, Toiletten und Aufenthaltsräume.

Alle Räume müssen regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Das verhindert die Infektion durch Coronaviren, die sich an Aerosole anhaften. Detaillierte Hinweise zum Thema Lüftung finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

In Pausenräumen und Kantinen kann ein ausreichender Abstand z. B. dadurch sichergestellt werden, dass Tische und Stühle nicht zu dicht beieinanderstehen. Achten Sie darauf, dass möglichst keine Warteschlangen bei der Essensaus- und Geschirrrückgabe sowie an der Kasse entstehen. Gegebenenfalls müssen die Kantinen- und Essensausgabezeiten erweitert werden. Als letztes Mittel muss auch die Schließung von Kantinen erwogen werden.

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen sie vor der Übergabe an andere Personen gereinigt werden. Besprechungen, die üblicherweise in räumlicher Nähe durchgeführt werden, sollen unterbleiben. Bei unbedingt notwendigen Besprechungen sollen – soweit möglich – Abstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnungen Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Stellen Sie zur Reinigung der Hände hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender mit Papierhandtüchern zur Verfügung. Wichtig ist die ausreichende Reinigung und Hygiene, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei. Regelmäßiges Lüften dient der Hygiene und fördert die Luftqualität, da in geschlossenen Räumen die Anzahl von Krankheitserregern in der Raumluft steigen kann. Durch das Lüften wird die Zahl möglicherweise in der Luft vorhandener erregerhaltiger, feinster Tröpfchen reduziert.

In den Logistikbereichen können Ansammlungen von Personen z. B. durch die Entzerrung von Arbeitsbeginn und Arbeitsende für Beschäftigte reduziert werden.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien vor Covid-19-Infektionen im Filialbetrieb?

Schutzscheiben oder aufgespannte Schutzfolien schützen Beschäftigte an Schaltern vor der Infektion mit SARS-CoV-2 durch Tröpfchen aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden. Gleiches gilt, wenn an nebeneinanderliegenden Schaltern zwischen den Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Der obere Rand der Abtrennung darf folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:

  • 1,50 m zwischen sitzenden Personen
  • 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen (zum Beispiel Kunden),
  • 2,00 m zwischen stehenden Personen.

Die Abtrennung soll möglichst breit sein und kann – falls nötig – Öffnungen außerhalb des Atembereichs (zum Beispiel zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des Kartenlesegerätes, zur Vertrags-, Dokumenten- und Schlüsselübergabe) aufweisen. Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu müssen beispielsweise eine ausreichende Stabilität  gewährleistet sein und spitze Ecken oder scharfe Kanten vermieden werden. Beide Seiten der Abtrennung sollen arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gereinigt werden. Zu diesem Thema hat der Fachbereich Handel und Logistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund ist auf eine gute und regelmäßige Lüftung zu achten. An Wartebereichen (z. B. Kasse, Theke) können Markierungen für einen ausreichenden Kundenabstand untereinander und zum Abstand zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Weiteren Schutz bietet die Forcierung bargeldloser Bezahlung.

Wie sollen wir Fahrzeuge reinigen, die von mehreren Personen abwechselnd gefahren werden?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger bzw. Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Was ist bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug zu beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Welche Maßnahmen müssen wir beim Transport von und Umgang mit Impfstoffen beachten, die mit Trockeneis gekühlt werden?

Trockeneis ist festes Kohlendioxid (CO2) mit einer Temperatur von -78,5 °C. Seine Kühlwirkung beruht vor allem auf der Umwandlung in gasförmiges CO2. Aus einem Kilogramm Trockeneis verdampfen über 500 Liter gasförmiges CO2, welches sich am Boden und in tiefgelegenen Bereichen ansammeln kann.

Daraus ergeben sich folgende Gefährdungen:

  • Direkter Hautkontakt führt in kurzer Zeit zu Kälteverbrennungen.
  • Trockeneis kann beim Verdampfen einen sehr großen Druck aufbauen, der zum Bersten dicht verschlossener Verpackung führen kann.
  • Die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atemluft kann zu körperlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Tod führen. Ab Überschreiten des Arbeitsplatzgrenzwertes von 0,5 Vol.-% CO2 in der Atemluft können u. a. Kopfdruck und Kopfschmerzen auftreten, ab 4 Vol.-% ist u. a. mit Schwindel zu rechnen und Konzentrationen über 8 Vol.-% führen zu Bewusstlosigkeit mit schnell folgendem Tod.

Halten Sie die folgenden Schutzmaßnahmen ein:

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung sowohl beim Transport im Fahrzeug als auch bei der Lagerung.
  • Unterweisen Sie Ihre Beschäftigte vor Aufnahme der Tätigkeit über die Gefährdungen und die zu ergreifenden Maßnahmen.
  • Statten Sie Ihre Beschäftigten mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (z. B. Kälteschutzhandschuhe, gegebenenfalls Schutzbrille) aus.
  • Verwenden Sie nur unbeschädigte Transportbehälter und -verpackungen, die auch für die Kühlung mit Trockeneis geeignet sind (Transportboxen und Vorratsbehälter dürfen nicht gasdicht sein)
  • Beugen Sie sich nicht in solche Behälter hinein. Im Inneren von Behältern mit Trockeneis ist mit lebensbedrohlichen CO2-Konzentrationen zu rechnen.
  • Transportieren Sie die trockeneisgekühlten Impfstoffe ausschließlich mit Fahrzeugen, welche über eine gasdichte Trennung zwischen Laderaum und Fahrerhaus verfügen.
  • Belüften Sie die Laderäume vor Betreten unbedingt ausreichend.

Weitere Informationen und Maßnahmen für den Umgang mit trockeneisgekühlten Impfstoffen finden Sie hier:

FB AKTUELL FBRCI-102 „Maßnahmen zum sicheren Transport durch Trockeneis gekühlter Impfstoffe"

"Mit Trockeneis gekühlte Impfstoffe - Handlungshilfe für Verpacker/innen, Fahrer/innen und Entpacker/innen" (PDF)

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus TelekommunikationFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in Telekommunikationsunternehmen

Die Faktenblätter Coronavirus der BG Verkehr befinden sich derzeit in Überarbeitung.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Telekommunikationsunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wie können wir Beschäftigte im Außendienst schützen?

Beschäftigte mit Tätigkeiten vor Ort bei Kundinnen und Kunden haben berufsbedingt Kontakt mit Mitmenschen. Die große Herausforderung besteht darin, die Kontaktzahl auf ein Minimum zu beschränken. Aufschiebbare Tätigkeiten sollen in Abstimmung mit der Kundschaft auf einen späteren (coronafreien) Zeitpunkt verlagert werden. Störungsbeseitigung hat Vorrang.

Bei Kundenkontakten sollen soweit möglich Abstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, sollen FFP2-Masken zur Verfügung gestellt und getragen werden. Aus Gründen des Infektionsschutzes sollen FFP2-Masken ohne Ausatemventil gewählt werden. Dabei muss die Tragzeitbegrenzung gemäß DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" beachtet werden. Der richtige Umgang mit FFP2-Masken muss unterwiesen werden. Weiteres zum Einsatz von FFP2-Masken lesen Sie in den "Allgemeinen Fragen und Antworten" zur der Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?".

Bei sichtbaren Anzeichen einer Erkrankung des Kunden/der Kundin muss der Einsatz abgebrochen werden.

Beschäftigte mit Tätigkeiten im öffentlichen Bereich (Kabelkanal, Kabelverzweiger (KVz) an der Straße etc.) sind in der Regel ohne Kontakt mit Dritten. Hier sind die üblichen Hygieneregeln einzuhalten.

Beschäftigte mit Tätigkeiten in Technikgebäuden (Vermittelnde Netzknoten (VNKs), Fernmeldetürmen etc.) sind in der Regel auch ohne Kontakt mit Dritten. Falls mehrere Techniker oder Technikerinnen in einem Raum arbeiten, müssen auch hier die Hygiene-, insbesondere die Abstandsregeln eingehalten werden. Zumindest sollte ein Abstand von wenigstens 1,5 bis 2 Metern zu Personen gehalten und auf direkten Körperkontakt verzichtet werden.

Die Arbeitsabläufe bei den vorgenannten Tätigkeiten sollen dahingehend geprüft werden, ob Einzelarbeiten möglich ist, falls dadurch nicht zusätzliche Gefährdungen entstehen. Andernfalls empfehlen wir, möglichst kleine, feste Teams (z. B. zwei bis drei Personen) vorzusehen, um wechselnde Kontakte innerhalb der Betriebsangehörigen bei Fahrten und Arbeitseinsätzen außerhalb der Betriebsstätte zu reduzieren. Zusätzlich sollen für diese Tätigkeiten Einrichtungen zur häufigen Handhygiene in der Nähe der Arbeitsplätze geschaffen werden.

Werkzeuge und Arbeitsmittel sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, müssen sie, insbesondere vor der Übergabe an andere Personen, regelmäßig gereinigt werden.

Mahlzeiten sollen nicht an belebten Orten konsumiert werden.

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Im Außendienst kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen sollen Firmenfahrzeuge mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion und mit Papiertüchern und Müllbeuteln ausgestattet werden.

Was müssen wir in Betriebsgebäuden beachten?

