Luftfahrt: DGUV Regel zur Instandhaltung von Luftfahrzeugen rundum erneuert
Flugzeuge, Hubschrauber und andere Luftfahrzeuge sind teuer: Bleiben sie wegen einer geplanten Instandhaltung oder einer ungeplanten Reparatur am Boden, verdienen die Unternehmen kein Geld. Deshalb sorgt jedes Grounding für hohen Zeit- und Termindruck – kombiniert mit erheblichen Anforderungen an die Qualität der Instandhaltungsarbeiten.
Bisher half die DGUV Regel 114-007 bei Fragen zu Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz in diesem anspruchsvollen Umfeld. Nach 34 Jahren wird sie nun abgelöst – durch die komplett neu erstellte DGUV Regel 114-607. Sie richtet sich an alle, die mit der Instandhaltung von Luftfahrzeugen zu tun haben, und bietet wertvolle Impulse für eine sichere, moderne und verantwortungsvolle Arbeitsgestaltung. Bei der neuen DGUV Regel 114-607 waren Luftfahrt-Expertinnen und -Experten der BG Verkehr, Lufthansa Technik, Airbus, der Bundespolizei und der NATO beteiligt.
Übersichtliche Darstellung der Gefährdungen
Die DGUV Regel legt einen besonderen Fokus auf geeignete Maßnahmen für identifizierte Gefährdungen auf Best-Practice-Niveau, um einen hohen Sicherheitsstandard im Arbeitsalltag zu gewährleisten. Die Inhalte berücksichtigen den aktuellen Stand der Technik ebenso wie die Beschreibung neuer Arbeitsverfahren, die sich in der Praxis bewährt haben. Darüber hinaus beleuchtet die DGUV Regel die Verantwortlichkeiten für Unternehmen bei Auswahl und Qualifikation von Beschäftigten und zeigt auf, wie man Fachkompetenz gezielt aufbauen und erhalten kann.
Neu hinzugefügt sind Kapitel über psychische Belastungen und Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS). Psychische Belastungen treten in der Branche durch hohen Zeit- und Termindruck auf, können zum Beispiel durch Schichtarbeit und die hohen Anforderungen an die Arbeitsqualität verursacht werden. Die DGUV Regel listet die entsprechenden Gefährdungen auf und nennt wirkungsvolle Gegenmaßnahmen. Hilfen haben die Expertinnen und Experten der gesetzlichen Unfallversicherung auch zu AMS erarbeitet. „Die Instandhaltung von Luftfahrzeugen läuft in sehr komplexen Prozessen ab. Den Arbeitsschutz hierbei systematisch zu organisieren, bietet sich geradezu an“, sagt Helge Homann, Hauptreferent für Luftfahrt bei der BG Verkehr.
Komplexe Technik und ein trivialer Unfallschwerpunkt
Auch alle anderen Gefährdungen in der Instandhaltung und relevante Schutzmaßnahmen stellt die Regel ausführlich vor: Tankbegehungen, Umgang mit Beschichtungs- und Gefahrstoffen, das Ein- und Aushallen von Flugzeugen, das Arbeiten auf Dockanlagen und Line Maintenance sind wesentliche Inhalte. Wobei in der Luftfahrt in Sachen Unfallgeschehen der Blick nach unten gehen sollte: Von den 2.100 meldepflichtigen Arbeitsunfällen im Jahr 2024 sind immerhin 700 auf Stürze zurückzuführen. Daher gilt auch in der Instandhaltung von Luftfahrzeugen: Das Gefährlichste an der Luftfahrt ist der Boden.
Wo bestellen?
Interessenten können während der ILA in Berlin (10. bis 14. Juni) auf dem Stand der BG Verkehr (Halle C/111) einen Blick in die Schrift werfen. Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr können die Branchenregel . Dort ist auch ein kostenloser Download möglich.
Über die BG Verkehr
Die BG Verkehr ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Verkehrswirtschaft, Post-Logistik und Telekommunikation. Bei ihr sind mehr als 1,7 Millionen Menschen versichert. Sie berät in rund 200.000 Mitgliedsunternehmen zur Prävention und sorgt nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten für die Behandlung, Rehabilitation und Entschädigung ihrer Versicherten.
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