Gefährdungsbeurteilung

Als Unternehmerin oder Unternehmer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Dies gilt sowohl für einen Partikulier mit nur einem Beschäftigten, wie auch für eine Reederei mit mehreren Beschäftigten.

Person mit Warnkleidung vermerkt etwas auf einem Klemmbrett

Auf dieser Seite erhalten Sie einen kleinen Überblick darüber, wie eine Gefährdungsbeurteilung für ein Binnenschiff erstellt werden kann.

Welche Vorgehensweise ist bei der Erstellung sinnvoll?

1. Arbeitsbereiche und Tätigkeiten erfassen

Arbeitsbereiche sind z. B. der Maschinenraum, das Steuerhaus oder das Deck. Tätigkeiten umfassen Arbeitsabläufe inklusive Arbeitsmittel und -stoffe. Eine typische Tätigkeit ist das Festmachen, inklusive dem Umgang mit Tauwerk.

2. Gefährdungen ermitteln und bewerten

Für die erfassten Tätigkeiten und Arbeitsbereiche müssen sämtliche Gefährdungen ermittelt werden. Mögliche Gefahrenquellen an Bord sind z. B. Quetsch-, Scher- und Einzugsquellen durch bewegliche Teile (absenkbares Steuerhaus, freie Wellen). In Bezug auf das Festmachen ist das Quetschen von Fingern eine typische Verletzungsgefahr.

3. Maßnahmen festlegen

Basierend auf den ermittelten Gefährdungen müssen die erforderlichen Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Bei der Auswahl der geeigneten Maßnahmen ist folgende Rangfolge zu beachten:

S (substituieren/ersetzen): z. B. ablegereife Festmacherleinen von Bord nehmen

T (technisch): z. B. Anbringen von Schutzvorrichtungen

O (organisatorisch): z. B. Festlegungen treffen, in welchen Bereichen die Rettungsweste zu tragen ist

P (personenbezogen): z. B. Tragen von Gehörschutz, Rettungsweste

4. Maßnahmen umsetzen und Wirksamkeit prüfen

Es muss festgelegt werden, wer die Maßnahmen ausführt und bis wann diese durchzuführen sind. Nach Umsetzung der Maßnahmen werden sie auf ihre Wirksamkeit geprüft. Ist die Maßnahme unzureichend, müssen weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

5. Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

Die Gefährdungsbeurteilung muss aktuell gehalten werden. Ergänzt bzw. überarbeitet werden muss sie vor allem beim Einsatz neuer Maschinen (z. B. wenn der Einsatz von einem Lukenwagen geplant ist) oder nach Unfällen.

HinweisMehr zum Thema

Allgemeine Informationen zur Gefährdungsbeurteilung finden Sie in unserem Themenbereich unter "Arbeitsschutz organisieren"

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