Gemäß Arbeitsschutzstandard müssen Beschäftigte 1,5 Meter Abstand zueinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, müssen Sie alternative Schutzmaßnahmen wie transparente Abtrennungen und das Tragen von mindestens medizinischen Gesichtsmasken ergreifen. Auch betriebsfremde Personen müssen bei unzureichenden Abständen in Ihren Betriebsgebäuden mindestens medizinische Gesichtsmasken tragen. Verweigern sie dies, soll ihnen der Zutritt verwehrt werden.

Büroarbeit soll ins Homeoffice verlagert werden. Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen muss für einen ausreichenden Abstand gesorgt werden. Notfalls müssen Kantinen geschlossen werden. Passen Sie die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) so an, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Prüfen Sie auch die Einführung eines Schichtbetriebs in der Verwaltung und anderen Innendienstabteilungen, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren. Zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht soll ein zeitlicher Abstand liegen. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Mit Social Distancing können Sie das Risiko minimieren, das wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Beschränken Sie den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum. Besprechungen sollen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher müssen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Alle Räume müssen regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Das verhindert die Infektion durch Coronaviren, die sich an Aerosole anhaften. Detaillierte Hinweise dazu finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Darf auf Funkstandorten gearbeitet werden, wenn die Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz (PSAgA) und Rettungsausrüstungen (RA) länger als ein Jahr zurückliegt? Wie wird diese Unterweisung während der Coronapandemie durchgeführt?

Durch die während der Coronapandemie bestehenden Einschränkungen können die Unterweisungen zur Anwendung von PSAgA nicht wie gefordert eingehalten werden. Nach § 31 DGUV Vorschrift 1 müssen für persönliche Schutzausrüstungen, die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen sollen, Unterweisungen mit Übungen durchgeführt werden. Hierunter fällt zum Beispiel auch die Durchführung von Rettungsübungen.

Der Unternehmer und die Unternehmerin muss in der Gefährdungsbeurteilung u. a. beurteilen, ob zum Beispiel im Umgang mit PSAgA und RA erfahrene und bereits mehrfach unterwiesene Benutzer und Benutzerinnen eingesetzt werden oder solche, die noch nicht oder nur selten mit PSAgA gearbeitet haben. Dabei können unterschiedliche Unterweisung-, Übungs- und Einsatzszenarien festgelegt werden.

Weitere Empfehlungen zu dieser Problematik hat das Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz/Rettungsausrüstungen“ des Fachbereichs PSA in einer FB AKTUELL "Unterweisung zur Anwendung von PSA gegen Absturz während der Coronavirus-Pandemie" herausgegeben.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien in den Filialen vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben oder aufgespannte Schutzfolien schützen Beschäftigte an Schaltern vor der Infektion mit SARS-CoV-2 durch Tröpfchen aus der Ausatemluft von Kundinnen und Kunden. Gleiches gilt, wenn an nebeneinanderliegenden Schaltern zwischen den Beschäftigten ein Abstand von mindestens 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das trägt zur Unterbrechung der Infektionskette bei. Der obere Rand der Abtrennung muss für Sitzarbeitsplätze mindestens 1,5 Meter über dem Boden liegen, für Steharbeitsplätze sowie bei Sitzarbeitsplätzen mit stehenden Kunden mindestens 2 Meter über dem Boden. Die Abtrennung soll möglichst breit sein und kann – falls nötig – Öffnungen außerhalb des Atembereichs (zum Beispiel zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des Kartenlesegerätes, zur Vertrags-, Dokumenten- und Schlüsselübergabe) aufweisen. Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu müssen beispielsweise eine ausreichende Stabilität gewährleistet sein und spitze Ecken oder scharfe Kanten vermieden werden. Beide Seiten der Abtrennung sollen arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gereinigt werden. Zu diesem Thema hat der Fachbereich Handel und Logistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine detaillierte Informationsschrift herausgegeben.

Empfohlen wird außerdem eine Begrenzung der Kundenzahl im Raum, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Aus dem gleichen Grund ist auf eine gute und regelmäßige Lüftung zu achten. An Wartebereichen (z. B. Kasse, Theke) können Markierungen für einen ausreichenden Kundenabstand untereinander und zum Abstand zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Weiteren Schutz bietet die Forcierung bargeldloser Bezahlung.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen für Bestattungsunternehmen werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Einen Überblick über die Ländervorgaben hat der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. zusammengestellt. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Bestattungsunternehmen

Was müssen Bestatterinnen und Bestatter im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 beachten?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist von einer Infektiosität Verstorbener auszugehen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Auch Körperflüssigkeiten, insbesondere aus den Atemwegen, sind infektiös. Das gleiche gilt über den Zeitraum weniger Tage auch für Rückstände von Körperflüssigkeiten auf Kleidung, Haut und Umgebung der Verstorbenen. Schutzmaßnahmen für Bestatterinnen und Bestatter vor einer Gefährdung durch SARS-CoV-2 entsprechen denen luftübertragbarer Infektionserreger der Risikogruppe 3, zu denen auch die Erreger von Tuberkulose und mehrere Influenzaviren gehören.

Weitere Auskunft zum Umgang mit Verstorbenen und SARS-CoV-2 als Infektionserreger der Risikogruppe 3 geben das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19-Verstorbenen und branchenspezifisch die DGUV Information 214-021 (vormals BGI 5026).

Welche konkreten Maßnahmen sind während der Vorbereitung von an SARS-CoV-2 Verstorbenen auf die Bestattung zu beachten?

Der Bundesverband Deutscher Bestatter hat mit Unterstützung der BG Verkehr eine filmische Dokumentation zur Handhabung an Covid-19 Verstorbenen gedreht, die detailliert Auskunft gibt.

Darf ich Trauernde in deren Wohnungen aufsuchen und welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich gegebenenfalls dafür treffen?

Beratungsgespräche sollen möglichst nur noch im Institut mit ein, maximal zwei Angehörigen stattfinden. Eine sichere Alternative sind fernmündliche oder Chat-Beratungen, auch schriftlich per E-Mail kann man sich austauschen.

Wenn ein Besuch in der Wohnung der Trauernden unumgänglich ist, müssen folgende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Zunächst soll sich das Bestattungsunternehmen erkundigen, ob in dem jeweiligen Haushalt Personen an Atemwegserkrankungen leiden. Ist das nicht der Fall, kann die Wohnung unter der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern und mit einer FFP2-Maske betreten werden. Vor Betreten und nach Verlassen der Wohnung müssen die Hände mindestens 30 Sekunden lang gewaschen oder mit einem Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) desinfiziert werden. Für den richtigen Umgang mit Desinfektionsmitteln ist eine Unterweisung erforderlich. 

Welche Vorkehrungen muss ich in meinen Geschäftsräumen treffen?

Arbeiten Sie nur auf Basis fester Termine, um die Zahl der Besucherinnen und Besucher in Ihren Geschäftsräumen zu begrenzen und notieren Sie sich ihre Kontaktdaten. Halten Sie den Abstand von 1,5 Metern ein und lüften Sie die Räume regelmäßig. Bitten Sie die Besucherinnen und Besucher, sich beim Betreten der Geschäftsräume zunächst die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Halten Sie gegebenenfalls Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher für die Kundinnen und Kunden bereit. Vermeiden Sie Körperkontakt und Händeschütteln. Reinigen Sie Kontaktflächen planmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger und wischen Sie mit Einmalhandtüchern nach. Die Handtücher und das zum Putzen eingesetzte Wasser sollen umgehend entsorgt werden. Trennen Sie, wenn möglich, die öffentlich genutzten Arbeitsbereiche und die internen Büro- und Arbeitsräume.

Welche arbeitsorganisatorischen Maßnahmen kann ich treffen?

Arbeiten Sie in Schichten und in Teams, die sich möglichst nicht begegnen sollten. So ist Ihr Betrieb sichergestellt, auch wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hat. Bei Niederlassungen soll das jeweilige Stammpersonal in der jeweiligen Niederlassung verbleiben. Büroarbeiten sollen möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Arbeiten Sie möglichst papierlos (Messenger-Dienste, E-Mail). Sämtliche Akten und Dokumente sollen in desinfizierten Mappen übergeben werden.

Angehörige sollen Unterlagen wie Sterbeurkunden, Stammbücher etc. zugestellt bekommen und diese nicht persönlich abholen.

Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten müssen sie vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Was muss bei mehreren Personen im Fahrzeug beachtet werden?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Was muss ich bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wisch-Reinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen, Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Was müssen Bestattungsunternehmen bei der Vorbereitung und Durchführung von Trauerfeiern beachten?

Die Maßnahmen zum Infektionsschutz ergeben sich aus den Vorgaben der einzelnen Bundesländer und Gemeinden (siehe oben). Aus Sicht des Arbeitsschutzes sollen Beschäftigte des Bestattungsunternehmens 1,5 Meter Mindestabstand untereinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, muss eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten Rettungsdienst; Krankentransport oder nichtmedizinischen Einsatzkräften. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen sind unter "Allgemeine Fragen und Antworten" zu finden.

Worauf sollen Unternehmen achten, die im Rettungsdienst oder im Krankentransport tätig sind?

Hier gelten umfangreiche Schutzvorschriften und Empfehlungen aus dem Gesundheits- und Klinikbereich. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gehen auch auf den Krankentransport ein.

Worauf sollen nichtmedizinische Einsatzkräfte, zum Beispiel bei Betriebsfeuerwehren, achten?

