Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist jede Ausrüstung, die getragen wird, um Besatzungsmitglieder vor eine Gefährdung zu schützen. Dazu gehört insbesondere die Rettungsweste. Keine persönliche Schutzausrüstung sind hingegen Arbeitskleidungen und Uniformen, die nicht speziell der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten dienen.

Hand in Festmacherhandschuh hält Seil

Allgemeines zur persönlichen Schutzausrüstung:

  • PSA muss der Unternehmer zur Verfügung stellen.
  • PSA muss jedem einzelnen Mitarbeiter persönlich zugewiesen werden.
  • Bei der Auswahl der PSA ist unbedingt darauf zu achten, dass sie sich für die auszuführende Tätigkeit eignet.
  • Personen die, persönliche Schutzausrüstungen benutzen, sollten bei der Auswahl beteiligt werden, um späteren Akzeptanzproblemen vorzubeugen.

Verwendung persönlicher Schutzausrüstung an Bord:

Zur Grundausrüstung für jedes Besatzungsmitglied gehören:

  • Rettungsweste
  • Schutzschuhe/Sicherheitsschuhe
  • Handschuhe zum Festmachen
  • Schutzhandschuhe für die Arbeit
  • Schutzhelm
  • Gehörschutz

Für besondere Arbeitsplätze in der Binnenschifffahrt, z. B. auf Tankschiffen oder Fähren, können weitere PSA notwendig sein:

  • Schutzkleidung (Regen-, Wetter- und Winterkleidung)
  • Atemschutz
  • Hautschutz
  • Augen- und Gesichtsschutz

Vor der Benutzung von bestimmten persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere denen, die gegen tödliche Gefahren schützen sollen (z. B. Rettungswesten), bedarf es zusätzlicher Schulungen, besonderer Unterweisungen und ggf. besonderer arbeitsmedizinischer Vorsorge.

Rettungswesten

Die Rettungsweste ist die maßgebliche persönliche Schutzausrüstung gegen Ertrinken in der Binnenschifffahrt.

Für den Einsatz in der Binnenschifffahrt ist als Standardweste eine bei Wasserkontakt automatisch aufblasende Rettungsweste mit einem Mindestauftrieb von 150 N einzusetzen (DIN EN ISO 12402 Teil 3).

Beim Tragen von Wetterschutzkleidung oder anderer persönlicher Schutzausrüstung muss eine automatisch aufblasende Rettungsweste mit einem Mindestauftrieb von 275 N benutzt werden (DIN EN ISO 12402 Teil 2).

Die PSA gegen Ertrinken sind einer regelmäßigen Sichtkontrolle durch die Person, die sie verwendet, und einer mindestens jährlichen Prüfung durch eine sachkundige Person zu unterziehen. Alle zwei Jahre muss eine Wartung durch den Hersteller oder eine vom Hersteller autorisierte Fachwerkstatt erfolgen.

PSA gegen Ertrinken – häufige Fragen und Antworten

Die DGUV Regel 112-201 bietet umfangreiche Informationen zu PSA gegen Ertrinken, Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung, Auswahlkriterien und eine Liste von Arbeiten, bei denen PSA gegen Ertrinken zwingend vorgeschrieben sind. 

Basis für die Auswahl von PSA gegen Ertrinken ist eine Gefährdungs­beur­teilung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsabläufe. 

PSA gegen Ertrinken sind bei allen Arbeiten mit der Gefahr eines Absturzes in eine Flüssigkeit einzusetzen, sofern technische und organisatorische Maßnahmen ausgeschöpft wurden. 

Wenn entsprechend der Gefährdungsbeurteilung alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind (STOP) (Substitution, technische und organisatorische Maßnahmen), kann PSA eingesetzt werden. 

