Sichere Beförderung von Menschen mit Behinderungen in Fahrzeugen und Anforderungen an Fahrzeuge und Rückhaltesysteme

Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer, die in ihrem Rollstuhl mit Verkehrsmitteln fahren, sind bei Unfällen besonders gefährdet. Worauf sollten professionelle Fahrdienste bei der Beförderung von Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzern achten? Wie müssen ihre Fahrzeuge ausgerüstet sein, damit sie ihre Fahrgäste sicher befördern können?

Menschen mit Behinderungen haben einen Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Eine angemessene schulische und berufliche Ausbildung zählt ebenso wie das Ausüben einer beruflichen oder praktischen Tätigkeit. Für diese Teilhabe ist Mobilität eine Voraussetzung.

Viele Menschen mit Behinderungen sind dabei auf die Beförderung durch spezialisierte Fahrdienste angewiesen. Die Fahrdienste bilden die zentrale Schnittstelle zwischen den verschiedenen Akteuren, zu:

  • Fahrerinnen und Fahrern
  • Betreuerinnen und Betreuern
  • Fahrgästen und Angehörigen
  • Einrichtungen und Kostenträgern

Zugleich sind ihre Fahrgäste, wenn sie im Rollstuhl sitzend befördert werden, bei Verkehrsunfällen besonders gefährdet.

Wie Menschen mit Behinderungen im Zusammenspiel mit allen Beteiligten möglichst sicher befördert werden können, zeigt u. a. der Schulungsfilm "Kommt gut an".

Teile daraus können Sie hier anschauen:

Personen mit dem Dreipunktgurt sichern

Während der Beförderung ist ein Fahrzeugsitz der sicherste Platz im Auto. Der Film beschreibt, wie die bestmögliche Sicherung mit dem Dreipunktgurt aussieht.

Personen im Rollstuhl mit dem Kraftknoten sichern

Können Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer nicht umgesetzt werden, sind sie mit geeigneten Rückhaltesystemen zu sichern. Nach DIN gilt das sogenannte Kraftknotensystem derzeit als Stand der Technik – und damit als sicherste Möglichkeit, sowohl Rollstühle als auch Insassen in Kraftfahrzeugen zu sichern.

Sicher Ein- und Aussteigen mit der Auffahrrampe

Um Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern den Zugang zum Kraftfahrzeug zu ermöglichen, können Rampen eingesetzt werden. Allerdings nur, wenn die zu überwindende Höhe so gering wie möglich ist und die Steigung der Rampe 20 Prozent nicht übersteigt.

Sicher Ein- und Aussteigen mit dem Schwenklift

Neben Auffahrrampen sind auch Schwenklifte geeignet, um Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer in ein Fahrzeug einsteigen zu lassen. Bei deren Einsatz ist neben der Neigung des Haltepunktes unter anderem der Platzbedarf des Lifts seitlich vom Fahrzeug zu beachten.

Sicher Ein- und Aussteigen mit dem Linearlift

Linearlifte sind ein weiteres technisches Hilfsmittel, um Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern den Zugang in ein Kraftfahrzeug zu ermöglichen. Ihr Einsatz hängt davon ab, welche Haltestellen angefahren und welche Personen befördert werden.

Seminar „Sicher und gesund arbeiten bei der Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen“

Das Fachseminar richtet sich an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie an verantwortliche Personen, die das Fahrpersonal unterweisen. Neben rechtlichen Grundlagen gehen die Referenten auf die Fahrzeuganforderungen, den damit verbundenen Stand der Technik sowie auf die verschiedenen Fahrzeugkategorien gem. DIN 75078 ein (z. B. Schulbus mit 9 Sitzplätzen oder Pkw mit Heckausschnitt, z. B. als so genanntes "Inklusionstaxi"). Die Benutzung der Insassen- und Rollstuhlrückhaltesysteme (einschließlich "Kraftknoten") wird praktisch geübt.

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