Für nichtmedizinisches Personal hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Hinweise für Einsatzkräfte zum Umgang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 herausgegeben, die zum PDF-Download bereitstehen. Eine Infografik des RKI verdeutlicht das Vorgehen.

Noch detailliertere Informationen finden sich im Merkblatt mit Informationen und Verhaltensweisen zu Influenzapandemien, MB10-03, herausgegeben vom Referat 10 der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes – vfdb e.V. Dieses Merkblatt wurde anlässlich der Influenzawelle 2018 erarbeitet, aber die ausführlichen Hygienehinweise helfen auch in der derzeitigen Situation weiter.

Worauf sollen wir achten, wenn mehrere Personen in einem Fahrzeug unterwegs sind?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus FahrschuleFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Fahrschule

Informationen zur Verringerung des Infektionsrisikos

hier herunterladen (PDF, deutsch)

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Fahrschulen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen sind unter "Allgemeine Fragen und Antworten" zu finden.

Was müssen wir im Fahrschulbüro beachten?

Um betriebsbedingte Kontakte zu reduzieren, muss die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen auf das betriebsnotwendige Minimum reduziert werden. Dies gilt auch für betriebsbedingte Zusammenkünfte mehrerer Personen in Fahrschulen. Prüfen Sie die Möglichkeit dies durch Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnik sicherzustellen. Sprechen keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegen, sollen Sie den Beschäftigten anbieten, Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten im Homeoffice auszuüben.

Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (Mitarbeitende oder Kunden) erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden.

Lassen die auszuführenden Tätigkeiten dies nicht zu, muss ein gleichwertiger Schutz der Beschäftigten durch andere geeignete Schutzmaßnahmen sichergestellt werden, insbesondere durch Lüftungsmaßnahmen und Abtrennungen zwischen den anwesenden Personen.

Treffen Sie Regelungen (z. B. versetzte Arbeitszeiten), um das Zusammentreffen Ihrer Beschäftigten zu vermeiden oder zu verringern. Die Beschäftigten sollen die Betriebsstätte erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn betreten und nach Arbeitsende sofort verlassen. Bei mehr als 10 Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine Arbeitsgruppen eingeteilt werden.

Grundsätzlich sollen Beschäftigte einen ausreichenden Mindestabstand (mindestens 1,5 Meter) zueinander und zu anderen Personen einhalten. Dies muss auch in Pausenzeiten beachtet werden.

In nachfolgenden Fällen müssen den Beschäftigten medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken angeboten und von diesen verwendet werden:

  • Die Anforderungen an die Raumbelegung können nicht eingehalten werden.
  • Ein Mindestabstand von 1,5 Meter kann nicht eingehalten werden.
  • Bei ausgeführten Tätigkeiten ist mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen(z. B. beim lauten Sprechen).

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Berücksichtigen Sie bei Kundenkontakten darüber hinaus nachfolgende Hinweise:

  • Vorgänge wie Anmeldungen oder Terminvereinbarungen sollen möglichst auf elektronischem oder telefonischem Wege erfolgen, um den Zutritt betriebsfremder Personen auf ein Minimum zu reduzieren. Vereinbaren Sie andernfalls Termine, um den Kontakt zwischen Personen gering zu halten.
  • Im notwendigen Kundenverkehr ist ein Kontaktschutz für Beschäftigte sinnvoll, beispielsweise durch Abschrankungen oder Aufstellen von möglichst transparenten Abtrennungen, z. B. aus Plexiglas. Der obere Rand der Abtrennung darf folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:
    • 1,50 m zwischen sitzenden Personen
    • 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen (zum Beispiel Kunden),
    • 2,00 m zwischen stehenden Personen.
  • Richten Sie getrennte Wartebereiche für Ihre Kundinnen und Kunden ein. Zur Einhaltung von Abstandsregelungen sollen Markierungen (z. B. Bodenmarkierungen) vorgenommen werden.
  • Soweit möglich soll auf Unterschriften auf Dokumenten verzichtet werden.
  • Wickeln Sie Zahlungsverkehr möglichst bargeldlos ab.
  • Informieren Sie Betriebsfremde über die in Ihrem Unternehmen getroffenen Schutzmaßnahmen.

Stellen Sie weiterhin sicher, dass zur regelmäßigen Händereinigung hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender mit Papierhandtüchern zur Verfügung stehen.

Zudem muss eine ausreichende Reinigung und Hygiene der Betriebsstätte gewährleistet sein. Dies gilt insbesondere für Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume. Sanitärräume sind arbeitstäglich mindestens einmal zu reinigen. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Zum Nachwischen sollen Einweglappen verwendet werden, die nach der Reinigung entsorgt werden.

Arbeitsmittel (wie z.B. Computer, Laptops), die von Beschäftigten nicht personenbezogen verwendet werden, müssen vor Übergabe gründlich gereinigt werden. Abhängig von den zu reinigenden Gegenständen (zum Beispiel Tastaturen) kommen chemische Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) als Alternative in Frage. Allerdings müssen Beschäftigte in der Dosierung und richtigen Anwendung unterwiesen werden, ansonsten ist die Desinfektion wirkungslos.

Büros und weitere Räume sollen regelmäßig gelüftet werden, sofern sie nicht ohnehin zwangsbelüftet sind. Dies dient der Hygiene, da die Menge von in der Luft schwebenden Krankheitserregern gemindert wird, und fördert die Luftqualität.

Was müssen wir beim theoretischen Unterricht beachten?

Grundsätzlich gelten bei der Nutzung von Unterrichtsräumen die gleichen Anforderungen wie bei der Nutzung von Büroräumen (siehe auch "Was müssen wir im Fahrschulbüro beachten?"). Führen Sie theoretischen Unterricht – wenn zulässig – möglichst als Online-Unterricht durch.

Auch beim theoretischen Unterricht darf eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden. Alle Teilnehmenden (Fahrschülerinnen und Fahrschüler sowie Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer) müssen den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Können die Anforderungen an die Raumbelegung oder die Abstandsregel nicht eingehalten werden, müssen medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken getragen werden. Berücksichtigen Sie unbedingt die Regelungen der einzelnen Bundesländer.

Die Unterrichtsräumlichkeiten dürfen den Fahrschülern und Fahrschülerinnen erst unmittelbar vor Unterrichtsbeginn zugänglich gemacht werden und müssen unmittelbar nach Unterrichtsende verlassen werden.

Stellen Sie Fahrschülern und Fahrschülerinnen zur regelmäßigen Händereinigung hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender mit Papierhandtüchern zur Verfügung. Das schützt auch Sie und Ihre Beschäftigten. Vor Unterrichtsbeginn sollen Fahrschülerinnen und Fahrschüler gemäß der allgemein üblichen Hygieneregeln 30 Sekunden ihre Hände waschen. Alternativ können Sie Händedesinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) zur Verfügung stellen.

Lüften Sie Unterrichtsräume regelmäßig. Details zum Thema Lüftung entnehmen Sie dem Abschnitt „Was müssen wir bei der Lüftung von Arbeitsräumen beachten?“ in den „Allgemeinen Fragen und Antworten“.

Arbeitsmittel (Laptops, Computer, Fahrsimulatoren), die von Fahrschülerinnen und Fahrschülern, aber auch von Fahrlehrerinnen und Fahrlehren gemeinsam genutzt werden, müssen nach dem Unterricht gereinigt werden. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Ist dies – wie zum Beispiel bei PC-Tastaturen – nicht möglich, sind Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) als Alternative zu empfehlen. Das Reinigungspersonal muss jedoch in der richtigen Anwendung von chemischen Desinfektionsmitteln unterwiesen werden. Ansonsten ist die Desinfektion wirkungslos.

Was müssen wir beim praktischen Unterricht berücksichtigen?

Stellen Sie für Fahrschülerinnen und Fahrschüler Desinfektionsmittel zur Händedesinfektion vor Beginn des Fahrunterrichts zur Verfügung. Ergänzend können Sie den Unterricht immer an der Fahrschule beginnen und enden lassen, um für Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen sowie Schüler und Schülerinnen die erforderliche Handhygiene gewährleisten zu können.

Während und nach den Ausbildungsfahrten soll der Fahrzeuginnenraum möglichst oft gelüftet werden. Das Gebläse für Heizung und Klimatisierung im Fahrzeug soll nicht im Umluftbetrieb betrieben werden. Eine feste Zuordnung der Ausbildungsfahrzeuge zu Ihren Fahrlehrern und Fahrlehrerinnen ist zu empfehlen. Andernfalls sind die Innenräume bei jedem Nutzerwechsel zu reinigen.

Nur eine Fahrschülerin bzw. ein Fahrschüler und die Fahrlehrerin bzw. der Fahrlehrer dürfen sich zur Ausbildung im Fahrzeug aufhalten sowie während der Fahrprüfung zusätzlich die Fahrerlaubnisprüferin bzw. der Fahrerlaubnisprüfer. Auch bei der Ausbildung von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern dürfen sich nur die Personen bei der praktischen Ausbildung im Fahrzeug befinden, die zwingend erforderlich sind.

Denken Sie an Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen, die bei längeren Ausbildungsfahrten zur Verfügung stehen. Erforderlichenfalls soll  Proviant mitgenommen werden. Ist eine entsprechende Handhygiene unterwegs nicht immer gewährleistet, geben Sie Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie Papiertücher und Müllbeutel mit.

