Psychische Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung

Arbeit ist eine wichtige Voraussetzung für unsere psychische Gesundheit: Sie ernährt und beschäftigt uns, gibt uns Struktur und regelmäßigen sozialen Austausch. Im besten Fall können wir bei der Arbeit Fähigkeiten und Kompetenzen weiterentwickeln. Auf der anderen Seite können Tätigkeiten aber auch ungünstig gestaltet oder organisiert sein und auf Dauer der Gesundheit schaden.

Es ist wichtig, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher, gesund und gerne arbeiten. Eine Möglichkeit, dies sicherzustellen, ist die Gefährdungsbeurteilung, mit der kritische Arbeitsmerkmale bestimmt werden können.

Psychische Belastungen

Beim Thema Psychische Belastungen geht es weder direkt um die Psyche einzelner Personen noch um ausschließlich negative Aspekte, die man schnell mit dem Wort Belastung assoziiert. Gemeint sind vielmehr Aspekte der Tätigkeit, die einen positiven oder negativen Einfluss auf die psychische oder körperliche Gesundheit der Beschäftigten haben können.

InformationWichtig

Bei der Beurteilung der psychischen Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung geht es ausschließlich um die Arbeitsbedingungen und nicht um die psychische Verfassung sowie die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Einzelnen.

Weitere Belastungsfaktoren sind beispielsweise ständiger Zeitdruck, fehlende Informationen, unergonomische Arbeitsmittel, ungünstige Arbeitsabläufe und Bedrohungen durch Kunden, die sich langfristig negativ auf die Psyche auswirken können.

Durch die Ermittlung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung werden kritische Faktoren im Arbeitshandeln identifiziert. Erfragt werden dabei Aspekte der Arbeitsaufgabe, der Arbeitsorganisation, der sozialen Beziehungen, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel.

Aus den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung lassen sich dann Gestaltungsmöglichkeiten ableiten, um psychische Belastungen zu reduzieren oder stärkende Ressourcen zu schaffen. So erhält man Hinweise, ob man zum Beispiel die Arbeitsabläufe verbessern sollte, ob die Arbeitsmittel (noch) geeignet sind, der Informationsfluss passt oder ob ein Deeskalationstraining sinnvoll wäre.

Besprechung zweier Personen am Tisch

Nur dass, aber nicht wie...

Auch wenn der Gesetzgeber verlangt, dass die psychischen Belastungen der Mitarbeitenden in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden müssen, gibt es keine Vorschrift, wie das geschehen soll. Unterstützend stehen hierzu jedoch zahlreiche Informationsschriften und Handlungshilfen zur Verfügung.

Ermittlung arbeitsbedingter psychischer Belastungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung
Empfehlungen zur Berücksichtigung psychischer Belastung in der Gefährdungsbeurteilung
Erklärfilm: Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Verfahren, Methoden und Instrumente

Es gibt verschiedene Verfahren, Methoden und Instrumente, die je nach betrieblichen Gegebenheiten angewendet werden können. Bewährt haben sich Befragungen, Beobachtung/Beobachtungsinterviews und Workshops. Diese können auch in Kombination zum Einsatz kommen. Die BG Verkehr bietet ihren Mitgliedsunternehmen hierzu auch eine Beratung an.

Workshops

Gute Arbeitsbedingungen im Kleinstbetrieb – Kurzcheck im Team

Ideen-Treffen

Seminare

Präsenz lernenSeminar

Im Seminar lernen Sie Methoden kennen, um psychische Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung zu erfassen und geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Arbeitsbedingte psychische Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung

Online lernenErfahrungsaustausch online

Sie suchen Anregungen rund um die betriebsinternen Prozesse zur Integration der psychischen Belastungsfaktoren in die Gefährdungsbeurteilung? Im Erfahrungsaustausch können Sie sich zudem über Stolpersteine und erfolgreiche Ansätze in verschiedenen Betrieben und Branchen austauschen.

Integration psychischer Belastungsfaktoren in die Gefährdungsbeurteilung

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