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Tipp Titelseite Faktenblatt Coronavirus TaxiFaktenblatt Coronavirus - Infektionsschutz im Taxigewerbe

Informationen für Unternehmen mit Fahrpersonal

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Die generellen Vorgaben von Schutzmaßnahmen im Rahmen des allgemeinen Infektionsschutzes werden von den Bundesländern sowie gegebenenfalls von Städten und Gemeinden gemacht. Diese müssen beachtet werden. Folgende Empfehlungen der BG Verkehr gelten für den Schutz der Beschäftigten in den Taxiunternehmen.

Gilt die 3G-Regel auch für das Taxigewerbe?

Ja. Am 12.12.2021 wurde durch eine Änderung von §28b (5) des Infektionsschutzgesetzes die Erfordernis eines Impf-, Test- oder Genesenennachweises auf Fahr- und Steuerpersonal von Flugzeugen, Taxen und Bussen ausgeweitet.

Schützen Abtrennungen in Form von Schutzscheiben/-folien vor Covid-19-Infektionen?

Schutzscheiben und Schutzfolien bieten keinen verlässlichen Schutz für den Fahrer oder die Fahrerin gegen die Übertragung des Virus durch Aerosole (feinste flüssige Teile in der Luft). Sie reduzieren aber als Spuck- und Niesschutz das Risiko einer Tröpfcheninfektion, die als ein Hauptübertragungsweg der Infektion mit Coronaviren gilt. Von daher sind sie grundsätzlich zu empfehlen. Dennoch entbinden sie nicht von der Pflicht, den größtmöglichen Abstand zu den Fahrgästen einzuhalten und mindestens medizinische Gesichtsmasken zu tragen.

Was müssen wir beim Einbau von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Innerhalb kurzer Zeit haben verschiedene Anbieter eine Vielzahl von Lösungen entwickelt. Um ausgereifte Produkte von weniger empfehlenswerten Lösungen unterscheiden zu können, soll man auf folgende Punkte achten:

  • Klären Sie, ob die Lösung gemäß StVZO zulassungsfähig ist. Auskunft geben die zuständige Zulassungsstelle oder auch die Prüfstellen zugelassener Prüforganisationen.
  • Werden Scheiben aus hartem Material wie Kunststoff oder Glas verwendet, müssen sie stoß- und splitterfest sein. Scheiben aus Sicherheitsglas oder glasähnliche Kunststoffe brauchen eine Bauartgenehmigung nach UNECE 43 oder (national) nach Paragraph 22a StVZO.
  • Als Befestigungen sind Lösungen zu empfehlen, durch die beim Bremsen oder bei einem Aufprall keine zusätzliche Gefahr durch schlechte Verankerung, scharfkantige oder vorstehende Teile etc. entsteht. Befestigungen, die eine feste Verschraubung mit der Karosserie beinhalten, sollten durch einen Kfz-Fachbetrieb eingebaut werden.
  • Trennwände müssen so eingebaut werden, dass sie die Wirkung von Airbags nicht beeinträchtigen.

Eine Alternative zum Einbau einer starren Scheibe bietet der Einsatz einer Folie oder Plane als Abtrennung. Oft kann bei diesen Lösungen sogar eine bessere Abdichtung gegenüber dem Fahrerraum erzielt werden als bei einer starren Scheibe. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Abbremsung oder einem Aufprall wird der Fahrgast keiner zusätzlichen Gefahr ausgesetzt.

Was müssen wir beim Einsatz von Schutzscheiben/-folien in Taxen beachten?

Damit sich keine Viren auf den Scheiben oder Folien ansammeln, müssen die Fahrer oder die Fahrerinnen diese möglichst mehrmals am Tag reinigen. Zu empfehlen ist eine gründliche Reinigung mit fettlösenden Haushaltsreinigern und Einmaltüchern. Einmaltücher und Seifenlauge sollen direkt nach der Reinigung entsorgt werden. Nach der Reinigung sollen sich Fahrer und Fahrerinnen gründlich mit Seife die Hände waschen.

Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den erstgenannten Reinigungsmitteln. Zur chemischen Desinfektion sollen Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich begrenzt viruzid (wirksam gegen behüllte Viren), begrenzt viruzid PLUS oder viruzid angewendet werden. Nehmen Sie in diesem Fall eine Wischdesinfektion statt eine Sprühdesinfektion vor.

Auf eine Sprühdesinfektion soll aus folgenden Gründen verzichtet werden: Durch die feinste Vernebelung werden zum einen nicht alle Bereiche erreicht, wenn nicht nachgewischt wird. Zum anderen kann es durch diese feinste Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen. Auch Explosionsgefährdungen bei Einsatz der Sprühdesinfektion in kleinen geschlossenen Raumen sind möglich.

Wie können Abstandsregeln im Taxibetrieb eingehalten werden?

Begrenzen Sie die Zahl der Fahrgäste. Der Beifahrersitz ist während der Coronakrise auf jeden Fall tabu. In mindestens einer Region wurde die Mitnahme von Fahrgästen auf eine Person in Standardtaxen und zwei Personen in Großraumtaxen begrenzt (ausgenommen Fahrgäste des gleichen Haushalts). Einzelne Fahrgäste sollten immer hinten rechts platziert werden.

In den Pausen sollen die Fahrer und Fahrerinnen den Abstand von mindestens 1,5 Metern untereinander einhalten.

Welche weiteren Maßnahmen sollen wir umsetzen?