Achten Sie auch auf gemeinschaftlich genutzten Übungsplätzen (z. B. bei der Motorradausbildung) auf die Einhaltung des erforderlichen Mindestabstands und vermeiden Sie nicht erforderliche Kontakte zu anderen Menschen. Andernfalls ist mindestens eine medizinische Gesichtsmaske zu benutzen.

Prüfen Sie, ob Sie den praktischen Unterricht in Blöcken von zwei bis drei Unterrichtsstunden geben können. Damit reduzieren Sie die Zahl der Kontakte zu den Fahrschülern und Fahrschülerinnen sowie der Fahrschüler  und Fahrschülerinnen untereinander.

Müssen Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen während des praktischen Unterrichts medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken tragen?

Beim praktischen Unterricht, insbesondere bei der Fahrausbildung, kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern im Fahrzeug nicht eingehalten werden. Deshalb müssen medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung gestellt und von Fahrschülerinnen und Fahrschülern sowie Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern getragen werden. Medizinische Gesichtsmasken bieten zwar keinen Eigenschutz vor Infektionen, sie vermindern aber die Gefahr, dass eine erkrankte Person andere Menschen ansteckt (Fremdschutz). Wenn alle Personen im Fahrzeug eine medizinische Gesichtsmaske tragen wird daher die Infektionsgefahr deutlich reduziert. Beachten Sie unbedingt die Vorgaben im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes der Bundesländer sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden hinsichtlich der Verwendung von medizinischen Gesichtsmasken oder FFP2-Masken.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Auch Ihre Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollen in der Benutzung von medizinischen Gesichtsmasken oder FFP2-Masken eingewiesen werden.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Bieten Schutzvisiere beim praktischen Unterricht einen besseren Schutz gegenüber dem Coronavirus?

Wir raten von dem Einsatz solcher Gesichtsschilder bzw. -visiere (Spuckschutz aus Plastik, der mit einem Stirnband vor das Gesicht geschnallt wird) in Fahrzeugen ausdrücklich ab.

Der Einsatz solcher Schutzvisiere birgt Risiken, insbesondere im Falle eines Unfalls:

  • Es liegen keine Erkenntnisse vor, wie sich ein Gesichtsschutz bei einem Aufprall auf das Lenkrad bzw. auf das Armaturenbrett oder beim Auslösen eines Airbags verhält.
  • Es ist nicht auszuschließen, dass der Gesichtsschutz möglicherweise scharfkantig bricht, sich Richtung Brust verschiebt, oder sich seitlich verdreht.
  • Fahrzeughersteller weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich das Verletzungsrisiko beim Auslösen der Airbags erhöht, wenn sich zwischen den Fahrzeuginsassen und dem Entfaltungsbereich der Airbags Gegenstände befinden.

Außerdem besteht die Gefahr, dass ein Visier die optische Überwachung von Verkehr und Fahraufgabe behindern könnte – beispielsweise durch Lichtreflexe.

Ohnehin ist das Plastikvisier nur ein zusätzlicher Spuckschutz und verhindert nicht das Einatmen von Aerosolen. Sprechen Sie im Fahrzeug möglichst nicht direkt in die Richtung der anderen Person und beschränken Sie das Gespräch auf das für den Unterricht erforderliche Minimum.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion der Innenräume von Fahrschulfahrzeugen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Wechsel von Fahrschülerinnen und Fahrschülern aber auch von Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern gründlich gereinigt werden. Weisen Sie Ihre Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Bereich des Fahrer- und Beifahrerplatzes und ggf. dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit.Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon, oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich.

Wie sollen wir mit Motorradfahrerschutzkleidung und Funkanlagen verfahren?

Beachten Sie, dass persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitskleidung ausschließlich personenbezogen genutzt wird. Hierzu gehört auch die Motorradfahrerschutzkleidung. Dies gilt für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer aber auch für Fahrschülerinnen und Fahrschüler. Eine personenbezogene Aufbewahrung getrennt von Alltagskleidung muss möglich sein.

Reinigen bzw. desinfizieren Sie Funkanlagen für die Motorradausbildung vor Übergabe an andere Personen (Wechsel einer Fahrlehrerin bzw. eines Fahrlehrers sowie einer Fahrschülerin bzw. eines Fahrschülers) gründlich.

Bitten Sie Ihre Fahrschülerinnen und Fahrschüler, möglichst eigene Motorradfahrerschutzkleidung und einen eigenen Kopfhörer zu benutzen.

Wie gehen wir mit Verdachtsfällen bei Beschäftigten sowie Fahrschülerinnen und Fahrschülern um?

Fieber, Husten und Atemnot können Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sein. Beschäftigte, Fahrschülerinnen und Fahrschüler mit entsprechenden Symptomen müssen die Fahrschule umgehend verlassen bzw. zu Hause bleiben, bis eine ärztliche Abklärung des Verdachts erfolgt ist.

Im Fall einer Infektion werden die Gesundheitsbehörden an Sie herantreten. Helfen sie diesen dabei, Kontaktpersonen des bzw.der Erkrankten in Ihrem Unternehmen ausfindig zu machen.

Wie erhöhen wir die Akzeptanz für die getroffenen Maßnahmen bei unseren Beschäftigten sowie unseren Fahrschülern und Fahrschülerinnen?

Kommunizieren Sie die getroffenen Maßnahmen in Ihrem Unternehmen angemessen Ihren Mitarbeitenden sowie Fahrschülern und Fahrschülerinnen. Hilfreich können dabei Aushänge und Flugblätter sein (z. B. Merkblätter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)). Die Einhaltung dieser Mindeststandards ist die Voraussetzung für die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes.

Welche weiteren Beratungsmöglichkeiten zum Schutz gefährdeter Personen gibt es?

Lassen Sie sich durch Ihren Betriebsarzt oder Ihre Betriebsärztin und Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten und ermöglichen Sie Ihren Beschäftigten eine individuelle Beratung im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Beschäftigten einer Risikogruppe angehören.

TippTitelseite Faktenblatt Coronavirus MöbelspeditionFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz in der Möbelspedition

Informationen zur Verringerung des Infektionsrisikos
Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten im Güterkraftverkehr. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Was müssen wir bei Privatumzügen beachten?

Vor oder beim Betreten sowie nach dem Verlassen von Wohnungen oder Büroräumen müssen die Hände gründlich mit Seife gereinigt werden (min. 30 Sekunden). Alternativ dazu können die Hände desinfiziert werden. Das verwendete Desinfektionsmittel muss mindestens begrenzt viruzid sein. Der Abstand zu Kundinnen und Kunden soll mindestens 1,5 Meter betragen. Kann der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden, müssen sowohl Kundinnen und Kunden als auch Beschäftigte mindestens eine medizinische Gesichtsmaske tragen.

Sofern die Kundinnen und Kunden erkennbar an Symptomen wie Fieber, Husten oder Atemnot leiden, soll das Umzugsteam die Arbeiten nicht aufnehmen, solange nicht sichergestellt ist, dass die Mitglieder des Umzugsteams auf keinen Fall mit den betroffenen Kundinnen und Kunden in Kontakt kommen. Umzüge in oder aus Senioren- oder Pflegeheimen bedürfen der Absprache mit der jeweiligen Hausleitung. Für die Zeit des Umzugs muss der Kontakt des Teams zu Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zum Heimpersonal unterbunden werden.

Bei Montage- oder Tragearbeiten kann mitunter der Abstand von 1,5 Metern untereinander nicht eingehalten werden. In diesen Fällen soll mindestens eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden. Im richtigen Umgang mit einer medizinischen Gesichtsmaske müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Ansprechpersonen sind die Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte und Betriebsärztinnen.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Informieren Sie Kundinnen und Kunden sowie Auftraggeberinnen und Auftraggeber über erforderliche Schutzmaßnahmen bei berufsbedingten Kontakten. Stimmen Sie mit ihnen sowie gegebenenfalls mit weiteren tätig werdenden Unternehmen bei Bedarf Schutzmaßnahmen ab (z. B. wenn sich am Arbeitsort Personen in angeordneter häuslicher Isolierung oder mit ungeklärten Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion befinden).

Was müssen wir bei Fahrten mit mehrköpfigen Teams beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten". Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Das Übernachten mehrerer Personen im Fahrzeug ist grundsätzlich nicht zulässig. Nur sofern eine räumlich von der Fahrkabine abgetrennte und mit einer eigenen Lüftung versehene Dachschlafkabine vorhanden ist, ist die gleichzeitige Übernachtung je einer Person in der Fahr- und der Dachschlafkabine möglich. Beim Durchqueren der Fahrkabine muss mindestens eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden, nach Möglichkeit soll die Fahrkabine dauerhaft gelüftet werden. Ergänzend muss die Fahrkabine nach der Übernachtung zusätzlich gründlich gereinigt werden. Im Hygienekonzept muss festgelegt werden, dass die Schlafplätze im Fahrzeug nur von den jeweils gleichen Personen genutzt werden dürfen und wie mit Reinigung und Bettwäsche umgegangen wird.

Bei der Anmietung von Pensionen oder Hotels soll für jedes Teammitglied ein einzelnes Zimmer gebucht werden. Weitere Mitglieder des Umzugsteams sollen in ausreichend dimensionierten Fahrzeugen befördert werden.

