Bestattungsunternehmen

InformationDie generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen für Bestattungsunternehmen werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Einen Überblick über die Ländervorgaben hat der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. zusammengestellt. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Bestattungsunternehmen

Was müssen Bestatterinnen und Bestatter im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 beachten?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist von einer Infektiosität Verstorbener auszugehen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Auch Körperflüssigkeiten, insbesondere aus den Atemwegen, sind infektiös. Das gleiche gilt über den Zeitraum weniger Tage auch für Rückstände von Körperflüssigkeiten auf Kleidung, Haut und Umgebung der Verstorbenen. Schutzmaßnahmen für Bestatterinnen und Bestatter vor einer Gefährdung durch SARS-CoV-2 entsprechen denen luftübertragbarer Infektionserreger der Risikogruppe 3, zu denen auch die Erreger von Tuberkulose und mehrere Influenzaviren gehören.

Weitere Auskunft zum Umgang mit Verstorbenen und SARS-CoV-2 als Infektionserreger der Risikogruppe 3 geben das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Empfehlungen zum Umgang mit COVID-19-Verstorbenen und branchenspezifisch die DGUV Information 214-021 (vormals BGI 5026).

Welche konkreten Maßnahmen müssen während der Vorbereitung von an SARS-CoV-2 Verstorbenen auf die Bestattung beachtet werden?

In Zusammenarbeit mit dem RKI und mit Unterstützung der BG Verkehr wurde eine Handlungsempfehlung erarbeitet. Die zurzeit gültigen Umgangsempfehlungen teilt der Bundesverband der Bestatter mit.

Darf ich Trauernde in deren Wohnungen aufsuchen und welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich gegebenenfalls dafür treffen?

Beratungsgespräche sollen möglichst nur noch im Institut mit ein, maximal zwei Angehörigen stattfinden. Eine sichere Alternative sind fernmündliche oder Chat-Beratungen, auch schriftlich per E-Mail kann man sich austauschen.

Wenn ein Besuch in der Wohnung der Trauernden unumgänglich ist, sind folgende Schutzmaßnahmen zu empfehlen: Zunächst soll sich das Bestattungsunternehmen erkundigen, ob in dem jeweiligen Haushalt Personen an Atemwegserkrankungen leiden oder Quarantäne- bzw. Isolationsmaßnahmen angeordnet wurden. Im Zweifelsfall kann es empfehlenswert sein, sich von den Besuchten einen aktuellen Coronatest zeigen zu lassen. Besteht kein Coronaverdacht, kann die Wohnung unter der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern und mit einer FFP2-Maske betreten werden. Vor Betreten und nach Verlassen der Wohnung müssen die Hände mindestens 30 Sekunden lang gewaschen oder mit einem Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) desinfiziert werden. Für den richtigen Umgang mit Desinfektionsmitteln ist eine Unterweisung erforderlich. 

Welche Vorkehrungen muss ich in meinen Geschäftsräumen treffen?

In Innenräumen, die von mehr als einer Person gleichzeitig genutzt werden, soll Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Arbeiten Sie nur auf Basis fester Termine, um die Zahl der Besucherinnen und Besucher in Ihren Geschäftsräumen zu begrenzen und notieren Sie sich ihre Kontaktdaten. Halten Sie den Abstand von 1,5 Metern ein und lüften Sie die Räume regelmäßig. Bitten Sie die Besucherinnen und Besucher, sich beim Betreten der Geschäftsräume zunächst die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Lassen Sie sich negative Testergebnisse und Impfzertifikate zeigen, sofern dies die Verordnungslage erfordert. Halten Sie gegebenenfalls Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher für die Kundinnen und Kunden bereit. Vermeiden Sie Körperkontakt und Händeschütteln. Reinigen Sie Kontaktflächen planmäßig mit fettlösendem Haushaltsreiniger und wischen Sie mit Einmalhandtüchern nach. Die Handtücher und das zum Putzen eingesetzte Wasser sollen umgehend entsorgt werden. Trennen Sie, wenn möglich, die öffentlich genutzten Arbeitsbereiche und die internen Büro- und Arbeitsräume.

Welche arbeitsorganisatorischen Maßnahmen kann ich treffen?

Arbeiten Sie in Schichten und in Teams, die sich möglichst nicht begegnen sollten. So ist Ihr Betrieb sichergestellt, auch wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hat. Bei Niederlassungen soll das jeweilige Stammpersonal in der jeweiligen Niederlassung verbleiben. Büroarbeiten sollen möglichst ins Homeoffice verlagert werden. Arbeiten Sie möglichst papierlos (Messenger-Dienste, E-Mail). Sämtliche Akten und Dokumente sollen in desinfizierten Mappen übergeben werden.

Angehörige sollen Unterlagen wie Sterbeurkunden, Stammbücher etc. zugestellt bekommen und diese nicht persönlich abholen.

Es ist empfehlenswert, Werkzeuge den Beschäftigten fest zuzuweisen – ansonsten sollen sie vor der Übergabe gründlich gereinigt werden.

Was muss bei mehreren Personen im Fahrzeug beachtet werden?

Bei Mehrfachbesetzung im Fahrzeug sollen alle Personen jeweils mindestens Mund-Nasen-Schutz tragen, einschließlich des Fahrers oder der Fahrerin. Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Zwecke des Infektionsschutzes mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist, wenn glaubhaft ist, dass der Fahrer oder die Fahrer trotz Maske identifiziert werden kann.

Fahrerinnen und Fahrer sollen dahingehend unterwiesen sein, dass sie den Mund-Nasen-Schutz im Fahrzeug nur dann tragen, wenn andere Personen mitfahren. Die Kombination mit Sonnenbrillen soll auf den notwendigen Zeitraum begrenzt werden. Um die Identifikation sicherzustellen, kann das Unternehmen beispielsweise für die Pandemiezeit freiwillig die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen (sofern kein Fahrtenschreiber benutzt wird).

Kann der Fahrer oder die Fahrerin keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollen alle anderen Personen im Fahrzeug eine FFP2-Maske tragen. Aus dem Einsatz von FFP2-Masken folgen jedoch zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Abweichende Vorgaben aus den Infektionsschutzgesetzen der Länder sind vorrangig zu beachten.

Die Kommunikation im Fahrzeug soll auf ein Minimum beschränkt werden. Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Was muss ich bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger/Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wisch-Reinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Im Fernverkehr sollen Fahrerinnen und Fahrer eigene Handtücher, Laken, Decken etc. verwenden, die nach Benutzung gewaschen werden. Idealerweise werden Textilien, wie Vorhänge, Laken etc. chemisch gereinigt. Alternativ kann auch eine Reinigung in der Waschmaschine mit Waschmittellösung bei 60 Grad Celsius erfolgen. Anschließendes Bügeln trägt zur Desinfektion bei.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen, Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit. Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Was müssen Bestattungsunternehmen bei der Vorbereitung und Durchführung von Trauerfeiern beachten?

Die Maßnahmen zum Infektionsschutz ergeben sich aus den Vorgaben der einzelnen Bundesländer und Gemeinden (siehe oben). Aus Sicht des Arbeitsschutzes sollen Beschäftigte des Bestattungsunternehmens 1,5 Meter Mindestabstand untereinander und zu anderen Personen halten. Wo dies nicht möglich ist, muss Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

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