Mögliche Gefährdungen durch Geruchsereignisse in Flugzeugen

Stand der Erkenntnisse der BG Verkehr

In Flugzeugen treten immer wieder und aus unterschiedlichen Ursachen Gerüche auf, die man als unangenehm empfindet und denen man im Flugzeug nicht ausweichen kann. Bei den meisten Verkehrsflugzeugen wird die Frischluft für Kabine und Cockpit an den Triebwerken als sogenannte Zapfluft (Bleed Air) abgegriffen. Bei diesem Vorgang kann es zum Eintrag von geringen Mengen von Ölen oder deren Zersetzungsprodukten in die Luftströmung kommen. Die BG Verkehr beschäftigt sich deshalb seit einigen Jahren intensiv mit der Frage, ob aus diesem Vorgang oder auch aus Gerüchen anderer Ursache Gefährdungen für die Gesundheit von Crewmitgliedern und Passagieren erwachsen können.

Lange Zeit stand Trikresylphosphat (TCP), ein Organophosphat und chemischer Zusatzstoff des Turbinenöls, im Verdacht, gesundheitliche Beschwerden auszulösen. Das hat sich bisher trotz umfangreicher Untersuchungen nicht bestätigt. Aktuell wird diskutiert, ob eine Reihe von Substanzen aus der Gruppe flüchtiger organischer Verbindungen und anderer Stoffe aus der Gruppe der Organophosphate für Gesundheitsbeschwerden relevant sein könnten.

Die BG Verkehr hat Untersuchungen initiiert, um einer Reihe von akuten und chronischen Gesundheitsbeschwerden auf die Spur zu kommen, über die im Zusammenhang mit unangenehmen Gerüchen in Luftfahrzeugen berichtet wird. In Zusammenarbeit mit den Luftfahrtgesellschaften wird außerdem darauf gedrängt, durch technische und organisatorische Maßnahmen die Anzahl von Ereignissen mit eindringenden Öldämpfen zu minimieren.

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