Wie kann sich das Fahrpersonal vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch an Lade- und Entladestellen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Kontaktpersonen zu halten. Ist dies nicht möglich, muss mindestens eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden.  Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für Fahrpersonal kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen ist es zweckmäßig, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Durch welche organisatorische Maßnahmen können wir die Infektionsgefahr mindern?

Stellen Sie kleine feste Teams und Fahrzeugbesatzungen zusammen. Das reduziert die Zahl der Kontakte und sorgt dafür, dass bei einer Infektion nur ein Team in Quarantäne geschickt werden muss und nicht die Mitarbeitenden aus verschiedenen Teams. Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten sind sie vor der Übergabe gründlich zu reinigen.

Gewährleisten Sie durch organisatorische Maßnahmen (z. B. durch die Beschaffung zusätzlicher Arbeitsmittel), dass Arbeitsmittel bzw. Werkzeuge nach Möglichkeit nur jeweils von einer Person verwendet/benutzt werden, um die Gefahr von Schmierinfektionen zu verringern.

Ist die personenbezogene Nutzung von Arbeitsmitteln bzw. Werkzeugen nicht möglich, sollen diese vor dem Weiterreichen mit handelsüblichen Haushaltsreinigern gereinigt werden. Insbesondere Oberflächen, mit denen die Beschäftigten in Kontakt gekommen sind, etwa durch Tröpfchenabgabe beim Sprechen, müssen gereinigt werden. Solche Oberflächen sind beispielsweise Tischplatten, IT-Geräte, Telefonhörer, Lenkräder, Schalthebel oder Werkzeuge. Auch Bedienfelder von Arbeitsmitteln, die von unterschiedlichen Beschäftigten genutzt werden müssen, müssen regelmäßig gereinigt werden. Eine vorsorgliche Flächendesinfektion wird nicht als notwendig erachtet.

Es ist auch sinnvoll, den Teams feste Fahrzeuge zuzuweisen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zu regelmäßigen Reinigungen des Innenraums mindestens mit der Übergabe eine gründliche Innenreinigung durchgeführt werden.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon, oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Wie soll sich das Fahrpersonal während der Tour versorgen?

Das beste Mittel, die Zahl an Außenkontakten minimal zu halten, ist es, Proviant mitzunehmen. Natürlich müssen auch beim Verzehr der Speisen die geltenden Kontaktverbote eingehalten werden. Das Fahrpersonal soll sich vor Fahrtantritt informieren, wo es Versorgungsmöglichkeiten und sanitäre Anlagen gibt. Bei Problemen an den Autobahn-Rastanlagen, steht eine kostenfreie „Brummi-Hotline“ bei Tank & Rast zur Verfügung: Tel. 0800 9555777 (oder per E-Mail: kundenservice@tank.rast.de).

Welche Gefahr besteht bei Kontakten/Umgang mit Ladegut und Lademitteln?

Bislang sind keine Fälle bekannt geworden sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Transportverpackungen, Waren oder Postsendungen gekommen ist. Dies bestätigt auch eine Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Achten Sie dennoch auf ausreichende Handhygiene.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen müssen jedoch bei Umzugsgut von infizierten Personen getroffen werden. Hier müssen die Oberflächen vor dem Verladen gründlich mit Haushaltsreiniger abgewischt werden. Dafür sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher ideal, die dann entsorgt werden.

Was soll das Umzugspersonal bei einer Erkrankung unterwegs machen?

Bereits bei den ersten Anzeichen grippeähnlicher Symptome während der Tour soll das Umzugspersonal einen Arzt bzw. eine Ärztin kontaktieren. Über die europaweite Hotline des Vereins DocStop für Europäer e.V. (Tel.: 00800 03627867) können sie die Rufnummern von Partnerärztinnen und -ärzten erfragen.

Auf keinen Fall darf ein unterwegs erkranktes Mitglied des Umzugsteams mit dem übrigen Team weiter- oder zurückfahren. Für diesen Fall müssen im Unternehmen individuelle Verfahren festgelegt werden.

Wie sollen wir mit Fahrpersonal oder anderen Beschäftigten verfahren, die gesundheitliche Beschwerden anmelden?

Wenn die Beschäftigten Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollen sie – nach telefonischer Anmeldung – einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und auf keinen Fall weiter auf dem Betriebsgelände bleiben. Sofern eine Infektion bestätigt wird, müssen Beschäftigte sowie Kundinnnen und Kunden informiert werden, mit denen infizierte Beschäftigte Kontakt hatten.

Was müssen wir an Lade- und Entladestellen von Herstellerunternehmen und Handel beachten?

Verantwortliche sollen in Abstimmung mit den Warenversendern und -empfängern darauf hinwirken, dass Fahrerinnen und Fahrer keinen persönlichen Kontakt zu anderen haben, zum Beispiel an Laderampen oder bei der Übergabe von Frachtpapieren. Sorgen Sie zudem dafür, dass dem Fahrpersonal ein Zugang zu sanitären Anlagen gewährt wird. Wenn Unternehmen keinen betriebsfremden, potenziell infektiösen Personen Zugang zu den eigenen Betriebsräumen gewähren wollen, sollen mindestens Wasser (z. B. im Kanister), Seifenspender und Einmalhandtücher zur Verfügung gestellt werden. Eine Alternative dazu sind Handdesinfektionsmittel, die gegen Viren aktiv sind (mindestens begrenzt viruzid).

Welche Maßnahmen müssen wir im Betrieb ergreifen?

Der Arbeitgeber muss alle geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen treffen, um betriebsbedingte Personenkontakte zu reduzieren. Die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen ist auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren. Wo Beschäftigte den Abstand von 1,5 Meter zueinander und zu anderen Personen nicht einhalten können, müssen alternative Schutzmaßnahmen, wie das Anbringen von geeigneten Abtrennungen, Lüftungsmaßnahmen oder – wenn das nicht möglich ist – das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken, getroffen werden. Wenn es nicht möglich ist eine Mehrfachbelegung von Räumen zu vermeiden, muss gewährleistet sein, dass pro Person mindestens 10m² zu Verfügung stehen, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen.

Durch eine Abtrennung darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Achten Sie auf eine ausreichende Stabilität und vermeiden Sie spitze Ecken oder scharfe Kanten.

Büroarbeit soll möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Auch für Arbeiten im Homeoffice gelten das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz. Regelungen zu Arbeitszeiten und Erreichbarkeit sollen getroffen werden.

Freie Raumkapazitäten lassen sich dafür nutzen, Mehrfachbelegungen von Räumen zu vermeiden oder ausreichende Schutzabstände zu schaffen. Auch in Pausenräumen und Kantinen müssen Sie für einen ausreichenden Abstand sorgen. Die Nutzung von Verkehrswegen (u. a. Treppen, Türen, Aufzüge) sollen Sie so anpassen, dass ausreichender Abstand eingehalten wird.

Organisieren Sie die Arbeitsprozesse so, dass persönliche Kontakte zwischen den Beschäftigten auf ein notwendiges Minimum reduziert werden. Beispielsweise können Frachtpapiere und andere Dokumente mit Hilfe von Eingangs- und Ausgangskörben zwischen Disposition und Fahrpersonal kontaktlos ausgetauscht werden. Die Beschäftigten sollen erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn das Betriebsgelände betreten und es nach Arbeitsende umgehend verlassen.

Prüfen Sie auch die Einführung von Homeoffice und/oder eines Schichtbetriebs in Verwaltung und Disposition, um die Zahl der gleichzeitig anwesenden Beschäftigten zu reduzieren – wobei zwischen Ende der ersten Schicht und Beginn der zweiten Schicht ein zeitlicher Abstand liegen soll. Dort, wo eine Arbeit in Teams unvermeidbar ist: Sorgen Sie dafür, dass immer die gleichen Beschäftigten zusammenarbeiten. Damit können Sie das Risiko minimieren, dass wegen einer Infektion in Ihrer Belegschaft eine ganze Abteilung erkrankt oder in Quarantäne gehen muss.

Wir empfehlen, den Zutritt betriebsfremder Personen zum Betriebsgelände auf ein Minimum zu beschränken. Besprechungen können stattdessen telefonisch oder per Videokonferenz abgehalten werden. Der Zeitraum des Besuchs und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher sollen notiert werden, um sie im Falle einer Infektion informieren zu können. Informieren Sie Besucherinnen und Besucher mit einem Hinweis am Eingang oder einem Flugblatt über die betrieblichen Schutzmaßnahmen.

Wie können wir Kontakte der Beschäftigten untereinander vermindern oder vermeiden?

Die Beschäftigten sollen das Betriebsgelände erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn betreten und direkt nach der Arbeit verlassen. Das Zusammentreffen mehrerer Teams (z. B. zu Pausen oder Besprechungen) darf während der Coronapandemie nicht zugelassen werden. Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen. Insbesondere bei Tätigkeiten, bei denen das "Vieraugenprinzip" oder die Sicherung des Boten durch eine zweite Person erforderlich ist, ist das unterschreiten der Mindestfläche von 10 m² je Person wahrscheinlich, z. B.

  • bei Geldübergaben beim Kunden
  • beim Ver- und Entsorgen von Automaten oder
  • bei Botengängen durch zwei Personen aufgrund ungeeigneter oder fehlender Transportsicherung.

In diesem Fall müssen weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden, z. B. das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken.