  • Die Kommunikation zwischen Fahrerin bzw. Fahrer und Fahrgast soll auf das Wesentliche beschränkt werden. Beim Sprechen treten kleine Tröpfen aus dem Mund aus, die Träger des Coronavirus sein können.
  • Die Fahrt soll möglichst bargeldlos bezahlt werden.
  • Wann immer möglich, soll das Fahrzeug gelüftet werden.
  • Das Gebläse soll nicht in Umluft betrieben werden. Es gibt einzelne Empfehlungen, das Gebläse komplett auszustellen, allerdings ist hier abzuwägen, dass dadurch der wünschenswerte Luftaustausch unterbunden wird.

Worauf müssen wir beim Lüften und beim Betrieb der Klimaanlage in den Fahrzeugen achten?

Es muss für möglichst gute Lüftung im Fahrzeug gesorgt werden. Das bedeutet, regelmäßig die Fenster zu öffnen und das Gebläse für Heizung und Klimaanlage nur mit Außenluft zu betreiben. Da die Lüftungsanlage im Fahrzeug keine HEPA-Filter enthält, würde ein Umluftbetrieb Aerosole, die möglicherweise Viren enthalten, wieder dem Fahrzeuginnenraum zuführen.

Sollen die Fahrerinnen und Fahrer sowie die Fahrgäste Gesichtsmasken tragen?

Da in einem Taxi Fahrer bzw. Fahrerin und Fahrgäste den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können, müssen die Fahrgäste und das Fahrpersonal während der Fahrt mindestens medizinische Gesichtsmasken ("Chirurgenmasken") tragen. Die Sicht darf dadurch nicht eingeschränkt werden.

Das Bundesverkehrsministerium hat gegenüber der BG Verkehr klargestellt, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Steuer eines Taxis, das Fahrgäste befördert, mit § 23 Absatz 4 StVO (Verhüllungsverbot) vereinbar ist.

Kann der Fahrgast keine medizinische Gesichtsmaske tragen, muss der Fahrer bzw. die Fahrerin eine FFP2-Maske tragen.

Entscheiden Sie sich aufgrund Ihrer Gefährdungsbeurteilung oder den Anforderungen der Infektionsschutzverordnung Ihres Bundeslandes für den Einsatz von FFP2-Masken, folgen daraus zwingende betriebliche Maßnahmen. Lesen Sie dazu die Frage "Welche Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Einsatz von FFP2-Masken?" in den "Allgemeinen Fragen und Antworten".

Was müssen wir bei der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeuginnenräumen beachten?

Um Schmierinfektionen zu verhindern, müssen die Fahrzeuge vor jedem Fahrpersonalwechsel gründlich gereinigt werden. Weisen Sie das Fahrpersonal an, Oberflächen gründlich mit fettlösenden Haushaltsreinigern zu reinigen. Ideal sind mit Reiniger oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher, die dann entsorgt werden. Neben dem Arbeitsbereich und dem Fahrgastbereich im Fahrzeuginneren, sollen auch Türgriffe etc. entsprechend gereinigt werden. Die Wischreinigung mit Seifenlauge gewährleistet, dass auch Rückseiten von Griffen, Hebeln und Gurtschlössern oder des Lenkrads gesäubert werden können.

Wird eine Desinfektion als notwendig erachtet oder gar vorgeschrieben, so soll diese generell als Wischdesinfektion durchgeführt werden. Eine Sprühdesinfektion ist nicht ratsam, da es durch die feine Vernebelung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie allergischen Reaktionen aber auch zu Atemwegsreizungen oder Verätzungen der Atemwege kommen kann.

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Eine Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und –verfahren steht zum Download bereit.Abzuraten ist von der Anwendung von reinem Ethanol und Isopropanol als Desinfektionsmittel. Es besteht Feuer- und Explosionsgefahr. Ebenso abzuraten ist vom Einsatz chlorhaltiger Desinfektionsmittel.

Die Nutzung von speziellen Desinfektionsverfahren, beispielsweise mit Ozon oder durch Vernebelung, ist nur durch geschultes Personal zulässig und darf nur im stehenden nicht genutzten Fahrzeug erfolgen. Eine anschließende gute Durchlüftung des desinfizierten Fahrzeuges ist zwingend erforderlich. Gegebenenfalls muss die Gefährdungsbeurteilung für den Standort aktualisiert werden.

Welche persönlichen Hygienemaßnahmen sind zu treffen?

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife reicht im Normalfall aus. Für den Fall, dass die Handhygiene mit Wasser und Seife nicht gewährleistet werden kann, sollen kleine Flaschen mit Desinfektionsmittel (mindestens begrenzt viruzid) ausgegeben werden.

Die Hände gehören an das Lenkrad und nicht in das Gesicht – auch beim Halt an der Ampel. Berührungen des Gesichtes mit Händen oder Fingern erhöhen das Ansteckungsrisiko und müssen daher bewusst vermieden werden.

Wie stellen wir die Mitwirkung der Fahrgäste sicher?

Am besten wirken die getroffenen Maßnahmen, wenn sie nicht nur vom Fahrpersonal mitgetragen werden, sondern auch von den Fahrgästen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Maßnahmen angemessen kommuniziert werden. Beispielsweise können die Maßnahmen mit einem Infoblatt geschildert werden – entscheidend dabei ist, dass die Fahrgäste verstehen, dass die Maßnahmen auch dem Schutz ihrer Gesundheit dienen.

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