Für den gewerblichen Einsatz sind nur automatisch aufblasende Rettungswesten nach DIN EN ISO 12402 Teil 2-4 zulässig. Gemäß der Gefährdungsbeurteilung ist mindestens eine Rettungsweste nach DIN EN ISO 12402 Teil 3 mit 150 N oder auch eine Rettungsweste nach Teil 2 mit 275 N einzusetzen. Bei Arbeiten in der Dunkelheit ist ein blinkendes Notlicht sehr häufig gemäß Gefährdungsbeurteilung notwendig.

Kombinationen von PSA sind an der aktuellen Kombination zu erproben. Die einzelnen PSA dürfen sich in ihrer Funktion nicht behindern.

Spezielle PSA gegen Ertrinken wurden entwickelt

  • für den Feuerwehreinsatz,
  • für Atemschutzträger,
  • mit Absturzsicherung.

Bekleidung auf Mikrofaserbasis, Wetterschutzkleidung und Folienstoffe neigen zu unkontrollierten Lufteinschlüssen, die der Wirkung der PSA gegen Ertrinken entgegenwirken. Derartige Kleidung ist in jedem Fall mit einer PSA gegen Ertrinken nach DIN EN ISO 12402 Teil 2 275 N zu kombinieren. 

PSA gegen Ertrinken werden von folgenden Normenreihen bestimmt:

Die EN-Normen wurden am 01. Januar 2007 durch EN ISO Normen ersetzt.

Für PSA gegen Ertrinken gelten die neuen DIN EN ISO 12402 Teil 1 – 10

  • EN 393 Schwimmhilfen – ersetzt durch EN ISO Teil 5
  • EN 394 Ausrüstungsteile – ersetzt durch EN ISO Teil 8
  • EN 395 Rettungsweste 100 N – ersetzt durch EN ISO Teil 4
  • EN 396 Rettungsweste 150 N – ersetzt durch EN ISO Teil 3
  • EN 399 Rettungsweste 275 N – ersetzt durch EN ISO Teil 2

Weiterhin gibt es:

  • EN ISO 15027 Teil 1 Überlebensanzug, Constant wear
  • EN ISO 15027 Teil 2 Seenotkälteschutzanzug
  • EN ISO 15027 Teil 3 Prüfkriterien
  • EN 1095/EN ISO 12401 Kleine Wasserfahrzeuge - Sicherheitsgurt und Sicherheitsleine
  • DIN EN 13138 Teil 1-3 Schwimmlernhilfen

Produkte auf der Basis der EN-Normen sind weiterhin zugelassen, sofern sie nicht verändert wurden. Produkte in der Benutzung können im Rahmen der Lebensdauer (10 Jahre) benutzt werden. Die letzten Rettungswesten nach EN 395 werden 2017 10 Jahre alt. Dann ist die Lebensdauer laut Hersteller erreicht und sie sind nicht mehr zu verwenden.

PSA gegen Ertrinken sind, wie alle PSA, einer regelmäßigen Sichtkontrolle durch den Benutzer ("Kurzcheck vor der Benutzung") zu unterziehen. Eine mindestens jährliche Prüfung durch einen Sachkundigen gemäß § 43 DGUV Vorschrift 60 ("Wasserfahrzeuge mit Betriebserlaubnis auf Binnengewässern") mit Dokumentation ist durchzuführen. Parallel dazu erfolgt alle 2 Jahre eine Wartung durch den Hersteller oder eine vom Hersteller autorisierte Fachwerkstatt.

Kürzere Intervalle können sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben.

Die Lebensdauer für PSA gegen Ertrinken beträgt max. 10 Jahre, die o.a. genannten Prüfungen und Wartungen vorausgesetzt.

Kürzere Lebenszeiten können sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben.

Die Ortung eines Verunfallten kann besonders bei Nacht zu Problemen führen.

PSA gegen Ertrinken sind nach Norm mit Streifen aus retroreflektierendem Material ausgerüstet. Dies sind allerdings passive Mittel.

Aktive Mittel wie blinkende Notlichter oder Notsignalanlagen wie z. B. PNA 11 sind zu empfehlen. Notlichter können nachgerüstet werden.

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