Das Einhalten der Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person gilt auch für Pausen-, Aufenthalts- und Sozialräume. Auch in den Pausen und Besprechungen sollen die Beschäftigten zudem den erforderlichen Abstand von mind. 1,5 m voneinander halten.

Im Rahmen der Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf den betrieblichen Infektionsschutz müssen daher auch Tätigkeiten, die von mehreren Personen in einem Raum durchgeführt werden, vom Arbeitgeber erneut beurteilt und geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Hierbei sind die Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) einzuhalten. Personen im Sinne dieser Verordnung sind nicht nur Versicherte der BG Verkehr, sondern auch Beschäftigte anderer Unternehmen sowie auch Privatpersonen. Die Schutzmaßnahmen sollen im Rahmen der Koordination von Tätigkeiten mit den Kunden abgestimmt werden.

Um direkte Kontakte zu reduzieren, hat es sich bewährt, Schichtarbeit oder versetzte Anfangszeiten festzulegen bzw. Teams zeitlich versetzt beginnen und enden zu lassen.

Die Zusammensetzung der Teams bzw. Fahrzeugbesatzungen soll nicht verändert werden. Sofern das Sicherheitskonzept zwingend wechselnde Besatzungen vorsieht, sollen dennoch festgelegte Teams von nicht mehr als sechs Personen gebildet werden, aus denen die Besatzung zusammengesetzt wird.

Was sollen wir bei Fahrten mit mehrköpfigen Teams beachten?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Eine zusätzliche Lüftung durch das Öffnen der Fenster, um die Luftqualität zu verbessern, ist bei Geld- und Werttransporten oft nicht möglich. Das Gebläse für Heizung und Klimaanlage soll nur mit Außenluft betrieben werden. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden.  Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, z. B. mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Was müssen wir bei der Ausgabe und beim Gebrauch von Ausrüstungsgegenständen beachten?

Ausrüstungsgegenstände sollen laut Arbeitsschutzstandard nach Möglichkeit personenbezogen verwendet werden. Wo das nicht möglich ist, muss eine regelmäßige Reinigung organisiert werden – insbesondere vor der Übergabe an andere Personen.

Die Ausgabe von Ausrüstungsgegenständen, z. B. für die Besatzungen der Geldtransportfahrzeuge, soll zeitlich versetzt und teamweise erfolgen. Innerhalb des Teams müssen auch bei der Ausgabe der Ausrüstungsgegenstände die vorgegebenen Abstände eingehalten werden. Unterschriften sollen von den Beschäftigten nur mit dem eigenen Schreibgerät getätigt werden. Dies gilt auch für das Leisten von Unterschriften beim Kunden.

Was müssen wir bei Kundenkontakten beachten?

In der Geld- und Werttransportbranche ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aufgrund der Einsatzbedingungen (z. B. Identifizierbarkeit des Boten) jedoch nicht immer möglich. In solchen Situationen soll der Versicherte besonders auf die Einhaltung des Mindestabstandes achten.

Erfüllen Visiere, Gesichtsschirme bzw. Gesichtsschilde die Anforderungen an den Mund-Nasen-Schutz?

Gesichtsschilde erfüllen nicht die Anforderungen an den Mund-Nasen-Schutz nach SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung §3. Auf keinen Fall dürfen Gesichtsschilde während der Fahrt im Fahrzeug getragen werden. Hier entstehen zusätzliche konkrete Gefahren durch Spiegelungs- oder Blendungseffekte. Außerdem besteht die Gefahr schwerwiegender Verletzungen im Fall der Auslösung des Airbags.

Wie können wir den Umgang mit Arbeitsbekleidung, persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Mund-Nasen-Schutz organisieren?

Treffen Sie Festlegungen zur Benutzung, Aufbewahrung, Reinigung und Entsorgung der Arbeitskleidung, PSA und des Mund-Nasen-Schutzes. Ermöglichen Sie, dass Alltagskleidung personenbezogen getrennt von der Arbeitsbekleidung, PSA und Mund-Nasen-Schutz aufbewahrt wird.

Hinsichtlich der Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion muss ein Reinigungs- und Hygieneplan erstellt und umgesetzt werden. Wenn ausgeschlossen ist, dass zusätzliche Infektionsrisiken und/oder Hygienemängel (z. B. durch Verschmutzung) entstehen und hierdurch zugleich innerbetriebliche Personenkontakte vermieden werden können, kann den Beschäftigten das An- und Ausziehen der Arbeitskleidung zuhause ermöglicht werden.

Wie gehen wir mit pandemiebedingten Einschränkungen von Schießübungen um, die nach DGUV Vorschrift 23 vorgeschrieben sind?

Die regelmäßig durchzuführenden Schießübungen werden nach § 18 Ausrüstung mit Schusswaffen Absatz 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Wach- und Sicherungsdienste“ (DGUV Vorschrift 23) gefordert. In der Durchführungsanweisung zu § 18 wird diese Forderung konkretisiert.

Während der SARS-CoV-2-Pandemie können Einschränkungen, z. B. durch die Schließung der Schießstände, bestehen, sodass die geforderten Schießübungen nicht fristgerecht durchgeführt werden können.

In der gegebenen Ausnahmesituation kann im Einzelfall auf der Grundlage einer anlassbezogenen Gefährdungsbeurteilung die Verschiebung der geforderten, regelmäßigen Teilnahme an Schießübungen vorgenommen werden. Dies gilt, sofern die sichere Verwendung der Schusswaffen gewährleistet ist.

In der Gefährdungsbeurteilung soll unter anderem die Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte dokumentiert werden:

  • Angabe der auf die SARS-CoV-2-Pandemie zurückgehenden Gründe, aufgrund derer die festgelegten Schießübungen verschoben werden müssen
  • Feststellung, dass die betroffenen Beschäftigten regelmäßig an vorausgehenden Schießübungen erfolgreich teilgenommen haben
  • Festlegung von ergänzenden Maßnahmen, mit denen die sichere Verwendung der Schusswaffe sichergestellt wird, z. B. eine zusätzliche Unterweisung der mit Schusswaffen ausgestatteten Beschäftigten
  • Angabe des Zeitraums, bis wann die Schießübung nachgeholt werden soll

Sofern Schießübungen in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften festgelegt sind, müssen Abweichungen aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie auch mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie ggf. von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in Abschleppunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen sind unter "Allgemeine Fragen und Antworten" zu finden.

Wie kann sich das Fahrpersonal von Abschleppfahrzeugen vor einer Infektion schützen?

Allgemein soll der Kontakt mit anderen Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. Auch bei der Aufnahme von abzuschleppenden Fahrzeugen gilt es, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen zu halten. Kann der Abstand vorübergehend nicht eingehalten werden, müssen alle Personen mindestens eine medizinische Gesichtsmaske tragen. Wird von Kunden bzw. Kundinnen keine medizinische Gesichtsmaske getragen und ist die Unterschreitung des Mindestabstands unvermeidlich, müssen die Beschäftigten des Pannendienstes eine filtrierende Halbmaske (FFP2) tragen.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Generell ist das gründliche Händewaschen, wie es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfohlen wird, ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Hygiene und kann vor einer Infektion schützen. Für das Fahrpersonal kann eine entsprechende Handhygiene nicht immer gewährleistet werden. In diesen Fällen ist es zweckmäßig, den Beschäftigten ein Handdesinfektionsmittel mitzugeben – oder einen ausreichend großen Wasserkanister und Handseife sowie Papierhandtücher und Müllbeutel.

Was muss bei mehreren Personen im Fahrzeug beachtet werden?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug müssen alle Personen jeweils eine medizinische Gesichtsmaske tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keine medizinische Gesichtsmaske tragen, müssen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Durch welche organisatorische Maßnahmen können wir die Infektionsgefahr mindern?

Stellen Sie feste Fahrzeugbesatzungen zusammen. Das reduziert die Zahl der Kontakte und sorgt dafür, dass bei einer Infektion nur ein Team in Quarantäne geschickt werden muss und nicht die Beschäftigten aus verschiedenen Teams. Werkzeuge sollen den Beschäftigten fest zugewiesen werden – ansonsten müssen sie vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Es ist auch sinnvoll, den Teams feste Fahrzeuge zuzuweisen. Sofern dies nicht möglich ist, muss zusätzlich zur regelmäßigen Reinigung am Arbeitsende bei der Übergabe eine gründliche Innenreinigung durchgeführt werden.

Darf das Fahrpersonal in das Fahrzeug von Kundinnen und Kunden einsteigen, falls notwendig?

Ja, sofern sich keine andere Person im Fahrzeug aufhält. Nach dem Wiederaussteigen soll sich das Fahrpersonal die Hände mindestens 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen oder mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) desinfizieren.

Dürfen die Kundinnen und Kunden im Abschleppfahrzeug mitfahren?

Wir empfehlen, das zu unterlassen, unabhängig davon, ob in den Fahrzeugen der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Fahrer/Fahrerinnen von havarierten Fahrzeugen sollen in Taxis oder anderen zur Personenbeförderung vorgesehenen Fahrzeugen befördert werden, die den Anforderungen an den Infektionsschutz genügen. Es ist eine geeignete Maßnahme zum Schutz der Beschäftigten, wenn in Betrieben eine ausdrückliche Anordnung existiert, dass Fahrzeuge ausschließlich von den eingeteilten Teams genutzt werden dürfen.

