Abstellen und kuppeln

Das Abstellen sowie das Kuppeln von Nutzfahrzeugen gehören zwar für viele Fahrerinnen und Fahrer zum Alltag, dennoch kommt es dabei immer wieder zu schweren und sogar tödlichen Unfällen. Um diese zu verhindern, müssen Sie nachfolgenden Regeln, Vorgaben und Abläufe beachten.

Sattelkupplung Lkw

Eine mögliche Gefahr beim Kuppeln ist das Wegrollen des Fahrzeuges. Dies kann geschehen, wenn die Reihenfolge der Schritte nicht eingehalten wird oder Dinge übersehen werden.

Animationsfilm: Wegrollen beim Kuppeln

AchtungBeim Herstellen der Bremsluftleitungen auf die richtige Reihenfolge achten.
Richtig: ROT NIE ALLEIN!
Der Unterlegkeil ist die Lebensversicherung von Fahrerinnen und Fahrer und deshalb als letztes zu entfernen.

Sicheres Kuppeln

Beachten Sie folgende Schritte zum sicheren An- und Abkuppeln von Fahrzeugen mit Bolzenkupplungen. 

Ankuppeln

Ankuppeln Vorgang 1

1. Kontrolle, ob Anhänger mit Feststellbremse und Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert sowie die Kupplung geöffnet ist

2. Zugöse und Fangmaul auf gleiche Höhe einstellen, Bremse der Anhängervorderachse lösenAnkuppeln Vorgang 4

3. Zwischen den Fahrzeugen heraustreten

4. Durch Zurücksetzen des Zugfahrzeuges kuppeln, anschließend anruckeln

5. Feststellbremse des Zugfahrzeuges betätigenAnkuppeln Vorgang 6

6. Kontrolle, ob Kupplung geschlossen und gesichert ist

7. Verbindungsleitungen anschließen: gelb zuerst – rot nie allein

8. Starrdeichselanhänger: Stütze in Fahrstellung bringen

9. Feststellbremse des Anhängers lösen und Unterlegkeile entfernen

10. Abfahrtkontrolle

Abkuppeln

Abkuppeln Vorgang 2

1. Feststellbremse des Zugfahrzeuges betätigen

2. Anhänger gegen Wegrollen sichern: Feststellbremse und Unterlegkeile

3. Starrdeichselanhänger: Stütze absenken

Abkuppeln Vorgang 4

4. Verbindungsleitungen trennen: erst rot, dann gelb – rot nie allein

5. Kupplung öffnen

Abkuppeln Vorgang 7

6. Zwischen den Fahrzeugen heraustreten

7. Zugfahrzeug vorziehen

Sicheres Satteln

Beachten Sie folgende Schritte zum sicheren Auf- und Absatteln von Fahrzeugen mit Sattelkupplung.

Aufsatteln

Aufsatteln Vorgang 1

1. Kontrolle, ob Sattelanhänger mit Feststellbremse und Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert sowie die Sattelkupplung geöffnet ist

2. Sattelzugmaschine auf vorgesehener Höhe einstellen

Aufsatteln Vorgang 3

3. Zugmaschine zum Kuppeln einfahren, anschließend anruckeln

4. Feststellbremse der Zugmaschine betätigen

Aufsatteln Vorgang 9

5. Kontrolle, ob Sattelkupplung geschlossen und gesichert ist

6. Verbindungsleitungen anschließen: gelb zuerst – rot nie allein

7. Sattelstützen in Fahrstellung bringen

8. Feststellbremse des Sattelanhängers lösen und Unterlegkeile entfernen

9. Abfahrtkontrolle

Absatteln

Absatteln Vorgang 3

1. Feststellbremse der Zugmaschine betätigen

2. Bodenverhältnisse unter den Aufstandsflächen der Sattelstützen und Tragfähigkeit der Sattelstützen prüfen

3. Sattelanhänger gegen Wegrollen sichern: Feststellbremse und Unterlegkeile

Absatteln Vorgang 5

4. Verbindungsleitungen trennen: erst rot, dann gelb – rot nie allein

5. Sattelstützen herunterkurbeln

6. Sattelkupplung öffnen

Absatteln Vorgang 7

7. Zugmaschine vorziehen

Abb. im Text sind aus dem Flyer "Kuppeln – aber sicher!" © BG Verkehr

Abweichendes Aufsatteln

Bei bestimmten Bauformen von Sattelanhängern verbleibt nach dem Aufsatteln kein ausreichender Platz zwischen Sattelzugmaschine und Sattelanhänger zum Anschließen der Verbindungsleitungen, wenn z. B. ein an der Stirnseite angebrachtes Kühlaggregat am Sattelanhänger verbaut ist. In Anlehnung an den § 40 Abs. 1 Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Fahrzeuge" wird die unten genannte veränderte Reihenfolge zum "abweichenden Aufsatteln" als bestimmungsgemäß und arbeitssicher angesehen:

  • Der Sattelanhänger muss durch Feststellbremse und Unterlegkeile festgestellt werden bzw. sein. Hinweis: Empfehlenswert ist die Ausstattung des Sattelanhängers mit einer Einrichtung, die beim Trennen der Luftleitungen die Feststellbremse automatisch betätigt.
  • Die Sattelkupplung muss offen sein oder geöffnet werden, d. h. kuppelbereit sein.
  • Fahren Sie die Sattelzugmaschine unter den Sattelanhänger und heben Sie sie mittels Luftfederung soweit an, bis ein Kontakt zwischen Sattelkupplungsplatte und Aufgleitplatte besteht. Hinweis: Der Sattelanhänger darf dabei nicht angehoben werden!
  • Vor dem Aussteigen sichert der Fahrer bzw. die Fahrerin die Zugmaschine durch Betätigen der Feststellbremse!
  • Nehmen Sie den Anschluss der Luftleitungen in folgender Reihenfolge vor: erst die gelbe, dann die rote Leitung. Hinweis: Dafür muss die Sattelzugmaschine mit einem verlängerten / verbreiterten Laufsteg nach § 24 Abs. 1 UVV "Fahrzeuge" ausgerüstet sein, damit durch den größeren Abstand ein Abstürzen vermieden wird.
  • Nach dem anschließenden Kuppeln (Aufsatteln) ist die sichere Verbindung zu prüfen.

FBVL-003 „Kuppeln von Sattelanhängern an Sattelzugmaschinen bei bauartbedingt eingeschränktem Platz“

Abstellen von Fahrzeugen

  • Prüfen Sie immer vor Verlassen des Führerhauses, ob die Feststellbremse betätigt ist.
  • Betätigen Sie die Feststellbremsen des Anhängers. Das Abkuppeln der (roten) Vorratsleitung reicht nicht aus!
  • Sichern Sie Ihr Fahrzeug immer mit Unterlegkeilen!
    Keine Ausnahme!
  • Legen Sie im Gefälle am Zugfahrzeug und Anhänger Unterlegkeile in Abrollrichtung an – jedoch nicht an Rädern von Lenk oder Liftachsen.
  • Legen Sie Unterlegkeile in beide Richtungen an, wenn die Ladefläche mit Gabelstaplern befahren werden soll.
  • Achten Sie auf Besonderheiten bei luftgefederten Fahrzeugen.

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