Informationen der BG Verkehr zum Thema Kabinenluft

Unfallmeldungen zu Geruchsereignissen in Flugzeugen

1. Februar 2019 – Aktuelle Zahlen für das Jahr 2018

Die BG Verkehr veröffentlicht halbjährlich die Zahl der gemeldeten Unfälle von Versicherten nach Fume- and Smell-Events. 2018 gingen rund 540 Unfallmeldungen ein. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein erheblicher Rückgang um rund 40 Prozent. 2017 wurden 920 Unfälle gemeldet.

Die Fume- and Smell-Event-Fälle werden seit 2013 als Unfallanzeigen separat erfasst. Die Zahl stieg von rund 300 im Jahr 2013 kontinuierlich auf rund 920 Fälle im Jahr 2017. 2018 sank diese Zahl erstmals.

Die Kriterien für die Erfassung sind seit Beginn der Dokumentation unverändert. Es fließen alle Unfallanzeigen in die Fallzahlen ein, auch solche, die nach einem Fume- and Smell-Event vorsorglich und ohne gesundheitliche Beschwerden gemeldet werden und daher nicht meldepflichtig sind. Anzeigepflichtig sind Unfälle mit einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen. Rund 11 Prozent der gemeldeten Fume- and Smell-Unfälle waren 2018 anzeigepflichtig.

Hintergrund: Wie erfasst die BG Verkehr die Unfallmeldungen nach einem Fume- and Smell-Event?

Um die Versicherten kompetent beraten und informieren zu können, werden alle Verfahren zu Fume- and Smell-Events seit Mitte 2016 in der Bezirksverwaltung Hamburg bearbeitet. Auf diese Weise ist es möglich, Diagnosen und Untersuchungsergebnisse systematisch auszuwerten und die Verfahren qualitätsgesichert zu führen.

Grundsätzlich sollen in der gesetzlichen Unfallversicherung Versicherte bei einem Unfall mit Behandlungsbedürftigkeit über eine Woche hinaus oder mit einer Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus einen Durchgangsarzt aufsuchen. Er entscheidet, ob er eine Behandlung beim Hausarzt für ausreichend hält, oder ob er den Fall selbst übernimmt, eventuell unter Hinzuziehung weiterer Fachärzte. Um gezielt an der Prävention zu arbeiten, hat die BG Verkehr mit ihren Mitgliedsunternehmen abgestimmt, dass jeder Fall, in dem es nach einem Fume- and Smell-Event zu Gesundheitsbeschwerden kommt, als Arbeitsunfall gemeldet wird.

Die erste Meldung über Gesundheitsbeschwerden nach einem Fume- and Smell-Event erhält die BG Verkehr meist über die D-Ärzte, gelegentlich auch über andere Ärzte. Aber auch von den Betroffenen selbst gehen Unfallanzeigen ein. Alle diese Fälle werden fortlaufend bei der BG erfasst und die Meldungen fließen in die Fallzahlen ein, auch dann, wenn nach einem Fume- and Smell-Event vorsorglich und ohne gesundheitliche Beschwerden eine Meldung erfolgt. Liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor, wird der Fall in der Regel als Arbeitsunfall anerkannt. Diese Anerkennung bezieht sich auf das Unfallereignis und den unmittelbar daraus resultierenden akuten Gesundheitsschäden (wie zum Beispiel Übelkeit, Kopfschmerzen oder sonstige Reizerscheinungen).

Erhält die BG Verkehr nach der Ersterfassung keine weiteren Berichte, wird der Fall als abgeschlossen gekennzeichnet und gespeichert. Dazu eingehende Rechnungen werden geprüft und bezahlt. Folgen weitere Berichte des Durchgangsarztes oder auch anderer Ärzte – z. B. nach einer Wiedererkrankung – werden diese Fälle im Datenbestand ebenfalls erfasst.

Bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit wird anhand des jeweiligen Einzelfalles die unfallbedingte Arbeits- und Behandlungsbedürftigkeit geklärt. In diesen Fällen ist die BG Verkehr gesetzlich verpflichtet, Gesundheitsschäden nur dann anzuerkennen, wenn ein Zusammenhang zwischen Unfallereignis und Gesundheitsbeschwerden besteht. Ein derartiger kausaler Zusammenhang konnte für länger anhaltende Gesundheitsbeschwerden bisher nicht festgestellt werden. In diesen Fällen geht die Behandlung in die Hand der Krankenkassen über. Um den Ursachen weiter nachzugehen, wurde von der BG Verkehr unter anderem ein Bio-Monitoring gestartet.

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