Dürfen Kundinnen und Kunden im eigenen Pkw auf der Ladefläche von Bergungsfahrzeugen mitgenommen werden?

Hierzu gibt das Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur die Auskunft:

Nach § 21 Absatz 2 Satz 1 StVO ist die Mitnahme von Personen auf der Ladefläche oder in Laderäumen von Kraftfahrzeugen verboten. Die Mitnahme von Personen auf der Ladefläche von Lkw umfasst auch die Beförderung von Personen in havarierten oder verunfallten Kraftfahrzeugen auf der Ladefläche von Pannenhilfs-, Bergungs- oder Abschleppfahrzeugen.

Ausnahmen der Bundesländer bleiben hiervon unberührt.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt, alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege, kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden, nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Welche Maßnahmen müssen wir in der Werkstatt oder auf dem Betriebshof treffen?

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall hat Handlungshilfen für den Servicebereich im Kfz-Gewerbe entwickelt, die für die Festlegung von Maßnahmen im Betrieb ebenfalls herangezogen werden können.

Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Autovermietungsunternehmen. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen sind unter "Allgemeine Fragen und Antworten" zu finden.

Wie können wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Schaltern vor SARS-CoV-2-Infektionen schützen?

HinweisLesen Sie bitte hierzu die Abschnitte „Wie müssen stationäre Arbeitsplätze gestaltet sein – beispielsweise in Büros, Werkstätten Lagern etc.“ und „Was müssen wir bei der Lüftung von Arbeitsräumen beachten“ in den „Allgemeinen Fragen und Antworten“.

Die Anzahl der Kundinnen und Kunden im Geschäftsraum ist zu begrenzen, um die potentielle Belastung mit Infektionserregern in der Raumluft niedrig zu halten. Eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person darf nicht unterschritten werden, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen. Bei Schaltern in Einkaufszentren, Flughäfen o. Ä. mit raumlufttechnischen Anlagen muss deren Wirksamkeit bei den Betreibenden erfragt werden und die Maßnahmen müssen darauf abgestimmt werden. An Wartebereichen vor den Schaltern können Markierungen für einen ausreichenden Abstand der Kundinnen und Kunden untereinander und zu den Beschäftigten (z. B. Bodenmarkierung, Flatterbänder) angebracht werden. Die Zugänge zu den Schaltern sollen so gestaltet werden, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können, zum Beispiel durch Festlegen von Einrichtungswegen. Die Kundinnen und Kunden müssen vor dem Betreten der Geschäftsräume auf das Tragen der nach Landesrecht vorgeschriebenen Masken durch eine geeignete Beschilderung hingewiesen werden. Die Beschäftigten müssen darauf achten, dass die Maskenpflicht eingehalten wird.

Wenn der Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Beschäftigten und den Kundinnen und Kunden nicht eingehalten werden kann, muss eine geeignete Abtrennung vorgesehen werden.

Der obere Rand der Abtrennung darf folgende Mindesthöhe über dem Fußboden nicht unterschreiten:

  1. 1,50 m zwischen sitzenden Personen
  2. 1,80 m zwischen sitzenden und gegenüberstehenden Personen (zum Beispiel Kundinnen und Kunden)
  3. 2,00 m zwischen stehenden Personen.

Bei der Bemessung der Breite der Abtrennung muss die Breite bzw. Tiefe der Bewegungsfläche der Beschäftigten berücksichtigt werden. Diese soll links und rechts um einen Sicherheitsaufschlag von 30 cm erweitert werden. Die Abtrennung kann – falls nötig – Öffnungen außerhalb des Atembereichs (zum Beispiel zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des Kartenlesegerätes, zur Ausgabe von Mietverträgen) aufweisen. Beide Seiten der Abtrennung sollen arbeitstäglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gereinigt werden. Können zum Erreichen bzw. Verlassen der Schalter die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, müssen mindestens medizinischen Gesichtsmasken getragen werden.

Müssen die Beschäftigten bei einem Einsatz von Abtrennungen zusätzlich medizinischen Gesichtsmasken oder FFP2- Masken tragen?

Wenn durch die Abtrennung ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, kann in der Regel auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, insbesondere, wenn die Kundinnen und Kunden eine medizinische Gesichtsmaske oder eine FFP2-Maske tragen. Hier gelten aber vorrangig die Vorschriften der einzelnen Länder.

Eine medizinische Gesichtsmaske für Beschäftigte empfehlen wir unabhängig von Abtrennungen dann, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern der Beschäftigten untereinander nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnungen Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Wie können wir die Infektionsgefahr an Schaltern weiter verringern?

Damit Dokumente oder Schlüssel nicht direkt von Kundinnen und Kunden an die Servicekraft übergeben werden müssen, empfehlen wir ein kleines Tablett oder eine fixe Ablage zu nutzen. Es ist ratsam, Schlüssel und Unterlagenmappen vor der innerbetrieblichen Weitergabe gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen oder zu desinfizieren. Weiteren Schutz bietet die bargeldlose Bezahlung. Die Kartenlesegeräte sollen so installiert werden, dass sie alleine von den Kundinnen und Kunden bedient werden können. Zum Ausfüllen von Formularen und Leisten von Unterschriften sollen Stifte bereitliegen, die ausschließlich von den Kundinnen und Kunden benutzt werden. Kartenlesegeräte und Stifte sollen regelmäßig gereinigt oder desinfiziert werden. Zudem soll den Beschäftigten stets die Möglichkeit der regelmäßigen Händehygiene gegeben werden (z. B. stündlich). Lebensmittel sollen an Arbeitsplätzen mit regelmäßigen Publikumsverkehr nicht eingenommen werden.

Was müssen wir beachten, wenn an Schaltern verschiedene Beschäftigte, z. B. im Schichtdienst, tätig sind?

Vor einem Wechsel bzw. nach Schichtende müssen die Tischoberflächen, Tastaturen, PC-Mäuse, Touchbildschirme, Telefonhörer und Ähnliches gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern gereinigt oder mit einem geeigneten Mittel desinfiziert werden. Notwendige Schreibmittel sollen personenbezogen bereitgestellt und von den Beschäftigten jeweils mitgebracht bzw. mitgenommen werden. Auch diese sollen regelmäßig gereinigt bzw. desinfiziert werden.

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen, Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegegebenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Welche Hygienemaßnahmen sind bei der persönlichen Übergabe bzw. Rücknahme von Mietfahrzeugen notwendig?

Achten Sie bei der Fahrzeugübergabe bzw. -rücknahme darauf, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Bei unvermeidbarem Kontakt zu den Kunden und Kundinnen, z. B. bei Einweisung in die Fahrzeugbedienung, sollen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt und getragen werden. Dabei sollen die jeweiligen produktbezogenen Anweisungen zum Anlegen, Ablegen sowie zur Reinigung angewendet werden. Die damit beauftragten Personen müssen darin unterwiesen werden. Begrenzen Sie die Kontaktzeiten auf ein Minimum. Nach jeder Übergabe oder Rücknahme sollen die Hände gewaschen werden.

Was müssen wir beachten, wenn Fahrzeuge bei Kunden bzw. Kundinnen bereitgestellt bzw. abgeholt werden sollen?

Wenn bei der Anfahrt bzw. bei der Rückfahrt eine zweite Person mitfährt, muss diese in einem Pkw hinten rechts sitzen und mindestens eine medizinische Gesichtsmake tragen. Die Reinigung oder Desinfektion der Fahrzeuginnenräume muss vor Ort beim Kunden bzw. der Kundin erfolgen.

Welche Empfehlungen gelten, wenn wir Autos mit Fahrerinnen und Fahrern vermieten?

Es gelten die gleichen Empfehlungen wie für das Taxigewerbe.

Reitunterricht und Pferdesport sind unter Einhaltung des Infektionsschutzes wieder gestattet. Den rechtlichen Rahmen bilden der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard, die konkretisierende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel sowie die seit dem 21.01.2021 geltende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung. Zudem gelten Regelungen und Vorschriften der Länder, die zwingend eingehalten werden müssen.

Eine Übersicht über die Länderregelungen sowie Checklisten als Hilfestellung sind auf der Homepage der Reiterlichen Vereinigung bereitgestellt. Zusätzlich werden von den Städten und Gemeinden Detailregelungen für das Betreiben von Reit- und Pferdesportstätten ausgegeben, die die Landesregelungen konkretisieren. Die Detailregelungen können bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde individuell erfragt werden.

Die folgenden Empfehlungen der BG Verkehr dienen dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten in der Reittierhaltung. Sie konkretisieren den Arbeitsschutzstandard des BMAS. Weitere wichtige branchenübergreifende Empfehlungen finden Sie unter "Allgemeine Fragen und Antworten".

Wer ist für die Umsetzung der Infektionsschutzmaßnahmen in der Pferdehaltung verantwortlich?

Die Verantwortung für die Umsetzung notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen trägt der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin. Auch in Kleinstbetrieben, um die es sich bei der Reittierhaltung überwiegend handelt, muss der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin in der Gefährdungsbeurteilung Maßnahmen des Arbeitsschutzes festlegen. Der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin muss sich dazu von den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beraten lassen.

Was müssen wir bei der Arbeitsplatzgestaltung beachten?

Der Grundsatz des ausreichenden Mindestabstands von 1,5 Metern zueinander und zu anderen Personen gilt nach wie vor.

Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden. Können die Anforderungen an die Raumbelegung oder der Mindestabstand in dem Raum nicht eingehalten werden, muss der Arbeitgeber/die Arbeitsgeberin durch andere geeignete Schutzmaßnahmen, insbesondere durch Lüftungsmaßnahmen und geeignete Abtrennungen, den gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellen. Wenn die o.g. Ausführungen zur Raumbelegung nicht eingehalten werden können, müssen die Beschäftigten mindestens eine medizinische Gesichtsmaske tragen.

Kann der Mindestabstand von 1,5 m – beispielsweise bei Hilfestellungen für Reitschülerinnen und Reitschüler, die körperliche Nähe erfordern – nicht eingehalten werden, muss der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin Mund-Nase-Schutz in Form von medizinischen Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung stellen. Die medizinischen Gesichtsmasken sollen jedoch bevorzugt eingesetzt werden, da diese einen niedrigeren Atemwiderstand haben.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Vermeiden Sie einen Aufenthalt von mehreren Personen in kleineren Räumen, wie z. B. der Sattelkammer oder Umkleideräumen. Bei einigen Vereinen ist das Umkleiden auf dem Vereinsgelände noch immer untersagt.

Um die Abstandsregelung einzuhalten, sollen sich in engen Stallgassen möglichst nicht mehrere Personen gleichzeitig aufhalten. Die Alternative ist ein zeitversetztes Arbeiten in den Stallgassen. Gegebenenfalls kann auch eine "Einbahnstraßenregelung" eingerichtet werden. Arbeiten am Pferd sollen,wenn möglich, außerhalb der Stallgasse vorgenommen werden. Bei unvermeidlichen gleichzeitigen Arbeiten in der Stallgasse müssen diese unter Wahrung der Abstandsregelung koordiniert werden. Gleichzeitig sollen Markierungen auf dem Boden angebracht werden, die anzeigen, in welchen Bereichen mit den Pferden in der Stallgase gearbeitet wird. Die Pferdepflege soll, wenn möglich, außerhalb der Stallgasse vorgenommen werden, um einen reibungslosen Betrieb in der Stallgasse zu gewährleisten. Werden die Plätze verlagert, muss darauf geachtet werden, dass auch Anbindeeinrichtungen am neuen Platz vorhanden sind.

HinweisLesen Sie bitte hierzu auch die Abschnitte „Was bringt der Einsatz von medizinischen Gesichtsmasken und FFP2-Masken?“ und „Was müssen wir bei der Lüftung von Arbeitsräumen beachten“ in den „Allgemeinen Fragen und Antworten“.

Was müssen wir in Sanitärräumen, Umkleiden und Pausenräumen beachten?

Grundsätzlich sollen Umkleiden und Pausenräume geschlossen gehalten werden.

Ist die gleichzeitige Nutzung von Umkleiden und Pausenräumen durch mehrere Personen zwingend erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden.

Bei der Nutzung von Umkleide- und Waschräumen muss die Abstandsregelung eingehalten werden. Dies muss durch Abstandsmarkierungen, Begrenzung der Personenzahl oder zeitlich versetzte Nutzung sichergestellt werden. In den Sanitärräumen müssen hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender mit Einmalhandtüchern zur Verfügung stehen.

Sorgen Sie für die ausreichende Reinigung und Hygiene in den gemeinschaftlich genutzten Räumen, gegebenenfalls müssen die Reinigungsintervalle angepasst werden. Dies gilt insbesondere für Sanitärräume, die arbeitstäglich gereinigt werden müssen. Zur Vermeidung von Infektionen trägt auch das regelmäßige Reinigen von Türklinken und Handläufen bei. Verwenden Sie für Oberflächen fettlöslichen Haushaltsreiniger oder Seifenlauge. Zum Nachwischen sollen Einweglappen verwendet werden, die nach der Reinigung entsorgt werden.

Unter welchen Voraussetzungen dürfen wir betriebsfremden Personen den Zutritt zu unserem Betrieb erlauben?

Grundsätzlich sollen alle Besuche betriebsfremder Personen vorab telefonisch oder schriftlich (beispielsweise per E-Mail) angemeldet werden. Durch Terminvergaben können Sie den Zutritt steuern und unnötige Kontakte gezielt vermeiden. Notieren Sie die Besuche unter Angabe von Kontaktdaten und genauer Besuchszeit, um im Fall einer Coronainfektion auskunftsfähig zu sein.

Insbesondere bei Pensionsställen soll dafür gesorgt werden, dass nur die Personen, die üblicherweise für die notwendige Versorgung und/oder Bewegung ihrer Pferde vorgesehen sind, die Anlage betreten. Bei Abweichungen müssen auch diese Personen in der o.g. Liste erfasst werden. Vertretungen müssen die gleichen Anweisungen erhalten wie die Beschäftigten.

Unmittelbar nach Betreten und Verlassen der Anlage sollen die Besucher die Hände gründlich waschen und desinfizieren, bevor weitere Tätigkeiten durchgeführt werden. Eine regelmäßige Händereinigung wird angeraten. In den Sanitärräumen stehen Seife und Einmalhandtücher dazu zur Verfügung.

Insbesondere Begrüßungen per Händedruck oder durch Umarmungen sollen unterlassen werden.

Die Anzahl der Personen, die sich in bestimmten Bereichen von Reitanlagen aufhalten dürfen, können je nach Bundesland unterschiedlich sein und sollen wie oben beschrieben erfragt werden. Informieren Sie Betriebsfremde, die sich auf dem Reitgelände oder in den Stallungen aufhalten, über entsprechende Regelungen, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Infektionsschutzes gelten. Eine Beschilderung mit einer Zusammenfassung der festgelegten Verhaltensweisen an den Zugängen zu Ställen und Reitanlagen ist dabei sinnvoll.

Welche Empfehlungen gelten für den Reitunterricht?

Da die Umkleide und Sozialräume geschlossen gehalten werden sollen, müssen alle Personen fertig ausgerüstet/umgezogen auf die Anlage kommen.

Die Mindestabstände von 1,5 Metern von den teilnehmenden Personen und dem Lehrpersonal müssen eingehalten werden. Sind Hilfestellungen für Reitschülerinnen und Reitschüler erforderlich, die körperliche Nähe erfordern, müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken von Schülerinnen/Schülern und Lehrpersonal getragen werden.

Bei kleineren, oder ungeübten Reitschülern erfolgt das Aufsitzen über Aufsitzhilfen z. B. in Form von Podesten, Hilfestellungen sollen auch dabei unterbleiben.

Wenn der Unterricht in Gruppen erteilt wird, sollen feste Gruppen mit einem gleichbleibenden Teilnehmendenkreis gebildet werden, die von den gleichen Lehrkräften unterrichtet werden. Dies reduziert die Zahl der möglichen Kontakte und somit der Betroffenen im Infektionsfall.

Je nach Größe der Reitfläche muss Anzahl der gleichzeitig reitenden Pferdesportler und Pferdesportlerinnen festgelegt werden Die Reiterliche Vereinigung (FN) empfiehlt: 100m² pro Reiter/Großpferd. Bei Bedarf kann eine Bewegungsfläche auch in mehrere Flächen unterteilt werden.

Generell müssen Sie auch hier Vorgaben des Landes sowie der Städte und Gemeinden einhalten , die u. U. von den genannten Werten abweichen können.

Welche Regelungen gelten für Ausrüstung, Werkzeuge und andere Arbeitsmittel?

Generell sollen Reitausrüstung, Werkzeuge und andere Arbeitsmittel personenbezogen ausgegeben und möglichst nicht zwischen verschiedenen Personen getauscht werden. Ist dies nicht möglich, muss die Ausrüstung vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Achten Sie besonders strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) und Arbeitsbekleidung. Ermöglichen Sie die personenbezogene Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung. Stellen Sie sicher, dass Arbeitsbekleidung regelmäßig gereinigt wird. Wenn ausgeschlossen ist, dass zusätzliche Infektionsrisiken und/oder Hygienemängel (z. B. durch Verschmutzung) entstehen und hierdurch zugleich innerbetriebliche Personenkontakte vermieden werden können, können Sie den Beschäftigten das An- und Ausziehen der Arbeitskleidung zuhause ermöglichen.

Wie müssen wir unsere Beschäftigten über die Maßnahmen informieren?

Stellen Sie sicher, dass Ihre Beschäftigten umfassend über Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen informiert werden. Unterweisungen der Führungskräfte sorgen für Handlungssicherheit und sollen möglichst zentral laufen. Benennen Sie feste Ansprechpersonen für Fragen zu Schutzmaßnahmen. Alle Schutzmaßnahmen müssen erklärt und durch Hinweise (auch durch Hinweisschilder, Aushänge, Bodenmarkierungen etc.) verständlich gemacht werden. Weisen Sie auf die Einhaltung der persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln (Abstandsgebot, Husten- und Nies-Etikette, Handhygiene, PSA) hin. Für Unterweisungen sind die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) hilfreich. 

Wer ist Ansprechperson für Fragen?

Erste Ansprechperson für betrieblich Anwesende ist der Unternehmer/die Unternehmerin bzw. eine von ihm/ihr beauftragte zuverlässige und fachkundige Person.

Für den Unternehmer/die Unternehmerin sind die jeweiligen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit Ansprechpersonen für Belange des Arbeitsschutzes.

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